Kobler-Spängler-Briefe von 1860 bis 1869

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In diesem Artikel werden die Kobler-Spängler-Briefe von 1792 bis 1842 aus einem Privatarchiv veröffentlicht.

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Einleitung

Die Kobler-Spängler-Briefe bezeichnen eine umfangreiche Briefsammlung aus dem Besitz von Franz (II.) Xaver Gregor Spängler (* 1839; † 1912).

Über die Korrespondenz

Über seine Tochter Johanna Spängler (* 1882; † 1973), verheiratet mit dem Schuldirektor in Krems, Rupert Holzapfel (* 1868; † 1940), kam die Sammlung aus dem Nachlass von dessen Tochter Gertraud Holzapfel (* 1917; † 2001), verheiratet Saska in Krems, an Otto Holzapfel (* 1941) in Freiburg im Breisgau in Deutschland.

Die Briefe sind zum Teil übertragen, zum Teil zusammenfassend registriert; eine genauere Auswertung steht noch aus. Die ältesten Briefe stammen aus der Beziehung zwischen „Fanny“ Franziska Kobler (* 1796; † 1886) und Franz Francesco Castelli (* 1796; † 1832). Deren Tochter Zäzilia Amalia Kobler wird 1821 geboren und heiratet 1846 Richard Franz Schlegel, stirbt aber bei der Geburt des ersten Kindes 1848. Diese Tochter, „Fanni“ Franziska Schlegel (* 1848; † 1905), heiratet 1872 in der Stadt Salzburg den späteren Oberlandesgerichtsrat in Krems, den oben genannten Dr. Franz Xaver Spängler. Ein großer Teil des Briefwechsels spiegelt die besonders enge Beziehung zwischen Großmutter „Fanny“ und Enkelkind „Fanni“.[1]

1860

siehe auch: Briefe „1858 bis 1862 und 1870“

1860, Brief von [Nr. 18 a] Otto Spängler und [Nr. 37] Maria Antonia Spängler (* 1803; † 1882) an den Bruder bzw. Sohn [Nr. 18] Franz Spängler: [Salzburg, ohne Datum/ um 1860:] Theuerster Franz! Als ich die letzten Zeilen an dich schrieb, glaubte ich denselben durch Frau v Schaffner zu senden; aber der Brief kam zu spät. der heutige aber geht mit Konfekt und Kalhefers [?] brief heute durch die Güte der Frau v.Schafner. Gestern als am 20 ten hatte Kalhster [?] Ausgang und ich verbrachte 2 recht angenehme Nachmittagsstunden mit ihm und Rothenbuchner bei feinen Leuten. Von 6 Uhr an spielte bei uns Tarok, denn wir hatten Spiel und der Konrad ging um 6 Uhr. Abends 8 ½ Uhr ging ich noch zu Obermüller, wo die Auscultanten geladen waren, und es herzlich langweilig war. Quamquæm praesentia mea bene incepit, brevi mutata eft; mater me vidit intrantem in domum ejus et infernale spectaculum incepit, quum fila in conclave intrasset. Ne forte credas, matrem [nicht weiter gelesen; Latein... was ich nicht alles verstehe, außer dass er offenbar schnell aus diesem Haus schnell wieder verschwindet...] Hodie die veneris ibo ad veterem. Quelle change! Saluez de mon part Tenzl et Vozarye [?], Guttenberg, Daeltrer [?] etc. – Ton fidele frère Otto. - - [die Mutter:] Lieber guter Franz. Wen ich auch recht viel zu thun habe, so will doch den Brief nicht fort gehen lassen, ohne ein paar Zeilen an dich zu schreiben. Lieber Franz hier sende ich dir ein wenig Konfekt, den XXX liegt gerade hier XXX bekommst du XXX durch die Post oder es bringt die selben der Wassinger. Als weiteres geschenk lasse ich dir den Mantel neu füllen ich glaube das dir dieses auch gut taugen wird. Wir sprechen wohl oft von dir, laufe dich fei(n) nicht zu sehr ab, und sey XXXling in allen was du thust, und gebe das geld nicht leicht hinaus. Lebe recht wohl es küßt dich mit inniger Liebe dich in Schutz gottes empfehlend und dich von ganzen Herzen Segnend deine treue Mutter Spángler – An alle Bekanten viele Empfehlungen nebst vielen Dank besonders bei Franzl und guttenberg lasse ich gute Feyertag wünschen. Alle hier grüßen dich recht herzlich. An lozarign [Lorinser?] viele herzliche Grüße. Die Therese läßt dich auch herzlich grüßen. - „#Guttenberg“: nach Visitenkarten „Emil Ritter von Guttenberg k.k.Rittmeister“; „Minna von Guttenberg née de Launsperg“. Nach einem undatierten Foto sind Fanni Schlegel/Spängler und Lida Guttenberg, die Schwiegertochter, Freundinnen, ebenfalls genannt in mehreren Briefen. – Wahrscheinlich ein relativ früher Brief; Franz Spängler studiert in Graz bis zum WS 1858/59, das SS 1862 in Wien, die erste Staatsprüfung ist in Wien im Juni 1862. Geburstag hat Franz Spängler am 10.4. - Foto von Lida Guttenberg bei 19 Fanni Schlegel/Spängler in einer der roten Schachteln.

„Briefe 1860 ff. an Nr. 18 Franz Spängler“ = Briefe (rot verschnürt, nicht gelesen) von (vor allem) Freunden und (einigen) Verwandten (die meisten Namen sind für mich leider unlesbar = XX; ich habe die Briefe nur chronologisch geordnet, zusammengebunden waren sie bereits: Ort/Datum/Absender) an Nr. 18 Franz Spängler: 27.10.1860 Julius PlazXXy [Julius Ritter von Plazer]; Aschermittwoch 1862 Cousine Therese [v.Lürzer?]; 19.5.1862 Freund Jul. PlazXX [Julius Ritter von Plazer]; Innsbruck 14.6.1862; Salzburg 13.12.1868 Freund KoXX; Ried 2.2.1869 Otto Dunkler; mit Umschlag Gesangsfest August 1869 in Salzburg, Einladung dazu und Programm; 30.6.1870 Freund Al. KXX; Lainz 14.9.1871 Freund Fr.Fenzl; Wien 24.9.1871 Cousin und Cousine Vinzenz und Josefine A. [Arrigler?]; Innsbruck 1.10.1871 Vetter Adolf; Zara 13.10.1871 Vetter LoXX; Salzburg 1.12.1871 Anna Lanser; Wien 12.4.1872 Freund Kaserer; Mödling 12.4.1872; mit Umschlag Salzburg 10.10.1872 Wappensiegel Weiß (?); Salzburg Januar 1873 Goldene Hochzeit von Alois und Therese Spängler, gedruckte Einladung und Brief „Aloys“ Spängler u. Therese; Wien 27.9.1874; Wien 19.7.1878. – Bei diesen Briefen wurde bei den anderen Jahreszahlen keine Verweise geschrieben. - Ohne Ort und Datum. - [„1“] Briefumschlag (Stempel Salzburg 20.2.XX) „Sr. Wohlgeboren Herrn Dr. Franz Xaver Späng[ler] k.k. Landesgerichts Auskultant zu Salzburg.“ [Briefmarke herausgeschnitten] mit mehreren Briefen von Rudolf Handel = Freising 17.9.1865 Verehrtester Freund... Ihr aufrichtig ergebener Rudolf Handel; Linz 30.3.1866 (1,5 Bogen); Linz 19.4.1866 Lieber Dr. Spängler... Ihr ergebener Rudolf Ha[ndel]; 19.6.1866 Verehrtester Freund...; Freising 26.10.1866 Verehrter Freund... Ihr ergebener Frd Rudolf Ha[ndel]; Linz 10.12.1866 Lieber Doktor Spängler... (1,5 Bogen); o.O.u.J. Verehrter Freund.... – [„2“] Briefumschlag (Stempel Salzburg 19.1.XX; rotes Siegel) „Sr. Wohlgeboren Herrn Franz Xaver Spängler der Rechte Doktor, und k.k. Landesgerichts Auskultant zu Salzburg.“ [Briefmarke herausgeschnitten] mit mehreren Briefen von Rudolf Handel = Linz 14.7. o.J. Verehrtester Freund...; 20.2.1867 Mein verehrter Freund...; Linz 4.3.1867 Verehrter Freund... Ihr ergebener Rudolf Handel; Linz 21.4.1867; 5.7.1867 Lieber Freund... Ihr aufrichtiger Rudolf Ha; Freising 30.10. ohne Jahr; Linz 17.6.1868. – [„3“] Briefumschlag (Briefmarke mit Stempel herausgeschnitten) Herrn Dr. Franz Xaver Spängler k.k. Landesger[.] Auskultant Wohlgeboren Salzburg.“ [Briefmarke herausgeschnitten] mit mehreren Briefen von Rudolf Handel = o.O.u.J. ...Ihr ergebener Rolf Han; mit Trauerrand 5.1.1870 ...Ihr ergebener Freund Rolf Han; 14.1.1870 Lieber Doktor...; Linz 19.1.1870 blaues Papier, „Herrn Baron Seiller zur Einsicht.“; 31.12.1870; beigelegt gedruckte, kleine „Einladung zum Abiturienten-Valete im Kaserer-Hof am 5.August 1858“. – Bei den Handel-Briefen wurde nur ein Verweis bei 1865 geschrieben [„mehrere Briefe 1865 bis 1870“]. Über Handel habe ich bisher nichts gefunden. - Bei den Stammbuchblättern für Nr. 18 Franz Spängler = Julius Ritter von #Plazer.

1861

Briefe (rot verschnürt, nicht gelesen) von Nr. 37 Antonia Spängler, geb. von Lürzer, * 1803; † 1882, an den Sohn Nr. 18 Franz Spängler, 1839-1912, aus Salzburg; zusätzlich mehrfach vom Bruder Otto. Oder umgekehrt von Nr. 18 a Otto Spängler, 1841-1919, zumeist über Geldangelegenheiten der Mutter, und zusätzlich dann auch von der Mutter. Ohne Umschläge (einzelne Umschläge sind angegeben). – Vom 14.4.1861 bis 1.7.1861 und vom 7.4.1862 bis 16.7.1862; insgesamt 15 Briefe, 1 Umschlag nach Wien.

siehe auch: Briefe „1858 bis 1862 und 1870“

Brief von (Nr. 18 a) Otto Spängler, 1841-1919, an die Mutter (Nr. 37) Antonia Spängler, geb. von Lürzer, * 1803; † 1882, und an den Bruder (Nr. 18) Franz Xaver Spängler, 1839-1912 (liegt bei den Kobler-Spängler-Briefen, Bündel „1858 bis 1862 und 1870“) Meiner lieben Mutter Frau Antonia Spängler Salzburg. dG. [durch Güte, d.h. wohl durch Boten] [Briefbogen mit Prägestempel „O.S.“] Wien am 24 Dezember [1]861
Meine Theuren! (Liebstes Mutterl! Liebster Franz!)
Es ist der heilige Christabend; und ich will und kann denselben nicht vorübergehen lassen, ohne an dem Abende, den ich noch Jahr für Jahr an der Seite meiner guten Mutter zubrachte, doch wenigstens schriftlich mit jenen Wesen zu verkehren, dessen Liebe und Zuneigung in allen Verhältnissen und, wenn auch alles andere vergeht, stets gleich und unverändert bleibt. Der liebe Gott fügte es so, daß ich an dem ersten Christabende, den ich außer Haus zubringe, manche Freude erlebte. Hören Sie einmal! Morgens um 9 Uhr war mir die größte Freude zutheil, ich erhielt Ihren und meines lieben Franz‘s Brief, für den ich Ihnen sehr danke. Um 11 Uhr kam ein Brief vom Alberti, der mich auf den Freitag zum Speisen einlud. Um 1 Uhr brachte mir der Hausmeister ein Paquet, und als ich dasselbe öffnete, war von unbekannter Spenderin ein allerliebster, kleiner mit allen möglichen Kleinigkeiten behängter Christbaum darin, der ein wahrhaft niedliches Aussehen gewährt. Um 2 Uhr war ich vom Bürgermeister Mertens zum Speisen geladen, wo wir trotz des Fasttages sehr gut aßen und tranken, dann in ein Kafeehaus gingen. Und 6 Uhr sind wir bei Fenzl geladen, und jetzt um ¾ auf 6 Uhr sitze ich eben dabei, um Ihnen noch zuvor dieß alles zu schreiben. Wenn ich von Fenzl werd zurückgekehrt sein, werde ich darüber Bericht erstatten. – Fortsetzung um 10 Uhr Nachts - Nur um meinem Versprechen getreu zu bleiben, schreib ich noch vorm Schlafengehen wenige Worte und zeige Ihnen an, dß ich einen sehr schönen Schal weiß und schwarz quarirt, und die Fotografie der beiden Knaben erhalten habe. Es war ein sehr schöner und mit glänzenden Sachen geschmückter Baum; und ich muß gestehen so gemütlich, dß ich einigermaßen für die Entfernung der Heimat entschädigt bin, so gut es eben sein kann. Und nun gute Nacht, liebs Mutterl, es ist die stille Heilige Nacht! – Weihnachtstag, um ½ 6 Uhr Abends. Heute Mittag also war ich bei Guttenberg geladen, wo ich sehr gut speiste und wo sich alle angelegentlich um Sie erkundigten und Sie herzlichst grüßen lassen; zugleich erfuhr ich auch von Rosa Petz, die nach dem Essen etwas heraufkam, dß der Christbaum von ihr und Ludmilla sei und dß sie mir ihn sandten, weil ich allein wäre und sie mir auf diese Weise einen Ersaz für die Heimat diesen Christbaum geben wollten. Um 6 Uhr gehe ich jezt dann zu Lacroix und beschließe dort den Hl. Christtag. Noch um eines möchte ich Sie dringlichst bitten, dß Sie für Zenta Guttenberg einen Klozenstruzen [Kletzenbrot] machen. Der Onkel und die Tante essen es für ihr Leben gern und hier gibt es keines; und sie sind wirklich so unendlich liebevoll und freundlich, dß wir etwas schon thun müßen. Und nun adieu, jezt geh ich zu Lacroix! – Stefanitag, Morgens 8 Uhr. Guten Morgen, meine lieben; Heute Morgens wenige Minuten nach 12 Uhr kam ich nach Hause, ich unterhielt mich gottvoll; wir hatten eine grandiose Jause zu Ende des Weihnachtstages; es war auch Lotti Partenau da. Die Frau von Lacroix läßt dich grüßen, lieber Franz und dir sagen, dß es ihr sehr leid war, uns damals nicht vorlassen zu können; sie war nicht angezogen. Im nach Hause gehen wollte mich Tante Guttenberg auf heute, also 2 Tage nacheinander zum Speisen wieder einladen, aber ich bin ja bei Alberti schon geladen. Sie lud mich für heute Abends ein, und für Sonntag oder Neujahrstag wieder zu Mittag. – Da ich vor Neujahr nimmer dazu kommen werde, Ihnen zu schreiben, so sende ich Ihnen dießenmal meine beßten Wünsche. Liebste Mutter seien Sie überzeugt, dß Dankbarkeit und Liebe für Sie lebendig in meinem Herzen wohnen, dß ich den unendlichen Werth einer so guten Mutter zu schätzen weiß, und dß täglich mein erstes Gebet für Sie, liebstes Mutterl, um auch langes und glückliches Leben zum Himmel steigt. Bewahren auch Sie mir diese zärtliche Mutterliebe, mit der Sie mich jezt umfangen halten, ich will nach Kräften mich derselben werth machen. Auch du, lieber Franz, wirst von meiner aufrichtigsten und innigsten Liebe zu dir überzeugt sein, und ich kann dich versichern, dß du trotz der vielen Vergnügen, die ich genieße, mir unendlich abgehst. Und sollten wir uns auch in bälde trennen müßen, bleibe mir auch dann der selbe liebende hilfreiche Bruder, der du mir während der vielen Jahre die wir jezt zusammen sind, warst. Auch meiner guten Therese alles Glück und herzliche Grüße zum neuen Jahr, und es begleite uns alle am Ende des alten und auch im neuen Jahre der Schutz des Allerhöchsten, er walte gütig über eine Familie, die wenn auch klein, doch durch Eintracht und Liebe glücklich ist. Dieß ist der Wunsch und das Gebet Ihres Sie beide innigliebenden Otto. 26/12 – An alle alles Schöne, so wie alle Bekannten dich lieber Franz vielmals grüßen. Deine Grüße an Rose Plachetka etc. soll ich alle erwiedern. Schreiben Sie mir bald, recht bald; noch vor Neujahr!

Mertens = Heinrich Ritter von Mertens (1810-1872), kaiserl. Rat und 1861-1872 Bürgermeister von Salzburg; Familien Fenzl, Guttenberg und Plachetka mehrfach in den Briefen als enge Bekannte und Freunde in Salzburg genannt. Lida, geb. Plachetka, verh. Guttenberg, ist zudem eine enge Freundin von Fanni Schlegel, der späteren Frau des Bruders Franz Spängler; Therese ist hier wohl die Hausangestellte in Salzburg. – Franz Spängler und Franz Plachetka schreiben 1862 zusammen an einer Schülerzeitung [Studenten- /Faschingszeitung?]. – #Petz: Bei den Stammbuchblättern für Nr. 18 Franz Spängler = Rosa Petz (Wien 1861)

1862

siehe auch: Briefe „1858 bis 1862 und 1870“

25.6.1862, Brief ohne Umschlag von [Nr. 18] Franz Spängler (1839-1912) aus Wien an die Mutter Antonia Spängler [Nr. 37] (* 1803; † 1882; der Vater ist bereits 1854 gestorben): Liebste Mutter! Wie Sie hoffentlich d[urc]h meinen Brief erfahren haben, habe ich die Staatsprüfung glü[c]klich bestanden, u. zwar mit Auszeichnung aus 3 Gegenständen, aus dem bürgerlichen Gese[t]zbuche, u. dem Verfahren in und außer Streitsachen, auch aus dem Strafrechte hätte ich sie bekommen, wenn nicht der Prüfungscommissär so streng am [auf dem] Wortlaute bestanden hätte. Ich bin sehr froh d[a]ß sie glü[c]klich vorüber ist, u. wünsche nur, d[a]ß auch die andern Prüfungen u. Rigorosen ebensogut vorübergehen. Ich hoffe auch, dß Sie mit dem Resultate zufrieden sein werden; mich freut es, dß ich auch hier ein glükliches Resultat erreicht habe, u. wünsche, dß mir das Zeugnis auch für die Zukunft von Vortheil sein dürfte. Den Abend nach der Staatsprüfung (denn ich hatte sie von 4-7 Uhr) brachte ich bei Gut{t]enberg recht angenehm zu; auch bei Plachetka war ich noch am selben Abend; sie waren alle sehr erfreut über das Resultat; ebenso bei Gengl [?], wo ich noch am Abende vor der Staatsprüfung eingeladen war; ich habe es doch angenommen, weil ich mich wirklich sehnte zwischen den Stunden wo ich studierte, eine kleine Abwechslung zu haben, die le[t]zten 14 Tagen seit Pfingstmittwoch habe ich sehr fleißig gearbeitet, um die Gegenst[än]de nochmals zu wiederholen; doch fühlte ich mich recht wohl, und d[urc]haus nicht angegriffen; ich habe mir ja nebenbei immer einige Erholung gegönnt, und mir nichts abgehen lassen. – Daß Böhm [?] plözlich wieder nicht kommt, hat uns sehr überrascht; er hätte es wirklich etwas früher uns mittheilen können; denn das hätte er ja früher auch sich schon überlegen können. Wir hatten schon die Bettstelle aufstellen lassen und alles hergerichtet, ihm auch eine Schublade ausgeräumt. Ich habe aber seine übrigen Aufträge noch nicht vollführen können, da ich die betreffenden Studierunden noch nicht sah, ich werde es aber ehestens thun u. kann es mündlich nicht sein, so thue ich es schriftlich. Ich bitte ihm das einstweilen mitzutheilen. – 25/6 1862 Abends. – Nun zu den Hauptgegenständen meines heutigen Briefes. Erstens, da ich durch die drei Auszeichnungen bei der 2. Staatsprüfung die gesetzlichen Bedingungen erfüllt habe, um im Juli noch die 3te Staatsprüfung zu machen, so war ich heute bei Ministerialrath Thomaschek, dem Präses der betreffenden Commission, u. bat um Zulassung zu denselben im Juli, ich werde also hier bleiben bis Ende Juli u. werde fleißig studieren, um die drei Gegenstände der Prüfung zu vollenden; sollte ich für die hiesigen Anforderungen mich aber nicht gewachsen fühlen, so mache ich sie in Innsbruck, wo ich für diesen Fall d[urc]h Otto [der Bruder] habe Vorbereitungen treffen lassen. Ich bin dann auf diese Art ganz fertig und kann dann mit ganzem Eifer für die Rigorosen arbeiten. Ich hoffe dß Sie diesem Plan Ihre Zustimmung geben; dann seze ich ihn durch, so ist es mir ein großer Vortheil; u. was mein Befinden anbelangt, so kann ich es schon unternehmen, noch die 4 Wochen fleißig zu arbeiten; ich fühle mich ja nicht im geringsten erschöpft u. sollte es sich zeigen, dß ich ohne zu große Anstrengung nicht fertig werde, so kann ich noch immer jeden Augenblick zurücktreten. – 2tens. Ich war heute auch bei Minister Lasser mit meinem Zeugniße; er war sehr freundlich, gab mir den Rath, doch lieber zur Justiz zu gehen, u. gab mir seine Karte mit der Anweisung an 2 Ministerial-Räthe des Justizministeriums, von denen ich alle nöthige Auskunft erhalten würde, wo ich am ehesten mit Aussicht auf ein Adjutum [Referendariat] unterkommen könnte; zu diesen konnte ich aber heute nicht mehr gehen, ich werde aber morgen od. übermorgen hingehen, u. Ihnen entweder noch in diesem od. im nächsten Briefe berichten, damit wird dann noch ein Brief an Hrn. Finanzrath Barchetti [später, 1886, eingeheiratet in Spängler-Verwandtschaft, Bank-Linie] [.] – 3. Auch werde ich Ihnen ein Gesuch an die Landesregierung sammt einer Abschrift des Zeugnißes schiken, worin ich um den Fortgenuß des Stipendiums bitte. Ich bitte Sie dieses dann zu überreichen, u. falls außer dem Zeugniße noch Belege nöthig sein sollten es mir sogleich zu schreiben [.] NB. Das 1. Verleih[ung]sdekret werde ich etwa auch mitschiken. – 4. Wenn Sie also meinen Plan wegen der 3. Staatsprüf[un]g, wie ich nicht zweifle, genehmigen, so bitte ich Sie mir den noch oben befindlichen Junicoupon sowie den bald fälligen Julicoupon zu schiken, u. ebenso bitte ich um das Monatgeld für Juli; mein Bargeld ist nämlich nicht reichlich mehr; u die 70 fl Obligationen die ich noch habe, könnte ich diesen Augenblik nur mit Nachtheil verkaufen. – 5. Bei Franz Spängler [Franz Seraphin Spängler, 1837-1913, älterer Cousin; Landgerichtsrat in Salzburg] bitte ich zu sagen, dß ich heute mit Herrn Prälaten gesprochen, der mir sagte, dß er in der Angelegenheit der Gabriele mit Min. Lasser geprochen, u. dß er Hoffnung auf ein günstiges Resultat habe. – Wie ich heute aus einem Briefe der Frau v Dresler [?] entnahm, erwartete sie schon heut einen Brief von mir; ich habe doch am Samst[a]g d[urc]h meinen Collegen Hefner Ihnen einen Brief geschikt, den Sie wie es scheint dienstags noch nicht hatte, während Sie ihn doch hätten Sonntags schon erhalten können. – Er wird hoffentlich einstweilen in Ihre Hände gekommen sein. – Den Augenbalsam werde ich kaufen, u. da es, ihn selbst mitzubringen, zu spät sein dürfte, ihn bei nächster Gelegenheit schiken [.] – Wie kommt es dß Lürzer Otto [Cousin?] heute sobald fertig wird? Was wird er im nächsten Jahre machen? Was u. wo wird er studieren? – 26.6. Ich konnte leider die beiden Ministerialräthe heute nicht XXXchen; da ich aber den Brief doch abschiken möchte, so behalte ich mir für’s nächste Mal vor, Ihnen das Resultat zu schreiben. Wie gesagt bitte ich also um baldige Antwort; damit ich bis 7.es wegen des Quartiers auch weiß; denn ginge ich fort, so würde Weiß die 2.Hälfte des Juli zu Sparge [?] ziehen, damit dieser nicht allein das Quartier zahlen muß. An alle Bekannten alles Schöne; von meiner Unterred[un]g mit Min. Lasser bitte ich weiter keinen Gebrauch zu machen; denn solche Dinge will ich nicht gern weiter verbreitet haben. – Mit der Hoffnung, Sie recht bald, längstens bis Montag einen Brief zu erhalten u sie [!] recht bald, od längstens in 5 Wochen zu sehen verbleibe ich um Ihre mütterliche Liebe u. Ihren Segen bittende Ihr dankbarer Sohn FXSpaengler

bei den Kobler-Spängler-Briefen [rot verschnürt, nicht gelesen]: Poesiebuch / Gedicht-Sammlung ohne Datum und ohne Bezugsperson, versch. Handschriften = u.a. Fastnachtsrede für Salzhausen; A.Grün; Herwegh; Körner; Hohenhausen; Blumauer; Die Kindsmörderin. – Handschriftliche Faschingsansprache Salzburg 1878; handschriftl. Faschingsfestlied Salzburg 1874; gedrucktes Gedicht Winterfeld; gedruckte Beschreibung der St.Lorenz-Kirche in Nürnberg; dito St.Sebald [gehört vielleicht zur Bayreuth-Reise 1889]; handschriftl. Schnaderhüpfl; gedruckter Studentenschwank, Wien 1862; „Aus der Heimath“ (handschriftliche Schülerzeitung [Studenten- /Faschingszeitung?]), Salzburg, Nr. 1-2, 1862 (u.a. F.X.Sp. [Spängler]; Franz Plachetka).

1863

siehe: „Verlobung“ Sept. 1871 [Theaterzettel u.ä.]

1865

[und ff. bis 1870] mehrere Briefe von Rudolf Handel [ein nicht näher identifizierter Freund] an Nr. 18 Franz Spängler = „Briefe 1860 ff. an Nr. 18 Franz Spängler“

1867

Silvester, siehe: „Verlobung“ Sept. 1871 [Theaterzettel u.ä.]

1868

„1868“ im braunen Briefumschlag (rot verschnürt) „Gemeinde-Zeitung“ von „Salzhausen“ vom 16.2.1868 (Faschingsausgabe); rosa Blatt „Fibel“ für Schulkinder in Salzhausen; Festgedicht zum 30. Jubiläum der Matura 1858; farbige „Plan-Skizze“ der Stadterweiterung von Salzburg 1861 (mit handschriftlichen Notizen) und dazu gedruckte „Randglossen“ von G.Pezolt (darin u.a. erwähnt der Dureggersche Garten unterhalb der Hohensalzburg). - Für Nr. 18 Franz Spängler ein Rechnungsbuch über Aktien, Ausgaben, Schulden usw. um 1864 bis um 1900 und extra 1911, Beträge errechnet für u.a. Otto Spängler (der Bruder), Mathias Pichler, Therese von Lürzer, „Fannis Heirathsgut“ usw. – Urkunden u.ä. = für Nr. 19 Fanni Schlegel (1848- ) „Schul-Zeugniss“ Mädchenhauptschule der Ursulinen in Salzburg in der 3.Klasse 1858/1859. – Der Mutter, „Wittwe Antonia Spaengler“, für Franz Spängler, Schüler der 5.Klasse des k.k. Gymnasiums aus einer Stiftung 200 Gulden jährlich, 1855. – Herrn Franz Spängler, Hörer der Rechte, Fakultäts-Stipendium jährlich 300 fl [Gulden] 1858. – Herrn Franz Spängler, absolviertem Hörer der Rechte, Virgilianisches Fakultäts-Stipendium jährlich 315 fl [Gulden] 1862.

1869

15.3., siehe: „Verlobung“ Sept. 1871 [Theaterzettel u.ä.]

Quelle

Korrespondenz der Familien Kobler und Spängler
  1. Trotz unterschiedlicher Schreibweise in den Briefen vereinheitliche ich [O. H.] zu Großmutter „Fanny“ [Kobler] und Enkelin „Fanni“ [Schlegel-Spängler].