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'''Dr. med. Albert Schumacher Ritter von Tännengau''', (* [[8. November]] [[1844]] in [[Salzburg]]; † [[15. März]] [[1913]] ebenda) war ein langjähriger [[Landeshauptmann|Salzburger Landeshauptmann]], [[Salzburger Landtag|Landtagsabgeordneter]] und [[Bürgermeister der Stadt Salzburg]] im ausklingenden [[19. Jahrhundert|19.]] und beginnendem [[20. Jahrhundert]].  
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[[Bild:Schumacher_Albert_Grab.jpg|thumb|250px|Grabplatte von Dr. Schumacher am [[Kommunalfriedhof]]]]'''Dr. med. Albert Schumacher Ritter von Tännengau''', (* [[8. November]] [[1844]] in [[Salzburg]]; † [[15. März]] [[1913]] ebenda) war ein langjähriger [[Landeshauptmann|Salzburger Landeshauptmann]], [[Salzburger Landtag|Landtagsabgeordneter]] und [[Bürgermeister der Stadt Salzburg]] im ausklingenden [[19. Jahrhundert|19.]] und beginnendem [[20. Jahrhundert]].  
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==Biographie==
 
==Biographie==
 
===Herkunft und Familie===
 
===Herkunft und Familie===
 
Albert Schumacher entstammte der Ehe des an der Medizinisch-Chirugischen Lehranstalt in Salzburg tätigen Professors Dr. Ignaz Schumacher mit dessen Gattin Aloisia, geb. Oser. Er absolvierte das Medizinstudium an der Universität in Wien und praktizierte ab [[1871]] in [[Hallein]]. [[1872]] ehelichte er die Fabrikanten- und Kaufmannstochter Emma Zeller aus Salzburg und übersiedelte in die Landeshauptstadt.  
 
Albert Schumacher entstammte der Ehe des an der Medizinisch-Chirugischen Lehranstalt in Salzburg tätigen Professors Dr. Ignaz Schumacher mit dessen Gattin Aloisia, geb. Oser. Er absolvierte das Medizinstudium an der Universität in Wien und praktizierte ab [[1871]] in [[Hallein]]. [[1872]] ehelichte er die Fabrikanten- und Kaufmannstochter Emma Zeller aus Salzburg und übersiedelte in die Landeshauptstadt.  
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===Politische Laufbahn===
 
===Politische Laufbahn===
[[1879]] wurde er in den [[Salzburger Gemeinderat]] gewählt, von [[1888]] bis [[1890]] amtierte er als Bürgermeister der aufstrebenden Stadt. Ab [[1889]] gehörte er als Vertreter Salzburgs dem Landtag an, bei der Landtagswahl von [[1896]] vertrat er die Stadt Hallein.  
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[[1879]] wurde er in den [[Salzburger Gemeinderat]] gewählt, von [[1888]] bis [[1890]] amtierte er als Bürgermeister der aufstrebenden Stadt. Ab [[1889]] gehörte er als Vertreter Salzburgs dem [[Landtag]] an, bei der Landtagswahl von [[1896]] vertrat er die Stadt [[Hallein]].
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1890 wurde er als erster Bürgerlicher zum Landeshauptmann des damaligen [[Kaiserliches Kronland (Überblick)|k.k. Kronlandes Salzburg]] ernannt. Nach der Niederlage der deutsch-freiheitlichen Partei bei den Landtagswahlen von 1896 folgte nach längeren Verhandlungen am [[17. Jänner]] [[1897]] seine Ablöse durch seinen bisherigen Stellvertreter [[Alois Winkler]]. Bis zum Beginn seiner zweiten Amtsperiode fungierte Schumacher als Stellvertreter seines konservativen Nachfolgers, den er im [[Dezember]] [[1902]] wiederum in seinem Amt beerbte. Auf Grund seines schlechter werdenden Gesundheitszustandes nahm er [[1908]] von einer neuerlichen Kandidatur für den Landtag Abstand und zog sich nach 20 Jahren in der Funktion des Landeshauptmanns bzw. des LH-Stellvertreters nach Auslaufen seiner Amtszeit im [[Juli]] [[1909]] aus der Politik und dem öffentlichen Leben zurück.  
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1890 wurde er als erster Bürgerlicher zum Landeshauptmann des damaligen k.k. Kronlandes Salzburg ernannt. Nach der Niederlage der deutsch-freiheitlichen Partei bei den Landtagswahlen von 1896 folgte nach längeren Verhandlungen am [[17. Jänner]] [[1897]] seine Ablöse durch seinen bisherigen Stellvertreter [[Alois Winkler]]. Bis zum Beginn seiner zweiten Amtsperiode fungierte Schumacher als Stellvertreter seines konservativen Nachfolgers, den er im [[Dezember]] [[1902]] wiederum in seinem Amt beerbte. Auf Grund seines schlechter werdenden Gesundheitszustandes nahm er [[1908]] von einer neuerlichen Kandidatur für den Landtag Abstand und zog sich nach 20 Jahren in der Funktion des Landeshauptmanns bzw. des LH-Stellvertreters nach Auslaufen seiner Amtszeit im [[Juli]] [[1909]] aus der Politik und dem öffentlichen Leben zurück.
   
=== Wirken im Umfeld seiner Zeit===
 
=== Wirken im Umfeld seiner Zeit===
In die kurze Amtsperiode Schumachers als Bürgermeister fiel die Auflassung der Frühjahrsdult und die Einstellung der Karolinenbrückenmaut.  
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In die kurze Amtsperiode Schumachers als Bürgermeister fiel die Auflassung der [[Dult|Frühjahrsdult]] und die Einstellung der [[Karolinenbrücke]]nmaut.  
    
Als Landeshauptmann nahm er regen Anteil an den politischen Auseinandersetzungen seiner Zeit (Regierung Badeni). Während seiner beiden Funktionsperioden wurde am [[1. Mai]] [[1890]] erstmals der Arbeiterfeiertag begangen. Im selben Jahr kam es zur Eröffnung des [[Mönchsbergaufzug|elektrischen Aufzugs]] auf den [[Mönchsberg]] und zur Gründung der [[Ischlerbahn|Salzkammergut-Lokalbahn Aktiengesellschaft]], des Gewerbeförderungsinstituts (heutiges [[Wirtschaftsförderungsinstitut]]) sowie der [[Halleiner Zellulosefabrik]], dem heute größten Industriebetrieb des Bundeslandes Salzburg. Er war natürlich auch bei der Eröffnung der [[Festungsbahn]] am [[30. Juli]] [[1892]] dabei.
 
Als Landeshauptmann nahm er regen Anteil an den politischen Auseinandersetzungen seiner Zeit (Regierung Badeni). Während seiner beiden Funktionsperioden wurde am [[1. Mai]] [[1890]] erstmals der Arbeiterfeiertag begangen. Im selben Jahr kam es zur Eröffnung des [[Mönchsbergaufzug|elektrischen Aufzugs]] auf den [[Mönchsberg]] und zur Gründung der [[Ischlerbahn|Salzkammergut-Lokalbahn Aktiengesellschaft]], des Gewerbeförderungsinstituts (heutiges [[Wirtschaftsförderungsinstitut]]) sowie der [[Halleiner Zellulosefabrik]], dem heute größten Industriebetrieb des Bundeslandes Salzburg. Er war natürlich auch bei der Eröffnung der [[Festungsbahn]] am [[30. Juli]] [[1892]] dabei.
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Schumachers persönliches Interesse galt dem Ausbau des Schulwesens, hierbei förderte er besonders die für die Wirtschaft wichtigen Schulen, etwa die Landwirtschaftsschulen (z. B. [[Berti-Hof]] in [[Kleingmain]] und [[Winklhof]] in [[Oberalm]]). Während seiner Amtszeit kam es aber auch zum Bau zahlreicher Volksschulen, darunter die [[Volks- und Bürgerschule St. Andrä]] (1893) in der später Albert Einstein seine Relativitätstheorie vortrug, die evangelische Volksschule in der [[Schwarzstraße]] (1906) und die [[Mülln]]er Volksschule. Ein weiteres Anliegen war ihm der Bau der „[[Vereinigte Versorgungsanstalten|Vereinigten Versorgungsanstalten der Stadt Salzburg]]“ in [[Nonntal]], mit deren Errichtung die bisherigen Anstalten [[Bürgerspital]], [[Kronhaus]] ([[Griesgasse]]), [[Bruderhaus]] ([[Linzergasse]]) und [[Erhardspital]] (Nonntal) einem anderen Verwendungszweck zugeführt werden konnten.  
 
Schumachers persönliches Interesse galt dem Ausbau des Schulwesens, hierbei förderte er besonders die für die Wirtschaft wichtigen Schulen, etwa die Landwirtschaftsschulen (z. B. [[Berti-Hof]] in [[Kleingmain]] und [[Winklhof]] in [[Oberalm]]). Während seiner Amtszeit kam es aber auch zum Bau zahlreicher Volksschulen, darunter die [[Volks- und Bürgerschule St. Andrä]] (1893) in der später Albert Einstein seine Relativitätstheorie vortrug, die evangelische Volksschule in der [[Schwarzstraße]] (1906) und die [[Mülln]]er Volksschule. Ein weiteres Anliegen war ihm der Bau der „[[Vereinigte Versorgungsanstalten|Vereinigten Versorgungsanstalten der Stadt Salzburg]]“ in [[Nonntal]], mit deren Errichtung die bisherigen Anstalten [[Bürgerspital]], [[Kronhaus]] ([[Griesgasse]]), [[Bruderhaus]] ([[Linzergasse]]) und [[Erhardspital]] (Nonntal) einem anderen Verwendungszweck zugeführt werden konnten.  
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Die Bedeutung Schumachers für Salzburg und besonders für die Salzburger Wirtschaft liegt vor allem in seinem unermüdlichen Einsatz für den Ausbau des Eisenbahnnetzes, wozu er unter anderem die Erlassung des „Landeseisenbahngesetzes“ zur Förderung der Lokalbahnen veranlasste.  [[1891]] eröffnete er in seiner Funktion als Landeshauptmann die [[Salzkammergut-Lokalbahn]]  von [[Salzburg]] nach [[Mondsee]]. [[1894]] wurde die Salzkammergut-Lokalbahn bis ins oberösterreichische Bad Ischl und die, vor allem für den [[Lungau]] wichtige, [[Murtalbahn]] vom steirischen Unzmarkt nach [[Mauterndorf]] fertiggestellt und eröffnet. [[1896]] folgte die Inbetriebnahme der [[Salzburger Lokalbahn|Lokalbahn]] von Salzburg über Oberndorf nach [[Lamprechtshausen]].  
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Die Bedeutung Schumachers für Salzburg und besonders für die Salzburger Wirtschaft liegt vor allem in seinem unermüdlichen Einsatz für den Ausbau des Eisenbahnnetzes, wozu er unter anderem die Erlassung des „Landeseisenbahngesetzes“ zur Förderung der Lokalbahnen veranlasste.  [[1891]] eröffnete er in seiner Funktion als Landeshauptmann die [[Salzkammergut-Lokalbahn]]  von [[Salzburg]] nach [[Mondsee]]. [[1894]] wurde die Salzkammergut-Lokalbahn bis ins oberösterreichische [[Bad Ischl]] und die, vor allem für den [[Lungau]] wichtige, [[Murtalbahn]] vom steirischen Unzmarkt nach [[Mauterndorf]] fertiggestellt und eröffnet. [[1896]] folgte die Inbetriebnahme der [[Salzburger Lokalbahn|Lokalbahn]] von Salzburg über Oberndorf nach [[Lamprechtshausen]].  
 
   
 
   
 
Am [[20. September]] [[1905]] eröffnete Schuhmacher gemeinsam mit [[Kaiser Franz Joseph I.]] am Bahnhof in [[Sankt Veit im Pongau]] (heute [[Schwarzach im Pongau]]) das erste Teilstück der [[Tauernbahn]] bis [[Bad Gastein]]. Kurz vor Ende seiner zweiten Amtszeit folgte am [[5. Juli]] [[1909]] die offizielle Eröffnung der zweiten Teilstrecke von [[Badgastein]] durch den [[Tauerntunnel (Bahn)|Tauerntunnel]] nach Spittal an der Drau, womit der Bau der Tauernbahn, die sich nachhaltig als wirtschaftlicher Entwicklungsmotor für das ganze Salzburger Land und vor allem für den [[Pongau]] erwiesen hat, vollendet war.
 
Am [[20. September]] [[1905]] eröffnete Schuhmacher gemeinsam mit [[Kaiser Franz Joseph I.]] am Bahnhof in [[Sankt Veit im Pongau]] (heute [[Schwarzach im Pongau]]) das erste Teilstück der [[Tauernbahn]] bis [[Bad Gastein]]. Kurz vor Ende seiner zweiten Amtszeit folgte am [[5. Juli]] [[1909]] die offizielle Eröffnung der zweiten Teilstrecke von [[Badgastein]] durch den [[Tauerntunnel (Bahn)|Tauerntunnel]] nach Spittal an der Drau, womit der Bau der Tauernbahn, die sich nachhaltig als wirtschaftlicher Entwicklungsmotor für das ganze Salzburger Land und vor allem für den [[Pongau]] erwiesen hat, vollendet war.
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Gegen sein Lebensende hin verfasste Schumacher eine umfangreiche Autobiographie, die er in nur 40 Exemplaren drucken und bis zum Tod all seiner Zeitgenossen unter Sperre halten ließ. Dieses Werk warte bis heute auf eine Auswertung.
 
Gegen sein Lebensende hin verfasste Schumacher eine umfangreiche Autobiographie, die er in nur 40 Exemplaren drucken und bis zum Tod all seiner Zeitgenossen unter Sperre halten ließ. Dieses Werk warte bis heute auf eine Auswertung.
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Diese 40 Werke sind zum Großteil in der Familie (Chronik der Familie Schumacher), welche Dr. Albert Schumacher zur Erhebung in den Adelsstand anfertigen lies. Rupert Schumacher ein Nachkomme hat die Familiengeschichtebis zum 30-jährigen Krieg zurückverfolgt und vervollständigt.
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Diese 40 Werke sind zum Großteil in der Familie (Chronik der Familie Schumacher), welche Dr. Albert Schumacher zur Erhebung in den Adelsstand anfertigen lies. Rupert Schumacher ein Nachkomme hat die Familiengeschichte bis zum [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] zurückverfolgt und vervollständigt.
    
==Ehrungen==
 
==Ehrungen==
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[[Kategorie:Bürgermeister (Salzburg)|Schumacher, Albert]]
 
[[Kategorie:Bürgermeister (Salzburg)|Schumacher, Albert]]
 
[[Kategorie:Landeshauptmann|Schumacher, Albert]]
 
[[Kategorie:Landeshauptmann|Schumacher, Albert]]
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[[Kategorie:Person (Geschichte)|Schumacher, Albert]]
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[[Kategorie:Geschichte (Person)|Schumacher, Albert]]
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[[Kategorie:Mediziner|Schumacher, Albert]]