Heinrich Wiesmüller junior: Unterschied zwischen den Versionen

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Kommerzialrat Dr. '''Heinrich Wiesmüller''' junior (* [[1. Juli]] [[1936]] in der [[Stadt Salzburg]]) war Bankier und eine maßgebliche Persönlichkeit in den Führungsgremien der [[Salzburger Festspiele]].  
Kommerzialrat Dr. '''Heinrich Georg Wiesmüller''' junior (* [[1. Juli]] [[1936]] in der [[Stadt Salzburg]]; † [[15. April]] [[2026]]) war Bankier und eine maßgebliche Persönlichkeit in den Führungsgremien der [[Salzburger Festspiele]].  


== Leben ==
== Leben ==
Heinrich Wiesmüller verbrachte seine Kindheit und Volksschulzeit in [[Tweng]] im [[Lungau]], wo sein [[Heinrich Wiesmüller senior|gleichnamiger Vater]] Oberförster der [[Österreichische Bundesforste|Österreichischen Bundesforste]] war. Nach dem Besuch des [[Akademisches Gymnasium|Humanistischen Gymnasium]] in Salzburg, an dem er [[1955]] maturierte, folgte das Studium der Rechtswissenschaften in Innsbruck und Wien, das er [[1959]] mit der Promotion abschloss.
Heinrich Wiesmüller verbrachte seine Kindheit und Volksschulzeit in [[Tweng]] im [[Lungau]], wo sein [[Heinrich Wiesmüller senior|gleichnamiger Vater]] Oberförster der [[Österreichische Bundesforste|Österreichischen Bundesforste]] war. Nach dem Besuch des [[Akademisches Gymnasium|Humanistischen Gymnasium]] in Salzburg, an dem er [[1955]] maturierte, folgte das Studium der Rechtswissenschaften in Innsbruck und Wien, das er [[1959]] mit der Promotion abschloss.


Seine Tochter [[Maria Wiesmüller]] ist mit dem Pianisten, Kulturmanager und [[Intendant der Salzburger Festspiele]] [[Markus Hinterhäuser]] verheiratet.
Wiesmüller war seit [[21. Februar]] [[1963]] mit Johanna Maria geb. Spängler (* [[3. Jänner]] [[1939]] in der Stadt Salzburg) verheiratet, Tochter von KR [[Richard Spängler]] und Margarethe geb. Streng. Seine Tochter [[Maria Wiesmüller]] ist mit dem Pianisten, Kulturmanager und in unverheirateter Partnerschaft mit [[Intendant der Salzburger Festspiele]] [[Markus Hinterhäuser]].<ref>[[Stammbaum und Geschichte der Familie Spängler]]</ref>
 
Heinrich Wiesmüller ist am Mittwoch, dem 15. April 2026, nach kurzer Krankheit im 90. Lebensjahr verstorben.


== Berufsleben ==
== Berufsleben ==
Nach der in Salzburg absolvierten Gerichtspraxis trat Dr. Wiesmüller in den [[Amt der Salzburger Landesregierung |Salzburger Landesdienst]] ein und arbeitete in den Abteilungen Verkehr und Außenhandel, Wirtschaft und Wohnungsbau sowie im [[Amt der Salzburger Landesregierung, Präsidialabteilung|Präsidialbüro]], wo er als [[Politischer Sekretär|Sekretär]] von [[Landeshauptmann]] DDr. [[Hans Lechner]] u. a. auch für die Kulturagenden des Landeshauptmannes zuständig war.
Er studierte Rechtswissenschaften in Innsbruck und [[Wien]]. Nach der in Salzburg absolvierten Gerichtspraxis trat Dr. Wiesmüller in den [[Amt der Salzburger Landesregierung |Salzburger Landesdienst]] ein und arbeitete in den Abteilungen Verkehr und Außenhandel, Wirtschaft und Wohnungsbau sowie im [[Amt der Salzburger Landesregierung, Präsidialabteilung|Präsidialbüro]], wo er als [[Politischer Sekretär|Sekretär]] von [[Landeshauptmann]] DDr. [[Hans Lechner]] u. a. auch für die Kulturagenden des Landeshauptmannes zuständig war.
 
Er die Entwicklung des Bankhauses Spängler entscheidend mitgeprägt: Mit Beginn des Jahres [[1965]] wurde der damals 29-jährige Dr. Heinrich Wiesmüller geschäftsführender Gesellschafter des [[Bankhaus Carl Spängler &amp; Co. AG |Bankhauses Carl Spängler & Co]], was er bis [[2015]] blieb. [[1994]] wurde er, im Gefolge der Umwandlung der Bank in eine Aktiengesellschaft, Vorstandssprecher und mit [[1. Jänner]] [[1998]] Vorsitzender des Aufsichtsrates und von [[2010]] bis [[2015]] als dessen Ehrenvorsitzender.
 
[[Datei:Heinrich Wiesmüller 2023.jpg|thumb|KR Dr. Heinrich Wiesmüller, 2023.]]
 
"Mit Heinrich Wiesmüller verlieren wir eine herausragende Persönlichkeit. Einen Menschen, der durch klare Sachlichkeit und profundes Wissen ebenso beeindruckte wie durch Herzlichkeit, Offenheit und gelebte Toleranz", betont [[Werner Zenz|Werner G. Zenz]], Sprecher des Vorstands im Bankhaus Spängler. Wiesmüllers typisches ''Understatement'', seine Diplomatie und seine Bescheidenheit hätten ihm viel Sympathie eingebracht. "Als Vordenker und Motivator führte er unser Bankhaus gemeinsam mit seinen Partnern mit Umsicht und Weitblick und entwickelte es nachhaltig und sehr erfolgreich weiter", erklärt Zenz.


Mit Beginn des Jahres [[1965]] wurde Dr. Heinrich Wiesmüller geschäftsführender Gesellschafter des [[Bankhaus Carl Spängler &amp; Co. AG |Bankhauses Carl Spängler & Co]]. [[1994]] wurde er, im Gefolge der Umwandlung der Bank in eine Aktiengesellschaft, Vorstandssprecher und mit [[1. Jänner]] [[1998]] Vorsitzender des Aufsichtsrates.  
Wiesmüller sei keiner gewesen, der das Rampenlicht suchte. Öffentliche Anerkennung, Eitelkeit oder große Worte über die eigene Person seien ihm ferngelegen, heißt es seitens der Salzburger Festspiele weiters. Seine Aufmerksamkeit habe stets den Dingen selbst gegolten: der Musik, dem Theater, der Literatur, der Kunst, aber auch der Politik, der Wirtschaft, den Menschen.  


Aufsichtsratsfunktionen bekleidete er seit [[1976]]  bei der [[Schmittenhöhebahn AG]]  und von [[1989]] bis [[2003]] bei der Alpenbank AG.
Aufsichtsratsfunktionen bekleidete er seit [[1976]]  bei der [[Schmittenhöhebahn AG]]  und von [[1989]] bis [[2003]] bei der Alpenbank AG.
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Schon früh war Dr. Wiesmüller neben seiner beruflichen Tätigkeit im kulturellen Leben engagiert, u. a. in folgenden Funktionen:  
Schon früh war Dr. Wiesmüller neben seiner beruflichen Tätigkeit im kulturellen Leben engagiert, u. a. in folgenden Funktionen:  
* von [[1964]] bis [[1972]] Vorstand des [[Salzburger Kunstverein]]s,  
* von [[1964]] bis [[1972]] Vorstand des [[Salzburger Kunstverein]]s,  
* seit [[1967]] Mitglied des Kuratoriums der [[Internationale Stiftung Mozarteum |Internationalen Stiftung Mozarteum]],  
* seit [[1967]] Mitglied des Kuratoriums der [[Internationale Stiftung Mozarteum|Internationalen Stiftung Mozarteum]],  
* ab [[1988]] Vizepräsident und bis 2003 Vorsitzender des Kuratoriums,
* ab [[1988]] Vizepräsident und bis 2003 Vorsitzender des Kuratoriums,
* ab [[1975]] Vizepräsident des [[Verein Freunde der Salzburger Festspiele|Vereins der Freunde und Förderer der Salzburger Festspiele]],
* ab [[1975]] Vizepräsident des [[Verein Freunde der Salzburger Festspiele|Vereins der Freunde und Förderer der Salzburger Festspiele]],
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* [[2001]] bis [[2007]] Mitglied des [[Kuratorium des Salzburger Festspielfonds|Kuratoriums der Salzburger Festspiele]].
* [[2001]] bis [[2007]] Mitglied des [[Kuratorium des Salzburger Festspielfonds|Kuratoriums der Salzburger Festspiele]].


[[Datei:Herbert-Breiter-Terasse Gedenktafel.jpg|thumb|Die Initiatoren der Gedenktafel [[Herbert-Breiter-Terrasse]] von links: [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Heinz Schaden]], Heinrich Wiesmüller junior und Schriftsteller [[Karl-Markus Gauß]].]]
[[Datei:Herbert-Breiter-Terrasse Gedenktafel.jpg|thumb|Die Initiatoren der Gedenktafel [[Herbert-Breiter-Terrasse]] von links: [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Heinz Schaden]], Heinrich Wiesmüller ([[Salzburger Festspiele]]) und Schriftsteller [[Karl-Markus Gauß]].]]


Insgesamt war Dr. Wiesmüller somit drei Jahrzehnte lang für die [[Salzburger Festspiele]] tätig.  
Insgesamt war Dr. Wiesmüller somit drei Jahrzehnte lang für die [[Salzburger Festspiele]] tätig.  
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Er begleitete die Festspiele in entscheidenden Abschnitten: Als [[Herbert von Karajan]] [[1989]] starb, war er ein Mitglied der Findungskommission, die die Weichen in Richtung Erneuerung stellte. Vier künstlerischen Leitern der Festspiele stand er zur Seite: [[Herbert von Karajan|Karajan]], [[Gerard Mortier|Mortier]], [[Peter Ruzicka|Ruzicka]] und [[Jürgen Flimm|Flimm]]. So prägte er die Festspiele künstlerisch, personell und wirtschaftlich.
Er begleitete die Festspiele in entscheidenden Abschnitten: Als [[Herbert von Karajan]] [[1989]] starb, war er ein Mitglied der Findungskommission, die die Weichen in Richtung Erneuerung stellte. Vier künstlerischen Leitern der Festspiele stand er zur Seite: [[Herbert von Karajan|Karajan]], [[Gerard Mortier|Mortier]], [[Peter Ruzicka|Ruzicka]] und [[Jürgen Flimm|Flimm]]. So prägte er die Festspiele künstlerisch, personell und wirtschaftlich.


Kommerzialrat Wiesmüller war [[1980]]/[[1981|81]] [[Präsidenten des Rotary Club Salzburg|Präsident des Rotary Club Salzburg]].
"Mit Heinrich Wiesmüller verlieren die Salzburger Festspiele eine Persönlichkeit, die über Jahrzehnte hinweg prägend gewirkt hat – leise, klug und mit einer Selbstverständlichkeit, die heute selten geworden ist", drückte das Direktorium der Salzburger Festspiele – Festspielpräsidentin [[Kristina Hammer]], Intendantin [[Karin Bergmann]] und kaufmännischer Direktor [[Lukas Crepaz]] – seine Trauer in einer Stellungnahme nach seinem Ableben aus.
 
Auch die [[Helga Rabl-Stadler]], Wiesmüllers Nachfolgerin in der Präsidentschaft der Salzburger Festspiele, würdigte den Verstorbenen: "Heinz Wiesmüller war es ein Anliegen, die Salzburger Festspiele vom zweifelhaften Ruf einer Enklave der Reichen und der Schönen zu befreien. Er setzte sich dafür ein, dass auch aus Festspielgeldern das Entstehen einer umtriebigen Szene der Jugend gefördert wurde. Er fuhr mit seinen Direktoriumskollegen Gerard Mortier und Hans Landesmann aufs Land, um mit wunderbaren Künstlerinnen und Künstlern für die Festspielidee zu werben. Und er trat mitten im Salzburger Establishment für Festspielmut zu Experimenten ein", betont Rabl-Stadler. Heinz Wiesmüller sei es ein Anliegen gewesen, dass die Salzburger Festspiele mitten im internationalen Festival-Wildwuchs die besten der Welt blieben. "Aber wenn es dann in der Hofstallgasse inmitten von Selbstverwirklichern unter Intendanten, Künstlern und Politikern gar zu bunt und aufregend wurde, gab er uns den besänftigenden Rat: ‚E la nave va‘, das große Festspielschiff fährt weiter."
 
Kommerzialrat Wiesmüller war Gründungsmitglied der [[Internationale Salzburg Association|Internationalen Salzburg Association]] sowie der [[Johann-Michael-Haydn-Gesellschaft] und von [[1980]]/[[1981|81]] [[Präsidenten des Rotary Club Salzburg|Präsident des Rotary Club Salzburg]].


== Auszeichnungen ==
== Auszeichnungen ==
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* [http://www.salzburg.gv.at/lkorr-meldung?nachrid=39891 Salzburger Landeskorrespondenz]
* [http://www.salzburg.gv.at/lkorr-meldung?nachrid=39891 Salzburger Landeskorrespondenz]
* Liste Maturantinnen und Maturanten 1900-1969, abgerufen v.d. Homepage der Schule am 4.9.2008
* Liste Maturantinnen und Maturanten 1900-1969, abgerufen v.d. Homepage der Schule am 4.9.2008
 
* [https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/bankier-und-frueherer-salzburger-festspielpraesident-heinrich-wiesmueller-verstorben-art-646075 sn.at], 16. April 2026: Bankier und früherer Salzburger Festspielpräsident Heinrich Wiesmüller verstorben
* [https://www.spaengler.at/bankhaus/presse/dr-heinrich-wiesmueller-verstorben-116/ spaengler.at], 16. April 2026: Dr. Heinrich Wiesmüller verstorben
== Einzelnachweis ==
== Einzelnachweis ==
<references/>
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[[Kategorie:Musik]]
[[Kategorie:Musik]]
[[Kategorie:Wirtschaftstreibender]]
[[Kategorie:Wirtschaftstreibender]]
[[Kategorie:Bankier]]
[[Kategorie:Bankier]]
[[Kategorie:Präsident]]
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[[Kategorie:Salzburgs Töchter und Söhne]]
[[Kategorie:Salzburgs Töchter und Söhne]]
[[Kategorie:Geboren 1936]]
[[Kategorie:Geboren 1936]]
[[Kategorie:Gestorben 2026]]

Aktuelle Version vom 16. April 2026, 14:48 Uhr

Großes Ehrenzeichen des Landes und Ring der Stadt Salzburg für Heinrich Wiesmüller.

Kommerzialrat Dr. Heinrich Georg Wiesmüller junior (* 1. Juli 1936 in der Stadt Salzburg; † 15. April 2026) war Bankier und eine maßgebliche Persönlichkeit in den Führungsgremien der Salzburger Festspiele.

Leben

Heinrich Wiesmüller verbrachte seine Kindheit und Volksschulzeit in Tweng im Lungau, wo sein gleichnamiger Vater Oberförster der Österreichischen Bundesforste war. Nach dem Besuch des Humanistischen Gymnasium in Salzburg, an dem er 1955 maturierte, folgte das Studium der Rechtswissenschaften in Innsbruck und Wien, das er 1959 mit der Promotion abschloss.

Wiesmüller war seit 21. Februar 1963 mit Johanna Maria geb. Spängler (* 3. Jänner 1939 in der Stadt Salzburg) verheiratet, Tochter von KR Richard Spängler und Margarethe geb. Streng. Seine Tochter Maria Wiesmüller ist mit dem Pianisten, Kulturmanager und in unverheirateter Partnerschaft mit Intendant der Salzburger Festspiele Markus Hinterhäuser.[1]

Heinrich Wiesmüller ist am Mittwoch, dem 15. April 2026, nach kurzer Krankheit im 90. Lebensjahr verstorben.

Berufsleben

Er studierte Rechtswissenschaften in Innsbruck und Wien. Nach der in Salzburg absolvierten Gerichtspraxis trat Dr. Wiesmüller in den Salzburger Landesdienst ein und arbeitete in den Abteilungen Verkehr und Außenhandel, Wirtschaft und Wohnungsbau sowie im Präsidialbüro, wo er als Sekretär von Landeshauptmann DDr. Hans Lechner u. a. auch für die Kulturagenden des Landeshauptmannes zuständig war.

Er die Entwicklung des Bankhauses Spängler entscheidend mitgeprägt: Mit Beginn des Jahres 1965 wurde der damals 29-jährige Dr. Heinrich Wiesmüller geschäftsführender Gesellschafter des Bankhauses Carl Spängler & Co, was er bis 2015 blieb. 1994 wurde er, im Gefolge der Umwandlung der Bank in eine Aktiengesellschaft, Vorstandssprecher und mit 1. Jänner 1998 Vorsitzender des Aufsichtsrates und von 2010 bis 2015 als dessen Ehrenvorsitzender.

KR Dr. Heinrich Wiesmüller, 2023.

"Mit Heinrich Wiesmüller verlieren wir eine herausragende Persönlichkeit. Einen Menschen, der durch klare Sachlichkeit und profundes Wissen ebenso beeindruckte wie durch Herzlichkeit, Offenheit und gelebte Toleranz", betont Werner G. Zenz, Sprecher des Vorstands im Bankhaus Spängler. Wiesmüllers typisches Understatement, seine Diplomatie und seine Bescheidenheit hätten ihm viel Sympathie eingebracht. "Als Vordenker und Motivator führte er unser Bankhaus gemeinsam mit seinen Partnern mit Umsicht und Weitblick und entwickelte es nachhaltig und sehr erfolgreich weiter", erklärt Zenz.

Wiesmüller sei keiner gewesen, der das Rampenlicht suchte. Öffentliche Anerkennung, Eitelkeit oder große Worte über die eigene Person seien ihm ferngelegen, heißt es seitens der Salzburger Festspiele weiters. Seine Aufmerksamkeit habe stets den Dingen selbst gegolten: der Musik, dem Theater, der Literatur, der Kunst, aber auch der Politik, der Wirtschaft, den Menschen.

Aufsichtsratsfunktionen bekleidete er seit 1976 bei der Schmittenhöhebahn AG und von 1989 bis 2003 bei der Alpenbank AG.

2016 Salzburger Marmorstier für Heinrich Wiesmüller.

Kammer- und Verbandspolitik

Mit der beruflichen Tätigkeit ging von Anfang an ein Engagement in den gesetzlichen und freiwilligen Interessensvertretungen einher. Neben leitenden Funktionen im Wirtschaftsbund war Wiesmüller von 1970 bis 1995 Mitglied der Sektionsleitung der Sektion Geld-, Kredit- und Versicherungswesen der Wirtschaftskammer Salzburg, von 1986 bis 2003 Mitglied des Vorstandes des Verbandes Österreichischer Banken und Bankiers und dessen Vizepräsident sowie Mitglied der Sektionsleitung Geld, Kredit-, und Versicherungswesen und Fachverbandsvorsteher der Banken in der Wirtschaftskammer Österreich.

Er ist Mitglied des Aufsichtsrates des Bankhauses Carl Spängler & Co. AG.

Kulturelle Funktionen

Schon früh war Dr. Wiesmüller neben seiner beruflichen Tätigkeit im kulturellen Leben engagiert, u. a. in folgenden Funktionen:

Die Initiatoren der Gedenktafel Herbert-Breiter-Terrasse von links: Bürgermeister Heinz Schaden, Heinrich Wiesmüller (Salzburger Festspiele) und Schriftsteller Karl-Markus Gauß.

Insgesamt war Dr. Wiesmüller somit drei Jahrzehnte lang für die Salzburger Festspiele tätig.

Er begleitete die Festspiele in entscheidenden Abschnitten: Als Herbert von Karajan 1989 starb, war er ein Mitglied der Findungskommission, die die Weichen in Richtung Erneuerung stellte. Vier künstlerischen Leitern der Festspiele stand er zur Seite: Karajan, Mortier, Ruzicka und Flimm. So prägte er die Festspiele künstlerisch, personell und wirtschaftlich.

"Mit Heinrich Wiesmüller verlieren die Salzburger Festspiele eine Persönlichkeit, die über Jahrzehnte hinweg prägend gewirkt hat – leise, klug und mit einer Selbstverständlichkeit, die heute selten geworden ist", drückte das Direktorium der Salzburger Festspiele – Festspielpräsidentin Kristina Hammer, Intendantin Karin Bergmann und kaufmännischer Direktor Lukas Crepaz – seine Trauer in einer Stellungnahme nach seinem Ableben aus.

Auch die Helga Rabl-Stadler, Wiesmüllers Nachfolgerin in der Präsidentschaft der Salzburger Festspiele, würdigte den Verstorbenen: "Heinz Wiesmüller war es ein Anliegen, die Salzburger Festspiele vom zweifelhaften Ruf einer Enklave der Reichen und der Schönen zu befreien. Er setzte sich dafür ein, dass auch aus Festspielgeldern das Entstehen einer umtriebigen Szene der Jugend gefördert wurde. Er fuhr mit seinen Direktoriumskollegen Gerard Mortier und Hans Landesmann aufs Land, um mit wunderbaren Künstlerinnen und Künstlern für die Festspielidee zu werben. Und er trat mitten im Salzburger Establishment für Festspielmut zu Experimenten ein", betont Rabl-Stadler. Heinz Wiesmüller sei es ein Anliegen gewesen, dass die Salzburger Festspiele mitten im internationalen Festival-Wildwuchs die besten der Welt blieben. "Aber wenn es dann in der Hofstallgasse inmitten von Selbstverwirklichern unter Intendanten, Künstlern und Politikern gar zu bunt und aufregend wurde, gab er uns den besänftigenden Rat: ‚E la nave va‘, das große Festspielschiff fährt weiter."

Kommerzialrat Wiesmüller war Gründungsmitglied der Internationalen Salzburg Association sowie der [[Johann-Michael-Haydn-Gesellschaft] und von 1980/81 Präsident des Rotary Club Salzburg.

Auszeichnungen

Er wurde für seine zahlreichen Verdienste ua. mit folgenden Ehrungen ausgezeichnet:

Quellen

  • Salzburger Landeskorrespondenz
  • Liste Maturantinnen und Maturanten 1900-1969, abgerufen v.d. Homepage der Schule am 4.9.2008
  • sn.at, 16. April 2026: Bankier und früherer Salzburger Festspielpräsident Heinrich Wiesmüller verstorben
  • spaengler.at, 16. April 2026: Dr. Heinrich Wiesmüller verstorben

Einzelnachweis

Zeitfolge


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