Bischofshofen
| Karte | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Politischer Bezirk: | Sankt Johann im Pongau (JO) |
| Fläche: | 49.6 km² |
| Geografische Koordinaten: | Länge 13.2167 / 13° 13' 0",
Breite 47.4167 / 47° 25' 0" |
| Höhe: | 549 m ü. A. |
| Einwohner: | 10084 (Stand 2001) |
| Postleitzahl: | 5500 |
| Vorwahl: | 06462 |
| Gemeindekennziffer: | 50404 |
| Gliederung Stadtgebiet: | 4 Katastralgemeinden |
| Magistrat/Gemeindeamt: | Rathausplatz 1 5500 Bischofshofen |
| Offizielle Website: | www.bischofshofen.sbg.at |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Jakob Rohrmoser (ÖVP) |
| Gemeinderat (2009): | 25 Mitglieder: 10 ÖVP, 13 SPÖ, 2 FPÖ |
Bischofshofen ist eine Stadt im Pongau.
Geografie
Geografische Lage
Die Pongauer Stadtgemeinde Bischofshofen liegt im mittleren Salzachtal am Fuße des Hochkönigs und ist umgeben von Hochgründeck und dem Tennengebirge. Der Ort befindet sich 3 km entfernt von der Tauernautobahn.
Stadtgliederung
Zur Stadtgemeinde gehören die Ortschaften Alpfahrt, Bischofshofen, Buchberg, Gainfeld, Kreuzberg, Laideregg, Mitterberghütten und Winkl.
Nachbargemeinden
Mühlbach am Hochkönig, Werfen, Hüttau und Sankt Johann im Pongau;
Geologie
Südlich von Bischofshofen verläuft die Schieferzone mit den Pongauer Grasbergen, nördlich liegen die Salzburger Kalkhochalpen.
Geschichte
Durch Pollenproben ist nachweisbar, dass es bereits im 6. Jahrtausend v. Chr. menschliche Ansiedlungen am Götschenberg gegeben hat. Es ist denkbar, dass es sich dabei um mittelsteinzeitliche Jäger gehandelt hat.
Aus der Zeit zwischen 750 und 450 v. Chr. stammen Hinweise auf bedeutende Ansiedlungen oberhalb des Gainfeldwasserfalls. Weitere Siedlungsspuren aus dieser Zeit finden sich im Bereich der heutigen Frauenkirche. Um 700 v. Chr. wurde bereits der Name „Pongo“ bzw. „Pongawi“ für das Gebiet um Bischofshofen gebraucht. Die Kelten siedelten in der Alpenregion, so auch in Bichofshofen, bis diese Region 15 v. Chr. unter römische Herrschaft fiel. Die Römer gaben den primären Ansatzpunkt für das Heimischwerden des Christentums, was die allmähliche Entwicklung des Ortes zur Folge hatte. Weiters trug dazu die günstige Lage an der Abzweigung des Fritztales vom Salzachtal bei. Beide Täler waren uralte Handelsstraßen. Grabungen unter der Frauenkirche lassen vermuten, dass sich in diesem Bereich ein römischer Gutshof aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. befunden hat.
Um 711 gründete Bischof Rupert von Worms ein kleines Kloster, die Maximilianzelle. Sie wurde im Laufe der Zeit mehrmals zerstört und wieder neu aufgebaut. Am Beginn des 12. Jahrhunderts wurden die Herren von Pongowe das erste Mal erwähnt. Nach der Gründung des Bistums Chiemsee im Jahre 1216 wurde der Kastenhof von den Bischöfen von Chiemsee, die zugleich Salzburger Weihbischöfe waren, als Residenz und Verwaltungszentrale eingerichtet. Davon erhielt der Ort seinen heutgen Namen: Hof des Bischofs – Bischofshofen.
1421 erteilte Erzbischof Eberhard III die Erlaubnis einmal im Jahr, am Maximiliastag einen Markt am Buchberg abzuhalten, der später als Pferdemarkt große Bedeutung erlangte.
Im 16. Jahrhundert wurde Bischofshofen und der Buchberg Zentrum des Bauernaufstandes, der mit der Hinrichtung der beiden Rädelsführer Wilhelm Egger und Hans Steiner endete.
Der Protestantismus weitete sich aus. Am 31. Oktober 1731 wurde von Erzbischof Firmian von Salzburg ein Emigrationspatent erlassen. Daraufhin verließen die meisten Protestanten Bischofshofen und wanderten nach Preußen und Amerika aus.
Ende des 19. Jahrhunderts trug der Bau einer Eisenbahn wesentlich zum Wirtschaftsaufschwung des Ortes bei. Am 9. Februar 1900 wurde Bischofshofen, auf Grund der gewerblichen Entwicklung, von Kaiser Franz Joseph I. zum Markt erhoben. 1908 fiel ein großer Teil des Ortskerns einer Brandkatastrophe zum Opfer.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat sich Bischofshofen zu einem zentralen Wirtschaftsstandort entwickelt. Das gab den Ausschlag, dass der Markt am 24. September 2000, dem Namenstag des Hl. Rupert, zur Stadt erhoben wurde.
| Bevölkerungs- entwicklung | |
|---|---|
| Datum | Einwohner |
| 1869 | (1.816) |
| 1880 | (2.226) |
| 1890 | (2.931) |
| 1900 | (3.756) |
| 1910 | (4.893) |
| 1923 | (6.124) |
| 1934 | (6.184) |
| 1939 | (6.068) |
| 1951 | (7.921) |
| 1961 | (8.287) |
| 1971 | (9.567) |
| 1981 | (9.501) |
| 1991 | (10.138) |
| 2001 | (10.084) |
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
- Galerie Priska, Mohshammerplatz 11
- Museum am Kastenturm im Kastenhof
Musik
Bischofshofen ist bekannt für das alljährlich, am zweiten Samstag im Oktober stattfindende, "Amselsingen". Bei der renommierten Volksmusikveranstaltung werden jedes Jahr die besten Volksmusikgruppen des Landes Salzburgs gekürt.
Bauwerke
Pfarrkirche
- Hauptarikel: Pfarrkirche hl. Maximilian
Die Pfarrkirche hl. Maximilian ist ein sehenswerter Sakralbau, der seit 1450 in seiner heutigen Form besteht. Der 'Kastenhof' mit Kastenturm stammt aus dem 12. Jahrhundert und diente den Bischöfen von Chiemsee als Getreidespeicher. Daran angeschlossen ist der Kastenhof, in dem u. a. das Stadtamt untergebracht ist. Das 'Lebzelter-Haus' ist ein Barocker Gewerbebau aus dem Jahr 1775.
Frauenkirche
Die 'Frauenkirche (Marienkirche)' wurde um 1359 erstmals urkundlich erwähnt. Das Bauwerk besteht aus einer spätgotischen Bausubstanz mit einem markanten, 62 Meter hohem Spitzturm.
Georgskirche
- Hauptarikel: Georgskirche
Die Georgskirche ist die älteste Kirche der Stadt. Man erreicht sie über einen Treppenaufgang, an fünf Kreuzwegstationen vorbei zum Friedhofsvorplatz. Sie steht auf einer Terrasse oberhalb der Frauenkirche, in einer Achse mit ihr und der Pfarrkirche.
Buchbergkirche
- Hauptarikel: Buchbergkirche St. Primus
Die Buchbergkirche wurde 1370 erstmals urkundlich erwähnt. Man betritt die kleine Kirche durch ein romanisches Eingangsportal aus dem 12. Jahrhundert. Ein gotischer Chor, ein frühbarocker Hochaltar mit den Figuren der Heiligen Rupert und Virgil an den Seiten sowie wertvolle Fresken an der Außenfassade mit Darstellung der Kirchenpatrone Primus und Felician, die Kreuzigung mit Maria, Johannes, Katharina und Margareta und eine stillende Maria aus spätromanischer Zeit zieren das Bauwerk.
Burgruine Bachsfall "Pongowe"
- Hauptartikel: Ruine Pongowe
Die Burgruine Bachsfall "Pongowe" befindet sich oberhalb des Gainfeldwasserfalls. Sie war mit hoher Wahrscheinlichkeit um 1200 der Herrschaftssitz der Herren von Pongowe. Noch heute sind die Grundmauern der einst mächtigen Turmburg sichtbar.
Naturdenkmäler
Sport
Das Sepp-Bradl-Sprungstadion ist Austragungsort des Abschluss-Springens der jährlichen Vierschanzentournee und der Großschanzenbewerbe im Rahmen der Nordischen Ski-WM. Hier werden jedes dem Jahr beim Dreikönigsspringen am 6. Jänner die besten Skispringer ermittelt. Dabei ermöglicht die "Paul-Ausserleitner-Schanze" Weiten bis über 130 Metern.
Die Fußballabteilung des SK Bischofshofen zählte über drei Jahrzehnte neben der Salzburger Austria und dem SAK 1914 zu den drei spielstärksten und erfolgreichsten Vereinen des Bundeslandes. Die Höhepunkte der Vereinsgeschichte waren die Teilnahme an der Nationalliga (heute: Bundesliga) in der Saison 1970/71 und der Einzug in das Viertelfinale des ÖFB-Cups im Jahr 1965.
Ansässige Unternehmen
Bildung
- zwei Kindergärten
- Tagesbetreuungsstätte
- Volksschule Markt
- Volksschule Neue Heimat
- Volksschule Pöham
- Hermann-Wielandner-Hauptschule
- Franz-Moßhammer-Hauptschule
- Polytechnische Schule
- Privatgymnasium St. Rupert
- Tourismusschule Bischofshofen
- Bundesbildungsanstalt für Kindergartenpädagogik
- Musikum St. Johann im Pongau, Zweigstelle Bischofshofen
Städtepartnerschaften
Es besteht eine Städtepartnerschaft mit der Gemeinde Unterhaching in Bayern.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- Gregor Höll (* 26. Juni 1911 in Bischofshofen); Nordischer Skisportler (Langlauf, Skisprung, Kombination); 1932 erster aus dem Pongau stammender Teilnehmer an Olympischen Winterspielen
- Dr. Péter Kokas (* 16. April 1946 in Bischofshofen); Ungarischer Ruderer; Teilnehmer an den Olympischen Sommerspielen 1972 (Rang 7 mit dem ungarischen "Achter")
- Elisabeth Pall (* 15. Februar 1951 in Bischofshofen); Alpine Skirennläuferin, Teilnehmerin an den Olympischen Winterspielen 1968; Schwester der bekannteren niederösterrischischen Skiläuferin Olga Pall-Scarzezzini
- Josef Pomberger, Professor für Trompete an der Musikhochschule in Wien und ehemaliger Solotrompeter an der Wiener Staatsoper und Solotrompeter der Wiener Philharmoniker.
- Bastian Kaltenböck, Skispringer
- Anton Wieser (* 23. Jänner 1921 in Bischofshofen; + 30. Jänner 1993 in Schwarzach); Skispringer des WSV St. Johann und des Ski-Club Bischofshofen, Teilnehmer an den Olympischen Winterspielen von 1948
- Gerold Kubitschek (* 1955 in Bischofshofen); Bildhauermeister
Weblinks
Quellen
- Bischofshofen, Website der Stadtverwaltung
- Bischofshofner Kirchenführer
- Bischofshofner Stadtzeitung
- Österreichische Ortsdatenbank
- Statistik Austria
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