Schloss Fuschl: Unterschied zwischen den Versionen

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Nur 20 Minuten von der [[Salzburg|Stadt Salzburg]] entfernt im [[Flachgau]] am Rande des [[Salzkammergut]]s liegt das '''Schloss Fuschl''' auf einer Halbinsel im [[Fuschlsee]].  
{{Dieser Artikel|behandelt die Geschichte des '''Schlosses Fuschl'''. Ein Artikel über das Schloss als Hotelbetrieb findet sich unter [[Hotel Schloss Fuschl]].}}
[[Datei:Schloss Fuschl, Westseite.JPG|thumb|Schloss Fuschl, Westansicht;]]
Das '''Schloss Fuschl''' ist ein historisches Jagdschloss auf einer kleinen Halbinsel im [[Fuschlsee]] im Gemeindegebiet von [[Hof bei Salzburg]] im [[Flachgau]] am Rande des [[Salzkammergut]]s. Es zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in Hof bei Salzburg|denkmalgeschützten Objekten]] in der Gemeinde.  


[[Bild:Schloss Fuschl 01.jpg|thumb|Das Schloss Fuschl vor dem Umbau 2004 in der fast ursprünglichen Form]]
== Einleitung ==
[[Bild:Schloss Fuschl neu 01.jpg|thumb|Schloss Fuschl im Nov. 2006 nach dem Umbau]]
In der zweiten Hälfte des [[15. Jahrhundert]]s als Jagdschloss erbaut, diente es einst als Sommerresidenz der [[Salzburger Erzbischöfe]]. In den [[1950er]]-Jahren, als es bereits als Hotelbetrieb geführt, wurde das Schloss weltberühmt: Seine romantische Lage am Ufer des Fuschlsees machte es zur idealen Filmkulisse für die "Sissi"-Filme mit [[Romy Schneider]]. Heute ist es ein fünf-Sterne-Hotel.
[[Bild:Schloss Fuschl 02.jpg|thumb|Das Schloss Fuschl vor dem Umbau 2004 in der fast ursprünglichen Form]]
[[Bild:Schloss Fuschl neu 02.jpg|thumb|Schloss Fuschl im Nov. 2006 nach dem Umbau]]


[[1461]] als Jagdschloss erbaut, diente es einst als Sommerresidenz der [[Salzburger Erzbischöfe]]. In den [[1950er]] Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde das Schloss weltberühmt: seine romantische Lage am Ufer des Fuschlsees machte es zur idealen Filmkulisse für die „Sissi“-Filme mit [[Romy Schneider]]. Heute ist es ein 5-Sterne-Hotel.
[[Datei:Schloss und Seeansicht von der Aussichtsplattform nahe der Schloss-Straße.jpg|thumb|Schloss Fuschl und Fuschlsee.]]


==Geschichte==
==Geschichte==
====Die Zeit der Erzbischöfe====
1461 lässt Fürsterzbischof [[Sigmund I. von Gleink-Volkenstorf]] den Turm von Schloss Fuschl errichten, um damit seinen Herrschaftsanspruch und seine Jagdrechte in der Region zu betonen.


Der Fuschlsee mit seinem vielfältigen Fischreichtum und die angrenzenden Ländereien mit ihrem
===Die Zeit der Fürsterzbischöfe===
umfangreichen Wildbestand befinden sich damals bereits seit über 700 Jahren im Besitz des
Im sehr gut und ausführlich gestalteten, reich bebilderten Buch "Hotel Schloss Fuschl"<ref>Chronik, Hof bei Salzburg 2006, S. 1,3,8,10,11,16</ref> wird die Errichtung des Schlosses auf das Jahr [[1461]] unter dem Bauherrn Fürsterzbischof [[Sigmund I. von Volkersdorf]] datiert. Als Begründung für den Bau wird die Wahrung seiner Rechte (Anm. Jagdrechte) angegeben. Hierzu ist zu bemerken, dass der genaue Errichtungszeitraum des Schlosses innerhalb des [[15. Jahrhundert]]s noch nicht genau feststeht. Der Bauherr, welcher Erzbischof es auch gewesen sein mochte, wollte ein Jagdschloss in dieser wildreichen Gegend errichten, ohne damit eine Sicherung seiner ohnehin unbestrittenen Rechte notwendig zu haben. Denn bereits im [[14. Jahrhundert]] wurde die [[Burg Wartenfels]] in [[Egg (Thalgau)|Egg]], die von Konrad von Wartenfels an das [[Fürsterzbistum Salzburg|Fürsterzbistum]] gefallen war, zum Sitz des [[Pfleger]]s für das [[Pfleggericht Wartenfels]], dessen Verwaltungsbereich auch den Fuschlsee umfasste.
[[Erzbistum (Überblick)|Erzbistums Salzburg]].


Laut einer Urkunde um [[1500]] ist der Amtmann von [[Thalgau]] verpflichtet, bei den Aufenthalten des fürstbischöflichen Hofes in Schloss Fuschl für die notwendige Möblierung zu sorgen. Üblicherweise verfügen Schlösser, die nur zeitweise genutzt werden, damals kaum über eine feste Ausstattung.
[[Datei:Wappen beim Schlosseingang.JPG|thumb|Ein Wappen über dem Schlosseingang.]]         


[[1545]] kommt es dann zur ersten urkundlichen Erwähnung der fürstbischöflichen Jagd in Fuschl. Und [[1558]] besucht Fürstbischof [[Johann Jakob von Kuen-Belasy]] das Schloss Fuschl im Rahmen der jährlichen Prunkjagd. Auch Fürsterzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]]  
Die dendrochronologischen<ref>Datierungsmethode der Archäologie</ref> Untersuchungen ergaben bei den Trambalken (eine so genannte "Waldkante", also der letzte Jahresring war vorhanden,<ref>E-Mail von Dr. Hermann Fuchsberger an Martin Gschwandtner vom 12.12.2013</ref>) ein jüngstes Fälldatum von [[1461]]. Damit weiß man, wann der Baum geschlägert wurde, nicht aber wann das Schloss gebaut wurde. Berücksichtigt man jedoch die damals notwendige Holztrocknungszeit bei Weichholz von fünf bis zehn Jahren (heute dauert das in den Trockenkammern nur kurze Zeit), dann kommt man schon auf einen Verarbeitungsbeginn von [[1466]] bis [[1471]]. Sollte jedoch der Balken aus Altholz aus einem abgetragenen anderen Haus stammen (Bauernhaus, Stall, Stadl), dann vergrößert sich die zeitliche Unsicherheit noch mehr. Ein derartiges Schloss errichtete man nicht in einem Jahr; fünf bis zehn Jahre wären plausibel. Der Bau des Schlosses wird wohl in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts irgendwann innerhalb der Zeitspanne  der Regierungszeit der Fürsterzbischöfe  [[Burkhard II. von Weißpriach]] (1461–1466), [[Bernhard von Rohr]] (1466–[[1487]]) und  [[Johann III. Beckenschlager]] (1487–[[1489]]) stattgefunden haben. Eine genaue Datierung wird erst nach Auffindung entsprechender Urkunden, Rechnungen, Unterlagen über Robotleistungen etc. möglich sein. Soweit bekannt, waren die diesbezüglichen Nachforschungen nicht von Erfolg gekrönt. Auch eigene<ref>Anmer. Autor [[Martin Gschwandtner]]</ref> Recherchen in verschiedenen Archiven brachten keine Klarheit.  
hält sich [[1593]] zur Jagd im Schloss Fuschl auf. Seit dieser Zeit wird das Schloss zunehmend mit Mobiliar ausgestattet, das dort nun auch ständig aufbewahrt wird. [[1624]] ist dann [[Paris Graf Lodron]] zur Jagd auf Schloss Fuschl.


====Das Schloss kommt in Privatbesitz====
Laut einer Urkunde um [[1500]] war der Amtmann von [[Thalgau]] verpflichtet, bei den Aufenthalten des [[Salzburger Fürstenhof]]s (des fürsterzbischöfliche Hof) in Schloss Fuschl für die notwendige Möblierung zu sorgen. Üblicherweise verfügten Schlösser, die nur zeitweise genutzt wurden, damals kaum über eine feste Ausstattung.
Als Salzburg [[1816]] zu Österreich kommt, geht das Schloss österreichischen
Staatsbesitz über und wird durch das Salinenamt [[Hallein]] verwaltet. Bis [[1833]] bleibt es fast unbewohnt und verfällt zusehends. Eine Versteigerung im selben Jahr bringt auch kein Ergebnis. So entschließt man sich zur Verpachtung des Schlosses.


[[1864]] erwirbt der Lizner Schiffmeister Michael Fink das Schloss, das damit erstmals in Privatbesitz übergeht. Fink erwirbt auch alle Fischereirechte am Fuschlsee. Das Schloss wird [[1873]] an Finks Tochter Amelie und ihren Mann, den königlich bayerischen Ober-
[[1545]] kommt es dann zur ersten urkundlichen Erwähnung der fürstbischöflichen Jagd in Fuschl. Und [[1558]] besucht Fürsterzbischof [[Johann Jakob von Kuen-Belasy]] das Schloss Fuschl im Rahmen der jährlichen Prunkjagd. Auch Fürsterzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] hält sich [[1593]] zur Jagd im Schloss Fuschl auf. Seit dieser Zeit wird das Schloss zunehmend mit Mobiliar ausgestattet, das dort nun auch ständig aufbewahrt wird. [[1624]] ist Fürsterzbischof [[Paris Graf Lodron]] zur Jagd auf Schloss Fuschl.
Auditeur (Militärstaatsanwalt) Michael Erl, verkauft. Die Familie Erl lässt in den folgenden
Jahren zahlreiche Erneuerungen, Umbauten und Veränderungen am Schloss vornehmen.
Am [[17. Oktober]] [[1614]] legt [[Hofbaumeister]] [[Santino Solari]] ein Gutachten über eine Dachsanierung vor. [[1617]] werden die Brunnenrohre verlegt, [[1644]] im Schloss und beim Fischhaus die Kalter repariert und [[1663]] weitere Teile des Schlossdachs saniert. In einem Schreiben, datiert vom [[25. November]] [[1669]] wird das Schloss als "wohl unterhalten und verwahrt" beschrieben. Bewohnt wird es nur vom Fürsterzbischof und seinem Hofstaat, der Jäger wohnt in der "Herrenkuchl". Am [[9. Juli]] [[1694]] wird das Schloss durch [[Blitz]]schlag schwer beschädigt, ohne allerdings zu zünden.  


Der bayerische Oberst Alfred Erl, Sohn von Michael und Amelie Erl, erbt [[1894]] das „gelbe Schloss“, in dem er bis [[1910]] in den Sommermonaten lebt.
[[1762]] wurden alle Fenster verglast.


====Nach dem Ersten Weltkrieg====
[[Datei:Schloss_Fuschl_16_Oktober_2022_Wolfgang_Seifert.jpg|thumb|Schloss Fuschl mit Fuschlsee im Sommer 2022.]]
[[1910]] kommen neue Schlossbesitzer: der Hof-Fischmeister Fritz Steinbacher und seine Frau Babette aus München, Bayern. Schließlich kaufen [[1918]] die Brüder Eduard Mayer, [[Postwirt in Hof]], und Martin Mayer vom [[Gasthof Baderluck]] in Hof das Schloss, das [[1925]] in den alleinigen Besitz des Postwirtes übergeht.


Der Besitzwechsel geht [[1929]] weiter. Gustav Edler von Remiz und seine Frau Hedwig
===Das Schloss kommt in Privatbesitz===
(eine Enkelin des deutschen Großindustriellen August Thyssen) kaufen das Schloss, um es als
Als Salzburg [[1816]] zu Österreich kommt, geht das Schloss in österreichischen Staatsbesitz über und wird durch das Salinenamt [[Hallein]] verwaltet. Bis [[1833]] bleibt es fast unbewohnt und verfällt zusehends. Eine Versteigerung im selben Jahr bringt auch kein Ergebnis. So entschließt man sich zur Verpachtung des Schlosses bis [[1851]]. Am [[5. September]] [[1864]] erwirbt der Linzer Schiffmeister Michael Fink das Schloss, das damit erstmals in Privatbesitz übergeht. Fink erwirbt auch alle Fischereirechte am Fuschlsee. Das Schloss wird am [[11. April]] [[1873]] an Finks Tochter Amelie und ihren Mann, den königlich bayerischen Ober-Auditeur (Militärstaatsanwalt) Michael Erl, verkauft. Die Familie Erl lässt in den folgenden Jahren zahlreiche Erneuerungen, Umbauten und Veränderungen am Schloss vornehmen. Der bayerische Oberst Alfred Erl, Sohn von Michael und Amelie Erl, erbt am [[3. Oktober]] [[1894]] das "gelbe Schloss", in dem er bis [[1910]] in den Sommermonaten lebt.
angemessenen Wohnsitz auszubauen. In den nächsten Jahren erfolgen umfassende Renovierungen
und Ausbauten, die auch das Jägerhaus einschließen und die Anlage des Parks.


Der Schlossbesitzer von Remiz wird nach der deutschen Besetzung Österreichs als Aktivist der
===Nach dem Ersten Weltkrieg===
ständestaatlich-katholischen „Vaterländischen Front“ verhaftet und im KZ Dachau festgehalten.
[[1910]] kommen neue Schlossbesitzer: der Hof-Fischmeister Fritz Steinbacher und seine Frau Babette aus [[München]] in [[Bayern]] kaufen mit [[19. Dezember]] das Schloss. Schließlich erwerben es mit [[29. April]] [[1918]] die Brüder Eduard Mayer, Postwirt in Hof, und Martin Mayer vom [[Gasthof Baderluck]] in Hof das Schloss, das [[1925]] in den alleinigen Besitz des Postwirtes übergeht.
Sein gesamter Besitz ist beschlagnahmt.


====Das Schloss unter Reichsaußenministers Joachim von Ribbentrop====
Der Besitzwechsel geht weiter. Die Brüder Mayer verkaufen mit [[13. Juni]] [[1929]] an [[Gustav Edler von Remiz]] und seine Frau Hedwig, geborene Baronin Neufforge (eine Enkelin des deutschen Großindustriellen August Thyssen), die es von Architekt Julius Kubick für ihre Wohnzwecke herrichten lassen.<ref>[https://architekturmuseum.ub.tu-berlin.de/index.php?set=1&p=79&Daten=185347 Technische Universität Berlin, Architekturmuseum] Pläne vom Juli 1929.</ref> Es erfolgen umfassende Renovierungen und Ausbauten, die später auch das [[Jägerhaus (Hof bei Salzburg)|Jägerhaus]] und die Parkanlage betreffen. Der Schlossbesitzer von Remiz wird nach der [[Anschluss|deutschen Besetzung]] Österreichs wegen seines Einsatzes für die "[[Vaterländische Front|Vaterländische Front]]" [[1938]] verhaftet und in das [[Konzentrationslager Dachau|KZ Dachau]] überstellt, wo er im Jahr darauf umkommt. Sein gesamter Besitz ist da bereits beschlagnahmt.
[[1939]] wird Schloss Fuschl von einer Stiftung zugunsten des deutschen Reichsaußenministers Joachim von Ribbentrop übernommen. Von Remiz stirbt in Dachau, sein Besitz ist verloren. Joachim von Ribbentrop richtet Schloss Fuschl als seinen Sommerwohnsitz ein und empfängt hier während der Kriegsjahre häufig Staatschefs und Diplomaten der mit Deutschland verbündeten
Länder. In den letzten Kriegsmonaten befindet sich ein Teil der Leitung des Auswärtigen Amtes aus Berlin in Schloss Fuschl. Nach dem Einmarsch der amerikanischen Truppen wird das
Schloss besetzt und dient für kurze Zeit als Erholungsheim für amerikanische Offiziere.  


Bald nach Kriegsende unternimmt die Familie von Remiz juristische Anstrengungen zur Wiedererlangung ihres Besitzes, die erst [[1955]] zu einer endgültigen Restitution führen.
[[Datei:Schloss Fuschl 1930.jpg|thumb|Luftaufnahme um 1930.]]


====Neubeginn 1947====
===Das Schloss unter Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop===
[[1947]] wird erstmals ein Schlosshotel - Betrieb aufgenommen, der durch Umbauten [[1950]] erweitert wird. [[Harriet Gräfin Walderdorff]] pachtet [[1954]] Schloss Fuschl, um hier neben ihrem in Salzburg bereits erfolgreichen „[[Hotel Goldener Hirsch|Goldenen Hirschen]]“ ein weiteres Hotel für ein internationales Publikum zu etablieren.
[[1939]] wird Schloss Fuschl von einer Stiftung zugunsten des deutschen Reichsaußenministers Joachim von Ribbentrop übernommen. Joachim von Ribbentrop richtet Schloss Fuschl als seinen Sommerwohnsitz ein und empfängt hier während der Kriegsjahre häufig Staatschefs und Diplomaten der mit Deutschland verbündeten Länder. So empfing Ribbentrop am Freitag, den 11. August 1939, den italienischen Außenminister Galeazzo Gra Ciano zu Besprechungen hier im Schloss Fuschl. Der italienische Außenminister trifft knapp nach Mittag auf dem [[Salzburger Hauptbahnhof]] ein, wo ihn Reichsaußenminister v. Ribbentrop erwartet. In Rosen­heim sind der italienische Botschafter in Berlin Attolico, Bot­schaftsrat Graf Magistrati und der Stellvertretende Chef des Protokolls, Legationsrat v. Halem in den Sonderzug einge­stiegen. Graf Ciano reist in Begleitung des Gesandten Ditetti, des Legationsrates del Drago, des Konsuls Bellia und des Dizekonsuls Farace. Die italienischen Gäste werden vom Reichsaußenminister und seinen Mitarbeitern nach dem Schloss Fuschl begleitet, wo v. Ribbentrop um 13:30 Uhr dem italienischen Außenminister ein Frühstück gibt. Der weitere Nachmittag ist bereits den sachlichen Beratungen gewidmet. Außenminister Graf Ciano wird während seines Salzburger Aufenthaltes im [[Hotel Österreichischer Hof|Hotel "Österreichischer Hof"]] logieren.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19390811&seite=1&zoom=33&query=%22Erich%2BJanik%22&ref=anno-search ANNO], "[[Salzburger Volksblatt]]", Ausgabe vom 11. August 1939, Seite 1</ref>


Dank ihrer hervorragenden Kontakte im In- und Ausland entwickelt sich das Schlosshotel
In den letzten Kriegsmonaten befindet sich ein Teil der Leitung des Auswärtigen Amtes aus Berlin in Schloss Fuschl. Nach dem Einmarsch der amerikanischen Truppen wird das Schloss besetzt und dient für kurze Zeit als Erholungsheim für amerikanische Offiziere. Bald nach Kriegsende unternimmt die Familie von Remiz juristische Anstrengungen zur Wiedererlangung ihres Besitzes, die erst [[1955]] zu einer endgültigen Restitution führen.
in den Sommermonaten und vor allem auch zu den [[Salzburger Festspiele|Salzburger Festspielen]] zu einem beliebten Treffpunkt.  


====Romy Schneider: Drehort für "Sissi"-Film====
===Neubeginn 1945 ===
[[1955]] wird Schloss Fuschl Schauplatz für den ersten Sissi-Film mit Romy Schneider in der Hauptrolle. Es steht für das ähnlich malerisch gelegene Schloss Possenhofen am Starnberger See. Während der Dreharbeiten wohnt Romy Schneider im Schloss, woran die luxuriöse Sissi-Suite mit ihrem atemberaubenden Ausblick auf den Fuschlsse noch heute erinnert. Durch den anhaltenden Erfolg des Films ist Schloss Fuschl für ein weltweites Millionenpublikum untrennbar mit dem Sissi-Mythos verbunden.
Nach Kriegsende wird ein US-Soldatenheim im Schloss eingerichtet. Mit [[20. Februar]] [[1947]] erfolgt die Rückstellung an Hedwig von Remiz und Miterben.
1947 wird erstmals ein [[Hotel Schloss Fuschl|Hotelbetrieb]] aufgenommen, der durch Umbauten [[1950]] erweitert wird. [[Harriet Gräfin Walderdorff]] pachtet ab [[1954]] ein - das "Schlosshotel Fuschl", um hier neben ihrem in Salzburg bereits erfolgreichen "[[Hotel Goldener Hirsch|Goldenen Hirschen]]" ein weiteres Hotel für ein internationales Publikum zu etablieren. Nach rund zehn Jahren problematischer Eigentumsverhältnisse erwirbt [[Carl Adolf Vogel]] am [[5. März]] [[1959]] Schloss und richtet im Jagdhof einen Restaurantbetrieb und ein Pfeifenmuseum ein. Am [[8. Juni]] [[1977]] ersteigert die Max-Grundig-Stiftung in Nürnberg-Fürth den Gesamtbesitz, da Vogel in Konkurs gegangen war.


====Konsul Carl Adolf Vogel "Der Salzbaron"====
===Romy Schneider: Drehort für "Sissi"-Film===
Und wieder zieht ein neuer Besitzer im Schloss ein: [[1959]] Konsul Carl Adolf („Adi“) Vogel, wegen seiner vor allem auf bayerischen Salinen beruhenden Einkünfte auch als „Salzbaron“ bekannt, erwirbt Schloss Fuschl von den restituierten Eigentümern aus der Familie Remiz-Thyssen, um den Hotelbetrieb fortzuführen.
[[Datei:Sissi Museum.jpg|thumb|[[Jägerhaus (Hof bei Salzburg)|Jägerhaus]] mit [[Sissi-Museum Hotel Schloss Fuschl|Sissi-Museum]].]]


[[1960]] heiratet Adolf Vogel die ehemalige UFA-Schauspielerin Winnie Markus. Sie gelten als eines der Traumpaare der Wirtschaftwunderzeit, was auch dem Hotel zugute kommt: Es bleibt einer der bevorzugten Aufenthaltsorte von Prominenten und Stars sowie Schauplatz hochrangiger Staatsbesuche. So wohnt in diesem Jahr der sowjetische Staats- und Parteichef Nikita Chrutschtschow bei seinem Österreich-Besuch im Hotel Schloss Fuschl.
[[1955]] wird das Hotel Schloss Fuschl Schauplatz des [[Sissi (Film)|ersten Sissi-Films]] mit [[Romy Schneider]] in der Hauptrolle. Es steht für das ähnlich malerisch gelegene Schloss Possenhofen, das sich am Starnberger See in [[Bayern]] befindet. Während der Dreharbeiten wohnte Romy Schneider im Schlosshotel, woran die luxuriöse Sissi-Suite mit ihrem atemberaubenden Ausblick auf den Fuschlsee noch heute erinnert. Durch den anhaltenden Erfolg des Films ist das Hotel Schloss Fuschl für ein weltweites Millionenpublikum untrennbar mit dem Sissi-Mythos verbunden, woran noch heute ein kleines Museum erinnert. Heute gibt es im Jägerhaus ein [[Sissi-Museum Hotel Schloss Fuschl|Sissi-Museum]].


[[1967]] lässt  Adolf Vogel als leidenschaftlicher Jäger den 1960 angekauften Vorauhof zum „[[Jagdhof Fuschl|Jagdhof]]“ mit Restaurant und seinem bedeutenden privaten
== Sehenswürdigkeiten ==
Jagdmuseum ausbauen. [[1970]] wird der vollständig umgebaute ehemalige Bauernhof aus dem
* [[Die künstliche Insel im Fuschlsee- eine archäologische Rarität!|Die künstliche Fuschlsee-Insel der Romanen (um 540 n. Chr.)]]
[[17. Jahrhundert]] eröffnet und seitdem als „Jagdhof“ zusammen mit dem Schlosshotel geführt.
* eine [[Hubertuskapelle Schloss Fuschl|Hubertuskapelle]]


=====erster Präsidentenbesuch=====
==Bildergalerie==
Der ägyptische Präsident Anwar as-Sadat wohnt im Hotel Schloss Fuschl und empfängt dort am
<gallery mode="nolines" mode="packed-hover" heights="200"> 
[[2. Juni]] [[1975]] den amerikanischen Präsidenten Gerald Ford.
Datei:2025 09 10 Hof Schloss Fuschl 07.jpg|Schloss Fuschl im September 2025.
Datei:Schloss Fuschl Nahaufnahme.jpg|Schloss Fuschl,  Nahaufnahme
Datei:Eingang zum Schloss Fuschl.jpg|Eingang zum Schloss Fuschl.
Datei:Jägerhaus, Schloss Fuschl.jpg|Jägerhaus, Schloss Fuschl.
Datei:Waldhaus, Schloss Fuschl.jpg|Waldhaus, Schloss Fuschl.
</gallery>
=== weitere Bilder ===
{{Bildkat}}
* {{Commonscat|Schloss Fuschl}}


Doch schon [[1976]] steht die Firmengruppe von Adolf Vogel vor dem Zusammenbruch. Auch das wirtschaftlich gesunde Schlosshotel gerät in den Strudel der Ereignisse. [[1977]] kommt es zur Zwangsversteigerung des Besitzes und die Max-Grundig-Stiftung erwirbt Schloss Fuschl.  
==Quellen==
Durch Investitionen, die den Kaufpreis von 66 Mio. Schilling deutlich übersteigen, wird das Hotel in den folgenden Jahren modernisiert und im Rahmen der Grundig-Hotels geführt.
* [https://www.sn.at/archivsn?img=A0tU26DCYSOasgtO%2F5XY2nMFM6%2BQmrIASopTtjKGJ2oH%2BCQ5xAksEQrc3K95AO7ZuhvA%2Ffxy%2BM5j06vVnxlKonffjOHKf3SX0%2FEixcYF5kRKJRTTbdW8NJTapbBeNlR6&id1=19760605_09&q=Harriet%2520Gr%25C3%25A4fin%2520Walderdorff#slide9 www.sn.at], Archiv der "[[Salzburger Nachrichten]]", Ausgabe vom 5. Juni 1976, Seite 9, "Der neue Glanz war nicht von Dauer"
* "[[Burgen und Schlösser in Salzburg (Zaisberger, Schlegel)]]", Flachgau, Tennengau, Seite 68f
* www.schlossfuschlsalzburg.com, der Link war bei einer Kontrolle am 25. Juni 2024 nicht mehr abrufbar
== Einzelnachweise ==
<references/>


====Das Schloss wird ein moderner 5-Sterne-Betrieb====
{{SORTIERUNG: Fuschl, Schloss}}
[[1997]] zieht sich die Max-Grundig-Stiftung aus dem Hotelgeschäft zurück. Die beiden 5-Sterne-Hotels, das Schlosshotel Bühlerhöhe und Schloss Fuschl,bleiben im Besitz der Stiftung, werden aber seit dem [[1. April]] [[1998]] von der Rafael-Group geführt.
[[Kategorie:Flachgau]]
 
[[Kategorie:Hof bei Salzburg|Schloss]]
[[1999]]: Der chinesische Staatschef Jiang Zemin ist Gast im Schloss Fuschl.
[[Kategorie:Architektur]]
 
[[Kategorie:Denkmalschutz]]
[[2001]]: Das Schloss wird Teil der exklusiven „The Luxury Collection“. Eigentümer der gesamten Anlage ist die „Schloss Fuschl GmbH“ des Münchener Unternehmers Stefan Schörghuber,
[[Kategorie:Denkmalschutz (Hof bei Salzburg)]]
der Immobilie und Hotelbetrieb nun wieder unter einem Dach zusammen führt. Nach einer aufwändigen Planungsphase beginnen im Herbst [[2004]] die Umbau- und Renovierungsarbeiten
[[Kategorie:Gebäude]]
für Schloss Fuschl mit den Suiten im Turm und dem Jägerhaus.
[[Kategorie:historisches Gebäude]]
 
[[Kategorie:Schloss|Fuschl]]
Zur Festspielsaison [[2005]] eröffnet Hotel Schloss Fuschl nach Fertigstellung des ersten Bauabschnittes wieder seine Pforten. Im September beginnen für zehn Monate die Arbeiten des zweiten Bauabschnittes. Bereits im Spätherbst sind die jüngeren, nicht erhaltenswerten Anbauten abgerissen, und es startet der Neubau dieser Bereiche nach den Plänen des Architekturbüros Johannes Wegmann.
[[Kategorie:Salzburgs Schätze]]
 
[[Kategorie:Geschichte]]
Im Juli [[2006]] wird das umfassend renovierte und erweiterte Hotel Schloss Fuschl mit neuem Wellness-Bereich, dem preisgekrönten Gourmet-Restaurant „Imperial“ in neuen Räumen und einem herausragenden Weinkeller wiedereröffnet. Einzigartig in der Hotellerie ist die „Schloss Fuschl Collection“, eine Sammlung Alter Meister, die den öffentlichen Räumen wie auch den Gästezimmern eine besondere Atmosphäre verleiht. Das gemeinsam mit der renommierten Münchener Galerie „Bernheimer Fine Old Masters“ entwickelte Konzept „Zu Gast bei Alten Meistern“ erneuert in Kombination mit dem herausragenden Service und dem historischen Ambiente den Ruf von Schloss Fuschl.
 
==Quelle==
{{homepage|http://www.schlossfuschl.at}}
 
[[Kategorie:Flachgau|Fuschl, Schloss]]
[[Kategorie:Schloss|Fuschl, Schloss]]
[[Kategorie:Geschichte|Fuschl, Schloss]]
[[Kategorie:Hotel|Fuschl, Schloss]]