Französische Republik

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Flagge von Frankreich

Die Französische Republik (französisch la République française) ist ein westeuropäischer Staat, zu dessen Herrschaftsgebiet zu Anfang des 19. Jahrhunderts auch das Land Salzburg gehörte.

Allgemeines

Der Name Frankreich leitet sich vom Volksstamm der Franken ab, die im 5. Jahrhundert die römische Herrschaft über Gallien beendeten.

  • Hauptstadt: Paris
  • Amtssprache: Französisch
  • Regierungsform: Semipräsidentielle Republik
  • Nationalfeiertag: 14. Juli
  • Fläche: 632 733,9 km²
  • Einwohnerzahl: circa 68 Millionen (2024)
 
Wappen von Frankreich

Gliederung

Frankreich ist ein zentralistischer Einheitsstaat, der seit der Französischen Revolution von 1789 in Départements gegliedert ist; derzeit (2018) sind es 101, davon 96 im Mutterland (zwei davon in Korsika). Die Départements wurden 1964 zu Regionen zusammengefasst. Davon gibt es im Mutterland derzeit (2021) 18[1], während jede Überseeregion nur ein Département umfasst. Die heutigen Regionen decken sich nur mehr teilweise mit wohlbekannten historischen Landschaften wie z. B. Bretagne, Haute- und Basse‑Normandie, Bourgogne‑Franche‑Comté (Burgund‑Freigrafschaft Burgund); häufig erscheinen sie als künstliche Gebilde (Grand Est [2016 zusammengefasst aus Champagne(-Ardenne), Lothringen (Lorraine) und Elsass (Alsace); Hauptstadt Straßburg], Centre‑Val de Loire (Hauptstadt Orléans), Pays de la Loire (Hauptstadt Nantes), Provence‑Alpes‑Côte d’Azur

Größere Städte

Rund 73 % der Gesamtbevölkerung lebt in Städten, die Zahlen in Klammern sind die Einwohnerzahlen der jeweiligen Großräume mit Umlandgemeinden (Zahlen 2018): Paris 2,2 Mio. (10,8 Mio. im Großraum Paris), Marseille 868 000 (Marseille–Aix-en-Provence 1,6 Mio.), Lyon 618 000, Toulouse 486 000 (1,1 Mio. im Großraum), Nizza 341 000 (944 000), Nantes 314 000, Montpellier 290 000, Straßburg 285 000;

Paris

Paris ist die Hauptstadt Frankreichs und der Region Île-de-France. Das administrativ zur Stadt Paris gehörende Gebiet hat gut zwei Millionen Einwohner, in der städtischen Siedlungszone (Unité urbaine) leben fast elf Millionen Menschen.

 
2015: S.E. der französische Botschafter in Wien, Pascal Teixeira da Silva, und Corinne Foulquier, Direktorin Atout France Österreich und Zentraleuropa

Salzburgbezüge

Salzburg unter Napoleon

In nähere Berührung mit Frankreich kam das geistliche Reichsfürstentum Salzburg durch die expansive Politik Frankreichs. Von dieser Politik wurde das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, zu dem das Fürsterzbistum Salzburg ja gehörte, besonders unter dem französischen König Ludwig XIV. (* 1638; † 1715) in Mitleidenschaft gezogen. Der von Ludwig XIV. angezettelte Pfälzische Erbfolgekrieg (1688–1697) zeitigte für Salzburg die Episode, dass der Domherr Franz Gobert Graf von Aspermont-Reckheim im Jahr 1689 wegen "Konspiration mit dem König von Frankreich" seines Amtes entsetzt wurde. Im darauf folgenden "Franzosenkrieg", dem Spanischen Erbfolgekrieg (1700–1714), stellte das Fürsterzbistum Salzburg ein Kontingent des Reichsheeres, das sich bei der Verteidigung der Festung Freiburg im Breisgau (1714) zu bewähren hatte.

Noch weit stärker wurde die Berührung in der Napoleonischen Zeit. Nach Jahrhunderten einer konstanten geistlichen Herrschaft wurde Salzburg zu einem Spielball der europäischen Politik:

Im Ersten (1792–1797) und im Zweiten Koalitionskrieg (1799–1802) hatte Salzburg wieder ein Kontingent zum Reichsheer zu stellen. Im Dezember 1800 erfasste das Kriegsgeschehen Salzburg selbst: Am 10. Dezember verließ der letzte Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo vor den anrückenden Franzosen fluchtartig das Land, um nicht wiederzukehren. Zwischen 12. und 14. Dezember 1800 kam es zum ersten großen Gefecht der Österreicher mit den Franzosen auf Salzburger Boden – der Schlacht auf dem Walserfeld. Nach dem über die österreichische Hauptarmee errungenen Sieg rückten die Franzosen in die Stadt Salzburg ein. Salzburg erlebte zum ersten Mal in seiner Geschichte die Leiden der Unterdrückung durch eine fremde Besatzungsmacht. Dazu gehörte der Verlust von Kunstschätzen und anderen Kulturgütern: So musste der Naturforscher, Gelehrte und Sammler Carl Ehrenbert Freiherr von Moll seine Mineraliensammlung zugunsten der Pariser Bergakademie abtreten. Auch Teile der Einrichtung der Alten Residenz der Fürsterzbischöfe wurden während der französischen Besetzung nach Paris geschafft.

Ähnlich war das Schicksal Salzburgs im Dritten Koalitionskrieg (1805), als es bereits ein weltliches Kurfürstentum war. Auf ihrem Vormarsch nach Wien besetzten die Franzosen auch Salzburg. Nach der kriegsentscheidenden Schlacht von Austerlitz (Mähren) musste das Kaisertum Österreich große Gebietsverluste hinnehmen, erhielt jedoch das Herzogtum Salzburg. Die französischen Besatzungstruppen verließen am 25. Februar das Land, nachdem sie es ausgiebig geplündert hatten.

Noch schlimmer kam es im Fünften Koalitionskrieg (1809): Am 29. April wurde die Stadt von bayerisch-französischen Truppen unter Marschall François-Josephe Lefebvre besetzt. Napoleon ließ proklamieren, dass das Land Salzburg in seinem Namen zu verwalten sei. Unter französischer Leitung – ein Militärgouverneur (Brigadegeneral Baron Kisler), ein Kontributionseinheber und Intendant (Camille Périer) – wurde eine General-Landesadministration (administration générale du pays de Salzbourg) eingerichtet, die aus fünf hohen Salzburger Funktionären bestand. Die Franzosen richteten ihre Aufmerksamkeit darauf, das Land finanziell auszupressen – die geforderte Kriegskontribution hatte die unerschwingliche Höhe von 5.300.000 Gulden – sowie die in den Gebirgsgauen aktiven Befreiungskämpfer niederzuringen. Auf Initiative des kampferprobten Kapuzinerpaters Joachim Haspinger, eines Gefährten des Tiroler Bauernführers Andreas Hofer, hatten auch die Salzburger zu den Waffen gegriffen. In den Kämpfen um den Pass Lueg zeichneten sich Joseph Struber, der Wirt vom Stegenwald, Anton Wallner aus Krimml und Johann Panzl aus Mühlbach im Pinzgau mit ihren Schützen besonders aus. Auch der Pass Strub in Lofer war heiß umkämpft. Aber der Kampf blieb vergeblich. In dem am 14. Oktober 1809 geschlossenen Frieden von Schönbrunn musste Kaiser Franz I. das Land an Napoleon abtreten, der es als Tauschobjekt gegenüber dem verbündeten Bayern einsetzte – Napoleon war auch König von Italien und erwarb im Frieden von Schönbrunn weiters u. a. Oberkärnten als Teil der neuen „Illyrischen Provinzen“ Frankreichs; Bayern hatte 1805 als Verbündeter Frankreichs Tirol gewonnen. Im Zuge des angestrebten französisch-italienisch-bayerischen Gebietsaustausches gelangte das Land Salzburg – ohne Matrei – an Bayern, das schließlich am 30. September 1810 die Verwaltung des geschundenen Landes übernahm. Nach dem Zusammenbruch des napoleonischen Herrschaftssystems kam Salzburg im Jahr 1816 wieder zu Österreich.

Als eine rare positive Auswirkung der französischen Herrschaft in Salzburg kann die Einführung von Hausnummern und Straßennamen genannt werden.

Weitere Salzburgbezüge

Mozart

Eine seiner zahlreichen Reisen führte den jungen Wolfgang Amadé Mozart nach Paris, wo seine Mutter, die ihn begleitete, starb.

Elsass

Der berühmte Arzt Paracelsus war zunächst nach Erlangung seiner Doktorwürde von 1524 bis 1525 als Arzt in Salzburg tätig, dann aber von 1526 bis 1527 in Straßburg, der heutigen Hauptstadt des Elsass. Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau, der Salzburg wohl am meisten geprägt hatte, konnte sich über verwandtschaftliche Beziehungen schon als Zwölfjähriger eine Domherrenstelle in Konstanz verschaffen, denen die Koadjutorswürde der Stifte Murbach (von dem heute nur mehr Ruinenreste vorhanden sind) und Lüders im Elsass folgte.[2]

Seit seiner Gründung 1583 gehört das Franziskanerkloster in der Stadt Salzburg zur alten Oberdeutschen Franziskaner-Rekollekten-Provinz ("Provincia Argentina"). Diese wurde einem Reformzweig des Franziskanerordens zugerechnet und erstreckte sich früher vom Elsass über ganz Süddeutschland bis nach Böhmen. Es umfasste im Gebiet des Fürsterzbistums Salzburg das Kloster in der Stadt Salzburg sowie die im Zuge der Rekatholisierung der Salzburger Gebirgsgaue 1736 gestiftete Missionsstation Hundsdorf, die heute zum Caritas-Kinderdorf St. Anton in der Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße gehört.

Der Komponist und Organist Georg Muffat kam um 1645 in Schlettstadt im Elsass zur Welt.

Gegenwart

Küchenchef und Haubenkoch Tobias Brandstätter, Hotel Brandstätter in Salzburg-Liefering, lernte unter anderem bei den Gebrüdern Haeberlin im Elsass[3].

Louis Langrée, Chefdirigent der Camerata Salzburg, stammt aus Muehlhausen im südlichen Elsass.

Im Rahmen der FIS Alpine Ski WM 2013 Schladming war das Oberelsass, Teil der Region Elsass, vom 4. bis zum 17. Februar 2013 mit einer touristischen und gastronomischen Botschaft auf dem Hauptplatz von Schladming vertreten.

Die Zahl der Franzosen, die im Bundesland Salzburg leben, ist gering. Im Jahr 2017 sind 392 französische Staatsbürger registriert; davon leben 226 in der Landeshauptstadt, 90 im Flachgau und 76 in den übrigen Bezirken.

Im Tourismusjahr 2014/2015 kamen 55 181 Franzosen nach Salzburg, 2015/2016 waren es mit 53 169 um 3,6 Prozent weniger; das bedeutete nur Platz 18 bzw. 19, hinter Israel und Saudi-Arabien. Im Schnitt bleiben französische Gäste drei Nächte im Land Salzburg.

Die Französische Republik unterhält in Salzburg ein Honorarkonsulat.

Wirtschaftliche Beziehungen

Bei der Wirtschaftskammer Salzburg waren im Jahr 2017 148 Salzburger Firmen mit regelmäßigen Geschäftsbeziehungen zu Frankreich registriert. Salzburger Unternehmen exportierten im Jahr 2015 Waren im Wert von 354 Millionen Euro in die Französische Republik. Darunter befanden sich Baumaschinen, Krane, Baumaterialien, Holzmöbel, Zutrittssysteme, Medizintechnik, Kfz-Teile, Lebensmittel, Getränke und Sportartikel. Frankreich liegt damit an sechster Stelle der Exportländer der Salzburger Unternehmen.

Das AußenwirtschaftsCenter Paris sieht für heimische Unternehmen Chancen im französischen Markt – vor allem, wenn sie auf Mobilität, Biolebensmittel und Produkte für ältere Menschen spezialisiert sind. Zudem stehen Mode, Architektur und Design hoch im Kurs, außerdem Energieeffizienz sowie innovative Technologien für Fabriken und neue Materialien.

Die Einfuhren aus Frankreich sind mit 164 Millionen Euro nur halb so hoch wie die Salzburger Exporte. Damit liegt Frankreich an 14. Stelle der Importländer.

Viermal pro Woche fliegt Eurowings seit Jänner 2017 nach Paris-Charles-de-Gaulle. Die Maschinen sind gut ausgelastet.

Salzburg auf Pariser Weltausstellungen

1867 stellten Baldi & Würthle Landschaftsaufnahmen bei der Weltausstellung in Paris aus.

Bei der Pariser Weltausstellung 1900 gab es auch eine Ausstellung Salzburger Gewerbetreibender. Zu sehen war u. a. ein Salzburger Prunkzimmer. Einer der Lieferanten dazu war der Salzburger Tischler Hans Preimesberger. Er lieferte den Plafond zum Zimmer nach einem Original im Johannesschlössl aus dem 17. Jahrhundert.[4]

Ferdinand Porsche, der am Ende seines Lebens seinen Familiensitz in Zell am See hatte, präsentierte seinen für die Lohner-Werke in Wien-Floridsdorf entwickelten "Lohner-Porsche" mit Radnabenmotor 1900 auf der Pariser Weltausstellung.

1937 war die Großglockner Hochalpenstraße auf der Pariser Weltausstellung vertreten.

 
Historische Bindertanzgruppe Salzburg mit Tanzmeister Michael Nußdorfer sen. im Vordergrund und der Notre-Dame in Reims, Frankreich, im Hintergrund (12. Juni 2005)

Frankreich-Wahl auch in Salzburg

Zum ersten Mal konnten 2012 französische Staatsbürger auch in Salzburg an der französischen Präsidentschaftswahl teilnehmen. In der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen war am Sonntag, den 6. Mai, von 10:00 bis 18:00 Uhr ein Wahllokal eingerichtet. Rund 500 französische Staatsbürger, die in Salzburg, Kärnten und Oberösterreich leben, waren hier als Wähler registriert und konnten in der Robert-Jungk-Stiftung ihre Stimme abgeben.

Vier Franzosen leiteten das Salzburger Wahlbüro. Unter ihnen war die Französischlehrerin Florence Gautier, die erzählte, dass sie bisher entweder in Wien oder per Prokura in Frankreich wählen durfte. Der Wahlvorgang ist jedoch etwas anders als in Österreich. Es gibt Wahlkarten, und es werden keine Kandidaten angekreuzt. Zehn Kandidaten standen zur Wahl, und entsprechend gab es auch zehn Wahlkarten. Es wurde jedoch nur eine Wahlkarte in den Umschlag gesteckt, der anschließend in die Wahlurne kam. Die Wahlhelfer rechneten in Salzburg mit rund 250 Wählern.

Präsident Macron in Salzburg

Am 23. August 2017 kam der neue französische Staatspräsident Emmanuel Macron mit seiner Gattin nach Salzburg, um die Salzburger Festspiele zu besuchen. Sie wurden am Flughafen von Bundeskanzler Christian Kern und dessen Frau Eveline Steinberger-Kern empfangen. Anschließend führte der Präsident Gespräche mit Bundeskanzler Kern sowie mit seinen Amtskollegen aus Tschechien und der Slowakei, während der französische Honorarkonsul Dr. Peter Lechenauer Brigitte Macron beim Damenprogramm begleiten durfte.

Er nahm auch am EU-Gipfeltreffen 2018 in Salzburg teil.

Personen mit Salzburgbezug

Sonstige

Weiterführend

Für Informationen zum Thema Französische Republik, die über den Bezug zu Salzburg hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema.

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. Einschließlich Korsikas, das allerdings rechtlich nicht eine Region, sondern eine Gebietskörperschaft mit Sonderstatus ist.
  2. Quelle www.salzburgcoins.at
  3. Quelle www.hotel-brandstaetter.com, abgefragt am 24. Jänner 2013
  4. Quelle anno, (Salzburger) Fremden-Zeitung, Ausgabe vom 9. Februar 1901, Seite 1 ff.
  5. siehe Tomaselli