Tschechische Republik
Die Tschechische Republik, auch Tschechien genannt, ist ein mitteleuropäischer Staat. Bis 1992 hieß sie als gemeinsamer Staat mit der Slowakei Tschechoslowakei (ČSR, 1960–1990 ČSSR, Tschechoslowakische Sozialistische Republik).
Historische und Salzburgbezüge
Böhmen war bis 1526 ein Hauptabnehmer für Halleiner Salz, das über Salzach, Inn und den Goldenen Steig nach Südböhmen transportiert wurde. Als es 1526 zum Habsburgerreich kam, versuchten die Habsburger dieses Fremdsalz durch extrem hohe Einfuhrzölle vom böhmischen Markt zu verdrängen und das Königreich nur durch ihre eigenen Salinen im Salzkammergut zu beliefern.
Das Gebiet der heutigen Tschechischen Republik gehörte von 1526 bis 1918 zum Habsburgerreich, das heißt, von 1804 bis 1918 zum Kaisertum Österreich und von 1867 bis 1918 zur (österreichischen Hälfte der) Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Von 1918 bis 1938 und von 1945 bis 1992 bildete es mit dem der Slowakei den gemeinsamen Staat (Tschechoslowakei), in der NS-Zeit bildete das tschechischsprachige Kerngebiet das "Protektorat Böhmen und Mähren". Es wies bis nach dem Zweiten Weltkrieg einen beträchtlichen deutschsprachigen Bevölkerungsanteil auf, der besonders in den Grenzgebieten und den historischen Städten ansässig war. Auf Grund der Beneš-Dekrete wurden bis 1947 2,9 Millionen deutschsprachige Menschen pauschal zu Staatsfeinden erklärt und mussten das Land verlassen. Gleichzeitig mussten sie auf ihr Eigentum weitestgehend oder vollständig verzichten. Unter jenen, die das Land verließen, war auch die Kongregation der Schwestern von der Heiligsten Eucharistie (CSSE), ein Frauenorden, der heute in der Herrnau im Salzburger Stadtteil Salzburg Süd beheimatet ist.
Das Gebiet der heutigen Tschechischen Republik umfasst die historischen Länder:
- Königreich Böhmen, Hauptstadt Prag, tschechisch Praha
- Markgrafschaft Mähren, Hauptstadt Brünn, tschechisch Brno
und
- Österreichisch- oder Mährisch-Schlesien: von Schlesien musste die habsburgische Thronerbin Maria Theresia im Jahr 1742 den größten Teil an Preußen abtreten [danach "Preußisch-Schlesien" oder einfach "Schlesien" genannt, heute größtenteils zu Polen gehörig], der kleinere Teil [danach "Österreichisch-Schlesien" genannt] blieb bei Österreich; von Österreichisch-Schlesien kam nach dem Ersten Weltkrieg ein kleiner, östlich gelegener Teil an Polen; seither ist für den nunmehr tschechischen Teil Schlesiens eher die Bezeichnung "Mährisch-Schlesien" [bisweilen auch "Tschechisch-Schlesien"] gängig.
Von diesen drei historischen Gebieten der Tschechischen Republik ist Böhmen, sowohl der Fläche (ca. 52.000 km², das sind zwei Drittel des Staatsgebiets) als auch der Bevölkerung nach, das bei Weitem größte, Mährisch-Schlesien das bei Weitem kleinste.
Zu den historischen Zäsuren Böhmens und Mährens gehört die vergebliche Empörung der Stände gegen die habsburgisch-katholische Herrschaft (1618: Zweiter Prager Fenstersturz, 1620: Schlacht am Weißen Berg), in deren Gefolge etliche auswärtige Habsburgtreue) Adelsgeschlechter in Böhmen und Mähren zu Besitz kamen - wovon z. B. Liechtenstein, Lichtenstein-Kastelkorn, Lodron und Schwarzenberg später auch in Bezug zu Salzburg traten.
Böhmen
Bedeutende Städte Böhmens sind insbesondere in historischer Hinsicht
- Prag (tschechisch Praha) in Zentralböhmen,
- Budweis (tschechisch České Budějovice) in Südböhmen,
- Pilsen (tschechisch Plzeň) in Westböhmen,
- Eger (tschechisch Cheb) in Westböhmen,
- Reichenberg (tschechisch Liberec) in Nordböhmen,
- Königgrätz (tschechisch Hrádec Kralové) in Ostböhmen.
Persönlichkeiten mit Salzburgbezug aus Böhmen
- Ein Salzburger Erzbischof böhmischer Herkunft war Adalbert III. von Böhmen.
- Wilhelm Ritter von Arlt (* 1853; † 1944 in Rauris) Agronom, Ökonomierat, Fremdenverkehrs- und Skipionier, Alpenverein-Gründer Sektion Rauris sowie Freund, Mentor und Mäzen Ignaz Rojachers und Ehrenbürger der Marktgemeinde Rauris.
- Heinrich Ignaz Franz Biber (* 1644; † 1704 in der Stadt Salzburg war ein in Salzburg tätiger Komponist und Violinvirtuose, sowie seit 1684 Hofkapellmeister.
- Carl Demel l (* 1858; † 1915) war Lehrer an der Staatsgewerbeschule Salzburg und Erbauer des Hotels Mirabell.
- Anton Erben (* 1835; † 1905) war Realschulprofessor und Bezirksschulinspektor für die Stadt Salzburg.
- Anton Fiebiger (* 1801; † 1872 in der Stadt Salzburg)] war Badearzt in der Kuranstalt Marienbad.
- Gustav Gansl (* 1851; † 1914 in Lambach, OÖ.) war Notar und Bürgermeister der Stadt Radstadt.
- Ernst Holfeld-Weitlof (* 1926; † 2019) war Chefredakteur der Wochenzeitung "Salzburger Wirtschaft" und Leiter der Presseabteilung der Wirtschaftskammer Salzburg.
- Die Familie Kast von Ebelsberg besaß die dem Mirabellgarten benachbarte und nach ihr benannte Villa Kast in der Stadt Salzburg.
- Leopold Kohr (Arzt) (* 1874; † 1949) war bis 1938 Gemeindearzt in Oberndorf im Flachgau.
- Alfred Kubin (* 1877; † 1959 in Zwickledt, OÖ.) war ein bedeutender österreichischer Zeichner, Graphiker, Buchillustrator und Schriftsteller, der seine Kindheit und Jugendzeit in Salzburg verbracht hatte.
- Ferdinand Porsche (* 1875; † 1951 in Stuttgart, Deutschland) stammte aus Maffersdorf in Böhmen.
- Thomas Pöschl (* 1769; † 1837 in Wien) war Seelsorger und Irrlehrer in napoleonischer Zeit.
- Gustav Edler von Pelikan (* 1840; † 1919 in der Stadt Salzburg) war ein österreichischer Offizier, Kartograf und Geoplastiker.
- Georg Schmid (* 1844; † 1884 am Grünberg bei Eger) war Skriptor an der Studienbibliothek in der Stadt Salzburg.
- Karl Sieber (* 1802; † 1874 in der Stadt Salzburg) war Direktor des k. k. Salzburger Staatsgymnasiums.
- Otto Weissberger (* 1872; † 1943 in Auschwitz ermordet) war ein aus Salzburg deportiertes Opfer des Nationalsozialismus.
- Johann Gregor Wilczek erbte 1929 das Schloss Moosham in der Lungauer Gemeinde Unternberg von seinem Vater Hans Raphael Wilczek.
Mähren
Bedeutende Städte Mährens sind insbesondere in historischer Hinsicht
- Brünn (tschechisch Brno) in Südmähren,
- Olmütz (tschechisch Olomouc) in Nordmähren,
- Kremsier (tschechisch Kroměříž) in Nordmähren,
- Iglau (tschechisch: Jihlava) an der Grenze zu Böhmen.
In Südmähren, nahe der österreichischen Grenze, liegen Orte, die mit der Geschichte des Fürstenhauses Liechtenstein verbunden sind: Eisgrub (tschechisch Lednice) und Nikolsburg (tschechisch Mikulov).
Persönlichkeiten mit Salzburgbezug aus Mähren
- Ein Salzburger Fürsterzbischof schlesisch-mährischer Herkunft war Jakob Ernst Graf Liechtenstein.
- Friedrich Graf Herberstein (* 1810 in Brünn, tschechisch Brno, damals Hauptstadt der Markgrafschaft Mähren; † 1861 in Graz) war von 1850 bis 1852 der erste Statthalter
- Dr. Hans Baltinester (* 1896 in Brünn; † 1982) war Sekretär bzw. Direktor der Salzburger Arbeiterkammer
Schlesien
Von den Städten Österreichisch-Schlesiens sind in historischer Hinsicht am ehesten zu erwähnen:
- Troppau (tschechisch Opava),
- Teschen (tschechisch Český Těšín; polnischer Teil Cieszyn),
- Ostrau (tschechisch Ostrava),
- Jägerndorf (tschechisch Krnov).
Quellen
- Eigenartikel, gestützt u. a. auf
- Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Tschechien"
- Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Böhmen"
- Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Mähren"
- Schlesien:
- Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Schlesien"
- Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Österreichisch-Schlesien"
- Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Mährisch-Schlesien"