Gesellschaft für Salzburger Landeskunde: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Gesellschaft für Salzburger Landeskunde''' befasst sich mit der [[Geschichte des Landes|Geschichte des Landes Salzburg]] und der Landeshauptstadt [[Salzburg]]. Sie gibt seit [[1861]] jährlich die ''Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde'' heraus.  
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[[Datei:Gesellschaft für Salzburger Landeskunde Logo.jpg|thumb|Das Logo der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde.]]
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Die '''Gesellschaft für Salzburger Landeskunde''' ist ein Verein, der sich die Förderung der Kunde vom [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]] und seinen Bewohnern mit Rücksicht auf Gegenwart und [[Geschichte des Landes|Vergangenheit]] zum Ziel gesetzt hat.
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==Allgemeines==
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Vereinszweck ist nach der Satzung (seit 1860 unverändert) die "Förderung der Kunde vom Land Salzburg und seinen Bewohnern mit Rücksicht auf Gegenwart und Vergangenheit".
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Seit [[1861]] erscheinen die [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde|Mitt(h)eilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] (MGSLK) als ein jährlicher Band (also bisher insgesamt rund 150) mit unregelmäßig erscheinenden, oft monographischen Ergänzungsbänden.
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Veranstaltungen des Vereins sind Vorträge, Führungen und Exkursionen aus den Gebieten Geschichte, Kunst- und Musikgeschichte, Volkskunde und Naturwissenschaft.
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Die Zahl der Mitglieder beträgt etwa 1 100 (Stand 2023).
  
 
== Geschichte der Gesellschaft ==
 
== Geschichte der Gesellschaft ==
Die Gesellschaft für Salzburger Landeskunde wurde am [[24. September]] [[1860]] von neun Salzburger Bürgern gegründet. Als Initiator dieser Vereinigung tat sich der Salzburger Arzt und Gemeinderat [[Franz Valentin Zillner]] ([[1816]]-[[1896]]) hervor. Die ersten Versammlungen, deren Teilnehmer sich aus dem Freundeskreis Zillners rekrutierten, fanden bereits seit [[1856]] im damaligen Gasthaus Raith in der Milchgasse, der heutigen [[Goldgasse]] statt. Die Gründungsmitglieder waren ausnahmslos honorige Bürger der Stadt Salzburg, darunter Professor Dr. Aberle, Prof. Johann Biatzowsky, der Maler [[Georg Pezolt]], der Geschichtsforscher [[Georg Abdon Pichler]], der Arzt [[Anton Sauter|Anton Eleutherius Sauter]], Stadtphysikus Dr. Cornel Schwarz, Hauptmann a. D. [[Anton von Schallhammer]] und Stadtarzt Dr. Storch. In der konstituierenden Sitzung vom [[30. September]] [[1860]] wurde Bürgermeister [[Heinrich Ritter von Mertens]] zum ersten Vorstand gewählt.
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Die Anfänge lagen um [[1855]] bei Konsistorialsekretär Doppler. Nachdem er tagsüber im Archiv gearbeitet hatte, ging er für gewöhnlich am Donnerstag auf ein Glas Wein in das "Gasthaus Reith" in der Milchgasse, der heutigen [[Goldgasse (Stadt Salzburg)|Goldgasse]]. Er hatte dabei stets den Wunsch, seine Funde und Entdeckungen auch anderen mitzuteilen. Dabei fand er in Dr. Spatzenegger einen Gesprächspartner. Nach einiger Zeit traten sie auch an den Salzburger Arzt und Gemeinderat [[Franz Valentin Zillner]] (* [[1816]]; † [[1896]]) heran, sich mit ihnen auszutauschen.
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Doch Zillner lehnte zunächst ab. Er war von 9 Uhr vormittags bis in die Abendstunden mit "fleißiger Gartenarbeit" beschäftigt. Doppler und Spatzenegger trafen sich jedoch bereits um 16 Uhr und wollten davon auch nicht abrücken. Da kam Zillner der Gedanke, selbst derartige Treffen zu organisieren. Auch im Gasthaus Reith, aber abends um 19 oder 20 Uhr und Samstags, den "alten Ferialtag auf der Universität". Die ersten Versammlungen, deren Teilnehmer sich aus dem Freundeskreis Zillners rekrutierten, fanden seit [[1856]] im Gasthaus Raith statt. Die Gründungsmitglieder waren ausnahmslos honorige Bürger der Stadt Salzburg. Das neunköpfige Gründungskomitee bestand aus sechs Ärzten – Professor Dr. [[Carl Aberle]], Prof. Dr. [[Johann Biatzowsky]], Stadtphysikus Dr. [[Cornel Schwarz (Arzt)|Cornel Schwarz]], Dr. [[Anton Sauter (Botaniker)|Anton Eleutherius Sauter]] und Stadtarzt Dr. [[Franz de Paula Storch junior]] – dem Advokaten Dr. [[August Prinzinger der Ältere]], dem Hauptmann a. D. [[Anton von Schallhammer]] und dem Staatsbeamten [[Adolf Ritter von Steinhauser]].
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Die Versammlungen fanden zunächst im ersten Stock im Gasthaus Reith statt. Die Diskussionen und Gespräche lockten mit der Zeit auch andere Wirtshausgäste in den ersten Stock. Das wurde dann aber den Teilnehmern der Gesellschaft auf Dauer zu unangenehm und man beschloss die Verlegung der wöchentlichen Treffen. Der neue Treffpunkt war beim "Traiteur Hecker im [[Faktor-Mayr-Haus|Faktor Mayr- oder Schatzhause]] über dem Eingangstor vom [[Universitätsplatz]]e herein ein abgelegenes Zimmer mit einem einzigen großen Rundtische, der für ungebetene Gäste keinen Raum ließ."
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<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=slk&datum=18930003&query=(text:%22Gasthaus+Raith%22)&ref=anno-search&seite=76 ANNO], "Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde", Ausgabe 1893, selbständige Mitteilungen Seite 67, die Gründungsgeschichte</ref>
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Nachdem die vorgesehenen Vereinssatzungen [[1858]] bei der Behörde eingereicht und eineinhalb Jahre später genehmigt worden waren, hielt die Gesellschaft ihre Gründungsversammlung am [[23. September]] [[1860]] ab. [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Heinrich Ritter von Mertens]] wurde zum ersten Vorstand gewählt. Weitere Gründungsmitglieder waren z. B. der Maler [[Georg Pezolt]], der Geschichtsforscher [[Georg Abdon Pichler]] und [[Johann Horner]], Mitbegründer der [[Internationale Mozart-Gemeinde|Internationalen Mozart-Gemeinde]] und Bruder von [[Romuald Horner]] [[OSB]], [[Äbte von St. Peter|Abt]] von [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|St. Peter]].
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Nun nahm die Mitgliederanzahl weiter zu und die Stube im Schatzhaus wurde zu klein. [[1863]] wurden die Zusammenkünfte in das [[Kloster St. Peter]] verlegt. Zwischen 1860 und 1863 fanden die öffentlichen Jahres- und Monatsversammlungen im Sitzungssaal des [[Salzburger Gemeinderat]]s im [[Rathaus der Stadt Salzburg|Rathaus]] statt.
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Als Bereich der Landeskunde wurden im engeren Sinne die "drei Naturreiche", die Witterungsverhältnisse und die Landesbeschreibung, dann aber auch Landesgeschichte und Volkskunde einschließlich insbesondere der Kunstgeschichte aufgefasst.<ref>Zillner, aaO MGSLK 1860/61, S. 8 f; vgl. auch den [[Wikipedia]]-Artikel [http://de.wikipedia.org/wiki/Landeskunde''"Landeskunde"''.]</ref>
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[[Datei:2024_11_27_Gesellschaft_für_Landeskunde_in_Sankt_Peter_01.jpg|thumb|Die 165. Jahreshauptversammlung im November [[2024]] im [[Romanischer Saal in St. Peter|romanischen Saal in St. Peter]].]]
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Bei den Jahreshauptversammlungen werden im Anschluss an die Vereinssachen Vorträge organisiert. Bei der 165. Jahreshauptversammlung im [[Romanischer Saal in St. Peter|romanischen Saal in St. Peter]] präsentierte Dr. [[Stefan Trinkl]] den ersten Teil seines  Buches [[Buchvorstellung des Biographischen Priesterlexikons für die Erzdiözese Salzburg und das Bistum Chiemsee 1648 bis 1918|Biographisches Priesterlexikon für die Erzdiözese Salzburg und das Bistum Chiemsee 1648 bis 1918]].
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==Vereinsorgane==
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Organe des Vereins sind die Mitgliederversammlung, der Vorstand, der Beirat, die Rechnungsprüfer und das Schiedsgericht.
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Der Vorstand (ursprüngliche Bezeichnung: Ausschuss) besteht aus dem Präsidenten (ursprüngliche Bezeichnung: Vorstand) und dessen Stellvertreter, dem  Schriftführer und dessen Stellvertreter, dem Kassier und dessen Stellvertreter sowie mindestens vier weiteren Mitgliedern.
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Als Präsident fungiert seit [[27. November]] [[2024]] Mag. Markus Bürscher M. A. (LIS), als dessen Stellvertreter Dir. Dr. [[Oskar Dohle]]. 
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===Vorstände und Präsidenten===
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Die Funktion des Vorstandes bzw. Präsidenten hatten inne:
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* [[1860]]–1861: Heinrich Ritter von Mertens, [[Bürgermeister der Stadt Salzburg]]
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* [[1861]]–1864: Franz Valentin Zillner, Arzt
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* [[1864]]–1874: [[Anton Sauter (Botaniker)|Anton Sauter]], Arzt und Botaniker
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* [[1874]]–1884: [[August Prinzinger der Ältere]], Advokat
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* [[1884]]–1887: [[Adolf Ritter von Steinhauser]], Beamter
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* [[1887]]–1889: [[Franz Schweinbach]], Beamter
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* [[1889]]–[[1916]]: [[Eberhard Fugger]], Realschul- und Museumsdirektor
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* [[1918]]–1918: [[August Prinzinger der Jüngere]], Jurist
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* [[1919]]–[[1920]]: [[Eugen Pillwein]], [[Hofrat]] a. D. 
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* [[1921]]–1938: [[Franz Martin]], [[Salzburger Landesarchiv#Archivdirektoren|Landesarchivar]]
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* [[1938]]–[[1944]]: [[Richard Schlegel]], Landesplaner
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* [[1945]]–1945: [[Karl Fiala]]
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* [[1945]]–[[1950]]: Franz Martin (nochmals)
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* [[1951]]–[[1972]]: [[Herbert Klein]], Landesarchivar
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* [[1973]]–[[1981]]: [[Hans Wagner (Historiker)|Hans Wagner]], Ordinarius für Geschichte
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* [[1982]]–1994: [[Kurt Conrad]], Direktor des [[Salzburger Freilichtmuseum]]s
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* [[1994]]–1996: [[Friederike Zaisberger]], Landesarchivarin
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* [[1996]]–2015: [[Reinhard Rudolf Heinisch]], Historiker
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* [[2015]]–2024: [[Thomas Mitterecker]]
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* seit [[2024]]: Markus Bürscher
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== Ehrenmitgliedschaften ==
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Anlässlich des 125-Jahr-Jubiläums der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde wurde Senatsrätin Dr. [[Friederike Prodinger]] die Ehrenmitgliedschaft der Gesellschaft in der Festsitzung am [[23. September]] [[1985]] im Großen Sitzungssaal des [[Rathaus der Stadt Salzburg|Rathauses]] verliehen.<ref>[https://www.zobodat.at/biografien/Prodinger_Friederike_85_mitt_landeskunde_salzburg_138_1998.pdf www.zobodat.at/biografien], pdf, 24. September 1998: "Unserem Ehrenmitglied Frau Dr. Friederike Prodinger zum 85. Geburtstag gewidmet"</ref>
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== Publikationen ==
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* Siehe Übersicht auf der Homepage der Gesellschaft → [https://landeskunde.at/publikationen/ landeskunde.at/publikationen]
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* "Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde"  → [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=slk Digitalisierte Ausgaben]
  
==Aufgaben und Zweck der Gesellschaft==
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[[Datei:2024_11_27_Gesellschaft_für_Landeskunde_in_Sankt_Peter_02.jpg|thumb|November 2024: Der Tisch mit Informationsmaterial.]]
Laut Satzung setzt sich die Gesellschaft für die Beförderung der Kunde vom [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]] und seinen Bewohnern mit Rücksicht auf Gegenwart und Vergangenheit ein. Seit 1861 erscheinen die Mitteilungen der Gesellschaft (bisher 145 Bände). Veranstaltet werden Vorträge, Führungen und Exkursionen aus den Gebieten Geschichte, Kunst- und Musikgeschichte, Volkskunde und Naturwissenschaft.
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== Weiterführende Literatur ==
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* [[Hans Wagner (Historiker)|Hans Wagner]]: "Die ersten 25 Jahre der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde", in: MGSLK 118, 1978, S.&nbsp;189-224.  
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* [[Kurt Conrad|Conrad, Kurt]]: "Bericht über die 125-Jahr-Feier der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde", in: MGSLK 126, 1986, S.&nbsp;519&nbsp;ff.
  
Die Zahl der Mitglieder beträgt aktuell etwa 1600. Als Präsident fungiert derzeit Universitätsprofessor Dr. [[Reinhard Heinisch|Reinhard. R. Heinisch]] und als dessen Stellvertreter Dr. Erich Marx. Die Redaktion der Mitteilungsbände obliegt Univ.-Prof. Dr. [[Heinz Dopsch]] und Univ.-Prof. Dr. Guido Müller.
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== Weblink ==
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* [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=slk&datum=1863&page=480&size=30&qid=TC42KV7US9TS14GZ8WWW5KI75CCQH7 ANNO], Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 1863, ein Mitgliederverzeichnis des Jahres 1863
  
==Weiterführende Literatur==
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== Quellen ==
* Kurt Conrad: ''Bericht über die 125-Jahr-Feier der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde.'' In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Band 126. S 519ff.; Eigenverlag der Gesellschaft. Salzburg 1986
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{{Homepage|https://landeskunde.at}}
* Hans Wagner: ''Die ersten 25 Jahre der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde.'' In Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Band 118. S 189-224. Eigenverlag der Gesellschaft. Salzburg 1978
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{{Quelle Kulturlexikon}}
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*[[Franz Valentin Zillner|Zillner, Franz Valentin]]: "Ein kurzes Vorwort zur Gründung der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde", in: [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=18600003&zoom=2&seite=00000002&ues=0&x=20&y=12 MGSLK 1, 1860/61, S. 1–14]
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*derselbe: "Zur Gründungsgeschichte der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde", in: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=18930003&zoom=2&seite=00000059 33, 1893, S. 59–78]
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* [[Hans Widmann|Widmann, Hans]]: "Ein halbes Jahrhundert Salzburger Landeskunde 1860–1910", in: [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19100031&zoom=2&seite=00000007 MGSLK 50, 1910, S. VII]
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* [[Karl Heinz Ritschel|Ritschel, Karl Heinz]]: "Franz Valentin Zillner, 1816–1896. Der Vater der Salzburger Landeskunde." In: [[Anton Stockklausner|Stockklausner, Anton]] (Hg.): "In Salzburg geboren. Lebensbilder aus sieben Jahrhunderten." "[[Salzburger Nachrichten Verlagsgesellschaft m.b.H. & Co KG|Salzburger Nachrichten Verlags GmbH]]". Salzburg 1972. ISBN 3-85304-032-2
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* [[Erich Marx|Marx, Erich]]: "Festvortrag zum Jubiläum 150 Jahre Gesellschaft für Salzburger Landeskunde." In: MGSLK 151, 2011, S.&nbsp;13
  
==Quellen==
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== Einzelnachweise ==
* Homepage der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde
+
<references/>
* Adolf Haslinger, Peter Mittermayr (Hg.): ''Salzburger Kulturlexikon.'' [[Residenz Verlag]]. Salzburg-Wien-Frankfurt/Main 2001. ISBN 3-7017-1129-1
 
* Karl Heinz Ritschel: ''Franz Valentin Zillner, 1816-1896. Der Vater der Salzburger Landeskunde.'' In: ''In Salzburg geboren. Lebensbilder aus sieben Jahrhunderten.'' Anton Stockklausner (Hg.). [[Salzburger Nachrichten]] Verlags GmbH. Salzburg 1972. ISBN 3-85304-032-2
 
  
==Weblink==
 
* {{Homepage|http://www.landeskunde.at/}}
 
  
 
[[Kategorie:Geschichte]]
 
[[Kategorie:Geschichte]]
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[[Kategorie:Organisation]]
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[[Kategorie:Verein]]
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[[Kategorie:Stadt Salzburg]]

Aktuelle Version vom 26. Dezember 2025, 19:55 Uhr

Das Logo der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde.

Die Gesellschaft für Salzburger Landeskunde ist ein Verein, der sich die Förderung der Kunde vom Land Salzburg und seinen Bewohnern mit Rücksicht auf Gegenwart und Vergangenheit zum Ziel gesetzt hat.

Allgemeines

Vereinszweck ist nach der Satzung (seit 1860 unverändert) die "Förderung der Kunde vom Land Salzburg und seinen Bewohnern mit Rücksicht auf Gegenwart und Vergangenheit".

Seit 1861 erscheinen die Mitt(h)eilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde (MGSLK) als ein jährlicher Band (also bisher insgesamt rund 150) mit unregelmäßig erscheinenden, oft monographischen Ergänzungsbänden.

Veranstaltungen des Vereins sind Vorträge, Führungen und Exkursionen aus den Gebieten Geschichte, Kunst- und Musikgeschichte, Volkskunde und Naturwissenschaft.

Die Zahl der Mitglieder beträgt etwa 1 100 (Stand 2023).

Geschichte der Gesellschaft

Die Anfänge lagen um 1855 bei Konsistorialsekretär Doppler. Nachdem er tagsüber im Archiv gearbeitet hatte, ging er für gewöhnlich am Donnerstag auf ein Glas Wein in das "Gasthaus Reith" in der Milchgasse, der heutigen Goldgasse. Er hatte dabei stets den Wunsch, seine Funde und Entdeckungen auch anderen mitzuteilen. Dabei fand er in Dr. Spatzenegger einen Gesprächspartner. Nach einiger Zeit traten sie auch an den Salzburger Arzt und Gemeinderat Franz Valentin Zillner (* 1816; † 1896) heran, sich mit ihnen auszutauschen.

Doch Zillner lehnte zunächst ab. Er war von 9 Uhr vormittags bis in die Abendstunden mit "fleißiger Gartenarbeit" beschäftigt. Doppler und Spatzenegger trafen sich jedoch bereits um 16 Uhr und wollten davon auch nicht abrücken. Da kam Zillner der Gedanke, selbst derartige Treffen zu organisieren. Auch im Gasthaus Reith, aber abends um 19 oder 20 Uhr und Samstags, den "alten Ferialtag auf der Universität". Die ersten Versammlungen, deren Teilnehmer sich aus dem Freundeskreis Zillners rekrutierten, fanden seit 1856 im Gasthaus Raith statt. Die Gründungsmitglieder waren ausnahmslos honorige Bürger der Stadt Salzburg. Das neunköpfige Gründungskomitee bestand aus sechs Ärzten – Professor Dr. Carl Aberle, Prof. Dr. Johann Biatzowsky, Stadtphysikus Dr. Cornel Schwarz, Dr. Anton Eleutherius Sauter und Stadtarzt Dr. Franz de Paula Storch junior – dem Advokaten Dr. August Prinzinger der Ältere, dem Hauptmann a. D. Anton von Schallhammer und dem Staatsbeamten Adolf Ritter von Steinhauser.

Die Versammlungen fanden zunächst im ersten Stock im Gasthaus Reith statt. Die Diskussionen und Gespräche lockten mit der Zeit auch andere Wirtshausgäste in den ersten Stock. Das wurde dann aber den Teilnehmern der Gesellschaft auf Dauer zu unangenehm und man beschloss die Verlegung der wöchentlichen Treffen. Der neue Treffpunkt war beim "Traiteur Hecker im Faktor Mayr- oder Schatzhause über dem Eingangstor vom Universitätsplatze herein ein abgelegenes Zimmer mit einem einzigen großen Rundtische, der für ungebetene Gäste keinen Raum ließ." [1]

Nachdem die vorgesehenen Vereinssatzungen 1858 bei der Behörde eingereicht und eineinhalb Jahre später genehmigt worden waren, hielt die Gesellschaft ihre Gründungsversammlung am 23. September 1860 ab. Bürgermeister Heinrich Ritter von Mertens wurde zum ersten Vorstand gewählt. Weitere Gründungsmitglieder waren z. B. der Maler Georg Pezolt, der Geschichtsforscher Georg Abdon Pichler und Johann Horner, Mitbegründer der Internationalen Mozart-Gemeinde und Bruder von Romuald Horner OSB, Abt von St. Peter.

Nun nahm die Mitgliederanzahl weiter zu und die Stube im Schatzhaus wurde zu klein. 1863 wurden die Zusammenkünfte in das Kloster St. Peter verlegt. Zwischen 1860 und 1863 fanden die öffentlichen Jahres- und Monatsversammlungen im Sitzungssaal des Salzburger Gemeinderats im Rathaus statt.

Als Bereich der Landeskunde wurden im engeren Sinne die "drei Naturreiche", die Witterungsverhältnisse und die Landesbeschreibung, dann aber auch Landesgeschichte und Volkskunde einschließlich insbesondere der Kunstgeschichte aufgefasst.[2]

 
Die 165. Jahreshauptversammlung im November 2024 im romanischen Saal in St. Peter.

Bei den Jahreshauptversammlungen werden im Anschluss an die Vereinssachen Vorträge organisiert. Bei der 165. Jahreshauptversammlung im romanischen Saal in St. Peter präsentierte Dr. Stefan Trinkl den ersten Teil seines Buches Biographisches Priesterlexikon für die Erzdiözese Salzburg und das Bistum Chiemsee 1648 bis 1918.

Vereinsorgane

Organe des Vereins sind die Mitgliederversammlung, der Vorstand, der Beirat, die Rechnungsprüfer und das Schiedsgericht.

Der Vorstand (ursprüngliche Bezeichnung: Ausschuss) besteht aus dem Präsidenten (ursprüngliche Bezeichnung: Vorstand) und dessen Stellvertreter, dem Schriftführer und dessen Stellvertreter, dem Kassier und dessen Stellvertreter sowie mindestens vier weiteren Mitgliedern.

Als Präsident fungiert seit 27. November 2024 Mag. Markus Bürscher M. A. (LIS), als dessen Stellvertreter Dir. Dr. Oskar Dohle.

Vorstände und Präsidenten

Die Funktion des Vorstandes bzw. Präsidenten hatten inne:

Ehrenmitgliedschaften

Anlässlich des 125-Jahr-Jubiläums der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde wurde Senatsrätin Dr. Friederike Prodinger die Ehrenmitgliedschaft der Gesellschaft in der Festsitzung am 23. September 1985 im Großen Sitzungssaal des Rathauses verliehen.[3]

Publikationen

 
November 2024: Der Tisch mit Informationsmaterial.

Weiterführende Literatur

  • Hans Wagner: "Die ersten 25 Jahre der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde", in: MGSLK 118, 1978, S. 189-224.
  • Conrad, Kurt: "Bericht über die 125-Jahr-Feier der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde", in: MGSLK 126, 1986, S. 519 ff.

Weblink

  • ANNO, Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 1863, ein Mitgliederverzeichnis des Jahres 1863

Quellen

Einzelnachweise

  1. ANNO, "Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde", Ausgabe 1893, selbständige Mitteilungen Seite 67, die Gründungsgeschichte
  2. Zillner, aaO MGSLK 1860/61, S. 8 f; vgl. auch den Wikipedia-Artikel "Landeskunde".
  3. www.zobodat.at/biografien, pdf, 24. September 1998: "Unserem Ehrenmitglied Frau Dr. Friederike Prodinger zum 85. Geburtstag gewidmet"