Befestigung der Stadt Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen
| Zeile 59: | Zeile 59: | ||
Text wird ergänzt | Text wird ergänzt | ||
===Mönchsberg=== | ===Mönchsberg und Festungsberg=== | ||
Auch auf dem Mönchsberg wurden die alten Wehranlagen neu gestaltet und die Flanken des Berges weiter skarpiert um sei so als Wehrmauern zu gestalten: | |||
* die Müllner Schanze wurde im Norden des Berges schrittweise mit seinen drei übereinander liegenden Wehrebenen und den beiden Wehrtoren sowie seinem umlaufenden (heute leider großteils verfüllten 4,5 m tiefen und 8 m breiten) Wehrgraben errichtet, die mit ihren Vorwerken bis unmittelbar an die Augustinergase und an die Müllner Hauptstraße reicht. Die Müllner Schanze reichte im Osten bis zum Klausenkavalier (Humboldtterasse) und bis zum Kavalier unter dem Johannesschlössl im Westen. | |||
* Die Wehrmauer östlich der Bürgerwehr zum Stadtteil Riedenburg hin wurde deutlich erhöht, die dortigen Felsen skarpiert und damit der alte Aufgang auf den Berg verschlossen. | |||
* Die beiden Zwinger im Südwesten des Berges (heute Richterhöhe) wurden nach Westen (nach Bucklreut zu) durch eine vorgesetzte Wehrmauer verstärkt. Der Untere Zwinger wurde durch eine neues Wachehaus (Weingartenhaus) verstärkt. | |||
* Die Scharte zwischen Mönchsberg und Festungsberg mit seiner bisherigen Zufahrtsstraße von Süden her wurde mit einem breiten Wehrmauerzug verschlossen. An deiser Stelle wurde das äußere und das Inneres Schartentor errichtet. | |||
* Die Katze wurde wesentlich verstärkt und neu gestaltet. | |||
* Die mittelalterliche Burg wurde die Anlage von umgebenden Geschützbasteien (Obere und untere Hasengrabenbasteien, neu gestaltete obere und untere Nonnbergbasteien, Geschützbastei im Süden) zur neuzeitlichen Festung ausgestaltet und erweitert. Zudem wurde die Burg mit Wehrmauern und Sperrbögen im Raum des s Hohen Weges zur Stadt hin besser gesichert. | |||
* Die Zufahrtsweg vom St. Peterbezirk auf den Mönchsberg wurde ebenfalls mit einer hohen Mauer geschlossen, anstelle der Straße wurde ein gesicherter Stiegenaufgang errichtet. | |||
===Erhalten blieben aus dieser Zeit=== | ===Erhalten blieben aus dieser Zeit=== | ||
Version vom 23. März 2016, 07:36 Uhr


Die Stadtbefestigungen rund um die Stadt Salzburg sicherten über Jahrhunderte die Bürger der Stadt. Unter Einschluss der Festung Hohensalzburg führte ein geschlossener Ring von Stadtmauern um die Stadt (d.h. die heutige Altstadt.
Die Wehrmauern der 1. Stadtbefestigung im 11. - 13. Jahrhundert
Erhaltene Teile dieser Befestigung sind
- Stadtmauerreste in Altstadthäusern (nicht zugänglich; etwa im Keller des Rathauses) oder im Bereich des Großgasthofes Sternbräu
- Der Rote Turm (heute Freyschlösschen) und der Lambergturm am Mönchsberg (beide heute stark verändert) und weitere Wehrtürme auf dem Mönchsberg (Richterhöhe).
- Die Wehrmauern beim Benediktinenstift Nonnberg und
- verschiedene Stadttore
- (siehe Hauptartikel: Stadttore in Salzburg)
- Ein Stadtmauernrest in einem Hof der Lederergasse (Lederergasse 1 und 3)
- der gut erhaltene Wehrmauerteil westlich der Franziskuspforte samt erhaltenen Zinnen (Linzer Gasse 14)
Die Wehrmauern der 2. Stadtbefestigung
Sie stammt aus der Zeit etwa 1465 - 1490. Erhaltene Teile der Wehranlagen sind:
- Die Bürgerwehr auf dem Mönchsberg, ein achttürmiger Stadtmauerteil mit doppeltem Mauerzug samt aufgesetzten Wehrgängen (über Sigmundstor), 2005/2006 fanden erste Restaurierungsarbeiten unter Leitung von Ing. Rüdiger Schobersberger statt
- Die Reste des Äußeren Nonntaler Tores im Keller des Hauses Schanzlgasse 14 (Landeskindergarten) , erst verändert und wenig später aufgelassen unter Paris Lodron
- Reste der Stadtmauer in der Paris-Lodron-Straße, heute die straßenseitige hohe Begrenzungsmauer beim Loretokloster
- Die Bürgerwehr auf dem Mönchsberg (fertiggestellt nach 1500, zwei Türme sind heute verfallen)
Die 3. Stadtbefestigung
Sie stammt aus der Zeit um 1620 - 1648, während des Dreißigjährigen Krieges. Der weitaus größte Teil auch dieser Wehranlagen der Stadt sind nicht erhalten.
Rechtsseitige Altstadt
- dem St. Vital Bollwerk (heute Kurgarten),
- dem St. Virgil Bollwerk,
- dem St. Heinrich Bollwerk,
- dem St. Rupert Bollwerk und
- dem "halben" St. Sebastian Bollwerk, .
Die einstige Ausdehnung der einstigen Bollwerke kann im ringförmigen Verlauf von Franz-Josef-Straße und Auerspergstraße nachempfunden werden.
Vorgelagert waren zwischen den Bollwerken vier Ravelins:
Vor 1700 befanden sich zudem vor den Bollwerken noch vier Hornwerke, die weit nach Norden und Osten vorragten, im Westen reichten sie etwa bis zur heutigen Bahnlinie
Kapuzinerberg
- Mauerzug vom Kapuzinerkloster bis zum Franziskischlössl: Auf dem Kapuzinerberg ließ Paris Lodron im Süden und im Osten des Berges einen über 2 km langen verwinkelten Mauerzug am Rand des Plateaus errichten. (Der Mauerzug im Osten vom Franziskischlössl zum Oberen Gnigler Kavalier ist dabei nur in kleinsten Resten erhalten).
- Der Große und der Kleine Linzer Kavalier: Das klug angelegte Verteidigungssystem auf diesem Stadtberg besaß auch im Norden in den steilen Felsen hinein angelegte Verteidigungsstellungen. So wurden die von Osten in die Stadt führenden Hauptstraße und die zugehörigen Wehrbauwerke von oben her überwacht.
- Der Untere und der Obere Gnigler Kavalier: Zwei weitere Kavaliere wurden im Osten des Berges angelegt um die Gnigler Schanze in der Talenge zum Neuhauser Schlossberg hin ausreichend schützen zu können und gleichzeitig den Ostabhang des Kapuzinerberges.
- Die Basteien über der Steingasse und dem Platzl hin: Die Wehrbauten aus der Zeit der 3. Stadtbefestigungen bezogen auch den Garten des Kapuzinerklosters in die Befestigungsanlagen ein, die Imbergstiege wurde aus der Steingasse (damals noch aus Holz gefertigt), und der Prügelweg von der Linzer Gasse auf wurde mit wehrhaften Torbögen versehen.
- Weiters gab es auf dem Kapuzinerberg drei Pulvertürme, eine Roßmühle und nächst einstigen Soldatenunterkünften auch verschiedene Ziehbrunnen. Als Militärbezirk war der Kapuzinerberg für Zivilisten bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts gesperrt.
Linksseitige Altstadt
Text wird ergänzt
Mönchsberg und Festungsberg
Auch auf dem Mönchsberg wurden die alten Wehranlagen neu gestaltet und die Flanken des Berges weiter skarpiert um sei so als Wehrmauern zu gestalten:
- die Müllner Schanze wurde im Norden des Berges schrittweise mit seinen drei übereinander liegenden Wehrebenen und den beiden Wehrtoren sowie seinem umlaufenden (heute leider großteils verfüllten 4,5 m tiefen und 8 m breiten) Wehrgraben errichtet, die mit ihren Vorwerken bis unmittelbar an die Augustinergase und an die Müllner Hauptstraße reicht. Die Müllner Schanze reichte im Osten bis zum Klausenkavalier (Humboldtterasse) und bis zum Kavalier unter dem Johannesschlössl im Westen.
- Die Wehrmauer östlich der Bürgerwehr zum Stadtteil Riedenburg hin wurde deutlich erhöht, die dortigen Felsen skarpiert und damit der alte Aufgang auf den Berg verschlossen.
- Die beiden Zwinger im Südwesten des Berges (heute Richterhöhe) wurden nach Westen (nach Bucklreut zu) durch eine vorgesetzte Wehrmauer verstärkt. Der Untere Zwinger wurde durch eine neues Wachehaus (Weingartenhaus) verstärkt.
- Die Scharte zwischen Mönchsberg und Festungsberg mit seiner bisherigen Zufahrtsstraße von Süden her wurde mit einem breiten Wehrmauerzug verschlossen. An deiser Stelle wurde das äußere und das Inneres Schartentor errichtet.
- Die Katze wurde wesentlich verstärkt und neu gestaltet.
- Die mittelalterliche Burg wurde die Anlage von umgebenden Geschützbasteien (Obere und untere Hasengrabenbasteien, neu gestaltete obere und untere Nonnbergbasteien, Geschützbastei im Süden) zur neuzeitlichen Festung ausgestaltet und erweitert. Zudem wurde die Burg mit Wehrmauern und Sperrbögen im Raum des s Hohen Weges zur Stadt hin besser gesichert.
- Die Zufahrtsweg vom St. Peterbezirk auf den Mönchsberg wurde ebenfalls mit einer hohen Mauer geschlossen, anstelle der Straße wurde ein gesicherter Stiegenaufgang errichtet.
Erhalten blieben aus dieser Zeit
In der linksseitigen Altstadt
- Stadtmauerrest am Rudolfskai, beidseits des ehemaligen Michaelstores gelegen, vgl. Wappen mit Jahr 1620
- Stadtmauerrest des St. Erentrudis Bollwerkes in der Basteigasse
- Das Äußere Nonntaler Tor im Keller des Hauses Schanzlgasse 14.
- Das Gstättentor (1618, erste Anlage 1280)
- Das Klausentor (1612, erste Anlage um 1280)
Auf dem Mönchsberg
- Müllner Schanze als dreistufige Wehranlage mit Augustinerpforte und Monikapforte und nächstgelegen dem Klausen-Kavalier (Humboldtterrasse). Der vordere Wehrgraben ist heute zugeschüttet und durch einen serpentinenartigen Straßenneubau stark beeinträchtigt
- die skarpierten Felsen des Mönchsbergs teilweise mit aufgesetzten Wehrmauernzug
- das Torwächterhaus des Zwingers unterhalb der Richterhöhe
- Die „Katze“ (in der ersten Anlage aus der Zeit der 2. Stadtbefestigung)
Im Raum der Rechtsseitigen Altstadt
- Das Innere Steintor
- Die Wasserbastei im Mirabellgarten und die das Heckentheater westlich begrenzende Wehrmauer, die sich - in der Basis ebenfalls stark eingeschüttet hinter dem Mozarteum (Stiftungsgebäude und Großer Saal) fortsetzt.
Auf dem Kapuzinerberg
- Erhalten bleib ein Großteil des Wehrmauernzuges auf dem Berg
- die beiden Linzer Kavaliere im Norden des Berges
- die beiden Gnigler Kavaliere im Osten des Berges
- Die Felixpforte (in der Linzergasse beim Aufgang auf den Berg
- Das Franziski-Schlössl
- Die Hettwer-Bastei und umgebende Basteien
Die Schleifung der Wehranlagen im 19. Jahrhundert
Mit dem Anschluss des Landes Salzburgs (bzw. der größten Teile Salzburgs) an die Monarchie Österreich mit Jahresbeginn 1816 gelangten die Anlagen in den kaiserlichen Besitz. Im Jahr 1860 wurden die Statuten der Gesamtstadt als Festung aufgehoben. Die Festungsbauten entsprachen nicht mehr der Waffenentwicklung. Mit Allerhöchster Entschließung[1] wurden am 26. April 1866 die Festungswerke zwischen Schloss Mirabell und dem Linzer Tor anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums der Vereinigung von Salzburg mit dem Kaiserthum Österreich als Geschenk der Stadtgemeinde übergeben (nicht aber die Festung Hohensalzburg, die weiterhin im Besitz des Kaisers blieb!). Nun wurden die Festungswerke schrittweise abgerissen. Das Material wurde für die Salzachregulierung und für die Kanalisation verwendet.
Es taucht immer wieder die Meinung auf, der Salzburger Gemeinderat hätten in den folgenden Jahren einen Beschluss gefasst, nach der Schleifung dieser Befestigungsanlagen auch die Festung Hohensalzburg zu schleifen. Mit dem Begriff "Festung" wurde damals allerdings nicht nur Hohensalzburg verstanden, sondern die gesamte befestigte Stadt. Kaiser Franz Joseph I. schenkte nur große Teile der Befestigungsanlagen der Stadt, nicht jedoch die Festung Hohensalzburg. Diese blieb weiterhin Kaserne und Depot. Zudem blieb der Wert der Festung für die städtischen Gremien auch damals unbestritten.
Siehe auch
- Stadtmauerreste bei Umbauarbeiten entdeckt (Hinweis: Der Wehrmauerzug wurde damals nicht wirklich entdeckt, aber in seiner Lage noch genauer bekannt)
Weblinks
Historisches Kartenmaterial über die Stadt Salzburg:
- Von Dr. Reinhard Medicus erstellte weitgehend katasterscharfe Stadtplanserie der Stadt Salzburg (30-Jahr-Abstände) der Jahre 1800-2010
- Österreichischer Städteatlas/Salzburg
- Wachstumsphasenkarte mit Legende, von den Anfängen bis 1830
Fußnoten
- ↑ von Kaiser Franz Joseph I. ...
Quellen
Lehrerarbeitsgemeinschaft am Pädagogischen Institut Salzburg unter der Leitung von Josef Hübl: Heimatkunde Stadt Salzburg, Salzburger Druckerei, Ausgabe Mai 1974
- 900 Jahre Festung Hohensalzburg, Landesfest 4. bis 12. Juni 1977, Schriftenreihe des Landespressebüro Salzburg, 1977
- Hauptartikel: Neustadt, Müllner Schanze;
- Kapuzinerkloster am Kapuzinerberg, Verlag St. Peter, Erzabtei St. Peter, Salzburg, 2. überarbeitete Auflage 2001
- Salzburgwiki-Beitrag Altstadt