Alexandra Meissnitzer

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Alexandra Meissnitzer im November 2017 bei der Lotterien Sporthilfe-Gala mit der Ehrung des österreichischen Sportlers des Jahres in der Marx Halle in Wien.

Alexandra "Meissi" Meissnitzer (* 18. Juni 1973 in Abtenau im Lammertal) ist eine erfolgreiche ehemalige Salzburger Skirennläuferin.

Übersicht

Sie wurde einmal Gesamtweltcupsiegerin sowie zweimal Siegerin eines Disziplinenweltcups. Sie ist zweifache Weltmeisterin und gewann weitere vier Medaillen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften. Die frühere Exekutivbedienstete der Bundespolizei ist heute in der Privatwirtschaft tätig. Ihr Skiclub ist der USV Abtenau.

Leben

Nach dem Ende ihrer aktiven Skisportkarriere 2008 war sie vom 20. Dezember 2008 bis März 2025 als Co-Kommentatorin und bis 2022 als Kameraläuferin bei alpinen Damenrennen für den ORF im Einsatz. Anfang 2012 konnte sie ein Studium zum Master of Business Administration (MBA) am Studienzentrum Hohe Warte erfolgreich abschließen.[1] Sie ist als Vortragende und Moderatorin tätig.

In der ORF-Tanzshow Dancing Stars belegte sie 2011 in der 6. Staffel gemeinsam mit dem Salzburger Profitänzer Florian Gschaider den zweiten Platz.

Alexandra Meissnitzer am Red Carpet des Filmball Vienna im Rathaus in Wien, 2015

Seit 2016 ist Alexandra Meissnitzer für die SalzburgerLand Tourismus GmbH als Botschafterin tätig.[2] Unter dem Titel "Meisis Reise" bereist sie das Salzburger Land und berichtet über Projekte aus den Themenbereichen Kulinarik, Sport und Gesundheit.[3]

Im Sommer 2025 wechselte Alexandra Meissnitzer für "Sonderprojekte des Präsidenten" zum Weltverband FIS.[4]

Ihre Cousine Christiane Meissnitzer, Sängerin, gründete 1996 mit anderen die Meissnitzer Band, die anfänglich zur Unterstützung von Alexandras Ski-Karriere gedacht war, später aber auch unabhängig davon Musik im Genre Alpenrock machte.

Sportliche Karriere

Ihren ersten großen Erfolg feierte sie mit zehn Jahren, als sie österreichische Schülermeisterin im Riesentorlauf wurde. Nach dem Besuch der Hauptschule beendete die sympathische Tennengauerin 1991 die Ski-Handelsschule[5][6] in Schladming. Danach begann sie eine Ausbildung als Polizistin, die ihr ermöglichte, viel Zeit für das Training aufzuwenden.

1989 wurde sie zweifache österreichische Jugendmeisterin, 1990 und 1991 waren es sogar jeweils drei Jugendmeistertitel. Durch gute Leistungen im Europacup (Gesamt-, Super-G- und Riesenslalomsieg 1990/91) und bei den Juniorenweltmeisterschaften 1991 in Geilo und Hemsedal (4. Platz im Super-G) qualifizierte sie sich für den Skiweltcup. Ihr erstes Weltcuprennen war am 7. Dezember 1991 ein Super-G in Santa Caterina (ITA), in dem sie als 28. ihre ersten Weltcuppunkte holte. In der Saison 1991/92 wurde sie bei den Juniorenweltmeisterschaften in Maribor Zweite in der Abfahrt und Dritte im Super-G, außerdem gewann sie die Super-G-Wertung des Europacups.

Am 12. Dezember 1992 stürzte sie in der Abfahrt von Vail (USA) schwer. Die Verletzungen heilten zwar rasch, doch Meissnitzer hatte infolgedessen mit mentalen Problemen zu kämpfen, konnte kaum noch ein gutes Resultat erzielen und galt für viele bereits als "ewiges Talent". Es dauerte auf den Tag genau vier Jahre, bis sie in Val-d'Isère (FRA) erstmals auf dem Podium stand – und das gleich als Siegerin, wieder in einem Super-G. In der Saison 1996 folgten noch sechs weitere Podiumsplatzierungen, ein Kunststück, das ihr auch im folgenden Jahr gelang. 1999 sollte dann zum erfolgreichsten Jahr Alexandra Meissnitzers im Weltcup werden: Acht Siege, drei zweite Plätze und zwei dritte Plätze ermöglichten ihr den Gewinn des Gesamtweltcups sowie der kleinen Kristallkugeln im Super-G und im Riesentorlauf. In der Abfahrtswertung wurde sie Zweite.

Alexandra Meissnitzer

Bei einem folgenschweren Sturz im Super‑G‑Training in Lake Louise, Kanada, Ende 1999 erlitt die Abtenauerin einen Kreuzbandriss: Die Saison war für die Salzburgerin gelaufen. Alexandra Meissnitzer nutzte die Pause, um ihre Ausbildung zu beenden: Am 17. Mai 2000 wurde sie in der Schulungsabteilung Großgmain als "Inspektorin der Bundesgendarmerie" ausgemustert.

Im Herbst 2000 musste sich Alexandra Meissnitzer erneut einer Knieoperation unterziehen. Ab 2002 war sie dann aber wieder für Spitzenplätze gut, vor allem in ihrer Lieblingsdisziplin Super‑G und in der Abfahrt. 2004 stand sie im Super‑G von Megève (FRA) erstmals seit ihrem Gesamtweltcupsieg wieder ganz oben auf dem Podest; ihr bislang letzter Sieg datierte vom 4. Dezember 2005, natürlich im Super‑G von Lake Louise. Ein Monat später stand sie am 15. Jänner 2006 im Super‑G von Bad Kleinkirchheim als Zweite zum letzten Mal auf einem Podest. Im Super‑G‑Weltcup belegte sie Rang zwei hinter Michaela Dorfmeister.

In der Saison 2007 waren drei vierte Plätze im Super‑G und ein sechster Platz in der Abfahrt ihre besten Resultate. Am Ende der Saison erklärte sie, noch eine Saison – ihre 17. im Weltcup – anhängen zu wollen. In 310 Weltcupstarts landete Meissnitzer insgesamt 44‑mal auf dem Podium der ersten Drei, das letzte Mal bei ihrem Abschiedsrennen am 13. März 2008, wo sie im Super‑G von Bormio (ITA) Rang 3 belegte. Sie feierte 14 Weltcup‑Siege.

Bei einem großen Abschiedsfest mit 2 500 Gästen in Abtenau bedankte sich Alexandra Meissnitzer am 19. April 2008 bei ihren Mitstreitern, Trainern, Kolleginnen und Fans für die langjährige Unterstützung.

Großereignisse

1994 durfte Alexandra Meissnitzer erstmals bei einem Großereignis starten: Als Ersatzfrau für Monika Meierhofer kam sie im Olympia-Riesentorlauf von Lillehammer zum Einsatz, schied dort aber aus. Ihre ersten Ski-Weltmeisterschafts-Einsätze in der Sierra Nevada und in Sestriere waren von unglücklichen Verletzungen – in Spanien riss sie sich beim Treppensteigen das Seitenband ein – und von schlechten Resultaten überschattet.

Bei den Olympischen Winterspielen in Nagano (JAP) konnte sie erstmals ihr Potential ausschöpfen und mit der Bronzemedaille im Super-G sowie der Silbermedaille im Riesentorlauf zwei Medaillen gewinnen. Ein Jahr später in Vail (USA) folgte auch der Durchbruch bei Weltmeisterschaften: Am 3. Februar 1999 krönte sie sich zur Super-G-Weltmeisterin, am 11. Februar dann noch zur Riesenslalom-Weltmeisterin. Dazwischen wurde sie in der Abfahrt als viertbeste Österreicherin Vierte und schrammte um zehn Hundertstel am Podium vorbei:

  1. Renate Götschl 01:48,20 min.
  2. Michaela Dorfmeister 01:48,35 min.
  3. Stefanie Schuster 01:48,37 min.
  4. Alexandra Meissnitzer 01:48,47 min.

Zwei vierte Plätze waren auch die Ausbeute der Olympischen Spiele von Salt Lake City 2002 (USA). Bei den Skiweltmeisterschaften in St. Moritz in der Schweiz gewann sie die Silbermedaille im Abfahrtslauf. Die Skiweltmeisterschaften in Bormio (ITA) 2005 gerieten wieder zum Desaster, aber bei den Olympischen Spielen von Turin (ITA) gewann sie am 20. Februar 2006 noch einmal die Bronzemedaille im Super‑G. Bei den Skiweltmeisterschaften 2007 in Åre (Schweden) belegte sie im Super‑G den 8. Rang.

Ehrungen

1998 und 1999 wurde Alexandra Meissnitzer jeweils zu Salzburgs Sportlerin des Jahres gewählt. 2017 wurde sie bei der Leonidas Sportgala für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. 1998 erhielt sie das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.

Erfolge

  • 1x Silber bei Olympia 1998 (Nagano, Japan)
  • 2x Bronze bei Olympia 1998 und 2006 (Turin, Piemont, Italien)
  • 2x Weltmeisterin 1999 (Vail, USA)
  • 1x Vize-Weltmeisterin 2003 (St. Moritz, Schweiz)
  • 1x Weltcup-Gesamtsiegerin 1999
  • 1x Disziplinenwertung Riesentorlauf 1999
  • 1x Disziplinenwertung Super-G 1999
  • 14 Siege im Weltcup
  • 44 Podestplatzierungen im Weltcup
  • Silber und Bronze bei der Juniorenweltmeisterschaft 1992 (Marburg, Slowenien)

Olympische Spiele

  • Nagano, Japan, 1998: 2. Riesenslalom, 3. Super-G, 8. Abfahrt
  • Salt Lake City, USA, 2002: 4. Super-G, 4. Riesenslalom
  • Turin, Piemont, Italien, 2006: 3. Super-G, 8. Abfahrt

Weltmeisterschaften

  • Sierra Nevada, Spanien, 1996: 16. Abfahrt, 23. Super-G
  • Sestriere, Piemont, Italien, 1997: 13. Super-G, 17. Abfahrt
  • Vail/Beaver Creek, USA, 1999: 1. Riesenslalom, 1. Super-G, 4. Abfahrt
  • St. Anton am Arlberg, Vorarlberg, 2001: 8. Super-G, 11. Abfahrt
  • St. Moritz, Schweiz, 2003: 2. Abfahrt, 5. Super-G
  • Santa Caterina Valfurva, Lombardei, Italien, 2005: 22. Abfahrt
  • Åre, Schweden, 2007: 8. Super-G

Juniorenweltmeisterschaften

  • Zinal, Schweiz, 1990: 13. Abfahrt, 14. Riesenslalom
  • Geilo/Hemsedal, Norwegen, 1991: 4. Super-G, 7. Riesenslalom, 16. Abfahrt
  • Marburg, Slowenien, 1992: 2. Abfahrt, 3. Super-G, 7. Riesenslalom

Weltcupwertungen

(keine Änderungen notwendig – Tabelle formal korrekt)

Weltcupsiege

Insgesamt gewann Alexandra Meissnitzer 14 Weltcuprennen (7 × Super-G, 5 × Riesenslalom und 2 × Abfahrt).

Datum Ort Land Disziplin
7. Dezember 1995 Val-d’Isère Frankreich Super-G
20. Dezember 1995 Veysonnaz Schweiz Super-G
15. März 1998 Crans-Montana Schweiz Riesenslalom
19. November 1998 Park City (Utah) USA Riesenslalom
29. November 1998 Lake Louise (Alberta) Kanada Super-G
10. Dezember 1998 Val-d’Isère Frankreich Super-G
11. Dezember 1998 Val-d’Isère Frankreich Riesenslalom
19. Dezember 1998 Veysonnaz Schweiz Abfahrt
24. Jänner 1999 Cortina d’Ampezzo Italien Riesenslalom
22. Februar 1999 Åre Schweden Riesenslalom
10. März 1999 Sierra Nevada Spanien Abfahrt
4. Jänner 2004 Megève Frankreich Super-G
11. Dezember 2004 Zauchensee Österreich Super-G
4. Dezember 2005 Lake Louise Kanada Super-G

Daneben erreichte sie 30-mal einen Podestplatz (sechsmal in der Abfahrt, elfmal im Super-G, elfmal im Riesenslalom, zweimal im Parallelslalom) und 97 weitere Platzierungen in den besten Zehn (31-mal in der Abfahrt, 41-mal im Super-G, 23-mal im Riesenslalom, zweimal in der Kombination).

Europacup

  • Saison 1990/91: 1. Gesamtwertung, 1. Super-G, 1. Riesenslalom, 6. Abfahrt
  • Saison 1991/92: 1. Super-G
  • Saison 1993/94: 3. Gesamtwertung, 2. Super-G, 7. Abfahrt

Österreichische Meisterschaften

  • Sechsfache Österreichische Staatsmeisterin: Abfahrt (1994), Super-G (1994, 1998, 2002), Riesenslalom (1999, 2004)

Bilder

 Alexandra Meissnitzer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. www.oe24.at "Meisi" feiert ihren MBA-Abschluss. 19. April 2012
  2. web.archive.org "Meisi" wird Botschafterin fürs SalzburgerLand, 28. Juli 2016
  3. www.salzburgerland.com Meisis Reise durchs SalzburgerLand.
  4. www.sn.at, 2. September 2025
  5. siehe EnnstalWiki → Ski-Akademie Schladming
  6. Verlinkung(en) mit "enns:" beginnend führ(t)en zu Artikeln, meist mit mehreren Bildern, im EnnstalWiki, einem Schwesterwiki des SALZBURGWIKIs