Schaffner-Haus
Das Schaffner-Haus ist ein unter Denkmalschutz stehendes historisches Gebäude in der Salzburger Altstadt am Waagplatz.
Einleitung
Das Schaffner-Haus besteht aus zwei Gebäuden. Im direkt an den Waagplatz grenzenden Gebäude befindet sich heute das K+K Restaurant am Waagplatz, in dem ein historisches Gewölbe aus dem 12. Jahrhundert als Freysauffkeller genutzt wird.
Der hintere Teil, der über einen kurzen Weg an der linken Gebäudeecke erreichbar ist, trägt heute die Adresse Waagplatz 1a und wird als Georg-Trakl-Haus bezeichnet. Dieser Teil des Gebäudes ist das Geburtshaus des Dichters Georg Trakl (* 1887; † 1914).
Der Großteil der Bausubstanz beider Gebäudeteile stammt aus dem 16. Jahrhundert. Die heutige Fassade wurde um 1860 neu gestaltet.
Heute befinden sich im hinteren Gebäude und um dessen Hof eine Gedenkstätte mit Museum für Georg Trakl sowie die Salzburger Kulturvereinigung.
Im sogenannten Trakl-Hof kann man die von Arno Breker geschaffene Büste des senegalesischen Politikers und Dichters Léopold Sédar Senghor (* 1906; † 2001) und einen Ziehbrunnen sehen. Die Bürgerhäuser um diesen Hof stammen im Kern aus dem Mittelalter.
Geschichte der Gebäudeteile
Wie der Fund eines Mosaikbodens innerhalb der Toreinfahrt beweist, stehen die Gebäude auf Resten des alten Iuvavum.
Um 1181–83 wird ein Meinhard vor der Pforte als Besitzer des Hauses genannt. Damit wurde ausdrückt, dass Meinhard vor der damals dort gelegenen Pforte zur Bischofsburg wohnte − im Gegensatz zu seinem Sohn oder Enkel, den man um 1231 als Meinhard an der Pforte bezeichnete.
1250 findet sich in den Büchern des Domkapitels eine Geldanweisung an die Söhne von Karl von Gutrat, Otto und Chuno, die im Hause Meinhard an der Pforte wohnten. Dieses Haus hatten die Gutrater zu Erbrecht, den noch 1364 den Namen des drugsazz haws' - die Gutrater waren des Erzstifts Erbtruchsesse.
Erzbischof Friedrich III. von Leibnitz tauschte 1327 mit dem Benediktinerstift Admont deren älteren Admonter Hof gegen diese beiden Häuser am Waagplatz. Friedrich errichtete daraufhin anstelle des alten Admonter Hofes das Bürgerspital St. Blasius.
1412 gab Abt Georg Lueger[1][2] von Admont das Haus dem Goldschmied Peter zu Leibgeding (auf drei Leib: Peter, seiner Frau und Schwester).
1443 bekam die Hälfte des Hauses der Maler Hanns Mynner zu Erbrecht, die andere Hälfte Oswald Kramer.
1454 besaß es oder wohnte darin der Apotheker Zacharias Stewitz. 1476 ging es im Erbrecht von dessen Kindern auf den Bürgermeister (1468, 1469, 1476 und 1477) Jakob Schönperger über.
Aber noch zu dieser Zeit bestand die Verpflichtung, Mönchen von Admont während ihres Aufenthalts in Salzburg mit Dach und Fach zu versorgen.
1496 findet sich die Erwähnung als des von Admont haws, 1514 wohnte der abgedankte Abt Michael Kollin<ref>siehe Ennstalwiki → enns:Michael Kollin im oberen Stübchen des Hauses.
1500 erhielt Afra Stumpf das Gebäude zu Leibgeding, 1526 war es des Stumphen und Rudolph-haws.
Das Gebäude ging dann höchstwahrscheinlich 1575 in das erzbischöfliche Urbar über und befand sich noch 1650 in demselben.
1593 erwarb es Wolf Baurnfeind durch Kauf, des Mathias Baurnfeind Witwe, geb. Zapler, wieder verheiratete Fraißsauf, erhielt 1641 beide Häuser. 1647 besaß Egidius Berner den hinten errichteten Neubau, das Bernerstöckl. Seine Frau Sophia war eine Tochter Baurnfeinds. Frau von Kimpflern, geb. Baurfeind, vereinigte dann 1676 beide Häuser.
Mehrere Verwandte erhielten die Gebäude und es kam immer wieder zu Teilungen.
Es folgen u. a. Johann Sebastian, dann 1806 Caspar von Freißauf (Fraißauf und Freisauf), 1808 ein Kaufmann Freyssauf, 1813 dessen Erbe und vier weitere Verwandte und 1818 der Kaufmann Schaffner, der dem Haus den Namen gab. 1858 gab es drei Besitzer und 1874 folgten Karl Roll und Harretsberger.
Auch wird wiederkehrend eine Unterscheidung zwischen dem vorderen (Waagplatz 2) und dem hinteren (heute Waagplatz 1a) Gebäude erwähnt. Bei den Teilungen des Hauses in ein vorderes, hinteres, in Böden, in Viertel, 32stel, 74stel wurden auch die Fischbehälter, die Keller, das Torwartzimmer, das Wagen-, Speise- und Käsegewölbe, der Stall, die Teile des Dachbodens den jeweiligen Eigentümern zugeschrieben.
Quellen
- Die Einleitung stammt vom Text "Waagplatz" und dortigen Quellen
- Franz Valentin Zillner: Geschichte der Stadt Salzburg, I. Buch, Salzburg 1885, Seite 277 (bei Internetabfrage Seite 291)
- Digitaler Stadtplan von Salzburg
Weblinks
- Lage auf dem digitalen Stadtplan von Salzburg
Fußnote
- ↑ siehe Ennstalwiki → enns:Georg Lueger
- ↑ Verlinkung(en) mit "enns:" beginnend führ(t)en zu Artikeln, meist mit mehreren Bildern, im EnnstalWiki, einem Schwesterwiki des SALZBURGWIKIs