Friedhof von St. Peter
Geschichte
Der Petersfriedhof der Stiftskirche St. Peter in der Altstadt von Salzburg ist neben dem Friedhof des Stiftes Nonnberg die älteste christliche Begräbnisstätte Salzburgs. Er wurde bereits in nachrömisch-antiker Zeit als Begräbnisstätte benützt. Durch seine Lage am Fuß des Festungsberges und sein „malerisches“ Gelände war der Petersfriedhof ein bevorzugtes Thema der Malerei und Dichtung des 19. Jahrhunderts. Im Petersfriedhof finden sich in den Berg hinein gehauene so genannte Katakomben. Sie dienten nicht als Begräbnisort und sind vermutlich spätantiken Ursprungs. Hier sind die Gertraudenkapelle und die Maximuskapelle zu finden.
Die Kapellen
- Kreuzkapelle: Sie wurde an der Stelle der ältestes Stiftskirche um 1170 erbaut. Sie befindet sich vom Klosterhof her kommend rechts nach dem Durchgang unter dem Gebäudeteil, der Stiftskirche und Peterskeller miteinander verbindet.
- Ägydiuskapelle: Sie wurde 1172 bei jener Stelle errichtet, die man als älteste Gebetshöhle des Hl. Rupert zeigt.
- Maximuskapelle ist Teil der Katakomben
- Katharinenkapelle: Sie befindet sich an der südlichen Außenmauer der Stiftskirche
- Margarethenkapelle: Sie steht in der südlichen Ecke des Petersfriedhofes und wurde 1491 erbaut.
- Marienkapelle, früher St. Veits-Kapelle genannt, in ihr befindet sich die Gruft vom Erzstift mit einigen Gräbern von Äbten.
Bemerkenswerte Gräber
Bei einem Spaziergang durch den Friedhof kann man zahlreiche bekannte Salzburger Namen und sonst bemerkenswerte Gräber entdecken:
In den Gruftarkaden:
- Eligius Scheibl, Bürgermeister von 1898 bis 1900 (Nr. XIV)
- Familie Hagenauer: Lorenz, Hausherr der Familie Mozart (Nr. XVI), und Wolfgang, Architekt (Nr. LII)
- Heinrich Ritter von Mertens, Bürgermeister von 1861 bis 1872 (Nr. XIX)
- die Weisersche Grabstätte mit Ignatz Anton von Weiser, Bürgermeister und Mozart-Librettist, aber auch z.B. Carl Tomaselli, Cafetier (Nr. XXII)
- die Grabnische derer von Kleimayrn (Nr. XXIIIa)
- Mathias Gschnitzer, Bürgermeister von 1847 bis 1850 (Nr. XXVIII)
- die Irresbergersche Grabstätte (Hotel Österreichischer Hof (Nr. XXVII)
- Dombaumeister Santino Solari (Nr. XXX)
- Robert Keldorfer, Komponist (Nr. XXXII)
- Opernsänger Richard Mayr (1877–1935) (Nr. XXXIII)
- Alois Lergetporer, Bürgermeister von 1831 bis 1847 (Nr. XXXIX)
- Otto Pflanzl, Heimatdichter (Mei Hoamat, mei Salzburg), (Nr. XLI)
- Kaufmannsgeschlecht Pauernfeind und Fabrikantenfamilie Dietz (Nr. L)
- Sigmund Haffner, Bürgermeister von 1768 bis 1772
Beim Aufgang zu den Katakomben
- Komponist Michael Haydn
Unter den Reihengräbern:
- Mozarts Schwester Maria Anna „Nannerl“ verh. von Berchtold zu Sonnenburg
- Clemens Holzmeister, Architekt
- Andreas Nesselthaler, Hofmaler
- Richard Hildmann, Bürgermeister 1935-38 und 1945/46
- Josef Becvar, Architekt
- General Harry J. Collins, 1946 - 1948 Militärkommandant in Salzburg, und seine Frau Irene geb. Gehmacher
- Anton Hansch, Landschaftsmaler
- Franz Martin, Kunsthistoriker
- Dr. Bernhard Paumgartner, Dirigent
- Georg Schuchter, Schauspieler
- das polyglotte Grabmal des Dominicus Oberlechner
- die Stumpföggersche Grabstätte
- DDr. Hans Lechner, 1961 - 1977 Landeshauptmann von Salzburg
Quellen
Lehrerarbeitsgemeinschaft am Pädagogischen Institut Salzburg unter der Leitung von Josef Hübl: Heimatkunde Stadt Salzburg, Salzburger Druckerei, Ausgabe Mai 1974
Bildergalerie
Tafel mit Gedicht von Georg Trakl im Petersfriedhof