Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg
Maximilian Gandolph Graf (bis 1665 Freiherr) von Kuenburg, auch Max Gandolph Kuenburg (* 30. Oktober 1622 in Graz; † 3. Mai 1687 in Salzburg), war vom 7. Juli 1668 bis zum 3. Mai 1687 Fürsterzbischof von Salzburg und seit 1686 Kardinal. Der Name Gandoph leitet sich von der latinisierten Form Maximilianus Gandolphus comes de Kuenburg ab. Die übliche deutsche Schreibweise (Kurzform) ist in der Regel Max Gandolf Kuenburg.
Familie und Werdegang
Maximilianus Gandolphus Vater war der erzherzoglich-steirische Landesviezedeom Reinprecht Moritz Freiherr von Kuenburg (* 1577; † 1638). Zur väterlichen Verwandtschaft gehören auch Max Gandolphs Amtsvorgänger Michael von Kuenburg (* 1514; † 1560; Fürsterzbischof ab 1554), und Georg von Kuenburg (* 1530; † 1587). Geboren im Schrattenbach'schen Haus zu Graz im Sack, verlor der geschwisterlose Max Gandolph früh seine Mutter, Helena, geb. von Schrattenbach (* 1585; † 1623).
Ein Oheim war der Salzburger Domherr Wolf Wilhelm v. Schrattenbach († 1654), der auch fürsterzbischöflicher Kammerpräsident und Senior des Domkapitels war – über ihn kam die für Max Gandolph wegweisende Verbindung zum Salzburger Hof zustande. Ein Cousin war der Prager Kardinal-Erzbischof Ernst Adalbert von Harrach (* 1598; † 1667).
Werdegang:
- Besuch des Grazer Jesuitengymnasiums;
- Studium der Philosophie, 1641 Dr. phil.; seine Doktoratsthesen widmete er Fürsterzbischof Paris Graf von Lodron, dem er sie persönlich überreichen durfte;
- Studium der Theologie am Collegium Germanicum in Rom, am 26. August 1641 promovierte er zum Dr. phil.
- 1644 Kanoniker in Salzburg
- 1647 Domherr
- 14. September 1648 erhielt er in Anwesenheit des Kurfürsten Maximilian I. v. Bayern (* 1573; † 1651) und seiner Familie die Priesterweihe
- 1654 Präsident des Salzburger Konsistoriums
- 1654 Bischof von Lavant
- 1665 Bischof von Seckau
- 1665 Erhebung in den Reichs- und erbländischen (österreichischen) Grafenstand
- 7. Juli 1668 Wahl zum Salzburger Fürsterzbischof, am 18. August 1668 zog der neue Fürst von Schloss Mirabell in seine Residenzstadt ein
Max Gandolph starb am 3. Mai 1687 an einem Gehirnabszess. Kurz zuvor, 1686, erlangte der die Kardinalswürde. Sein Leichnam wurde in einem Zinnsarg in der Krypta des Salzburger Doms bestattet, Herz und Eingeweide kamen in die Wallfahrtsbasilika Maria Plain. Die Trauermusik komponierte Heinrich Ignaz Franz Biber. Die lateinische Grabinschrift ( „… Pascebat gregem amore, more, ore, re …“[1]), eine seinerzeit bekannte Phrase hatte Max Gandolph noch zu Lebzeiten für sich festgelegt.
Der Bau von Kirchen und Klöstern
Max Gandolf stand fest in der Tradition der katholischen Kirche. Er gründete das Kollegiatstift Seekirchen (1679), erbaute die Ursprungskapelle, die erste Wallfahrtskirche in Maria Plain, und gründete die Augustinerklöster von Hallein und Tittmoning sowie das Theatinerkloster zu Salzburg. Auch erneuerte er die Imbergkirche zu Salzburg und ließ die Erhardkirche sowie die Kajetanerkirche errichten. Auch erbaute er die Kirche im Großarltal.
sonstige Bautätigkeit
Mozartplatz Nr. 8
1669, bald nach Max Gandolfs Regierungsantritt, ereignete sich der gewaltige Bergsturz in Salzburg, der zahlreiche Menschen das Leben kostete. Zudem schlug ein Blitz in der Festung Hohensalzburg ein; seine ausgedehnte Bautätigkeit begann Max Gandolph daher mit der Errichtung der mächtigen Kuenburgbastei und der Absicherung der Abhänge des Festungsberges.
1671 ließ der die Imbergstiege erneuern, die damals weiterhin Holzstufen besaß und holzgedeckt war.
An die Neue Residenz ließ er einen Südflügel für die Hofbibliothek anbauen. Daher kommt die heute gebräuchliche Bezeichnung "Kuenburgtrakt" oder "Max-Gandolf-Bibliothek". Als weitere Profanbauten sind der Petersbrunnen, das Stadtkommandantenhaus, der Karabinieristall und das Jagdschloss Gandolphswörth zu nennen.
Für seine Familie kaufte und baute er den Langenhof als Stadtpalast, kaufte die Frohnburg als Landsitz, den Kanonikalhof für die Domherren aus der Familie Kuenburg und die St. Anna Kapelle in der Franziskanerkirche als würdige Familiengrablege.
Er erwarb ein schon 1680 errichtetes Gebäude am Hannibalplatz für die Stiftung "Versatzamt oder Mildes Leihhaus".
Die Bautätigkeit des Fürsten zog zahlreiche namhafte Künstler an, darunter den aus Laufen stammenden bedeutenden Maler Johann Michael Rottmayr (1654 - 1730). Max Gandolph war ein Freund und Förderer von Wissenschaft und Gelehrsamkeit, wie u.a. die Gründung der nachmals nach ihm benannten Salzburger Hofbibliothek zeigt.
Vertreibung der Protestanten
Maximilianus Gandolphus sah den Protestantismus im Land als Gefahr für den katholischen Glauben an. Unter seiner Regierung brach ein neuer Verfolgungssturm gegen die Protestanten im Lande aus.
Zunächst gründete er neue Vikariate in den abgelegenen Gebirgstälern, um dort die katholische Religion zu stärken. Nachdem die Bekehrungsversuche im heuteOsttiroler damals aber salzburgischen Defereggental und bei den Dürrnberger Bergknappen erfolglos geblieben waren, schritt der Fürsterzbischof ohne Berücksichtigung der Rechtsnormen des Westfälischne Friedens zur Ausweisung der Protestanten. In den Jahren 1684 bis 1686 wurden insgesamt 691 Protestanten wegen ihres Bekenntnisses aus dem Defereggental vertrieben. In den Jahren 1685 und 1686 wurden auch die von Joseph Schaitberger angeführten Dürrnberger Bergknappen schließlich zum unverzüglichen Verlassen des Landes gezwungen.
Die Kinder der ausgewiesenen Protestanten wurden allerdings zurückbehalten; Väter, die ihre Söhne heimlich zu entführen suchten, wurden zur Galeerenstrafe in Venedig verurteilt. (Die Eltern mussten soweit möglich durch Einbehaltung von Gütern für den künftigen Unterhalt der weggenommenen Kinder aufkommen.) Erst das Eingreifen des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg (* 1620; † 1688) ermöglichte es Jahre später einzelnen Kindern, ihren Eltern nachzufolgen.
Gesetzgebung
Als weltlicher Fürst seines Landes war Maximilianus Gandolphus sehr auf Recht und Ordnung bedacht und erließ etliche polizeiliche Regelungen:
- Die Salzburger Feuerlöschordnung (1677) mit dem Gebot der viermaligen Kehrung der Kamine,
- die Ruhe- und Sicherheitsordnung,
- Die Almosenordnung (1678) mit der Einführung eines „Bettlerkatasters“, zur "Bekämpfung" der hohen Zahl der Bettler
- die Peinliche Ordnung zur Regelung der Folter,
- die Zivilprozessordung,
- die Sauberkeitsordnung zur Vermeidung des Gassengießens und Anordnung der Reinigung vor den Häusern einmal je Woche und vor Feierlichkeiten,
- die Infektionsordnung (1679) usw.
Die grausame Verfolgung v.a. von Bettlerbuben (Hexenprozesse)
Unter Maximilianus Gandolphus setzte heute eine kaum mehr erklärbare Hexenverfolgung ein. Unter seiner Regentschaft kam es zu 153 Todesurteilen nach Hexenprozessen.
Jakob Tischler, der sogenannte "Zauberer Jackl", und seine Mutter bestritten ihren Lebensunterhalt hauptsächlich durch Bettelei und Opferstock-Diebstähle. Anfang 1675 in Golling verhaftet, löste das aus der Mutter unter der Folter erpresste Geständnis, sie und ihr Sohn hätten sich an Bauern, die ihnen nichts geben wollten, durch Schadenzauber gerächt, den größten Hexenprozess in der Salzburger Landesgeschichte und auf dem Boden des heutigen Österreich aus. Nachdem der Zauberer Jackl selbst sich dem Behördenzugriff immer zu entziehen wusste, wurden zahlreiche vermeintliche Komplizen, häufig Bettelkinder, durch Folter gezwungen, sich der sonderbarsten Freveltaten schuldig zu bekennen. Von insgesamt 198 Angeklagten wurden binnen sechs Jahren 153 hingerichtet, nur Kinder von weniger als zehn Altersjahren wurden geschont.
Gemeinsam mit der Verfolgung der Protestanten zeigt diese Hinrichtungswelle eine sehr bedenkliche und unwürdige Haltung Max Gandolfs als Erzbischof auf.
Nepotismus
Max Gandolphs Nepotismus zeigte sich z. B. an einigen für seine Familie erfolgten Bauführungen. Max Gandolph begünstigte aber nicht nur seine engere Familie, sondern auch seine weitverzweigte Verwandtschaft, die er mit Ämtern und Gütern reich bedachte. Max Gandolphs Günstling Augustin Friedrich Freiherr von Hegi fiel in Ungnade, nachdem er sich unvorsichtigerweise zu einer kritischen Äußerung an dieser Freunderlwirtschaft hinreißen hatte lassen. Max Gandolph enthob ihn aller seiner Ämter und verwehrte ihm den Zutritt zum Fürstenhof.
Bildergalerie von Wappen des Fürsterzbischofs
viergeteilter Schild:
Symbol: 1. und 3. Feld Kugel gelb-rot und 2. und 4. Feld Türangel in schwarz-weiß.
Vielfach auch mit Wappen des Fürsterzbistums (links): Wappentier: Löwe, stehend nach rechts gewendet;
(rechts): silberner Balken (quer) auf rotem Feld.
- Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg Domplatz Langer Gang 01.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Halbrelief),
Langer Gang
Domplatz, ca. 1668-1670 - Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg am Geyerturm Festung Hohensalzburg 01.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Vollrelief) in Kartusche, Inschrift auf Tafel, Geyerturm
Festung Hohensalzburg, 1669 - Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg am Kanonikalhaus Mozartplatz Nr 8.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Vollrelief) in Kartusche,Inschrift auf Tafel, Kanonikalhaus für Domherren aus Familie Kuenburg
Amtsgebäude Land Salzburg
Mozartplatz Nr. 8, ca. 1670 - Wappen von Fürsterzbischof Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg am Petrusbrunnen in Stift St. Peter.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Vollrelief), Petrusbrunnen
Stiftshof der St. Peter, 1670 - Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg in Festungsgasse 01.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Halbrelief) in rechteckiger Kartusche aus Marmor, Inschrift auf Tafel
Lateinische Inschrift, Festungsgasse, 1670 - Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg am Neue Residenz Südtrakt Residenzplatz Nr 9.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Vollrelief), Wappen Fürsterzbistum Kartusche mit reichen Voluten
Legatenhut
Neue Residenz Südtrakt
Residenzplatz Nr. 9, ca. 1674 - Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg am Neue Residenz Südtrakt Kaigasse Nr. 2.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Vollrelief), oben Wappen Fürsterzbistum
Kartusche (Rahmen, oval) mit reichen Voluten
Legatenhut
Neue Residenz Südtrakt
Kaigasse Nr. 2A, ca. 1674 - Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg Müllner Kirche 01.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Vollrelief) oben, Wappen des Fürsterzbistums
Kartusche (Rahmen, oval) mit reichen Voluten
Legatenhut Müllner Kirche
Mülln, ca. 1674 - Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg Residenzplatz Nr 10.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Halbrelief) in rechteckiger Kartusche Residenzplatz Nr. 10, 1675
- Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg Hintermaiergütl Mönchsberg.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Halbrelief) in rechteckiger Kartusche, Mönchsberg Nr. 21 (Hintermaiergütl), 1677
- Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg Marketenderschlössl Mönchsberg.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Halbrelief) in rechteckiger Kartusche Mönchsberg Nr. 22 (Marketenderschlössl, 1677
- Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg St. Johannes am Imberg.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Halbrelief) in rechteckiger Kartusche, St. Johannes am Imberg
Imbergstiege, ca. 1681 - Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg Kuenburgbastei Nordseite.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Halbrelief) in rechteckiger Kartusche Festung Hohensalzburg
Kuenburgbastei, ca. 1681 - Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg Kuenburgbastei Ostseite.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Halbrelief) in rechteckiger Kartusche Festung Hohensalzburg
Kuenburgbastei, ca. 1681 - Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg in der Hofbibliothek.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Vollrelief) Neue Residenz
Salzburger Hofbibliothek, ca. 1682 - Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg Kuenburgbastei Nordseite.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Halbrelief) in rechteckiger Kartusche Festung Hohensalzburg
Kuenburgbastei, ca. 1681
Quellen und Literatur
(Schreibweise des Namens mit f z.B.:)
- Franz Ortner; Salzburgs; Salzburgs Bischöfe in der Geschichte des Landes, Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main, 2006
- Heinz Dopsch u. Robert Hoffmann: Geschichte der Stadt Salzburg, Verlag Pustet Sbg. 1996
- Heinz Dopsch und Hans Spatzenegger; Geschichte Stadt und Land, Verlag Pustet Sbg. 1981-1991
- Heinisch, Reinhard Rudolf: Die Zeit des Absolutismus. In: Geschichte Salzburgs- Stadt und Land,Bd.II/1, hg. von Heinz Dopsch und Hans Spatzenegger, Salzburg 1988, S. 167- 235, hier S. 228-235.
- http://www.zvab.com/buch-suchen/.../max-gandolf-graf-von-kuenburg-1622-1687/
- http:/fileadmin/Salzburg.../06.../Heinisch__Hexenwahn.pdf
- http://www.dorotheum.com/en/l/419713/
- http://gams.uni-graz.at/o:epis.la-63/sdef:LIDO/getPDF
- http://www.deutsche-biographie.de/sfz61329.html
- http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Person:115524991
(Schreibweise des Namens mit ph z.B.:)
- Brandhuber, Christoph: Art. Kuenburg, Maximilian Gandolph Graf von (1622-1687), Fürsterzbischof von Salzburg, in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon Bd. 26 (2006), Sp. 812-823 bzw. „KUENBURG, Maximilian Gandolph Graf v.“ auf SpiegelWissen
- Universität Salzburg und dem Begleitbuch zur Landesausstellung Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau, Seite 379, Max Gandolph Bibliothek
- Max Gandolph, Graf von Kuenburg
- www.uni-salzburg.at, vor allem Datumsangaben
Fußnote
| Vorgänger |
Salzburger Erzbischof 1668–1687 |
Nachfolger |
| Vorgänger |
Fürstbischof von Lavant 1654–1665 |
Nachfolger |
Vertreibung der Protestanten
Maximilianus Gandolphus sah den Protestantismus im Land als Gefahr für den Katholischen Glauben an. Unter seiner Regierung brach ein neuer Verfolgungssturm gegen die Protestanten im Lande aus.
Zunächst gründete er neue Vikariate in den abgelegenen Gebirgstälern, um dort die katholische Religion zu stärken. Nachdem die Missionierungsversuche im Osttiroler damals salzburgischen Defereggental und bei den Dürrnberger Bergknappen erfolglos geblieben waren, schritt der Fürsterzbischof zur Ausweisung der Protestanten. In den Jahren 1684 bis 1686 wurden insgesamt 691 Protestanten wegen ihres Bekenntnisses aus dem Defereggental vertrieben. Um 1685 und 1686 wurden auch die von Joseph Schaitberger angeführten Dürrnberger Bergknappen schließlich zur Auswanderung gezwungen.
Die Kinder der ausgewiesenen Protestanten wurden allerdings zurückbehalten; Väter, die ihre Söhne heimlich zu entführen suchten, wurden zur Galeerenstrafe in Venedig verurteilt. Erst das Eingreifen des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg (* 1620; † 1688) ermöglichte es einzelnen Kindern, ihren Eltern nachzufolgen.
Gesetzgebung
Als weltlicher Fürst seines Landes war Maximilianus Gandolphus sehr auf Recht und Ordnung bedacht und erließ etliche polizeiliche Regelungen:
- Die Salzburger Feuerlöschordnung (1677) mit dem Gebot der viermaligen Kehrung der Kamine,
- die Ruhe- und Sicherheitsordnung,
- Die Almosenordnung (1678) mit der Einführung eines „Bettlerkatasters“, zur "Bekämpfung" der hohen Zahl der Bettler
- die Peinliche Ordnung zur Regelung der Folter,
- die Zivilprozessordung,
- die Sauberkeitsordnung zur Vermeidung des Gassengießens und Anordnung der Reinigung vor den Häusern einmal je Woche und vor Feierlichkeiten,
- die Infektionsordnung (1679) usw.
Die grausame Verfolgung v.a. von Bettlerbuben (Hexenprozesse)
Unter Maximilianus Gandolphus setzte heute eine kaum mehr erklärbare Hexenverfolgung ein. Unter seiner Regentschaft kam es zu 153 Todesurteilen nach Hexenprozessen.
Jakob Tischler, der sogenannte "Zauberer Jackl", und seine Mutter bestritten ihren Lebensunterhalt hauptsächlich durch Bettelei und Opferstock-Diebstähle. Anfang 1675 in Golling verhaftet, löste das aus der Mutter unter der Folter erpresste Geständnis, sie und ihr Sohn hätten sich an Bauern, die ihnen nichts geben wollten, durch Schadenzauber gerächt, den größten Hexenprozess in der Salzburger Landesgeschichte und auf dem Boden des heutigen Österreich aus. Nachdem der Zauberer Jackl selbst sich dem Behördenzugriff immer zu entziehen wusste, wurden zahlreiche vermeintliche Komplizen, häufig Bettelkinder, durch Folter gezwungen, sich der sonderbarsten Freveltaten schuldig zu bekennen. Von insgesamt 198 Angeklagten wurden binnen sechs Jahren 153 hingerichtet, nur Kinder von weniger als zehn Altersjahren wurden geschont.
Gemeinsam mit der Verfolgung der Protestanten zeigt diese Hinrichtungswelle eine sehr bedenkliche und unwürdige Haltung Max Gandolfs als Erzbischof auf.
Nepotismus
Max Gandolphs Nepotismus zeigte sich z. B. an einigen für seine Familie erfolgten Bauführungen. Max Gandolph begünstigte aber nicht nur seine engere Familie, sondern auch seine weitverzweigte Verwandtschaft, die er mit Ämtern und Gütern reich bedachte. Max Gandolphs Günstling Augustin Friedrich Freiherr von Hegi fiel in Ungnade, nachdem er sich unvorsichtigerweise zu einer kritischen Äußerung an dieser Freunderlwirtschaft hinreißen hatte lassen. Max Gandolph enthob ihn aller seiner Ämter und verwehrte ihm den Zutritt zum Fürstenhof.
Die lateinische Grabinschrift ( „… Pascebat gregem amore, more, ore, re …“[1]) hatte Max Gandolph noch zu Lebzeiten selbst verfasst.
Bildergalerie von Wappen des Fürsterzbischofs
viergeteilter Schild:
Symbol: 1. und 3. Feld Kugel gelb-rot und 2. und 4. Feld Türangel in schwarz-weiß.
Vielfach auch mit Wappen des Fürsterzbistums (links): Wappentier: Löwe, stehend nach rechts gewendet;
(rechts): silberner Balken (quer) auf rotem Feld.
- Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg Domplatz Langer Gang 01.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Halbrelief),
Langer Gang
Domplatz, ca. 1668-1670 - Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg am Geyerturm Festung Hohensalzburg 01.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Vollrelief) in Kartusche, Inschrift auf Tafel, Geyerturm
Festung Hohensalzburg, 1669 - Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg am Kanonikalhaus Mozartplatz Nr 8.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Vollrelief) in Kartusche,Inschrift auf Tafel, Kanonikalhaus für Domherren aus Familie Kuenburg
Amtsgebäude Land Salzburg
Mozartplatz Nr. 8, ca. 1670 - Wappen von Fürsterzbischof Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg am Petrusbrunnen in Stift St. Peter.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Vollrelief), Petrusbrunnen
Stiftshof der St. Peter, 1670 - Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg in Festungsgasse 01.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Halbrelief) in rechteckiger Kartusche aus Marmor, Inschrift auf Tafel
Lateinische Inschrift, Festungsgasse, 1670 - Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg am Neue Residenz Südtrakt Residenzplatz Nr 9.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Vollrelief), Wappen Fürsterzbistum Kartusche mit reichen Voluten
Legatenhut
Neue Residenz Südtrakt
Residenzplatz Nr. 9, ca. 1674 - Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg am Neue Residenz Südtrakt Kaigasse Nr. 2.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Vollrelief), oben Wappen Fürsterzbistum
Kartusche (Rahmen, oval) mit reichen Voluten
Legatenhut
Neue Residenz Südtrakt
Kaigasse Nr. 2A, ca. 1674 - Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg Müllner Kirche 01.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Vollrelief) oben, Wappen des Fürsterzbistums
Kartusche (Rahmen, oval) mit reichen Voluten
Legatenhut Müllner Kirche
Mülln, ca. 1674 - Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg Residenzplatz Nr 10.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Halbrelief) in rechteckiger Kartusche Residenzplatz Nr. 10, 1675
- Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg Hintermaiergütl Mönchsberg.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Halbrelief) in rechteckiger Kartusche, Mönchsberg Nr. 21 (Hintermaiergütl), 1677
- Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg Marketenderschlössl Mönchsberg.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Halbrelief) in rechteckiger Kartusche Mönchsberg Nr. 22 (Marketenderschlössl, 1677
- Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg St. Johannes am Imberg.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Halbrelief) in rechteckiger Kartusche, St. Johannes am Imberg
Imbergstiege, ca. 1681 - Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg Kuenburgbastei Nordseite.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Halbrelief) in rechteckiger Kartusche Festung Hohensalzburg
Kuenburgbastei, ca. 1681 - Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg Kuenburgbastei Ostseite.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Halbrelief) in rechteckiger Kartusche Festung Hohensalzburg
Kuenburgbastei, ca. 1681 - Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg in der Hofbibliothek.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Vollrelief) Neue Residenz
Salzburger Hofbibliothek, ca. 1682 - Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg Kuenburgbastei Nordseite.jpg
Wappen mit ovalem Ornamentrahmen (Halbrelief) in rechteckiger Kartusche Festung Hohensalzburg
Kuenburgbastei, ca. 1681
Bildlink
- www.ubs.sbg.ac.at; Ware und eigentliche Abbildung der ertzbischoflichen Residenz Statt Saltzburg; Kupferstich von Lucas Schnitzer (Vorlage) und Paulus Fürst (Stecher); Salzburg, um 1669/70; Universitätsbibliothek Salzburg, Grafiksammlung, Sign. G 1152 III
Quellen und Literatur
(Schreibweise Gandolf)
- Franz Ortner; Salzburgs; Salzburgs Bischöfe in der Geschichte des Landes, Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main, 2006
- Heinz Dopsch u. Robert Hoffmann: Geschichte der Stadt Salzburg, Verlag Pustet Sbg. 1996
- Heinz Dopsch und Hans Spatzenegger; Geschichte Stadt und Land, Verlag Pustet Sbg. 1981-1991
- Heinz Dopsch Geschichte des Landes Salzburg, Verlag Pustet Sbg. 1981-1991
- Reinhard Heinisch: Die Zeit des Absolutismus. In: Geschichte Salzburgs- Stadt und Land,Bd.II/1, hg. von Heinz Dopsch und Hans Spatzenegger, Salzburg 1988, S. 167- 235, hier S. 228-235.
- Brandhuber, Christoph: Art. Kuenburg, Maximilian Gandolph Graf von (1622-1687), Fürsterzbischof von Salzburg, in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon Bd. 26 (2006), Sp. 812-823 bzw. „KUENBURG, Maximilian Gandolph Graf v.“ auf SpiegelWissen
(Schreibweise Gandolph)
- Universität Salzburg und dem Begleitbuch zur Landesausstellung Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau, Seite 379, Max Gandolph Bibliothek
- Max Gandolph, Graf von Kuenburg
Fußnote
| Vorgänger |
Salzburger Erzbischof 1668–1687 |
Nachfolger |
| Vorgänger |
Fürstbischof von Lavant 1654–1665 |
Nachfolger |