Kirche Mariae Himmelfahrt (Abtei Nonnberg): Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Altaraufnahme von der Stiftskirche Nonnberg.jpg|thumb|gotischer Hochaltar der Kirche Mariae Himmelfahrt.]]
[[Datei:Altaraufnahme von der Stiftskirche Nonnberg.jpg|thumb|Altar der Stiftskirche Nonnberg]]
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[[Datei:Kirche Mariae Himmelfahrt Benediktinerinnenstift Nonnberg 01.jpg|thumb|[[Gotik|gotisches]] Portal unter Einbeziehung eines romanischen Tympanons der Vorgängerkirche.]]
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[[Datei:Hl. Rupert und Erentrudis am Portal der Stiftskirche Nonnber.jpg|thumb|hll. [[Rupert von Salzburg|Rupert]] und [[Erentrudis]] am Portal der Stiftskirche Nonnberg]]
[[Datei:Hl. Rupert und Erentrudis am Portal der Stiftskirche Nonnber.jpg|thumb|hll. [[Rupert von Worms|Rupert]] und [[Erentrudis]] am Portal der Stiftskirche Nonnberg]]
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Die '''{{PAGENAME}}''' (älterer Name ''Stiftskirche zur hl. Erentrud'', Quelle Tietze) ist die Kirche des [[Benediktinenstift Nonnberg|Benediktinenstifts Nonnberg]] in [[Salzburg]], dem ältesten Frauenkloster im deutschsprachigen Raum, das seit seiner Gründung ununterbrochen besteht. Sie zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschützten Objekten in der Stadt Salzburg]].
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[[Datei:Kirche Mariae Himmelfahrt Benediktinerinnenstift Nonnberg 02.jpg|thumb|Kreuzrippengewölbe und Nonnenchor.]]
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[[Datei:2018_06_24_Benediktinerinnenabtei_Nonnberg_Nonnenchor.jpg|thumb|ein kleiner Blick auf den musizierenden Engelchor im Deckengewölbe des Nonnenchores (gemalt v. Matthäus Ostendorfer, 1625)]]
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[[Datei:Kirche Mariae Himmelfahrt Benediktinerinnenstift Nonnberg 03.jpg|thumb|In der Krypta (Unterkirche).]]
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[[Datei:Kirche Mariae Himmelfahrt Benediktinerinnenstift Nonnberg 05.jpg|thumb|neugotisches Glasfenster (um 1890).]]
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Die '''Kirche Mariae Himmelfahrt''', ein anderer Name ist auch Stiftskirche zur hl. Erentrud<ref>"Die Denkmale des Stiftes Nonnberg in Salzburg", siehe unter Quellen</ref> ist die Kirche der [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg]] in der [[Stadt Salzburg]], dem ältesten Frauenkloster im deutschsprachigen Raum, das seit seiner Gründung ununterbrochen besteht.  
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== Einleitung ==
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Die Kirche zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschützten Objekten in der Stadt Salzburg]] und ist eine der vielen [[mittelalter]]lichen Marienkirchen in der Stadt. Weitere Marienkirchen sind die [[Stadtpfarrkirche Unserer Lieben Frau Mariae Himmelfahrt]] in [[Mülln]], die [[Franziskanerkirche]], jünger sind die [[Kollegienkirche]], das [[Sacellum]] und die [[Stadtpfarrkirche Maria Hilf]] in [[Leopoldskron-Moos]].
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Der stets wenig helle Kirchenraum mit dem erhöhten Nonnenchor über der Krypta verleiht der Kirche eine eigene Stimmung. In hohen Festtagsgottesdiensten ist hier der zeitlos-meditative gregorianische Gesang des Nonnenchores zu hören.
  
 
== Geschichte ==
 
== Geschichte ==
 
 
=== Heinrichsbasilika ===
 
=== Heinrichsbasilika ===
Nachdem die erste Klosterkirche [[1006]] abgebrannt war, unterstützte der Baiernherzog (deutscher König) [[Bayerische Herzöge in Salzburg#Heinrich II.|Heinrich II.]] den Wiederaufbau großzügig. Heinrich II. kam im Jahr [[1009]] mit seiner Gemahlin Kunigunde zu Weihnachten zur Einweihung, die er vornahm.   
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Nachdem die erste Klosterkirche [[1006]] abgebrannt war, unterstützte der Baiernherzog [[Bayerische Herzöge in Salzburg#Heinrich II.|Heinrich II.]] den Wiederaufbau großzügig. Heinrich II. kam im Jahr [[1009]] mit seiner Gemahlin Kunigunde zu [[Weihnachten]] zur Einweihung, die er vornahm.   
  
Aus [[Romanik|romanischer]] Zeit sind erhalten: der mächtige Kirchturm, das Tympanon im gotischen Portal, das Säulen-„Paradies“ aus [[Adneter Marmor]] unter dem Chor, sowie die dahinter liegenden romanischen Fresken (um 1140). Ebenso romanisch ist die Säulen-Krypta mit dem Grab der Heiligen [[Erentrudis]].  
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Aus [[Romanik|romanischer]] Zeit sind erhalten: der mächtige Kirchturm, das Tympanon im gotischen Portal, das Säulen-"Paradies" aus [[Adneter Marmor]] unter dem Nonnenchor, sowie die dahinter liegenden romanischen Fresken (um [[1140]]). Ebenso romanisch ist die Säulen-Krypta mit dem Grab der heiligen [[Erentrudis]].  
  
 
[[1041]] erfolgte die Weihe des Hochaltars, [[1043]] die Weihe der Krypta.
 
[[1041]] erfolgte die Weihe des Hochaltars, [[1043]] die Weihe der Krypta.
  
Die Heinrichsbasilika wurde [[1423]] durch einen [[Brände Stadt Salzburg|Brand]], der durch [[Blitz]]<nowiki>schlag</nowiki> ausgelöst worden war, zum Großteil zerstört. Dies war der Anlass, die Kirche umzubauen
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Die Heinrichsbasilika wurde [[1423]] durch einen [[Brände Stadt Salzburg|Brand]], der durch [[Blitz]]<nowiki>schlag</nowiki> ausgelöst worden war, zum Großteil zerstört. Dies war der Anlass, die Kirche umzubauen.
  
 
=== Gotische Kirche ===
 
=== Gotische Kirche ===
In den Jahren [[1464]] bis [[1509]] entstand die Klosterkirche als [[Gotik|spätgotischer]] Bau auf den alten Gebäuderesten fußend neu. Zunächst entstanden das Presbyterium und die Kirche in einer ersten Bauphase. Bauleiter war ein Salzburger Meister mit dem Namen Siegmund. Mit dem Bau des Langhauses unter Wolfgang Wiesinger aus Braunau im [[Innviertel]] wurde dann [[1493]] begonnen. Daher weist das Langhaus auch oberösterreichische Kirchenbautenform auf.  
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In den Jahren [[1464]] bis [[1509]] entstand die Klosterkirche als [[Gotik|spätgotischer]] Bau auf den alten Gebäuderesten fußend neu. Zunächst entstanden das Presbyterium und die Kirche in einer ersten Bauphase. Bauleiter war ein Salzburger Meister mit dem Namen Siegmund. Mit dem Bau des Langhauses unter Wolfgang Wiesinger aus [[Braunau]] im [[Innviertel]] wurde dann [[1493]] begonnen. Daher weist das Langhaus auch oberösterreichische Kirchenbautenform auf.  
  
Der Neubau erfolgte unter den [[Äbtissinnen vom Nonnberg|Äbtissinnen]] Agatha [[Haunsperger|von Haunsperg]] ([[1446]]–[[1484]]), [[Daria Panichner]] ([[1484]]–[[1505]]), [[Regina Pfaffinger von Slabernkirchen]] ([[1505]]–[[1514]]) und [[Ursula von Trauner]] [[Trauner (Adelsgeschlecht)|Thrauner]] ([[1514]]–[[1519]])<ref>die hier angeführten Zeiten der Äbtissinnen weichen von jenen Daten auf der Liste der Äbtissinnen im Salzburgwiki erheblich ab; diese Daten wurden aus der Quelle ''Abteikirche Nonnberg'', Kunstverlag Hofstätter, 1995, unter Mitwirkung von Dr. [[Adolf Hahnl]], Salzburg, Dr. phil. Verena Stähli-Lüthi, Schweiz und P. Gregor Brazerol OSB, Schweiz, verfasst; in dieser Quelle gibt es eine umfangreichen Quellenverweis, u. a. auf das [[Dehio Salzburg]]</ref>.
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Der Neubau erfolgte unter den [[Äbtissinnen vom Nonnberg|Äbtissinnen]] Agatha [[Haunsperger|von Haunsperg]] ([[1446]]–[[1484]]), [[Daria Panichner]] ([[1484]]–[[1505]]), [[Regina Pfaffinger von Salbernkirchen]] ([[1505]]–[[1514]]) und [[Ursula von Thrauner]] [[Trauner (Adelsgeschlecht)|Thrauner]] ([[1514]]–[[1519]])<ref>die hier angeführten Zeiten der Äbtissinnen weichen von jenen Daten auf der Liste der Äbtissinnen im [[SALZBURGWIKI]] erheblich ab; diese Daten wurden aus der Quelle "Abteikirche Nonnberg"', Kunstverlag Hofstätter, 1995, unter Mitwirkung von Dr. [[Adolf Hahnl]], Salzburg, Dr. phil. Verena Stähli-Lüthi, Schweiz und P. Gregor Brazerol OSB, Schweiz, verfasst; in dieser Quelle gibt es eine umfangreichen Quellenverweis, u. a. auf das [[Dehio Salzburg]];</ref>.
  
Das gotische Kirchenschiff besitzt filialengeschmückte Kirchenfenster, wobei das gotische "Klaner-Fenster" hinter dem Altar eine besondere künstlerische Bedeutung besitzt. Es wurde [[1473]] von spätgotischen Glasmaler [[Hemmel von Andlau]] in Straßburg geschaffen und vom [[Bürger der Stadt Salzburg|Salzburger Bürger]] und Ratsherrn [[Augustin Claner]] gestiftet.
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Das gotische Kirchenschiff besitzt filialengeschmückte Kirchenfenster, die beiden seitlichen Fenster sind neugotisch (um 1890), das originale spätgotische "Claner-Fenster" hinter dem Altar besitzt eine besondere künstlerische Bedeutung. Es wurde [[1473]] von spätgotischen Glasmaler [[Hemmel von Andlau]] in Straßburg geschaffen und vom [[Bürger der Stadt Salzburg|Salzburger Bürger]] und Ratsherrn [[Augustin Claner]] gestiftet.
  
 
=== Barockisierung ===
 
=== Barockisierung ===
Mit der [[Barock]]isierung der Kirche wurde [[1624]] unter [[Dom]]<nowiki>baumeister</nowiki> [[Santino Solari]] begonnen. Dabei wurden drei barocke Gruftkapellen am südlichen Seitenschiff angebaut.
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Mit der [[Barock]]isierung der Kirche wurde [[1624]] unter [[Dom]]<nowiki>baumeister</nowiki> [[Santino Solari]] begonnen. Dabei wurden drei barocke Gruftkapellen am südlichen Seitenschiff angebaut. [[1628]] bis [[1629]] entstand der der neue barocke Hochaltar von [[Hans Waldburger]]. Die Zwiebelhaube auf den [[1711]] erhöhten Turm wurde nach Plänen von [[Sebastian Stumpfegger]] ausgeführt.
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=== Der Gotische Flügelaltar und die Sanierungen im 20. Jahrhundert===
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[[1853]] tauschte man den barocken Hochaltar auf Anregung des Salzburger Maler, Architekt und ersten ehrenamtliche Denkmalpfleger der Stadt Salzburg, [[Georg Pezolt]], gegen den spätgotischen Flügelaltar der [[Katholische Filialkirche hl. Ulrich|Filialkirche hl. Ulrich]]  in [[Scheffau am Tennengebirge]].  
  
[[1628]]/29 entstand der der neue barocke Hochaltar von [[Hans Waldburger]]. Die Zwiebelhaube auf den [[1711]] erhöhten Turm wurde nach Plänen von [[Sebastian Stumpfegger]] ausgeführt.
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Die letzte umfassende Kirchenrenovierung fand von [[1951]] bis [[1955]] statt. [[1987]] begann man mit der Restaurierung der romanischen Wandmalereien. In den Jahren [[1991]] und [[1992]] folgte die Restaurierung des Klaner-Fensters.
  
=== Regotisierung ===
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== Kircheninneres  ==
[[1853]] begann die Regotisierung der Kirche. Man tauschte den barocken Hochaltar auf Anregung des Salzburger Maler, Architekt und ersten ehrenamtliche Denkmalpfleger der Stadt Salzburg, [[Georg Pezolt]], gegen den spätgotischen Flügelaltar aus der [[Katholische Filialkirche hl. Ulrich|Filialkirche hl. Ulrich]] [[Scheffau am Tennengebirge]].  
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==== Nonnenchor und Vorhalle ====
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Tritt man in Kirche ein, so erhebt sich linker Hand über einer Vorhalle der Nonnenchor am hinteren Ende des Langhauses. In der nicht öffentlich zugänglichen Vorhalle unterhalb des Nonnenchors befinden sich zwölf Wandnischen, in den Fresken verschiedener Heiliger zu sehen sind (die Vorhalle kann man beleuchten und durch Fenster hineinschauen). Auf dem Nonnenchor an der Westseite der Stiftskirche versammeln sich seit Jahrhunderten die Schwestern sieben Mal pro Tag zu Messe und Gebet.
  
Die letzte umfassende Kirchenrenovierung fand von [[1951]] bis [[1955]] statt. Dabei wurden die [[Romanik|romanischen]] Wandmalereien beginnend [[1987]] restauriert und [[1991]]/91 folgte die Restaurierung des ''Klaner-Fensters''.
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Über dem Nonnenchor ist das gotische Gewölbe mit einem einzigartigen Gemälde, dem Engelschor, verziert. Matthäus Ostendorfer malte [[1625]] diesen weitum größten und vielfältigsten Engelchor. Dafür hat Ostendorfer eine Hundertschaft singender Engel um die Heiliggeistaube in der Mitte platziert. Um sie herum sieht man Musikanten mit Chlavichord, Theorbe, Harfe, Bassgambe, Bratsche, Geige, mehrere Flöten in alten Bauweisen, Zink, Fagott und Posaunen. [[1756]] wurden sie im Zuge der Barockisierung übermalt und erst bei einer Restaurierung 1951 wieder freigelegt. Seit [[2023]] wird der Engelschor restauriert, was nach Voranschlägen rund 810.000 Euro kosten wird.  
  
== Kircheninneres  ==
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Die musikalische himmlische Hundertschaft im Frauenchor war im Laufe der Jahrhunderte noch Schlimmeres widerfahren als Dreck und Staub. Das Fresko ist eines der raren mitteleuropäischen Baukunstwerke, das in der Zeit des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] entstanden war. "Es ist ein ziemliches Wunder, dass es diese Malerei gibt", stellt Restauratorin Heike Fricke-Tinzl im Februar [[2024]] fest. Mitte des [[18. Jahrhundert]]s wurde sie hell übertüncht. Und aufgrund von blauen Farbspuren und Löchern von Nägeln vermutet die Restauratorin, dass ab etwa [[1895]] das gesamte Gewölbe - im Stil des [[Historismus]] - als Himmel blau bemalt und mit Sternapplikationen versehen war.
Tritt man in Kirche ein, so erhebt sich linker Hand über einer Vorhalle der Nonnenchor am hinteren Ende des Langhauses. In der nicht öffentlich zugänglichen Vorhalle befinden sich zwölf Wandnischen, in den Fresken verschiedener Heiliger zu sehen sind (die Vorhalle kann man beleuchten und durch Fenster hineinschauen).
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Bei der Renovierung [[1951]] wurde die außergewöhnliche Engelschar von 1625 entdeckt und hervorgeholt - allerdings per Brachialmethode: Mit Hämmern wurde die Übermalung abgeschlagen. Sie habe an die 3&nbsp;300 Hackspuren gezählt, schildert Heike Fricke-Tinzl, die seit November 2023 auf dem Gerüst werkt. Damals sei mehr vernichtet als gerettet worden. Im schräg einfallenden Morgenlicht "hat das ausgesehen wie bei der Mondlandung". Das Restauratorenteam hat erst gekittet und dann vorretouchiert. Der eine oder andere Engel habe beim ersten Hinschauen gar kein Gesicht mehr gehabt, berichtet Heike Fricke-Tinzl. Dank kleiner Farbreste und mit großer Konzentration - "man muss sich einschauen, das ist sehr anspruchsvoll" - gelingt es: "Dann fügt es sich langsam wieder zusammen."<ref>[https://www.sn.at/salzburg/kultur/nonnberg-versehrte-engel-hilfe-153794203 www.sn.at], 24. Februar 2024: "Stift Nonnberg in Salzburg: Versehrte Engel brauchen unsere Hilfe", ein Beitrag von [[Hedwig Kainberger]]</ref>
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==== Orgeln ====
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Im Zuge der Restaurierung ab 2023 werden auch Heizung und Stromleitungen von Anfang der [[1950er]]-Jahre  und auch die Orgel auf dem Nonnenchor restauriert. In der Kirche gibt es zwei Orgeln von einem Mitglied aus der [[Mauracher]]-Familie, eine vorne in der Kirche aus dem Jahr [[1867]] und eine eben auf dem Nonnenchor aus dem Jahr [[1897]].<ref>{{Quelle SN|16. September 2023: "Stift Nonnberg putzt die Engel heraus", ein Beitrag von Hedwig Kainberger}}</ref>
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==== Hochaltar und Krypta ====
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Der Hochaltar ist ein gotischer Flügelaltar. Ursprünglich war dieser Flügelaltar, der um [[1515]] entstand, für die [[Katholische Filialkirche hl. Ulrich|Filialkirche hl. Ulrich]] in [[Scheffau am Tennengebirge]] geplant. Aber [[1853]] wurde er gegen den Barockaltar von [[Hans Waldburger]] getauscht.  
  
Der Hochaltar ist ein gotischer Flügelaltar. Darunter befindet sich die Krypta.
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Unter dem Hochaltar befindet sich eine Krypta, in der das nunmehr leere Grab der hl. Erentrudis steht. [[1624]] waren ihre Reliquien gehoben worden. Diese wurde neu gefasst und in einem Holzsarg verwahrt. [[1674]] kamen sie in einem Silberschrein in die Klausur. Die Krypta entstand als Teil der Heinrichsbasilika und war bereits [[1043]] der hl. Erentrudis geweiht worden. Wie die ursprüngliche ottonische Krypta aussah weiß man heute nicht, da sie von [[1464]] bis [[1475]] neu gestaltet wurde und ihr heutiges Aussehen erhalten hatte.
  
Das Weihwasserbecken stammt aus dem Jahr [[1627]] von Jacob Perger, der sein Werk laut Rechenbuch am [[15. Jänner]] 1627 bezahlt bekam (25 [[Gulden]]). [[1683]] wurde von Hanns Rambler vollständig erneuert. Er bekam dafür am [[16. Juni]] des Jahres 24 Gulden.
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==== Weitere Details im Inneren der Kirche ====
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Das Weihwasserbecken stammt aus dem Jahr [[1627]] von Jacob Perger, der sein Werk laut Rechenbuch am [[15. Jänner]] 1627 bezahlt mit 25 [[Gulden]] bezahlt bekam. [[1683]] wurde es von Hanns Rambler vollständig erneuert. Er bekam dafür am [[16. Juni]] des Jahres 24 Gulden.
  
 
Die Kanzel trägt eine Reliefwappen der Äbtissin [[Agatha von Haunsperg]] und die Jahreszahl [[1475]].  
 
Die Kanzel trägt eine Reliefwappen der Äbtissin [[Agatha von Haunsperg]] und die Jahreszahl [[1475]].  
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[[File:Salzburg - Festungsberg - Stift Nonnberg - 2022 06 01-6.jpg|thumb|Blick in die südliche Seitenapsis.]]
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In der südlichen Seitenapsis befindet sich ein Katharinenaltar, der im [[19. Jahrhundert]] komplett erneuert werden musste. In der östliche Kapelle steht das Seitenaltarbild "[[Die Sieben Heiligen Zufluchten|Die sieben Zufluchten]]" von [[Peter Paul Perwanger]] ([[1741]]) und ein Kruzifix von [[Paul Mödlhammer]] aus dem Jahr [[1734]]. In dieser Kapelle befindet sich auch die Nonnengruft. Die mittlere Kapelle ließ [[1634]] [[Dompropst]] [[Johann Krafft von Weitting]] mit Stuckornamentik ausstatten. [[Peter Anton Lorenzoni]] schuf das Altarbild "Tod des hl. Benedikt" in der westlichen Kapelle, unter der sich die Äbtissinnengruft befindet. Die Äbtissin [[Maria Magdalena I. von Schneeweiß|Maria Magdalena I.]] [[Schneeweiß von Arnoldstein|von Schneeweiß]] ([[1620]]–[[1625]]) wurde hier bestattet. Ihr Wappen befindet sich im Kreuzgewölbe. Seither werden die Grabtafeln aller Äbtissinnen dort angebracht.
  
=== Äbtissinnenkapelle ===
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Eine salzburgische "Schöne Pietà" aus Steinguss, die um [[1420]] entstanden war, findet man in der nördlichen Seitenapsis.  
Die Äbtissin [[Maria Magdalena I. von Schneeweiß|Maria Magdalena I.]] [[Schneeweiß von Arnoldstein|von Schneeweiß]] ([[1620]]–[[1625]]) wurde in der zweiten Kapelle an der Südseite bestattet. Ihr Wappen befindet sich im Kreuzgewölbe. Seither werden die Grabtafeln aller Äbtissinnen dort angebracht.
 
  
 
== Grabmäler ==
 
== Grabmäler ==
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und andere
 
und andere
  
== Sonstiges ==
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==Ein Zitat von Franz Grillparzer über diese Kirche==
Der  stets sehr dunkle Kirchenraum mit dem erhöhten Chor über der Krypta verleiht der Kirche eine eigene Stimmung. An hohen Festtags-Gottesdiensten ist hier der zeitlos-meditative gregorianische Gesang des Nonnenchores zu hören.  
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"Inwendig macht die Kirche einen sehr guten Eindruck. Herrlich sind die gemalten Fenster. So schön habe ich sie nirgends als auf dem Nonnberge in Salzburg gesehen."
  
 
== Wallfahrt ==
 
== Wallfahrt ==
Die Kirche war für [[Kreuzvölker nach Nonnberg]] Ziel von Wallfahrten.
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Die Kirche war für in früheren Jahrhunderten auch vielfach Ziel von [[Wallfahrten zu Kirchen in der Stadt Salzburg|Wallfahrten]], solche Gruppen von Wallfahrern wurden früher auch "Kreuzvölker" genannt. Erste Wallfahrten fanden schon bald nach dem Tod der in der Krypta bestatteten heiligen Erentrudis, der als Heilige verehrten ersten Äbtissin bekannt. Hier wurde früh auch bereits eine Pilgerherberge eingerichtet.
  
== Bildergalerie ==
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== Bilder ==
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Datei:Nonnberg Stiftskirche Innen 01.jpg|Kreuzrippengewölbe, Säulengang, Apsis; Ansicht: West nach Ost
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== Quellen ==
Datei:Nonnberg Stiftskirche Innen 02.jpg|Kreuzrippengewölbe; Ansicht: West (links) nach Ost
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* "Abteikirche Nonnberg", Kunstverlag Hofstätter, 1995, unter Mitwirkung  von Dr. [[Adolf Hahnl]], Salzburg, Dr. phil. Verena Stähli-Lüthi, Schweiz und P. Gregor Brazerol OSB, Schweiz
Datei:Nonnberg Stiftskirche Innen 03.jpg|Kreuzrippengewölbe; Jahreszahl: 1503, Ansicht: West (links) nach Ost (rechts)
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* [http://diglib.tugraz.at/download.php?id=53981cfcf2cbd&location=browse diglib.tugraz.at] [[Hans Tietze]]: "[[Die Denkmale des Stiftes Nonnberg in Salzburg]]"
Datei:Nonnberg Stiftskirche Innen 04.jpg|Chorgestühl; Ansicht: Ost nach West
 
Datei:Nonnberg Stiftskirche Innen 05.jpg|Krypta (Unterkirche); Ansicht: West nach Ost
 
Datei:Nonnberg Stiftskirche Innen 06.jpg|Apsis; Ansicht: West nach Ost
 
Datei:Nonnberg Stiftskirche Außen 01.jpg|Zugang; Ansicht: Ost nach West
 
Datei:Nonnberg Stiftskirche Außen 02.jpg|[[Gotik|gotisches]] Portal
 
Datei:Stiftskirche Nonnberg, Deckenansicht.jpg|Stiftskirche Nonnberg, mit Gewölbeansicht
 
Datei:Nonnberg Kirche Fresco Hl Benedikt.jpg | Stiftskirche  Nonnberg, Fresko hl Benedikt
 
Datei:Nonnberg Kirche Fresco Papst Gregor.jpg |Stiftskirche  Nonnberg, Fresko Papst Gregor
 
Datei:Nonnberg Kirche Hl Erentrudis.jpg |Stiftskirche  Nonnberg, hl Erentrudis
 
</gallery>
 
  
== Quellen ==
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== Einzelnachweise ==
* ''Abteikirche Nonnberg'', Kunstverlag Hofstätter, 1995, unter Mitwirkung  von Dr. [[Adolf Hahnl]], Salzburg, Dr. phil. Verena Stähli-Lüthi,  Schweiz und P. Gregor Brazerol OSB, Schweiz
 
* [http://diglib.tugraz.at/download.php?id=53981cfcf2cbd&location=browse diglib.tugraz.at] [[Hans Tietze]]: [[Die Denkmale des Stiftes Nonnberg in Salzburg]]
 
== Fußnoten ==
 
 
<references/>
 
<references/>
  

Aktuelle Version vom 26. März 2025, 20:38 Uhr

gotischer Hochaltar der Kirche Mariae Himmelfahrt.
gotisches Portal unter Einbeziehung eines romanischen Tympanons der Vorgängerkirche.
hll. Rupert und Erentrudis am Portal der Stiftskirche Nonnberg
Gesamtansicht Langschiff.
Kreuzrippengewölbe und Nonnenchor.
ein kleiner Blick auf den musizierenden Engelchor im Deckengewölbe des Nonnenchores (gemalt v. Matthäus Ostendorfer, 1625)
In der Krypta (Unterkirche).
neugotisches Glasfenster (um 1890).

Die Kirche Mariae Himmelfahrt, ein anderer Name ist auch Stiftskirche zur hl. Erentrud[1] ist die Kirche der Benediktinerinnenabtei Nonnberg in der Stadt Salzburg, dem ältesten Frauenkloster im deutschsprachigen Raum, das seit seiner Gründung ununterbrochen besteht.

Einleitung

Die Kirche zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in der Stadt Salzburg und ist eine der vielen mittelalterlichen Marienkirchen in der Stadt. Weitere Marienkirchen sind die Stadtpfarrkirche Unserer Lieben Frau Mariae Himmelfahrt in Mülln, die Franziskanerkirche, jünger sind die Kollegienkirche, das Sacellum und die Stadtpfarrkirche Maria Hilf in Leopoldskron-Moos.

Der stets wenig helle Kirchenraum mit dem erhöhten Nonnenchor über der Krypta verleiht der Kirche eine eigene Stimmung. In hohen Festtagsgottesdiensten ist hier der zeitlos-meditative gregorianische Gesang des Nonnenchores zu hören.

Geschichte

Heinrichsbasilika

Nachdem die erste Klosterkirche 1006 abgebrannt war, unterstützte der Baiernherzog Heinrich II. den Wiederaufbau großzügig. Heinrich II. kam im Jahr 1009 mit seiner Gemahlin Kunigunde zu Weihnachten zur Einweihung, die er vornahm.

Aus romanischer Zeit sind erhalten: der mächtige Kirchturm, das Tympanon im gotischen Portal, das Säulen-"Paradies" aus Adneter Marmor unter dem Nonnenchor, sowie die dahinter liegenden romanischen Fresken (um 1140). Ebenso romanisch ist die Säulen-Krypta mit dem Grab der heiligen Erentrudis.

1041 erfolgte die Weihe des Hochaltars, 1043 die Weihe der Krypta.

Die Heinrichsbasilika wurde 1423 durch einen Brand, der durch Blitzschlag ausgelöst worden war, zum Großteil zerstört. Dies war der Anlass, die Kirche umzubauen.

Gotische Kirche

In den Jahren 1464 bis 1509 entstand die Klosterkirche als spätgotischer Bau auf den alten Gebäuderesten fußend neu. Zunächst entstanden das Presbyterium und die Kirche in einer ersten Bauphase. Bauleiter war ein Salzburger Meister mit dem Namen Siegmund. Mit dem Bau des Langhauses unter Wolfgang Wiesinger aus Braunau im Innviertel wurde dann 1493 begonnen. Daher weist das Langhaus auch oberösterreichische Kirchenbautenform auf.

Der Neubau erfolgte unter den Äbtissinnen Agatha von Haunsperg (14461484), Daria Panichner (14841505), Regina Pfaffinger von Salbernkirchen (15051514) und Ursula von Thrauner Thrauner (15141519)[2].

Das gotische Kirchenschiff besitzt filialengeschmückte Kirchenfenster, die beiden seitlichen Fenster sind neugotisch (um 1890), das originale spätgotische "Claner-Fenster" hinter dem Altar besitzt eine besondere künstlerische Bedeutung. Es wurde 1473 von spätgotischen Glasmaler Hemmel von Andlau in Straßburg geschaffen und vom Salzburger Bürger und Ratsherrn Augustin Claner gestiftet.

Barockisierung

Mit der Barockisierung der Kirche wurde 1624 unter Dombaumeister Santino Solari begonnen. Dabei wurden drei barocke Gruftkapellen am südlichen Seitenschiff angebaut. 1628 bis 1629 entstand der der neue barocke Hochaltar von Hans Waldburger. Die Zwiebelhaube auf den 1711 erhöhten Turm wurde nach Plänen von Sebastian Stumpfegger ausgeführt.

Der Gotische Flügelaltar und die Sanierungen im 20. Jahrhundert

1853 tauschte man den barocken Hochaltar auf Anregung des Salzburger Maler, Architekt und ersten ehrenamtliche Denkmalpfleger der Stadt Salzburg, Georg Pezolt, gegen den spätgotischen Flügelaltar der Filialkirche hl. Ulrich in Scheffau am Tennengebirge.

Die letzte umfassende Kirchenrenovierung fand von 1951 bis 1955 statt. 1987 begann man mit der Restaurierung der romanischen Wandmalereien. In den Jahren 1991 und 1992 folgte die Restaurierung des Klaner-Fensters.

Kircheninneres

Nonnenchor und Vorhalle

Tritt man in Kirche ein, so erhebt sich linker Hand über einer Vorhalle der Nonnenchor am hinteren Ende des Langhauses. In der nicht öffentlich zugänglichen Vorhalle unterhalb des Nonnenchors befinden sich zwölf Wandnischen, in den Fresken verschiedener Heiliger zu sehen sind (die Vorhalle kann man beleuchten und durch Fenster hineinschauen). Auf dem Nonnenchor an der Westseite der Stiftskirche versammeln sich seit Jahrhunderten die Schwestern sieben Mal pro Tag zu Messe und Gebet.

Über dem Nonnenchor ist das gotische Gewölbe mit einem einzigartigen Gemälde, dem Engelschor, verziert. Matthäus Ostendorfer malte 1625 diesen weitum größten und vielfältigsten Engelchor. Dafür hat Ostendorfer eine Hundertschaft singender Engel um die Heiliggeistaube in der Mitte platziert. Um sie herum sieht man Musikanten mit Chlavichord, Theorbe, Harfe, Bassgambe, Bratsche, Geige, mehrere Flöten in alten Bauweisen, Zink, Fagott und Posaunen. 1756 wurden sie im Zuge der Barockisierung übermalt und erst bei einer Restaurierung 1951 wieder freigelegt. Seit 2023 wird der Engelschor restauriert, was nach Voranschlägen rund 810.000 Euro kosten wird.

Die musikalische himmlische Hundertschaft im Frauenchor war im Laufe der Jahrhunderte noch Schlimmeres widerfahren als Dreck und Staub. Das Fresko ist eines der raren mitteleuropäischen Baukunstwerke, das in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges entstanden war. "Es ist ein ziemliches Wunder, dass es diese Malerei gibt", stellt Restauratorin Heike Fricke-Tinzl im Februar 2024 fest. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde sie hell übertüncht. Und aufgrund von blauen Farbspuren und Löchern von Nägeln vermutet die Restauratorin, dass ab etwa 1895 das gesamte Gewölbe - im Stil des Historismus - als Himmel blau bemalt und mit Sternapplikationen versehen war.

Bei der Renovierung 1951 wurde die außergewöhnliche Engelschar von 1625 entdeckt und hervorgeholt - allerdings per Brachialmethode: Mit Hämmern wurde die Übermalung abgeschlagen. Sie habe an die 3 300 Hackspuren gezählt, schildert Heike Fricke-Tinzl, die seit November 2023 auf dem Gerüst werkt. Damals sei mehr vernichtet als gerettet worden. Im schräg einfallenden Morgenlicht "hat das ausgesehen wie bei der Mondlandung". Das Restauratorenteam hat erst gekittet und dann vorretouchiert. Der eine oder andere Engel habe beim ersten Hinschauen gar kein Gesicht mehr gehabt, berichtet Heike Fricke-Tinzl. Dank kleiner Farbreste und mit großer Konzentration - "man muss sich einschauen, das ist sehr anspruchsvoll" - gelingt es: "Dann fügt es sich langsam wieder zusammen."[3]

Orgeln

Im Zuge der Restaurierung ab 2023 werden auch Heizung und Stromleitungen von Anfang der 1950er-Jahre und auch die Orgel auf dem Nonnenchor restauriert. In der Kirche gibt es zwei Orgeln von einem Mitglied aus der Mauracher-Familie, eine vorne in der Kirche aus dem Jahr 1867 und eine eben auf dem Nonnenchor aus dem Jahr 1897.[4]

Hochaltar und Krypta

Der Hochaltar ist ein gotischer Flügelaltar. Ursprünglich war dieser Flügelaltar, der um 1515 entstand, für die Filialkirche hl. Ulrich in Scheffau am Tennengebirge geplant. Aber 1853 wurde er gegen den Barockaltar von Hans Waldburger getauscht.

Unter dem Hochaltar befindet sich eine Krypta, in der das nunmehr leere Grab der hl. Erentrudis steht. 1624 waren ihre Reliquien gehoben worden. Diese wurde neu gefasst und in einem Holzsarg verwahrt. 1674 kamen sie in einem Silberschrein in die Klausur. Die Krypta entstand als Teil der Heinrichsbasilika und war bereits 1043 der hl. Erentrudis geweiht worden. Wie die ursprüngliche ottonische Krypta aussah weiß man heute nicht, da sie von 1464 bis 1475 neu gestaltet wurde und ihr heutiges Aussehen erhalten hatte.

Weitere Details im Inneren der Kirche

Das Weihwasserbecken stammt aus dem Jahr 1627 von Jacob Perger, der sein Werk laut Rechenbuch am 15. Jänner 1627 bezahlt mit 25 Gulden bezahlt bekam. 1683 wurde es von Hanns Rambler vollständig erneuert. Er bekam dafür am 16. Juni des Jahres 24 Gulden.

Die Kanzel trägt eine Reliefwappen der Äbtissin Agatha von Haunsperg und die Jahreszahl 1475.

Blick in die südliche Seitenapsis.

In der südlichen Seitenapsis befindet sich ein Katharinenaltar, der im 19. Jahrhundert komplett erneuert werden musste. In der östliche Kapelle steht das Seitenaltarbild "Die sieben Zufluchten" von Peter Paul Perwanger (1741) und ein Kruzifix von Paul Mödlhammer aus dem Jahr 1734. In dieser Kapelle befindet sich auch die Nonnengruft. Die mittlere Kapelle ließ 1634 Dompropst Johann Krafft von Weitting mit Stuckornamentik ausstatten. Peter Anton Lorenzoni schuf das Altarbild "Tod des hl. Benedikt" in der westlichen Kapelle, unter der sich die Äbtissinnengruft befindet. Die Äbtissin Maria Magdalena I. von Schneeweiß (16201625) wurde hier bestattet. Ihr Wappen befindet sich im Kreuzgewölbe. Seither werden die Grabtafeln aller Äbtissinnen dort angebracht.

Eine salzburgische "Schöne Pietà" aus Steinguss, die um 1420 entstanden war, findet man in der nördlichen Seitenapsis.

Grabmäler

und andere

Ein Zitat von Franz Grillparzer über diese Kirche

"Inwendig macht die Kirche einen sehr guten Eindruck. Herrlich sind die gemalten Fenster. So schön habe ich sie nirgends als auf dem Nonnberge in Salzburg gesehen."

Wallfahrt

Die Kirche war für in früheren Jahrhunderten auch vielfach Ziel von Wallfahrten, solche Gruppen von Wallfahrern wurden früher auch "Kreuzvölker" genannt. Erste Wallfahrten fanden schon bald nach dem Tod der in der Krypta bestatteten heiligen Erentrudis, der als Heilige verehrten ersten Äbtissin bekannt. Hier wurde früh auch bereits eine Pilgerherberge eingerichtet.

Bilder

 Kirche Mariae Himmelfahrt (Abtei Nonnberg) – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI

Quellen

Einzelnachweise

  1. "Die Denkmale des Stiftes Nonnberg in Salzburg", siehe unter Quellen
  2. die hier angeführten Zeiten der Äbtissinnen weichen von jenen Daten auf der Liste der Äbtissinnen im SALZBURGWIKI erheblich ab; diese Daten wurden aus der Quelle "Abteikirche Nonnberg"', Kunstverlag Hofstätter, 1995, unter Mitwirkung von Dr. Adolf Hahnl, Salzburg, Dr. phil. Verena Stähli-Lüthi, Schweiz und P. Gregor Brazerol OSB, Schweiz, verfasst; in dieser Quelle gibt es eine umfangreichen Quellenverweis, u. a. auf das Dehio Salzburg;
  3. www.sn.at, 24. Februar 2024: "Stift Nonnberg in Salzburg: Versehrte Engel brauchen unsere Hilfe", ein Beitrag von Hedwig Kainberger
  4. "Salzburger Nachrichten", 16. September 2023: "Stift Nonnberg putzt die Engel heraus", ein Beitrag von Hedwig Kainberger