Großglockner Hochalpenstraße Schneeräumung 2017

Die Großglockner Hochalpenstraße Schneeräumung 2017 hatte am Montag, den 10. April 2017 bei strahlendem Bergwetter begonnen.
Einleitung
Auf der Straße lag so wenig Schnee wie seit 20 Jahren nicht mehr. Unter 2 000 m ü. A. war die Straße so gut wie schneefrei. Gab es in manchen Jahren bis zu zehn Meter hohe Schneewände zu fräsen, so waren es dieses Jahr wahrscheinlich maximal fünf Meter.
Der relativ schneearme Winter ließ auf eine unkomplizierte und zügige Schneeräumung auf der Großglockner Hochalpenstraße hoffen: Doch das Hochgebirge zeigte sich ab dem Osterwochenende von seiner grimmigsten Seite. 70 Zentimeter Neuschnee, Schneeverfrachtungen von bis zu fünf Meter und Temperaturen bis minus 14 Grad führten zu massiven Unterbrechungen der Schneeräumung und zu erhöhter Lawinengefahr. Die beiden Schneeräumungstrupps konnten dennoch den Zeitplan einhalten: Der Durchstich erfolgte am 2. Mai 2017 und die Großglockner Hochalpenstraße startet ab 3. Mai in die Saison 2017.
Über die Geschichte und Technik
- Über die Geschichte der Großglockner Hochalpenstraße Schneeräumung
- Über den Rotationspflug "System Wallack", den schon der Erbauer der Straße Hofrat Dipl.-Ing. Franz Friedrich Wallack konstruiert hatte


Die Schneeräumung im Tagesablauf
10. April 2017, Tag 1

Die Mannschaften an der Nordrampe von Ferleiten und an der Südrampe von Heiligenblut begannen mit der Räumung der Schneemassen. Aufgrund der geringen Schneemassen im Tal in der Nähe der Kassenstelle Ferleiten (1 154 m ü. A.) und einiger Vorarbeiten in den letzten Woche für Dreharbeiten zu einem Film über den Allrad-Volkwagen mit Hans-Joachim Stuck, war die Räummannschaft am ersten Tag bereits über die Kehre 8 (2 162 m ü. A.) vorgestoßen.
Bilder Tag 1
Bilder von der Nordrampe
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Der Rotationspflug "System Wallack" bei ihrer Anfahrt "auf eigenen Ketten" zur Nordrampe der Großglockner Hochalpenstraße.
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Pflugpilot Lois in seinem Rotationspflug "System Wallack" an der Nordrampe der Großglockner Hochalpenstraße.
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Mittagspause an der Nordrampe.
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"Jörgen" bei Kehre 8: Schicht um Schicht wird gefräst, zurückgeschoben und wieder gefräst.
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"Jörgen" bei Kehre 8: Größenvergleich: Mensch - Technik - Schneehöhe.
Bilder von der Südseite
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An der Südseite der Großglockner Hochalpenstraße in Richtung Berggasthof Wallackhaus, ebenfalls sehr wenig Schnee.
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Im Hintergrund der Großglockner (3 798 m ü. A.).
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Auch heuer werden die Teams wieder von der Fa. Steyr mit einem Versuchstraktor unterstützt.
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An der Südseite wird die Gletscherstraße zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe ebenfalls bereits geräumt.
11. April 2017, Tag 2

Heute war das Wetter sehr unfreundlich. Starker Nebel und teilweise Schneefall. Das verlangte von den Rotationspflugfahrern volle Konzentration über den ganzen Tag. Schließlich bewegen sie Fahrzeuge mit 375 PS und müssen Zentimeter genau dem Straßenverlauf entlang fräsen.
Bilder Tag 2
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Nordrampe: Es müssen auch laufend neue Fahrer für die die Rotationspflüge "System Wallack" eingeschult werden. Hier der Lehrmeister Stefan mit Lehrling Daniel.
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Nordrampe: Kurz vor der Edelweißwand.
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Auf der Südseite war das Wetter etwas besser.
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Auf der Südseite oberhalb von Tauerneck.
12. April 2017, Tag 3


Es ging wieder bei gutem Wetter voran. Auf der Nordrampe wurde der Bereich Fuscher Törl erreicht. Die Mannschaft an der Südseite gelangte auf der Gletscherstraße zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe bis zur Lawinengalerie FWE. Bei der Durchzugstraße auf der Südseite hieß es zunächst 'Stopp' wegen Skibetrieb (der offenbar über die noch verschneite Straße verlief). Nach Ostern ging es weiter.
Bilder Tag 3
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An der Nordrampe erreichte die Mannschaft das Fuscher Törl (Straßendurchbruch links im Bild).
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Nordrampe: der Rotationspflug "System Wallack" frisst sich durch den Schnee.
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Südseite: Kehre 2 auf der Gletscherstraße zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe.
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Südseite: Kurz vor der Lawinengalerie.
13. April 2017, Tag 4

Bereits am vierten Tag wurde die Fuscher Lacke erreicht. Ein Blick dazu zurück: 2016 war man am erst am fünften Tag bei der Fuscher Lacke, wo kurz danach sieben Meter hohe Schneewände warteten. 2015 war es sogar erst am sechsten Tag und 2014 am neunten oder zehnten Tag (es herrschte sehr schlechtes Wetter mit Stürmen mit Windgeschwindigkeiten bis zu 100 km/h während der Räumzeit.
Laut Wetterbericht sollte es in den nächsten Tagen Schnee geben, daher wurde die Räumung unterbrochen und die Mannschaften ruhen sich über die Osterfeiertage aus. "Frohe Ostern" ließen die Schneeräumer über Facebook an alle, ihre "...Facebook-FreundInnen und die es noch werden wollen!..." ausrichten.
Bilder Tag 4
Alle Bilder von der Nordrampe, da die Arbeiten an der Südseite bis nach Ostern ruhten.
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Ein 'Fendt 936' mit Kahlbacherschneefräse an der Nordrampe vom Fuscher Törl (im Hintergrund) in Richtung Fuscher Lacke.
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Arni ist in Richtung Fuscher Lacke mit dem "Eisbändiger" unterwegs; "Eisbändiger" war der Spitzname von Hofrat Franz Wallack.
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"Alt" und "Jung" vertragen sich bestens.
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Aufnahmen für "Am Schauplatz", der am 1. Juni 2017, in ORF 2 ausgestrahlt wurde.
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Wost und der "Jörgen"! Jörgen war ein Maschinenbauingeneur bei der Entwicklung der Rotationspflüge "System Wallack".
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Die Mannschaft von der Nordseite. Links hält einer der Männer eine Sondierstange in der Hand, mit der der genaue Straßenverlauf zwischen den Schneestangen sondiert und markiert wird. Im Hintergrund die Edelweißstraße auf die Edelweißspitze.
18. April 2017, Tag 5

Heute wurde der Neuschnee, der über die Osterfeiertag gefallen war, von der Straße geräumt. Aber es sollte jetzt recht kalt werden: -7 C° bis -13 °C sowohl während der heutigen Nacht als auch morgen und übermorgen. Zwischendurch wurden Sturmböen mit über 70 km/h erwartet.
19. April 2017, Tag 6

Die Räumung der Hochalpenstraße konnte heute aus Sicherheitsgründen nicht fortgesetzt werden. Experten warnten vor großer Lawinengefahr in den Hohen Tauern. Windböen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 90 Stundenkilometer fegten den ganzen Tag über die Hohen Tauern.
20. April 2017, Tag 7

Heute passte das Wetter wieder und als erstes musste der Neuschnee von der Straße gebracht werden. Dabei erhielt die Räummannschaft der Nordrampe technische Verstärkung. Am südlichen Abschnitt der Scheitelstrecke wurde der Hochtor Tunnel erreicht.
Der winterliche Wettersturz brachte die Räummannschaft an der Nordrampe in den letzten drei Tagen keinen Meter weiter.
Dienstag, Neuschneeräumung und Mittwoch durch den starken Sturm keine Räumung möglich; Donnerstag, 20. April, hatte sich die Lage endlich ein wenig gebessert. So konnte die Mannschaft die Straße bis zur Fuscher Lacke wieder freiräumen. Heute hatte sie einen Totalausfall der Pistenraupe - eine Hydraulikleitung war gerissen. Für Freitag, 21. April, hoffentlich bei gutem Wetter, ging es mit der Altschneeräumung wieder voran in Richtung Mittertörltunnel, den Peter Embacher, Leiter der Schneeräumung und technischer Betriebsleiter der GROHAG in Fusch an der Großglocknerstraße, bereits besichtigt hatte.
Bilder Tag 7
Bilder von der Nordrampe
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Technische Verstärkung für die Schneeräumung auf der Nordrampe.
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Am Weg vom Fuscher Törl hinunter zur Fuscher Lacke auf der Nordrampe.
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Reparatur der Pistenraupe - Montagegrube aus Schnee.
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Vorbeifahrt über den Kehrenkopf.
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Kehre 15: doch nicht so wenig Schnee!
Bilder von der Südseite
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Südseite: Ein Rotationspflug "System Wallack" arbeitet sich zum Hochtor Tunnel hinauf.
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Südseite: Am Weg vom Fuscher Törl hinunter zur Fuscher Lacke auf der Nordrampe.
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Südseite: Die Straße bis zum Hochtor ist nun geräumt.
21. April 2017, Tag 8




Strahlend blauer Himmel über den Hohen Tauern. Bei so einem Traumwetter hatten die Männer die letzten drei Tage vergessen. Heute konnten die beiden Räumtrupps mit der Altschneeräumung fortfahren. Auf der nördlichen Scheitelstrecke standen sie mit der Räumung am Elendboden (300 m südlich des Mittertörltunnels Süd) und auf der Südseite kurz vor der Kehre 18. Der Durchstich, wenn das Wetter nicht wieder verrückt spielt, sollte planmäßig am Donnerstag, den 27. April, erfolgen.
Bilder Tag 8
Bilder von der Nordrampe
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Im Bereich km 30 kurz vor dem Mittertörltunnel.
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Mittertörltunnel, Nordportal.
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Mittertörltunnel, Original-Zitat von Peter Embacher: "Die Winterwächter!"
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Das halboffene Tor des Mittertörltunnels Süd. Die Tore müssen im Winter geschlossen werden, ansonsten würde der Tunnel mit Schnee durch den Luftzug vollgefüllt.
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Mittertörltunnel: Immer wieder eine Herausforderung für den Raupenfahrer.
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Geschafft!
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Der erste Schnitt zum Mittertörl.
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Normalerweise liegen hier bei Km 30 zehn Meter Schnee. Heuer sind es nur fünf Meter.
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Auch der Rotationspflug "System Wallack" ist nun durch den Mittertörltunnel gekommen.
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Nun geht es zum Elendboden.
Bilder von der Südseite
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Hochtor Tunnel Süd kurz vor der Öffnung.
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Für die Sicherheit, Lawinenbeurteilung und Lawinensprengungen kümmern sich unserer Bergführer Stefan Rieger und Matthias Lackner mit ihren Gehilfen. Hier ein kontrollierter Lawinenabgang südlich des Hochtors.
Samstag, 22. April 2015

Inspektionstour von Peter Embacher, Leiter der Schneeräumung und technischer Betriebsleiter der GROHAG in Fusch an der Großglocknerstraße zwischen Mittertörltunnel und Hochtor Tunnel. Der Wetterumschwung zeichnete sich bereits ab. Hier einige Bilder von seiner Tour.
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Blick vom Hochtor Tunnel nach Norden hin zum Mittertörltunnel und zur Edelweißspitze.
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Die ersten Murmeltiere.
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Erste Anzeichen der nächsten Schlechtwetterfront über der Hohen Dock (links) und dem Großen Wiesbachhorn (Bildmitte, Gipfel in Wolken).
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Blick über das Hochtor Tunnel-Südportal hinunter ins Mölltal.
24. April 2017, Tag 9


Heute wurde Edelweißstraße von der Gruppe Unimog vom Schnee geräumt. Dabei strampelte ein Radler an ihnen vorbei hinauf zur Edelweißspitze.
Auf der Durchgangsstraße (Scheitelstrecke) selbst gingen die Räumarbeiten vom Mittertörltunnel weiter in Richtung Fuscher Wegscheide.
Bilder Tag 9
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Heute wurde Edelweißstraße von der Gruppe Unimog vom Schnee geräumt. Im Hintergrund rechts unten befindet sich das Seidlwinkltal.
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Die erste Fräse ist vom Mittertörltunnel in Richtung Fuscher Wegscheide unterwegs.
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Besuch von zwei Berufskollegen aus Oberösterreich.
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Die Arbeit verlangt viel Konzentration vom Fahrer.
27. April 2017

Aufgrund des neuerlichen Wintereinbruchs in den letzten Tagen und der eher schlechten Wettervorhersage für das kommenden Wochenende mit dem 1. Mai sollte die Öffnung der Großglockner Hochalpenstraße sowie der Nockalmstraße voraussichtlich mit 3. Mai 2017 erfolgen. Das Wetter in der hochalpinen Region ist eben nicht so vorhersagbar wie man es sich manchmal wünschte.
Bilder vom 27. April 2017 von Webcams
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Webcam am Törlkopf oberhalb des Gedenkzeichens Fuscher Törl mit Blick in Richtung Edelweißspitze (rechts im Nebel) am Donnerstagvormittag, 27. April 2017, um 06:55 Uhr.
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Webcam auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe am Donnerstagvormittag, 27. April 2017, um 10:05 Uhr.
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Webcam beim Gasthof Fuscherlacke mit Blickrichtung zur Edelweißspitze (im Nebel) am Donnerstagvormittag, 27. April 2017, um 10:12 Uhr,.
2. Mai 2017 - Durchstich, Tag 10

Die zwei Schneeräumungstrupps mit insgesamt 15 Männern trafen sich am 2. Mai 2017 bei strahlendem Sonnenschein gegen 11 Uhr nördlich des Hochtors. Die letzten Meter Schnee wurden im Laufe des Tages noch von der Straße gefräst.
Bildergalerie Durchstich
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2. Mai 2017: Die letzten Meter, bevor sich die beiden Räum-Teams getroffen haben
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2. Mai 2017: Die letzten Meter, bevor sich die beiden Räum-Teams getroffen haben
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2. Mai 2017: Die letzten Meter, bevor sich die beiden Räum-Teams getroffen haben
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2. Mai 2017: zwei Rotationspflüge "System Wallack" aus Richtung Salzburg (vom Mittertörltunnel kommend)
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2. Mai 2017: "Frühlingshafte" Winterlandschaft am Weg hinauf zum Hochtor Tunnel auf Salzburger Seite auf dem Weg zum Hochtor (Tunnel)
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2. Mai 2017: am Weg hinauf zum Fuscher Törl auf Salzburger Seite
Bilder
Großglockner Hochalpenstraße Schneeräumung 2017 – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Quellen
- www.facebook.com/grossglocknerstrasse
- Quelle Peter Krackowizer Public Relations Presse Journalismus, Berichterstattung Schneeräumung 2017
Über die Großglockner Hochalpenstraße Schneeräumung:
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