Der Absolvent des Skigymnasiums Stams in Nordtirol wechselte 1992 vom Ski- ins Snowboard-Lager. Seit gehört er 1995 dem Salzburger Landeskader und seit 1997 dem Österreichischen Skiverband (ÖSV) an. Er ist beruflich im Heeres-Leistungssportzentrum Rif beheimatet.
Sportliche Karriere in den 2000er-Jahren
Als Nachwuchsfahrer durfte Prommegger am 11. Jänner1997 in Lenggries (D) erstmals Weltcupluft schnuppern.
Am 11. Februar2000 krönte sich Prommegger in Berchtesgaden (GER) zum Juniorenweltmeister im Parallel-Riesentorlauf und wiederholte zwei Tage später dieses Kunststück auch im Parallel-Slalom. In der darauffolgenden Saison gewann er die Gesamtwertung im Europacup und fährt seither im Weltcup.
Prommegger gilt als technisch ausgereifter "Gefühlsfahrer", der lange Jahre konstant gute Ergebnisse brachte, ohne jemals zu siegen. 2004 gelang dem Pongauer der Durchbruch im Weltcup, am 8. Februar2004 gelang ihm in Berchtesgaden als Dritter erstmals ein Platz auf dem Podium.
Seine ersten Olympischen Winterspiele in Turin2006 waren gleichzeitig die ersten für einen St. Johanner Sportler. Als Mitfavorit auf eine Medaille belegte er dort allerdings nur den zu diesem Zeitpunkt enttäuschenden 9. Platz.
Am 19. Jänner2008 feierte er in seinem 146. Weltcuprennen in La Molina (ESP) seinen ersten Weltcupsieg.
Sportliche Karriere in den 2010er-Jahren
Die Saisonen 2010 und 2011 beendete er jeweils als Zweiter im Parallelweltcup, jeweils hinter seinem niederösterreichischen Teamkollegen Benjamin Karl. Im Winter 2012 lieferte Prommegger mit drei Siegen und fünf weiteren Podestplätzen sein Meisterstück ab: mit einer "Punktlandung" - Rang sechs beim letzten Rennen in Valmalenco (ITA) - sicherte er sich den Gesamtweltcup vor dem Südtiroler Roland Fischnaller. Im darauffolgenden Jahr gewann er erneut vor Fischnaller die kleine Weltcupkugel im Snowboard-PGS-Weltcup und erneut den Gesamtweltcupsieg, der 2013 erstmals mit einer großen Kugel belohnt wurde. Nach durchwachsenen Saisonen gelang ihm im Februar 2016 überraschend sein 13. Weltcupsieg in der Türkei. Im Februar 2017 gelang ihm bei der Olympia-Generalprobe in Pyeongchang (Südkorea) erneut ein Sieg und mit einem weiteren, wieder in der Türkei, brachte sich Prommegger 2017 sogar noch ins Spiel um den Gesamtweltcup.
Seit 2005 qualifizierte er sich bei sechs Weltmeisterschaftsbewerben immer fürs Finale und erreichte dabei stets Platzierungen unter den Top Ten. 2007 erreichte er in Arosa (SUI) als Vierter und Fünfter weitere Spitzenplätze bei den Weltmeisterschaften. Auch bei den Weltmeisterschaften 2011 und 2013 verlor er jeweils das Kleine Finale und wurde unbedankter Vierter. Am 15. März 2017 wurde er in der Sierra Nevada (Spanien) erstmals Weltmeister im Parallelslalom. Bereits am darauffolgenden Tage gewann er auch den Parallelriesentorlauf und verließ die Snowboard-Weltmeisterschaft in der Sierra Nevada als Doppelweltmeister. Mit einem 13. Platz im abschließenden Weltcuprennen in Winterberg (GER) sicherte er sich auch zum dritten Mal den Gesamtweltcup.
Andreas Prommegger in der Qualifikation des Weltcup Parallelslaloms am Jauerling in Österreich am 13. Jänner2012.
Am 6. Jänner2018 gewann Andreas Prommegger gemeinsam mit Claudia Riegler bei der Weltcup-Premiere am Ötscher zum Abschluss des Snowboard-Weltcups in Lackenhof in Niederösterreich den Riesentorlauf-Mixed-Teambewerb. Am 13. Jänner 2018 erreichten die beiden beim Team Parallelslalom in Bad Gastein den dritten Platz. Nach einem zweiten Platz beim abschließenden Bewerb in Winterberg (Deutschland) gewann er gemeinsam mit seiner Partnerin Claudia Riegler die Kristallkugel im Parallel-Teambewerb.
Bei den Olympischen Winterspiele 2018 in PyeongChang in Südkorea reichte es für Prommegger nicht für Edelmetall. Dafür gelang ihm in Winterberg (GER) ein mehr als versöhnlicher Abschluss einer aufregenden Saison. Platz zwei, und damit der dritte Podestplatz im dritten Bewerb, reichten Riegler und Prommegger für den Gewinn der erstmals ausgetragenen Teamwertung im Weltcup. Das war umso erstaunlicher, weil er angeschlagen ins Rennen gegangen war. Zum Leistenbruch gesellte sich schon vor Olympia ein Bandscheibenvorfall.[1]
Sportliche Karriere in den 2020er-Jahren
Gleich beim ersten Weltcuprennen in der Saison 2019/2020 gelang ihm am 7. Dezember2019 als 39-jähriger in Bannoje Russland der 18. Einzel-Sieg im Weltcup. In der durch die Infektionskrankheit Covid-19 Anfang März 2020 abgebrochenen Saison gewann er erstmals den Slalom-Weltcup. Auch als 40-jähriger gewann er in der derauffolgenden Saison noch im Weltcup und sicherte sich eine Silbermedaille bei der WM in Rogla (SLO).
Während Prommegger bei den Olympische Winterspiele 2022 in Beijing leer ausging, krönte er sich am 21. Februar2023 im georgischen Bakuriani nochmals zum Weltmeister im Parallelslalom und avancierte mit 42 Jahren zum ältesten Snowboard-Weltmeister der Geschichte.[2]
Andreas Prommegger hatte sich am Samstag, den 24. Februar2024, beim Weltcup der Parallel-Snowboarder in Krynica in Polen im Duell zweier 43-Jähriger gegen Roland Fischnaller aus Italien durchgesetzt. Es war der 23. Weltcupsieg für ihn, der sich mit 43 Jahren und 106 Tagen zum ältesten Weltcupsieger der Snowboard-Geschichte kürte.[3] Andreas Prommegger und Sabine Schöffmann hatten am Samstag beim Snowboard-Weltcup in Winterberg im nicht-olympischen Parallelslalom jeweils Platz zwei belegt. Der Salzburger unterlag im Finale dem Südkoreaner Lee Sang-ho. Die Kärntnerin musste sich nur der Tschechin Ester Ledecka beugen, die auch im alpinen Ski-Weltcup unterwegs ist. Diese fuhr beim dritten Antreten in einem Snowboardrennen in diesem Winter ihren dritten Sieg ein.
Bei den abschließenden Bewerben in Winterberg (Deutschland) am Samstag, den 9. März 2024 belegte Prommegger Platz zwei im Parallelslalom und beendete die Weltcupsaison ebenfalls an zweiter Stelle hinter Landsmann Benjamin Karl.[4] Tags darauf sicherte er mit einem 5. Platz die Kleine Weltcupkugel im Teambewerb gemeinsam mit Sabine Schöffmann. Damit konnte er den Erfolg aus dem Vorjahr wiederholen.
2025: 70. Weltcup-Stockerlplatz
Im Parallel-Weltcup-Riesentorlauf am 11. Jänner2025 in Scuol in der Schweiz wurde 44-jährige Andreas Prommeregger Dritter, der das direkte Halbfinalduell mit dem 23-jährigen Dominik Burgstaller knapp verloren hatte. Für den St. Johanner war es der insgesamt 70. Weltcup-Stockerlplatz.[5]
Erfolge
Übersicht
3x Weltmeister Parallelriesentorlauf (2017 Sierra Nevada) und Parallelslalom (2017, 2023)
2x Vizeweltmeister Parallelslalom (2021, 2023)
1x Bronze Parallel Team (2025)
3x Sieger Gesamtweltcup 2012, 2013 und 2017
5x 2. Platz Gesamtweltcup 2011, 2019, 2021, 2024 und 2025
2x 3. Platz Gesamtweltcup 2008 und 2023
Sieger PGS Weltcup 2013, 2022
Sieger PSL Weltcup 2020
Sieger Weltcup Team-Bewerb (gemeinsam mit Claudia Riegler) 2018
32 Weltcupsiege (Einzel und Team)
75 Podiumsplatzierungen im Weltcup
2x Juniorenweltmeister 2000
13 Europacupsiege
1x Europacup-Gesamtsieger 2001
7x österreichischer Meister (zuletzt 2022)
Seine Erfolge im Detail
Weltmeisterschaften
Platzierungen (in chronologischer Reihenfolge - sortierbar)