Franking
Franking ist eine kleine Gemeinde im Oberösterreichischen Innviertel im Gerichtsbezirk Mattighofen, die für einige wenige Meter im Norden des Flachgaus an Salzburg grenzt und einige Bezüge zu Salzburg aufweist.
Geografie
Franking hat eine Fläche von 10,5 Quadratkilometer und eine Bevölkerungsdichte von 99 Einwohnern pro Quadratkilometer. Zu Franking gehören die Ortschaften Buch, Dorfibm, Eggenham, Eisengöring, Franking, Holzöster mit dem Holzöstersee, Holzleithen, Neuhausen und Oberfranking. Die Gemeinde besteht aus den beiden Katastralgemeinden Eggenham und Holzöster.
Nachbargemeinden sind Moosdorf, Geretsberg, Haigermoos, Eggelsberg und St. Pantaleon. Im Südosten grenzt die Gemeinde auf 31 Metern an die Salzburger Gemeinde St. Georgen bei Salzburg.
Öffentliche Einrichtungen
Rettungsdienste
Die Österreichische Wasserrettung Holzöster gehört dem Landesverband Salzburg an.
Geschichte
Erste menschliche Spuren in der Gegend finden sich bereits aus der Jungsteinzeit. Belegt wurde dies durch Funde von Werkzeugen im Weilhartsforst. Bis zum "Frieden von Teschen" 1779 gehörte Franking mit dem Innviertel zum Herzogtum Bayern. Der Name "Franking" geht auf den bayerischen Personennamen "Franko" zurück (Franking = Dorf des Franko). Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1150, in der ein "Ulricus von franchingen" genannt wird. Als Lehen der Benediktinerabtei Michaelbeuern erhielten die Herren von Franking die Siedlung; ihr Stammsitz befand sich auf dem Burgstall, einem Hügel am Holzöstersee. Eine Sage berichtet vom Untergang des Schlosses.[1].
Während der napoleonischen Kriege um 1800 gehörte Franking wieder kurz zum Kurfürstentum Bayern, kam aber dann 1814 endgültig als Teil von Oberösterreich zum Kaisertum Österreich. In der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft gehörte Franking zum Gau Oberdonau, nach 1945 wieder zu Oberösterreich. Während der alliierten Besatzung zwischen 1945 und 1955 lag Franking in der amerikanischen Besatzungszone.
In den 1950er-Jahren begann der Aufbau des Fremdenverkehrs, der in den 1980er-Jahren seinen Höhepunkt erlebte.
Lohnende Ziele in und rund um die Gemeinde
- Eine besondere Attraktion ist das Bauerngolf.
- Wanderung zu den Huckinger Seen, kleinen im Weilhartsforst versteckten Seen
- Moorlehrpfad im Ibmer Moor
- Verschiedene Radtouren, z. B. um das Ibmer Moor oder nach Burghausen
Übernachtungs- und Essensmöglichkeiten
- Hotel Seewirt Holzöster
- Landhotel Moorhof Dorfibm
- Gasthof Kirchenwirt Franking
- Eiscafé Kreuzeder Holzöster
Erlebnis
Im Ortsteil Dorfibm gibt es das Landhotel Moorhof, das als Besonderheit die Möglichkeit bietet, in Bier zu baden. Ein weiteres Freizeitangebot ist die Traktor-Roas, die in Dorfibm ihren Ausgangspunkt hat.
Wappen und Fahne
Offizielle Beschreibung des Gemeindewappens: Unter silbernem Schildhaupt, darin stehende blaue Rauten, gespalten; links in Gold ein schwarzer, rechts gewendeter, flugbereiter Rabe; rechts in Blau übereinander zwei silberne Seerosenblüten. Die Gemeindefarben sind Gelb-Blau-Gelb. Das silber-blaue Schildhaupt steht für die lange Verbundenheit mit Bayern.
Örtliche Vereine
- Sportverein Union Franking mit den Sektionen Faustball, Stockschießen, Taekwondo, Turnen und Volleyball; gegründet 1962
- Kameradschaftsbund Franking
- Landjugend Franking
- Freiwillige Feuerwehr Franking
- Trachtenmusikkapelle Franking
- Krippenbauverein Franking
- Goldhaubenfrauen Franking
- Elternverein der Volksschule Franking
- Jägerschaft Franking
- Schützenverein Franking
- Österr.-Nordzypriotische Künstlervereinigung (ÖNZKV)
Liste der Erbhöfe
Nach dem Erbhofgesetz 1931 muss der Hof mindestens 200 Jahre von der Familie bewirtschaftet worden sein.
- Dießengut in Dorfibm (1995)
- Hanspetergut in Eisengöring (1995)
- Josephengut in Neuhausen (1995)
- Karnergut in Dorfibm (1995)
- Kirchbauergut in Franking (1995)
- Matheisengut in Eisengöring (1995)
- Neuhausergut in Neuhausen (1995)
- Schipflgut in Neuhausen (1995)
- Anthallergut in Dorfibm (1965)
- Pimperlgut in Neuhausen (1996)
- Kirchbauergut in Franking (1995)
Bildung
Geschichte der Volksschule
Die Anfänge des Schulwesens in Franking liegen im Dunkeln. Mit der Errichtung der Pfarre Franking im Jahre 1785 wanderte die Schule in das Mesnerhaus, das auf dem Platz des heute noch stehenden Leichenhauses errichtet war. Beim Mesnerhäusl befanden sich Stall, Heuboden und Scheune sowie ein hölzernes Backhaus.
Zu dieser Zeit entsprach das Mesnerhäusl den schulischen Anforderungen schon lange nicht mehr. Bereits 1842 kritisierte der Lehrer Kaspar Hofmeister den schlechten Zustand der Schule. Diese Zustände gelangten im Laufe der Jahre auf Umwegen auch der Statthalterei von Österreich ob der Enns zu Ohren. Der Statthalter in Linz, Bach, berief deshalb eine Schulkommission ein, die die Zustände überprüfen sollte. Am 6. April 1853 beauftragte Bach den Amtsleiter in Braunau am Inn, das Schulhaus in Franking bauen zu lassen. Unter Bürgermeister Zenz, Adambauer in Eggenham, wurde der Bau am 18. Juli 1853 begonnen. 1854 wurde die neue Schule eingeweiht. Zum Schulhaus gehörten ein gemauerter Stall und ein Heuschober, der die notwendige Selbstversorgung der Lehrer sicherstellen sollte.
Das Schuljahr 1945/46 konnte am 17. September beginnen. Es besuchten 76 einheimische und 67 Flüchtlingskinder die einklassige Schule, deren Klassenraum 40 Quadratmeter umfasste. Das waren also 143 Kinder in acht Schulstufen im Halbtagesunterricht. Im Gastzimmer des Wirts Mayr wurde eine Notklasse eingerichtet, die von einer Flüchtlingslehrkraft unterrichtet wurde. Die Raumnot trat immer deutlicher hervor, der Unterricht unter diesen Verhältnissen war aufreibend und fast unmöglich.
1947 wurde daher das Schulhaus ausgebaut und erhielt ein Obergeschoss. So konnte die Schule ab 1947/48 zweiklassig geführt werden. Zu Beginn der 1970er-Jahre wurde das jetzige Schulgebäude mit zwei Klassen, einem Werkraum und einem Turnsaal errichtet. Nach der Auflösung der Volksschuloberstufe wurde das Untergeschoss für den Kindergarten adaptiert. 2006–2009 wurden Schule und Turnsaal renoviert bzw. neu errichtet und am 19. September 2009 feierlich eröffnet.
Religion
Die römisch-katholische Pfarrkirche, die der heiligen Maria Magdalena geweiht ist, bestand bereits vor 1324. Das gotische Mittelschiff stammt aus dem Jahr 1445, zwei barocke Seitenschiffe wurden 1689 und 1723 angebaut. Der Turm der Pfarrkirche stammt ebenfalls aus dem Jahr 1689. Im Zuge der josephinischen Reformen wurde Franking 1785 von der Mutterpfarre Ostermiething losgelöst und eine selbstständige Pfarre. Die meisten Einwohner gehören der römisch-katholischen Kirche an.
Pfarrer, Provisoren und Administratoren der Pfarre Franking
|
|
|
|
|
|
|
Kapellen in der Gemeinde
Sie haben zwar keinen Salzburgbezug, sollen aber beispielhaft hier angeführt werden.
- Wimmer Kapelle der Familie Pfaffinger, Wimmer in Buch – Zeitpunkt und Motiv der Errichtung sind nicht überliefert; nach der Bauweise dürfte sie zwischen 1840 und 1880 erbaut worden sein.
- Graf Kapelle der Familie Wimmer in Buch – Die Kapelle wurde 1866 von der Witwe Maria Pfaffinger in Auftrag gegeben und von Maurermeister August Nagelstätter erbaut.
- Baumann Kapelle der Familie Maislinger/Höller in Oberfranking – Über die Entstehungsgeschichte ist nichts bekannt; sie dürfte jedoch zwischen 1860 und 1890 errichtet worden sein. 1984 wurde sie renoviert.
und andere Kapellen
- Freybuchner Kapelle der Familie Knieger in Buch – Nachdem die alte Kapelle weit vom Hof entfernt war, entschloss sich die Familie zu einem Neubau beim Hof, der am 23. August 2009 geweiht wurde.
- Anthaler Kapelle der Familie Leitner in Dorfibm – Die Kapelle wurde 1975 erbaut.
- Dieß Kapelle der Familie Loiperdinger in Eggenham – Sie wurde am 15. August 2002 eingeweiht und ist die jüngste Kapelle der Pfarre.
- Leithenberger Kapelle der Familie Manglberger in Witzling.
- Schröll Kapelle der Familie Lindner in Holzleithen – Sie stammt aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts (wahrscheinlich zwischen 1770 und 1790); 2004 wurde sie generalsaniert.
- Blahutner Kapelle der Familie Wengler in Edt – Die erste Kapelle wurde 1852 erbaut, fiel einem Verkehrsunfall zum Opfer und wurde anschließend neu errichtet.
- See Kapelle der Familie Wimmer (Willener) in Holzöster – Sie stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
- Hubertuskapelle in Franking – Die Kapelle gehört der Jägerschaft Franking und wurde 1978 geweiht.
- Oberhofer Kapelle der Familie Mayr in Neuhausen – Sie gehört mit acht Sitzplätzen zu den größten Kapellen der Gemeinde.
- Wimmer Kapelle in Holzöster – erbaut wurde sie 1857 von den Enhuber.
- Oberlohner Kapelle der Familie Fuchs in Pimbach – Die Kapelle wurde 1869 errichtet und 1961 restauriert.
Politik
Frankinger Bürgermeister seit 1850
Datum = Amtsantritt
|
|
|
|
Ehrenbürger der Gemeinde
Unter anderem
- General Mark Clark, US‑Hochkommissar für Österreich (1946)
- Dr. Eduard Paul Tratz, Gründer des Haus der Natur in der Stadt Salzburg (1965)
Bilder
- Franking – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Weblinks
Quellen
- Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Franking"
- Wikimedia Commons: Wappen der Gemeinde
- Kirche: Quelle Bezirksbuch Braunau am Inn, Mattighofen, 1992
- Frankinger Bürgermeister seit 1850: doris.ooe.gv.at/geographie/geoinfo/gem/geminfo.asp?gemeinde=40408 – Quelle, war bei einer Überprüfung am 17. November 2022 nicht mehr abrufbar
- Frankinger Nachrichten, Gemeindezeitung der ÖVP
- Katalog Seelentium
- Statistik Austria, Bevölkerungsdaten
- Heimatbuch Franking, Franking 2012
Einzelnachweise
- ↑ siehe Die Sage vom Mäuseschloss