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| | Die Anfänge der Errichtung der Tauernkraftwerke Kaprun reichen in die [[1920er]]-Jahre zurück und hängen mit dem Bau der [[Großglockner Hochalpenstraße]] zusammen. | | Die Anfänge der Errichtung der Tauernkraftwerke Kaprun reichen in die [[1920er]]-Jahre zurück und hängen mit dem Bau der [[Großglockner Hochalpenstraße]] zusammen. |
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| − | Einer der Gründe, weshalb der damalige [[Landeshauptmann]] [[Franz Rehrl|Dr. Franz Rehrl]] in den 1920er- und [[1930er]]-Jahren sich so vehement für den Bau der Großglockner Hochalpenstraße eingesetzt hatte, war die Vision der Errichtung eines Skizentrums in der [[Glocknergruppe]]. Die sollte mit der neuen Straße erschlossen werden. Eine weitere Idee von Dr. Rehrl war aber auch, dass diese Straße zur Errichtung einer riesigen Tauernkraftwerkgruppe von jenen Betreibern gebaut und bezahlt werden sollte; dann hätte sie später vom Land Salzburg ohne Kosten übernommen werden sollen und neben der Ausflugsstraßenfunktion auch für das Skigebiet als Zubringer gedient. | + | Einer der Gründe, weshalb der damalige [[Landeshauptmann]] Dr. [[Franz Rehrl]] in den 1920er- und [[1930er]]-Jahren sich so vehement für den Bau der Großglockner Hochalpenstraße eingesetzt hatte, war die Vision der Errichtung eines Skizentrums in der [[Glocknergruppe]]. Die sollte mit der neuen Straße erschlossen werden. Eine weitere Idee von Dr. Rehrl war aber auch, dass diese Straße zur Errichtung einer riesigen Tauernkraftwerkgruppe von jenen Betreibern gebaut und bezahlt werden sollte; dann hätte sie später vom Land Salzburg ohne Kosten übernommen werden sollen und neben der Ausflugsstraßenfunktion auch für das Skigebiet als Zubringer gedient. |
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| | Auf die Nutzung der Wasserkraft zurückgreifend, ließ er [[1928]] ein gigantisches Projekt vorbereiten, für dessen Ausführung der [[Salzburger Landtag]] schließlich AEG Berlin gewinnen konnte: die Tauernkraftwerke sollten mit jährlich 3,3 Milliarden Kubikmeter Wasser aus dem Gebiet der [[Zentralalpen]] im Bereich der [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]] aus [[Kärnten]], [[Osttirol]] und Salzburg 6,6 Milliarden kWh produzieren; 1.250 km Hangkanäle, 80 km Sammelkanäle, 120 km Sammelstollen in rund 2 100 [[m ü. A.]] sollten das Wasser aus einem Einzugsgebiet von etwa 2 000 km² in drei Mega-Staubecken sammeln und ins [[Kapruner Tal]] leiten. Dort sollten zwei [[Wasserkraftwerke]] gespeist werden und durch gigantische Stollen − wie zweigleisige Bahntunnels − weiter nach [[St. Johann im Pongau]] fließen, wo ein drittes Kraftwerk errichtet werden sollte. | | Auf die Nutzung der Wasserkraft zurückgreifend, ließ er [[1928]] ein gigantisches Projekt vorbereiten, für dessen Ausführung der [[Salzburger Landtag]] schließlich AEG Berlin gewinnen konnte: die Tauernkraftwerke sollten mit jährlich 3,3 Milliarden Kubikmeter Wasser aus dem Gebiet der [[Zentralalpen]] im Bereich der [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]] aus [[Kärnten]], [[Osttirol]] und Salzburg 6,6 Milliarden kWh produzieren; 1.250 km Hangkanäle, 80 km Sammelkanäle, 120 km Sammelstollen in rund 2 100 [[m ü. A.]] sollten das Wasser aus einem Einzugsgebiet von etwa 2 000 km² in drei Mega-Staubecken sammeln und ins [[Kapruner Tal]] leiten. Dort sollten zwei [[Wasserkraftwerke]] gespeist werden und durch gigantische Stollen − wie zweigleisige Bahntunnels − weiter nach [[St. Johann im Pongau]] fließen, wo ein drittes Kraftwerk errichtet werden sollte. |
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| | == Baubeginn und Bauphasen == | | == Baubeginn und Bauphasen == |
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| − | Nach dem [[Anschluss]] Österreichs an das Deutsche Reich folgte dann doch bald der erste Spatenstich − ausgeführt von [[Hermann Göring]] am [[16. Mai]] [[1939]]. Beim Spatenstich war auch der Salzburger [[Erzbischof]] [[Ignaz Rieder]] anwesend. Während des Zweiten Weltkrieges arbeiteten auf der Baustelle bis zu 4 000 Kriegsgefangene und 6 339 zivile Ausländer<ref>Quelle: [http://gym.scp.ac.at/web-aktiv/geschichte-im-sacre-coeur/Wirtschaftswunder.htm gmy.scp.ac.at]</ref>. Im [[September]] [[1944]] wurde mit dem ersten Maschinensatz im [[Kraftwerk Kaprun-Hauptstufe]] und dem Hilfsspeicher am [[Stausee Wasserfallboden]] der Betrieb aufgenommen. Konkret wurden während der [[NS-Zeit]] (Bauphase 1) die Grundlagen für den nach dem Krieg erfolgten Weiterbau (Bauphase 2) des Tauernkraftwerkes gelegt. Dazu [[Margit Reiter]]: "''Das Krafthaus war baulich fertig gestellt, von vier Aggregaten waren zwei errichtet und konnten mit Hilfe des kleinen Stausees betrieben werden. Die dazu gehörenden Druckrohrleitungen waren verlegt und in der Schiebekammer die entsprechenden Verschlussorgane eingebaut. Der gepanzerte Schrägschacht war ebenfalls fertig gestellt, das Wasserschloss in seiner unteren Kammer ausgebrochen und der Druckstollen bis zum Einlaufbauwerk fertig. Die dazu gehörenden elektrischen Einrichtungen waren so weit vorangetrieben, dass eine Übertragung der Energie nach Ostösterreich bereits möglich war. Für den Bau der Limbergsperre waren rund 50 % der notwendigen Arbeiten geleistet.''" | + | Nach dem [[Anschluss]] Österreichs an das Deutsche Reich folgte dann doch bald der erste Spatenstich − ausgeführt von [[Hermann Göring]] am [[16. Mai]] [[1939]]. Beim Spatenstich war auch der Salzburger [[Erzbischof]] [[Ignaz Rieder]] anwesend. Während des Zweiten Weltkrieges arbeiteten auf der Baustelle bis zu 4 000 Kriegsgefangene und 6 339 zivile Ausländer<ref>Quelle [http://gym.scp.ac.at/web-aktiv/geschichte-im-sacre-coeur/Wirtschaftswunder.htm gmy.scp.ac.at]</ref>. Im [[September]] [[1944]] wurde mit dem ersten Maschinensatz im [[Kraftwerk Kaprun-Hauptstufe]] und dem Hilfsspeicher am [[Stausee Wasserfallboden]] der Betrieb aufgenommen. Konkret wurden während der [[NS-Zeit]] (Bauphase 1) die Grundlagen für den nach dem Krieg erfolgten Weiterbau (Bauphase 2) des Tauernkraftwerkes gelegt. Dazu [[Margit Reiter]]: "''Das Krafthaus war baulich fertig gestellt, von vier Aggregaten waren zwei errichtet und konnten mit Hilfe des kleinen Stausees betrieben werden. Die dazu gehörenden Druckrohrleitungen waren verlegt und in der Schiebekammer die entsprechenden Verschlussorgane eingebaut. Der gepanzerte Schrägschacht war ebenfalls fertig gestellt, das Wasserschloss in seiner unteren Kammer ausgebrochen und der Druckstollen bis zum Einlaufbauwerk fertig. Die dazu gehörenden elektrischen Einrichtungen waren so weit vorangetrieben, dass eine Übertragung der Energie nach Ostösterreich bereits möglich war. Für den Bau der Limbergsperre waren rund 50 % der notwendigen Arbeiten geleistet.''" |
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| | * [[Schleppbahn Kaprun]] | | * [[Schleppbahn Kaprun]] |
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| | Die Mittel für die Errichtung der Kraftwerksanlage stammten nach Ende des Zweiten Weltkrieges aus dem [[Marshall-Plan]]. [[1946]] war [[Leopold Müller-Salzburg]] Oberbauleiter. [[1947]] wurde der Bau des Großkraftwerkes wieder aufgenommen. [[1951]] war der Bau der 120 m hohe [[Sperre Limberg|Gewölbemauer Limberg]] beendet worden, wodurch [[1952]] das Kraftwerk Kaprun-Hauptstufe eröffnet werden konnte. Mit dem Bau des Kraftwerkes Kaprun-Oberstufe wurde [[1950]] begonnen. Bis [[1955]] konnten die Mooser- und Drossensperre des [[Stausee Mooserboden|Speichers Mooserboden]], die beiden Sperren des [[Stausee Margaritze|Speichers Margaritze]], das Oberstufenkraftwerk sowie der 12 km lange [[Möllüberleitungsstollen]], fertiggestellt werden. | | Die Mittel für die Errichtung der Kraftwerksanlage stammten nach Ende des Zweiten Weltkrieges aus dem [[Marshall-Plan]]. [[1946]] war [[Leopold Müller-Salzburg]] Oberbauleiter. [[1947]] wurde der Bau des Großkraftwerkes wieder aufgenommen. [[1951]] war der Bau der 120 m hohe [[Sperre Limberg|Gewölbemauer Limberg]] beendet worden, wodurch [[1952]] das Kraftwerk Kaprun-Hauptstufe eröffnet werden konnte. Mit dem Bau des Kraftwerkes Kaprun-Oberstufe wurde [[1950]] begonnen. Bis [[1955]] konnten die Mooser- und Drossensperre des [[Stausee Mooserboden|Speichers Mooserboden]], die beiden Sperren des [[Stausee Margaritze|Speichers Margaritze]], das Oberstufenkraftwerk sowie der 12 km lange [[Möllüberleitungsstollen]], fertiggestellt werden. |
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| | === Für die Oberstufensperren === | | === Für die Oberstufensperren === |
| − | * Zement-Entladeanlage in Kaprun aus Silowaggons in Tiefsilos, Förderleistung pro Stunde: 120 Tonnen, der Hochsilo hatte ein Fassungsvermögen von 1.000 m³ | + | * Zement-Entladeanlage in Kaprun aus Silowaggons in Tiefsilos, Förderleistung pro Stunde: 120 Tonnen, der Hochsilo hatte ein Fassungsvermögen von 1 000 m³ |
| | * Zementseilbahn | | * Zementseilbahn |
| | ** von Zement-Entladeanlage bis [[Limbergsperre]]: eine Umlaufbahn mit 7,4 km Länge, 920 m Höhenunterschied und einer Förderleistung von 35 Tonnen pro Stunde bei einer Geschwindigkeit von 2 m/sek, die Wagen hatten einen Abstand von 135 m; | | ** von Zement-Entladeanlage bis [[Limbergsperre]]: eine Umlaufbahn mit 7,4 km Länge, 920 m Höhenunterschied und einer Förderleistung von 35 Tonnen pro Stunde bei einer Geschwindigkeit von 2 m/sek, die Wagen hatten einen Abstand von 135 m; |
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| | * Kiesel-Seilbahn Mooserboden: 370 m Länge, 55 m Höhenunterschied, 320 t/Std. Förderleistung bei einer Geschwindigkeit von 2,2 m/sek, einem Wagenabstand von 40 m und einem Wagengewicht von 1,2 Tonnen; | | * Kiesel-Seilbahn Mooserboden: 370 m Länge, 55 m Höhenunterschied, 320 t/Std. Förderleistung bei einer Geschwindigkeit von 2,2 m/sek, einem Wagenabstand von 40 m und einem Wagengewicht von 1,2 Tonnen; |
| | * Schwerlast-Seilbahn zum Mooserboden: 1,2 km Länge, 160 m Höhenunterschied, die Nutzlast betrug zwei Tonnen bei einer Fahrgeschwindigkeit von 2,5 m/sek | | * Schwerlast-Seilbahn zum Mooserboden: 1,2 km Länge, 160 m Höhenunterschied, die Nutzlast betrug zwei Tonnen bei einer Fahrgeschwindigkeit von 2,5 m/sek |
| − | * Betonierungsanlage Mooserboden, bestehend aus sechs Großraumsilos je 3.500 Tonnen Inhalt, einer Betonmischanlage aus den USA mit neun Wiegevorrichtungen je 2.400 kg und einer theoretischen maximalen Tagesleistung von etwas 7.000 m³ Frischbeton; | + | * Betonierungsanlage Mooserboden, bestehend aus sechs Großraumsilos je 3 500 Tonnen Inhalt, einer Betonmischanlage aus den USA mit neun Wiegevorrichtungen je 2.400 kg und einer theoretischen maximalen Tagesleistung von etwas 7.000 m³ Frischbeton; |
| | * Einbringungsanlage - Betontransport mittels sechs Kabelkränen mit maximaler Spannweite von 570 m und einer Tragkraft an der Flasche von 8,5 Tonnen; die Fahrgeschwindigkeit der Katze betrug 3,33 m/sek; Inhalt eines Betonkübels: 3 m³ Festbeton; | | * Einbringungsanlage - Betontransport mittels sechs Kabelkränen mit maximaler Spannweite von 570 m und einer Tragkraft an der Flasche von 8,5 Tonnen; die Fahrgeschwindigkeit der Katze betrug 3,33 m/sek; Inhalt eines Betonkübels: 3 m³ Festbeton; |
| | * Kiesaufbereitungsanlage Mooserboden mit einer Stundenleistung von 300 Tonnen | | * Kiesaufbereitungsanlage Mooserboden mit einer Stundenleistung von 300 Tonnen |
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| | ** Kesselfall - Talstation [[Lärchwand-Schrägaufzug]]: 1,6 km Länge, 3,5 m Breite, 177 m Höhenunterschied und einer maximalen Steigung von 12 % | | ** Kesselfall - Talstation [[Lärchwand-Schrägaufzug]]: 1,6 km Länge, 3,5 m Breite, 177 m Höhenunterschied und einer maximalen Steigung von 12 % |
| | ** Schrägaufzug Mittelstation - [[Krafthaus Limberg]]: 0,9 km Länge, 3,5 m Breite, | | ** Schrägaufzug Mittelstation - [[Krafthaus Limberg]]: 0,9 km Länge, 3,5 m Breite, |
| − | ** Bergstation Schrägaufzug - Mooserboden [[Mooserbodenstraße]]: 6,8 km Länge, 3,5 m Breite, 400 m Höhenunterschied und einer maximalen Steigung von 12 %, Trassenführung auch durch einen 1.700 m langen Tunnel | + | ** Bergstation Schrägaufzug - Mooserboden [[Mooserbodenstraße]]: 6,8 km Länge, 3,5 m Breite, 400 m Höhenunterschied und einer maximalen Steigung von 12 %, Trassenführung auch durch einen 1 700 m langen Tunnel |
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| | * Schrägaufzüge: | | * Schrägaufzüge: |
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| | ** [[Lärchwand-Schrägaufzug]] | | ** [[Lärchwand-Schrägaufzug]] |
| | ** Schrägaufzug im [[Limbergstollen]]: auf einer Länge von 923 m wurde ein Höhenunterschied von 590 m überwunden, die Nutzlast betrug 5 Tonnen bei einer Spurweite von 800 mm; maximale Steigung: 87 %, Geschwindigkeit 2 m/sek; | | ** Schrägaufzug im [[Limbergstollen]]: auf einer Länge von 923 m wurde ein Höhenunterschied von 590 m überwunden, die Nutzlast betrug 5 Tonnen bei einer Spurweite von 800 mm; maximale Steigung: 87 %, Geschwindigkeit 2 m/sek; |
| − | ** Schrägaufzug Limberg-West (vom Sperrenfuß zur Sperrenkrone): auf einer Länge von 186,2 m wurde ein Höhenunterschied von 131,4 m überwunden, die Nutzlast betrug zwei Tonnen oder 12 Personen bei einer Spurweite von 880 mm; maximale Steigung: 119 % (?), Geschwindigkeit 2 m/sek; | + | ** Schrägaufzug Limberg-West (vom Sperrenfuß zur Sperrenkrone): auf einer Länge von 186,2 m wurde ein Höhenunterschied von 131,4 m überwunden, die Nutzlast betrug zwei Tonnen oder zwölf Personen bei einer Spurweite von 880 mm; maximale Steigung: 119 % (?), Geschwindigkeit 2 m/sek; |
| | ** Schrägaufzug Limberg-Ost (von der Sperrenkrone zur oberen Schiebekammer): auf einer Länge von ca. 400 m wurde ein Höhenunterschied von 258 m überwunden, die Nutzlast betrug zwei Tonnen oder acht Personen bei einer Spurweite von 650 mm; maximale Steigung: 90 %, Geschwindigkeit von 1,8 m/sek | | ** Schrägaufzug Limberg-Ost (von der Sperrenkrone zur oberen Schiebekammer): auf einer Länge von ca. 400 m wurde ein Höhenunterschied von 258 m überwunden, die Nutzlast betrug zwei Tonnen oder acht Personen bei einer Spurweite von 650 mm; maximale Steigung: 90 %, Geschwindigkeit von 1,8 m/sek |
| − | ** Schrägaufzug [[Möllpumpwerk]]: auf einer Länge von ca. 160 m wurde ein Höhenunterschied von 97 m überwunden, die Nutzlast betrug 20 Tonnen oder 48Personen bei einer Spurweite von 2.400 mm; maximale Steigung: 81 %, Geschwindigkeit von 30 cm/sek | + | ** Schrägaufzug [[Möllpumpwerk]]: auf einer Länge von ca. 160 m wurde ein Höhenunterschied von 97 m überwunden, die Nutzlast betrug 20 Tonnen oder 48Personen bei einer Spurweite von 2 400 mm; maximale Steigung: 81 %, Geschwindigkeit von 30 cm/sek |
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| | * Seilbahnen: | | * Seilbahnen: |
| − | ** [[Maiskogel Seilbahn]]: auf einer Länge von 1.600 m wurde ein Höhenunterschied von 713 m überwunden, die Nutzlast betrug ursprünglich 12 Tonnen oder 90 Personen pro Stunde in eine Richtung, Geschwindigkeit von 4 m/sek; | + | ** [[Maiskogel Seilbahn]]: auf einer Länge von 1.600 m wurde ein Höhenunterschied von 713 m überwunden, die Nutzlast betrug ursprünglich zwölf Tonnen oder 90 Personen pro Stunde in eine Richtung, Geschwindigkeit von 4 m/sek; |
| − | ** Seilbahn [[Heidnische Kirche (Mooserboden)|Heidnische Kirche]]: auf einer Länge von 1.560 m wurde ein Höhenunterschied von 237 m überwunden, die Nutzlast betrug zwei Tonnen oder 22 Personen pro Stunde in eine Richtung, Geschwindigkeit von 4 m/sek; | + | ** Seilbahn [[Heidnische Kirche (Mooserboden)|Heidnische Kirche]]: auf einer Länge von 1 560 m wurde ein Höhenunterschied von 237 m überwunden, die Nutzlast betrug zwei Tonnen oder 22 Personen pro Stunde in eine Richtung, Geschwindigkeit von 4 m/sek; |
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| | ==Beteiligte Baufirmen== | | ==Beteiligte Baufirmen== |
| − | === 1938 - 1945 === | + | === 1938–1945 === |
| | Stellvertretend für das Deutsche Reich waren die Alpen-Elektrowerke (AEW) oberster Bauherr und Auftraggeber. Auftragnehmer waren folgende Firmen und Firmengruppen: | | Stellvertretend für das Deutsche Reich waren die Alpen-Elektrowerke (AEW) oberster Bauherr und Auftraggeber. Auftragnehmer waren folgende Firmen und Firmengruppen: |
| | {| class="wikitable" | | {| class="wikitable" |
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| | Den höchsten Anteil an ausländischen Beschäftigten hatten die Firmen Arge Tauernsperre, Union Baugesellschaft, Hinteregger & Fischer, Moll Leonhard, Deuring & Ritzert, Bezirksarbeitsgemeinschaft Wartheland-Posen, Universale Hoch- und Tiefbau AG, Wayss & Freytag und die Arge Kleßheim. | | Den höchsten Anteil an ausländischen Beschäftigten hatten die Firmen Arge Tauernsperre, Union Baugesellschaft, Hinteregger & Fischer, Moll Leonhard, Deuring & Ritzert, Bezirksarbeitsgemeinschaft Wartheland-Posen, Universale Hoch- und Tiefbau AG, Wayss & Freytag und die Arge Kleßheim. |
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| − | === 1945 - 1955 === | + | === 1945–1955 === |
| | * [[G. Hinteregger & Söhne Baugesellschaft m.b.H.]] | | * [[G. Hinteregger & Söhne Baugesellschaft m.b.H.]] |
| | (unvollständig) | | (unvollständig) |
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| | ==Bauleitung und Arbeiterschaft== | | ==Bauleitung und Arbeiterschaft== |
| − | === 1938 – 1945 === | + | === 1938–1945 === |
| | Dipl.-Ing. DDr. [[Hermann Grengg]] (* [[1891]]; † [[25. Oktober]] [[1978]]), seit April 1938 Vorstandsmitglied der Alpen-Elektrowerke (AEW), wurde einen Tag vor dem Spatenstich zum hauptverantwortlichen Direktor der Tauernkraftwerke Kaprun bestellt. Sein Stellvertreter war Dipl.-Ing. [[Robert Steiner]] (* [[1884]]). Als Bauleiter fungierte Dr.-Ing. [[Rudolf Bratschko]], der als Mitglied von Grenggs Führungsteam die wichtigste Funktion vor Ort bekleidete. Alle Genannten waren Mitglieder der [[NSDAP]]. | | Dipl.-Ing. DDr. [[Hermann Grengg]] (* [[1891]]; † [[25. Oktober]] [[1978]]), seit April 1938 Vorstandsmitglied der Alpen-Elektrowerke (AEW), wurde einen Tag vor dem Spatenstich zum hauptverantwortlichen Direktor der Tauernkraftwerke Kaprun bestellt. Sein Stellvertreter war Dipl.-Ing. [[Robert Steiner]] (* [[1884]]). Als Bauleiter fungierte Dr.-Ing. [[Rudolf Bratschko]], der als Mitglied von Grenggs Führungsteam die wichtigste Funktion vor Ort bekleidete. Alle Genannten waren Mitglieder der [[NSDAP]]. |
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| − | Der Anteil ausländischer Arbeitskräfte an der Arbeiterschaft der Baustelle war mit ca. 6 300 sehr hoch, anfangs darunter auch viele freiwillige Arbeitskräfte. Ab Beginn des Krieges arbeiteten in Kaprun mehr und mehr [[Zwangsarbeit|zwangsbeschäftigte]] Zivilarbeiter und Kriegsgefangene. Von [[1939]] bis [[1941]] wurden jährlich bis zu 600 Ausländer eingestellt, [[1942]] und [[1943]] war der Anteil an Ausländern am höchsten. Die Zwangsbeschäftigung der Kriegsgefangenen ist bisher am wenigsten erforscht, da ihre Daten im Melderegister nicht aufscheinen. Eine Gesamtzahl zwischen 4000 und 6000 liegt nach dem bisherigen Stand des Wissens nahe. Es handelte sich um polnische, belgische, französische und russische Kriegsgefangene, die unter unterschiedlich schlechten Bedingungen eingesetzt waren. | + | Der Anteil ausländischer Arbeitskräfte an der Arbeiterschaft der Baustelle war mit ca. 6 300 sehr hoch, anfangs darunter auch viele freiwillige Arbeitskräfte. Ab Beginn des Krieges arbeiteten in Kaprun mehr und mehr [[Zwangsarbeit|zwangsbeschäftigte]] Zivilarbeiter und Kriegsgefangene. Von [[1939]] bis [[1941]] wurden jährlich bis zu 600 Ausländer eingestellt, [[1942]] und [[1943]] war der Anteil an Ausländern am höchsten. Die Zwangsbeschäftigung der Kriegsgefangenen ist bisher am wenigsten erforscht, da ihre Daten im Melderegister nicht aufscheinen. Eine Gesamtzahl zwischen 4 000 und 6 000 liegt nach dem bisherigen Stand des Wissens nahe. Es handelte sich um polnische, belgische, französische und russische Kriegsgefangene, die unter unterschiedlich schlechten Bedingungen eingesetzt waren. |
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| − | === 1945 - 1955 === | + | === 1945–1955 === |
| − | Legendär war Bauleiter [[Ernst Rotter]], der den Beinamen "Tauernbüffel" erhielt. Er soll während seiner achtjährigen Tätigkeit bei der Errichtung Kaprun nie verlassen haben<ref name=SN>SN</ref>. | + | Legendär war Bauleiter [[Ernst Rotter]], der den Beinamen "Tauernbüffel" erhielt. Er soll während seiner achtjährigen Tätigkeit bei der Errichtung Kaprun nie verlassen haben<ref name="SN"></ref>. |
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| | == Unglücke == | | == Unglücke == |
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| | * Buch ''Tauernkraftwerke Glockner-Kaprun'', J. Götz, 1958 | | * Buch ''Tauernkraftwerke Glockner-Kaprun'', J. Götz, 1958 |
| | * [[Margit Reiter|Reiter, Margit]], Das Tauernkraftwerk Kaprun in NS-Zwangsarbeit in der Elektrizitätswirtschaft der "Ostmark", 1938 - 1945, HG Rathkolb, Oliver und Freund, Forian, Verlag Böhlau, Wien 2002 | | * [[Margit Reiter|Reiter, Margit]], Das Tauernkraftwerk Kaprun in NS-Zwangsarbeit in der Elektrizitätswirtschaft der "Ostmark", 1938 - 1945, HG Rathkolb, Oliver und Freund, Forian, Verlag Böhlau, Wien 2002 |
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| | + | == Fußnoten == |
| | <references/> | | <references/> |
| | {{SORTIERUNG:Kaprun, Tauernkraftwerke}} | | {{SORTIERUNG:Kaprun, Tauernkraftwerke}} |
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