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[[Datei:Sighartstein Schloss und Schlosskapelle März 2017.jpg|thumb|Schloss Sighartstein mit [[Schlosskapelle Sighartstein|Schlosskapelle]] (rechts).]]
 
[[Datei:Sighartstein Schloss und Schlosskapelle März 2017.jpg|thumb|Schloss Sighartstein mit [[Schlosskapelle Sighartstein|Schlosskapelle]] (rechts).]]
[[Datei:Sighartstein, Wappen beim Eingangstor 074.jpg|thumb| Wappen beim Schlossparkeingang]]
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[[Datei:Neumarkt sieghartstein, schafberg 098.jpg|thumb|Blick vom [[Tannberg]]: Neumarkt, Schloss Sighartstein, [[Schafberg]] im Hintergrund]]
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[[Datei:Schloss Sighartstein im Winter.jpg|thumb|Schloss Sighartstein im Winter, westliche Ansicht]]
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[[Datei:Sighartstein West-Pano.jpg|thumb|Schloss Sighartstein West-Panorama-Ansicht]]
   
'''Schloss Sighartstein''' ist ein unter [[Denkmalschutz]] stehendes Schloss in der gleichnamigen [[Sighartstein|Ortschaft]] der [[Flachgau]]er Stadt [[Neumarkt am Wallersee]].
 
'''Schloss Sighartstein''' ist ein unter [[Denkmalschutz]] stehendes Schloss in der gleichnamigen [[Sighartstein|Ortschaft]] der [[Flachgau]]er Stadt [[Neumarkt am Wallersee]].
    
== Geschichte ==
 
== Geschichte ==
Das Schloss wurde [[1297]] erstmals urkundlich erwähnt, als [[Eckart von Tann]] das Gebäude dem [[Zisterzienserkloster Raitenhaslach]] übergab. Durch Tausch kamen diese Güter [[1340]] wieder an die Familie zurück. [[1372]] erwarb der Salzburger [[Fürsterzbischof]] [[Pilgrim II. von Puchheim|Pilgrim II.]] den Hof. Ab Mitte des [[15. Jahrhundert]]s war das Schloss an die [[Innviertel|Innviertler]] Familie [[Überacker|Uiberacker]] verliehen. Virgil Uiberacker hatte um 1450 "''dy Veste gen dem Sigharczstain in dem Grunt des Hofs zu Sigharting new gepawet''". Am [[29. Juni]] [[1452]] wurde die [[Schlosskapelle Sighartstein|Schlosskapelle]] von [[Georg von Uiberacker]], dem damaligen [[Bischof von Seckau]], dem hl. Sigmund und der hl. Helena geweiht.
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Das Schloss wurde [[1297]] erstmals urkundlich erwähnt, als Eckart von Tann das Gebäude dem [[Zisterzienserkloster Raitenhaslach]] übergab. Durch Tausch kamen diese Güter [[1340]] wieder an die Familie zurück. [[1372]] erwarb der Salzburger [[Fürsterzbischof]] [[Pilgrim II. von Puchheim|Pilgrim II.]] den Hof. Ab Mitte des [[15. Jahrhundert]]s war das Schloss an die [[Innviertel|Innviertler]] Familie [[Überacker|Uiberacker]] verliehen. Virgil Uiberacker hatte um 1450 "dy Veste gen dem Sigharczstain in dem Grunt des Hofs zu Sigharting new gepawet". Am [[29. Juni]] [[1452]] wurde die [[Schlosskapelle Sighartstein|Schlosskapelle]] von [[Georg von Uiberacker]], dem damaligen [[Bischof von Seckau]], dem hl. Sigmund und der hl. Helena geweiht.
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Am [[31. Mai]] [[1541]] erneuerte Kaiser Karl V. in [[Regensburg]] die Hofmarksrechte (niedere Gerichtsbarkeit) und Freiheiten von Sighartstein. Das damals dreigeschoßige Schloss war über eine Stiege durch die um das Schloss aufgeworfenen Schanzen erreichbar. Die Ringmauer wurde [[1585]] mit Plattensteinen gedeckt. Gleichzeitig wurde der Hof aufgeschüttet, um [[1589]] Kapelle und Torhaus erbauen zu können. Ein "Gatter" als Hofmarksgrenze ist seit dem [[15. Jahrhundert]] belegt, und dies war die Voraussetzung für die Erhebung in den Freiherrenstand ([[1669]]) und später in den Grafenstand ([[20. April]] [[1688]]). Mit der Reichsfreiung war das Recht verbunden, dass der Inhaber der seit [[1444]] bestehenden Taverne (bis ins [[21. Jahrhundert]] [[Schlosswirt Sighartstein]], heute Privathaus) "''in Österreich nach [[Wein]] fahren und denselben unter dem Reifen verkaufen durfte''".
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[[Datei:Sighartstein, Wappen beim Eingangstor 074.jpg|thumb|Wappen beim Schlossparkeingang.]]
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Am [[31. Mai]] [[1541]] erneuerte Kaiser Karl V. in [[Regensburg]] die Hofmarksrechte (niedere Gerichtsbarkeit) und Freiheiten von Sighartstein. Das damals dreigeschoßige Schloss war über eine Stiege durch die um das Schloss aufgeworfenen Schanzen erreichbar. Die Ringmauer wurde [[1585]] mit Plattensteinen gedeckt. Gleichzeitig wurde der Hof aufgeschüttet, um [[1589]] Kapelle und Torhaus erbauen zu können. Ein "Gatter" als Hofmarksgrenze ist seit dem [[15. Jahrhundert]] belegt, und dies war die Voraussetzung für die Erhebung in den Freiherrenstand ([[1669]]) und später in den Grafenstand ([[20. April]] [[1688]]). Mit der Reichsfreiung war das Recht verbunden, dass der Inhaber der seit [[1444]] bestehenden Taverne (bis ins [[21. Jahrhundert]] [[Schlosswirt Sighartstein]], heute Privathaus) "in Österreich nach [[Wein]] fahren und denselben unter dem Reifen verkaufen durfte".
    
[[Wolf Max Josef Kajetan Graf Überacker|Wolf Max Graf Überacker]], k.u.k. Generalfeldwachtmeister im Spanischen Erbfolgekrieg, ließ das Schloss [[1714]] in wesentlichen Teilen erneuern und gab dem Schloss sein heutiges Aussehen. Weitere Baumaßnahmen sind für [[1720]], [[1736]]–[[1737]] und [[1792]] belegt. Dabei wurde auch das Torwächterhaus überbaut, auch sonst wurde dadurch der spät[[mittelalter]]liche Schlossbau wesentlich verändert. Gegen Ende des [[19. Jahrhundert]]s wurde gegen Osten eine Raumtiefe bis über die bis dahin frei verlaufende Ringmauer eingefügt, die durch eine Terrasse abgeschlossen wird. Ein Brunnen im Vorhof mit der Statue des hl. Sighart stammt aus dem Jahr [[1893]], eine Steinstatue des hl. [[Johannes Nepomuk]] auf dem Burghügel aus dem [[18. Jahrhundert]].
 
[[Wolf Max Josef Kajetan Graf Überacker|Wolf Max Graf Überacker]], k.u.k. Generalfeldwachtmeister im Spanischen Erbfolgekrieg, ließ das Schloss [[1714]] in wesentlichen Teilen erneuern und gab dem Schloss sein heutiges Aussehen. Weitere Baumaßnahmen sind für [[1720]], [[1736]]–[[1737]] und [[1792]] belegt. Dabei wurde auch das Torwächterhaus überbaut, auch sonst wurde dadurch der spät[[mittelalter]]liche Schlossbau wesentlich verändert. Gegen Ende des [[19. Jahrhundert]]s wurde gegen Osten eine Raumtiefe bis über die bis dahin frei verlaufende Ringmauer eingefügt, die durch eine Terrasse abgeschlossen wird. Ein Brunnen im Vorhof mit der Statue des hl. Sighart stammt aus dem Jahr [[1893]], eine Steinstatue des hl. [[Johannes Nepomuk]] auf dem Burghügel aus dem [[18. Jahrhundert]].
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[[Datei:Schloss Sighartstein im Winter.jpg|thumb|Schloss Sighartstein im Winter, westliche Ansicht.]]
    
Die Hofmarksrechte wurden von [[Fürsterzbischof]] [[Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach]] [[1754]] erneuert, [[1820]] aber von der Herrschaft auf- und an die Gemeinde Neumarkt übergeben.
 
Die Hofmarksrechte wurden von [[Fürsterzbischof]] [[Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach]] [[1754]] erneuert, [[1820]] aber von der Herrschaft auf- und an die Gemeinde Neumarkt übergeben.
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Die [[Salzburg unter Napoleon|Franzosen]] wollten nach der [[Schlacht auf dem Walserfeld]] im [[Schloss Sighartstein]] am [[28. Dezember]] [[1800]] im Schloss ein Spital einrichten, was der Verwalter durch Zahlung von 150 [[Gulden]] verhindern konnte und das Spital ins [[Schloss Pfongau]] kam (siehe [[Die Franzosen in Neumarkt 1800 und 1805]]).
    
Die Familie [[Überacker|Uiberacker]] besaß das Schloss bis zu ihrem Aussterben im Jahr [[1964]]. Damit waren sie das älteste Landadelsgeschlecht Salzburgs. In deren Besitz befindet sich auch ein weißer Handschuh, der mit dem Blut des Kaisers [[Franz Joseph I.]] befleckt ist. Er ist ein Geschenk des Kaisers an [[Maximilian Karl Graf O'Donnell]], einem Urgroßonkel der verstorbenen Gabrielle Gräfin Ueberacker, verehelichte Pálffy. Graf O'Donnell hatte den Kaiser am [[18. Februar]] [[1853]] bei einem Attentat gerettet.
 
Die Familie [[Überacker|Uiberacker]] besaß das Schloss bis zu ihrem Aussterben im Jahr [[1964]]. Damit waren sie das älteste Landadelsgeschlecht Salzburgs. In deren Besitz befindet sich auch ein weißer Handschuh, der mit dem Blut des Kaisers [[Franz Joseph I.]] befleckt ist. Er ist ein Geschenk des Kaisers an [[Maximilian Karl Graf O'Donnell]], einem Urgroßonkel der verstorbenen Gabrielle Gräfin Ueberacker, verehelichte Pálffy. Graf O'Donnell hatte den Kaiser am [[18. Februar]] [[1853]] bei einem Attentat gerettet.
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[[Datei:Schloss Sighartstein Park Dezember 2017.jpg|thumb|Im Park des Schlosses Sighartstein im Dezember 2018.]]
 
[[Datei:Schloss Sighartstein Park Dezember 2017.jpg|thumb|Im Park des Schlosses Sighartstein im Dezember 2018.]]
 
Der kastenförmige Bau liegt auf einer kleinen Erhöhung im östlichen Stadtgebiet von Neumarkt nahe der [[Wiener Straße|Wiener Bundesstraße]] (B 1). Die Anlage ist von einem Parkgelände umgeben. Das Hauptgebäude ist dreistöckig und nach außen hin Spät[[barock]], im Kern jedoch [[Gotik|spätgotisch]].
 
Der kastenförmige Bau liegt auf einer kleinen Erhöhung im östlichen Stadtgebiet von Neumarkt nahe der [[Wiener Straße|Wiener Bundesstraße]] (B 1). Die Anlage ist von einem Parkgelände umgeben. Das Hauptgebäude ist dreistöckig und nach außen hin Spät[[barock]], im Kern jedoch [[Gotik|spätgotisch]].
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[[Datei:Sighartstein West-Pano.jpg|thumb|Schloss Sighartstein West-Panorama-Ansicht.]]
    
Im Erdgeschoss befinden sich u. a. im Westen und Norden fünf Zimmer, deren flache Spiegeldecken alle gleichartige [[Stuck]]dekorationen vom Anfang des [[18. Jahrhundert]]s (um 1714) aufweisen. Im Speisezimmer im Südwesteck steht ein Kamin in schöner profilierter Umrahmung aus rotem [[Marmor]], um [[1714]]. Über eine steinerne Treppe, die im oberen Verlauf mit schmiedeisernem Geländer, um 1714, versehen ist, gelangt man in den ersten Stock. Im Vorraum findet man alte Waffen und Rüstungen. Weitere Zimmer haben flache Spiegeldecken in gleicher Art mit Band- und Rankenwerkrahmen stukkiert wie die im Erdgeschoß (um 1714), nur reicher ausgestattet. In den beiden Eckzimmern im Südwesten und Nordwesten befinden sich je ein Kamin in roter Marmorumrahmung wie im Erdgeschoß (um 1714). Über eine weitere Stiege gelangt man in den zweiten Stock, dessen kleine flachgedeckte Zimmer nichts Bemerkenswertes aufweisen. Der oberste Stock des Schlosses war früher dem Personal vorbehalten und ist daher schlicht gebaut.
 
Im Erdgeschoss befinden sich u. a. im Westen und Norden fünf Zimmer, deren flache Spiegeldecken alle gleichartige [[Stuck]]dekorationen vom Anfang des [[18. Jahrhundert]]s (um 1714) aufweisen. Im Speisezimmer im Südwesteck steht ein Kamin in schöner profilierter Umrahmung aus rotem [[Marmor]], um [[1714]]. Über eine steinerne Treppe, die im oberen Verlauf mit schmiedeisernem Geländer, um 1714, versehen ist, gelangt man in den ersten Stock. Im Vorraum findet man alte Waffen und Rüstungen. Weitere Zimmer haben flache Spiegeldecken in gleicher Art mit Band- und Rankenwerkrahmen stukkiert wie die im Erdgeschoß (um 1714), nur reicher ausgestattet. In den beiden Eckzimmern im Südwesten und Nordwesten befinden sich je ein Kamin in roter Marmorumrahmung wie im Erdgeschoß (um 1714). Über eine weitere Stiege gelangt man in den zweiten Stock, dessen kleine flachgedeckte Zimmer nichts Bemerkenswertes aufweisen. Der oberste Stock des Schlosses war früher dem Personal vorbehalten und ist daher schlicht gebaut.
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[[Datei:Schloss Sighartstein Gemälde.jpg|thumb|Gemälde im Schloss.]]
 
[[Datei:Schloss Sighartstein Gemälde.jpg|thumb|Gemälde im Schloss.]]
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Die vorhandenen Gemälde sind alle Öl auf Leinwand, u. a. Portraits von
 
Die vorhandenen Gemälde sind alle Öl auf Leinwand, u. a. Portraits von
 
* [[Maria Theresia]], König von Österreich, in ganzer Figur thronend, in goldgesticktem, rosafarbigem Kostüm, mit hermelingefüttertem Goldbrokatmantel; um [[1750]], im ersten Stock;
 
* [[Maria Theresia]], König von Österreich, in ganzer Figur thronend, in goldgesticktem, rosafarbigem Kostüm, mit hermelingefüttertem Goldbrokatmantel; um [[1750]], im ersten Stock;