Mozarteum (Gebäude): Unterschied zwischen den Versionen

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{{Dieser Artikel|behandelt das '''Gebäude Mozarteum'''.<br />Für Informationen über die [[Internationale Stiftung Mozarteum]] und über die [[Mozarteum|Universität Mozarteum]] informieren eigene Artikel.}}
{{Dieser Artikel|behandelt das '''Gebäude Mozarteum'''.<br />Für Informationen über die [[Internationale Stiftung Mozarteum]] und über die [[Mozarteum|Universität Mozarteum]] informieren eigene Artikel.}}
[[Datei:Großer Saal der Stiftung Mozarteum nach Renovierung 2022 01.jpg|thumb|Der [[Großer Saal der Stiftung Mozarteum|Große Saal]] nach Abschluss der Renovierungsarbeiten 2022.]]
[[Datei:Mozarteum, großer Saal in der Schwarzstraße.jpg|thumb|Die Gebäude des Mozarteums an der Schwarzstraße.]]
{{Googlemapsort|Schwarzstraße_26+5020+Salzburg}}
{{Googlemapsort|Schwarzstraße_26+5020+Salzburg}}
[[Datei:Mozarteum.jpg|thumb|Mozarteum (Schulgebäude), Detail, Mittelrisalit]]
[[Datei:Mozarteum (Gebäude) vor 1918.jpg|thumb|Historische Postkarte vor 1918 zeigt die Gebäudefront.]]
[[Datei:Mozarteum (Gebäude) vor 1918.jpg|thumb|Historische Postkarte vor 1918 zeigt die Gebäudefront.]]
Das '''Mozarteum''' ein bekanntes Konzerthaus in der [[Stadt Salzburg]] und Sitz der [[Internationale Stiftung Mozarteum|Internationalen Stiftung Mozarteum]]. Das Gebäude zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschützten Objekten]] in der Stadt.
[[Datei:Mozarteum_Salzburg_Eingangsbereich Schulgebäude.jpg|thumb|Im Eingangsbereich des Schulgebäudes.]]
[[Datei:Mozarteum Salzburg Salzburger Liedertafel Probenraum.jpg|thumb|Probenraum der [[Salzburger Liedertafel]] im Schulgebäude des Mozarteums.]]
[[Datei:Mozarteum das neue Foyergebäude 2022 01.jpg|thumb|Hier der neue Eingang in das neue Foyergebäude von der [[Schwarzstraße]].]]
[[Datei:Mozarteum das neue Foyergebäude 2022 02.jpg|thumb|Hier der Blick in das neue Foyergebäude zur Gartenseite.]]
[[Datei:Mozarteum das neue Foyergebäude 2022 03.jpg|thumb|Hier der Blick in das neue Foyergebäude zur [[Schwarzstraße]].]]
[[Datei:Mozarteum das neue Foyergebäude 2022 05.jpg|thumb|Hier das Stadtfoyer.]]
[[Datei:Mozarteum Salzburg Foyergebäude 2022 01.jpg|thumb|Das neue neue Foyergebäude am Tag der offenen Türe 2022, gesehen aus dem Garten des Mozarteums.]]
[[Datei:Mozarteum_Salzburg_Ornamentglasboden.jpg|thumb|Hier ein Ausschnitt aus dem Ornamentglasboden, der wie Eisblumen anmutet. Dabei wurden Quarze im Glas verflüssigt, die diese Gebilde formten. Zum Zweck, dass er nicht durchsichtig ist, da er als Fußboden über dem Stadtfoyer verwendet wird und man daher nicht von unten nach oben durchsehen soll.]]
Das '''Mozarteum''' ein bekanntes Konzerthaus und Sitz der [[Internationale Stiftung Mozarteum|Internationalen Stiftung Mozarteum]]. Das Gebäude zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschützten Objekten]] in der [[Stadt Salzburg]].


== Lage ==
== Lage ==
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== Geschichte ==
== Geschichte ==
Der bereits [[1856]] geschaffene [[Mozart-Bauverein]] hatte es sich zur Aufgabe gemacht, für das [[Internationale Stiftung Mozarteum|Mozarteum]], welches zuerst im [[Kapellhaus]] in der [[Sigmund-Haffner-Gasse]], später in der [[Alte Universität|Alten Universität]] (an der Seite der [[Hofstallgasse]], Ecke [[Max-Reinhardt-Platz]]) untergebracht war, ein eigenes Gebäude errichten zu lassen. [[1901]] wurde dieses Vorhaben wieder mit Nachdruck verfolgt. [[1907]] erwarb der Verein die [[Villa Lasser]] des ehemaligen Innenministers [[Josef Freiherr Lasser von Zollheim|Josef von Lasser]] in der [[Schwarzstraße]].
Der bereits [[1856]] geschaffene Mozart-Bauverein hatte es sich zur Aufgabe gemacht, für die Stiftung Mozarteum, welches zuerst im [[Kapellhaus]] an der [[Sigmund-Haffner-Gasse]], später in der [[Alten Universität]] (an der Seite der [[Hofstallgasse]], Ecke [[Max-Reinhardt-Platz]]) untergebracht war, ein eigenes Gebäude errichten zu lassen. [[1901]] wurde dieses Vorhaben wieder mit Nachdruck verfolgt. [[1907]] erwarb der Verein die [[Villa Lasser]] des ehemaligen Innenministers [[Josef Freiherr Lasser von Zollheim|Josef von Lasser]] an der [[Schwarzstraße]].


[[1909]] wurde ein Ideenwettbewerb ausgeschrieben, der vorsah, unter Einbeziehung der Villa ein Gebäude zu schaffen, das einen Konzertsaal beinhalten und Platz für die Musikschule, ein Mozartarchiv und die Verwaltung bieten sollte. 64 Architekten aus dem In- und Ausland nahmen an der Ausschreibung teil. Als Sieger ging [[Richard Berndl]] hervor, dessen im Münchner Späthistorismus gehaltenes Projekt von [[1912]] bis [[1914]] baulich umgesetzt wurde. Die Bauleitung hatte Architekt F. L. Schuster.  
[[1909]] wurde ein Ideenwettbewerb ausgeschrieben, der vorsah, unter Einbeziehung der Villa ein Gebäude zu schaffen, das einen Konzertsaal beinhalten und Platz für die Musikschule, ein [[Bibliotheca Mozartiana|Mozartarchiv]] und die Verwaltung bieten sollte. 64 Architekten aus dem In- und Ausland nahmen an der Ausschreibung teil. Als Sieger ging [[Richard Berndl]] hervor, dessen im Münchner Späthistorismus gehaltenes Projekt von [[1912]] bis [[1914]] baulich umgesetzt wurde. Die Bauleitung hatte Architekt F. L. Schuster.  


Die Grundsteinlegung erfolgte am [[6. August]] [[1910]] durch Kammersängerin [[Lilli Lehmann]]. Die Eröffnung des Festsaalgebäudes fand am [[20. August]] [[1914]] statt. Die Räume im Verwaltungs- und Schulgebäude wurde bereits vorher dem Gebrauch übergeben. Die [[Salzburger Liedertafel]] konnte ihre Probenräume am [[15. November]] [[1913]] beziehen.  
Die Grundsteinlegung erfolgte am [[6. August]] [[1910]] durch Kammersängerin [[Lilli Lehmann]]. Die Eröffnung des Festsaalgebäudes fand am [[20. August]] 1914 statt. Die Räume im Verwaltungs- und Schulgebäude wurde bereits vorher ihren Bestimmungen übergeben. Die [[Salzburger Liedertafel]] konnte ihre Probenräume am [[15. November]] [[1913]] beziehen. Ebenfalls 1913 konnte der Männerbund [[Schlaraffia Juvavia]] sein Clublokal, die "Staufenburg", im Souterrain des Gebäudes beziehen.


Der große Festsaal, der 1&nbsp;100 Menschen fasst, war zum Zeitpunkt der Errichtung zwischen [[München]] und [[Wien]] einer der sehr großen Konzertsäle in Mitteleuropa.
Der große Festsaal, der 1&nbsp;100 Menschen fasst, war zum Zeitpunkt der Errichtung zwischen [[München]] und [[Wien]] einer der sehr großen Konzertsäle in Mitteleuropa.
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== Gebäude ==
== Gebäude ==
Das Mozarteum gliedert sich in drei Gebäude bzw. Gebäudeteile:
Das Mozarteum gliedert sich in drei Gebäudeteile:
# in das ''Konzerthaus'' mit dem [[Großer Saal der Stiftung Mozarteum|Großen Saal]] und dem Foyer, das früher auch ''Mozarthaus'' genannt wurde.
# in das Konzerthaus mit dem [[Großer Saal der Stiftung Mozarteum|Großen Saal]] und dem Foyer, das früher auch "Mozarthaus" genannt wurde.
# in das ''Schulgebäude'' mit dem [[Wiener Saal der Stiftung Mozarteum|Wiener Saal]] , den verschiedenen Räumen für Proben, Schulunterricht und für die Direktion; die vier Plastiken über der Attika am Mittelrisalit stellen die musikalischen Tempi "Adagio", "Allegro", "A la Marcia" und "Menuetto" dar und wurden vom Bildhauer [[Karl Killer]] aus Kupfer getrieben. Hohlkehle Mozart-Neon-Schriftzug: "Ich möchte alles haben, was gut, ächt und schön ist!" von Sylvie Fleury.
# in das Schulgebäude mit dem [[Wiener Saal der Stiftung Mozarteum|Wiener Saal]] , den verschiedenen Räumen für Proben, Schulunterricht und für die Direktion; die vier Plastiken über der Attika am Mittelrisalit stellen die musikalischen Tempi "Adagio", "Allegro", "A la Marcia" und "Menuetto" dar und wurden vom Bildhauer [[Karl Killer]] aus Kupfer getrieben. Hohlkehle Mozart-Neon-Schriftzug: "Ich möchte alles haben, was gut, ächt und schön ist!" von Sylvie Fleury.
# ''Verbindungstrakt'', wo sich der Pausenraum befindet - von dem man über eine Brücke zum Garten auf der Wehrmauer gelangt - , sowie einem kleinen Innenhof mit dem [[Amorbrunnen (Mozarteumgebäude)|Amorbrunnen]]
# in den Verbindungstrakt, wo sich der Pausenraum befindet - von dem man über eine Brücke zum Garten auf der Wehrmauer gelangt - , sowie einem kleinen Innenhof mit dem [[Amorbrunnen (Mozarteumgebäude)|Amorbrunnen]]; dieser Verbindungstrakt wurden [[2022]] neu eröffnet;


Der 'Große' und der 'Wiener Saal' werden regelmäßig vom [[Mozarteum Orchester]], der [[Camerata Salzburg]], den [[Salzburger Festspiele]]n sowie Konzerte andere Orchester und für Kulturveranstaltungen genutzt.
Der 'Große' und der 'Wiener Saal' werden regelmäßig vom [[Mozarteum Orchester]], der [[Camerata Salzburg]], den [[Salzburger Festspiele]]n sowie für Konzerte andere Orchester und für Kulturveranstaltungen genutzt.


== Baukünstlerische Gestaltung ==
== Baukünstlerische Gestaltung ==
Architektur und Ausstattung der Gebäudetrakte verschmelzen im Stil des [[Historismus]] zu einer einheitlichen künstlerischen Gestaltung, die unterschiedliche Formen aus [[Barock]], [[Klassizismus]] und [[Jugendstil]] zeigen und zu einem Gepräge vereinen. Die starke Gliederung der Fassaden gleicht die Gebäudetrakte an das barocke Stadtbild an und überspielt die Unterschiede in Niveau und Höhe der drei Gebäudetrakte.  
Architektur und Ausstattung der Gebäudetrakte verschmelzen im Stil des [[Historismus]] zu einer einheitlichen künstlerischen Gestaltung, die unterschiedliche Formen aus [[Barock]], [[Klassizismus]] und [[Jugendstil]] zeigen und zu einem Gepräge vereinen. Die starke Gliederung der Fassaden gleicht die Gebäudetrakte an das barocke Stadtbild an und überspielt die Unterschiede in Niveau und Höhe der drei Gebäudetrakte.  


Die beiden Plastiken an der Fassade des Verwaltungs- und Schulgebäudes stellen die "''geistliche Musik''" und die "''weltliche Musik''" dar und wurden von Professor [[Georg Roemer]] aus Bronze geschaffen. Die vier Plastiken über der Attika am Mittelrisalit stellen die musikalischen Tempi "''Adagio''", "''Allegro''", "''A la Marcia''" und "''Menuetto''" dar und wurden vom Bildhauer [[Karl Killer]] aus Kupfer getrieben.
Die beiden Plastiken an der Fassade des Verwaltungs- und Schulgebäudes stellen die "geistliche Musik" und die "weltliche Musik" dar und wurden von Professor [[Georg Roemer]] aus Bronze geschaffen. Die vier Plastiken über der Attika am Mittelrisalit stellen die musikalischen Tempi "Adagio", "Allegro", "A la Marcia" und "Menuetto" dar und wurden vom Bildhauer Karl Killer aus Kupfer getrieben.


An der Fassade unter der Hohlkehle befindet sich ein [[Wolfgang Amadé Mozart]] nachgesagter Spruch in Neonleuchtschrift: ''"Ich möchte alles haben, was gut, ächt und schön ist!"''. Die Schweizer Objekt-Künstlerin [[Sylvie Fleury]] (* [[1961]]), hatte dieses Kunstobjekt, basierend auf Mozart´s Briefen und Notenblättern, anlässlich des ersten Dialoge-Festivals 2005 und für das [[Mozartjahr]] 2006 geschaffen. Indem Satz und Noten sich stereotyp wiederholen und mit dem Leuchtmittel Neon wird ein Bezug zur Moderne, erinnernd an Andy Warhol, hergestellt.<ref>[http://www.mozarteum.at/ueber-uns/stiftungsgeb%c3%a4ude.html Stiftung Mozarteum] und [http://ropac.net/exhibition/sylvie-fleury-1 Galerie Ropac]</ref>
An der Fassade unter der Hohlkehle befindet sich ein [[Wolfgang Amadé Mozart]] nachgesagter Spruch in Neonleuchtschrift: "Ich möchte alles haben, was gut, ächt und schön ist!" Die Schweizer Objekt-Künstlerin Sylvie Fleury (* [[1961]]) hatte dieses Kunstobjekt, basierend auf Mozart´s Briefen und Notenblättern, anlässlich des ersten Dialoge-Festivals 2005 und für das [[Mozartjahr 2006]] geschaffen. Indem Satz und Noten sich stereotyp wiederholen und mit dem Leuchtmittel Neon wird ein Bezug zur Moderne, erinnernd an Andy Warhol, hergestellt.<ref>[http://www.mozarteum.at/ueber-uns/stiftungsgeb%c3%a4ude.html Stiftung Mozarteum] und [http://ropac.net/exhibition/sylvie-fleury-1 Galerie Ropac]</ref>


Die Plastik aus Bronze in der Eingangshalle zum Großen Saal zeigt "''Mozart als Apollo Musagetes''" und wurde von [[Edmund Hellmer]] geschaffen. <ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19140609&query=%22mozarthaus%22&ref=anno-search&seite=7 anno.onb.ac.at/Salzburger Volksblatt, 9. Juni 1914]
Die Plastik aus Bronze in der Eingangshalle zum Großen Saal zeigt "Mozart als Apollo Musagetes" und wurde von [[Edmund Hellmer]] geschaffen. <ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19140609&query=%22mozarthaus%22&ref=anno-search&seite=7 anno.onb.ac.at/Salzburger Volksblatt, 9. Juni 1914]
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Im Wiener Saal schmückt die Decke ein Medaillon aus Stuck, das Phöbus Apollo auf dem Sonnenwagen zeigt. Es wurde vom Münchner Plastiker [[Konrad Buchner]] geschaffen.
Im Wiener Saal schmückt die Decke ein Medaillon aus Stuck, das Phöbus Apollo auf dem Sonnenwagen zeigt. Es wurde vom Münchner Plastiker [[Konrad Buchner]] geschaffen.


  <big> Nachstehender Text ist noch nicht fertig gestaltet - mit allfälligen Korrekturen bitte warten. Admin. Peter 22. Oktober 2022 </big>
[[Datei:Großer Saal der Stiftung Mozarteum nach Renovierung 2022 02.jpg|thumb|Der [[Großer Saal der Stiftung Mozarteum|Große Saal]] nach Abschluss der Renovierungsarbeiten 2022.]]
[[Datei:Mozarteum das neue Foyergebäude 2022 01.jpg|thumb|Hier der neue Eingang in das neue Foyergebäude von der [[Schwarzstraße]].]]
[[Datei:Mozarteum das neue Foyergebäude 2022 02.jpg|thumb|Hier der Blick in das neue Foyergebäude zur Gartenseite.]]
[[Datei:Mozarteum das neue Foyergebäude 2022 03.jpg|thumb|Hier der Blick in das neue Foyergebäude zur [[Schwarzstraße]].]]
[[Datei:Mozarteum das neue Foyergebäude 2022 05.jpg|thumb|Hier das Stadtfoyer.]]
[[Datei:Mozarteum Salzburg Foyergebäude 2022 01.jpg|thumb|Das neue neue Foyergebäude am Tag der offenen Türe 2022, gesehen aus dem Garten des Mozarteums.]]
[[Datei:Mozarteum_Salzburg_Ornamentglasboden.jpg|thumb|Hier ein Ausschnitt aus dem Ornamentglasboden, der wie Eisblumen anmutet. Dabei wurden Quarze im Glas verflüssigt, die diese Gebilde formten. Zum Zweck, dass er nicht durchsichtig ist, da er als Fußboden über dem Stadtfoyer verwendet wird und man daher nicht von unten nach oben durchsehen soll.]]
[[Datei:Mozarteum Salzburg Großen Saal der Stiftung Mozarteum Performance.jpg|thumb|Im [[Großer Saal der Stiftung Mozarteum|Großen Saal der Stiftung Mozarteum]] am Tag der offenen Tür 2022. Hier eine ''Performance'' einer Tanzgruppe.]]
== Projekt Neubau Verbindungstrakt ==  
== Projekt Neubau Verbindungstrakt ==  
Die Stiftung Mozarteum gestaltete das Mozarteum-Gebäude um. Ziel der Planung war es, den Verbindungsbau neu zu errichten. Dies wurde notwendig, weil der nur 60 m² große Pausenraum für die Zahl der Konzertgäste völlig unzureichend ist. "Zum Teil prügeln sich da bei Konzerten im Großen Saal in der Pause 800 Leute um den Sekt", sagte Geschäftsführer Tobias Debuch. [[Präsidenten der Internationalen Stiftung Mozarteum|Präsident]] [[Johannes Honsig-Erlenburg]] betonte, dass der Verbindungstrakt von Anfang an ein Provisorium gewesen sei: "Denn die Gebäude haben ein unterschiedliches Niveau. Das sieht man an der Hühnertreppe hinauf zum Wiener Saal. Und der Innenhof dazwischen ist ein karges, graues Loch." Durch den Umbau wurde das Mozarteum-Gebäude barrierefrei und der rückseitige Garten Richtung [[Heckentheater]], der bisher nur den Konzertbesuchern zugänglich war, besser zur Geltung kommen. Auch ein Café-Betrieb sei denkbar. Das Projekt kostete etwa fünf bis zehn Millionen Euro. Honsig-Erlenburg rechnete frühestens mit einem Baubeginn im Februar 2021. "Und wegen des Konzertbetriebs, für den wir den Bau unterbrechen, wird die Bauzeit zwei bis drei Jahre betragen."<ref>[https://www.sn.at/salzburg/kultur/das-alte-mozarteum-wird-zur-heiklen-baustelle-40731850 Salzburger Nachrichten, 27. September 2018]</ref>


Die Stiftung Mozarteum plant das Mozarteum-Gebäude an der Schwarzstraße umzugestalten. Ziel der Planung ist, den Verbindungsbau neu zu errichten. Dies ist notwendig, weil der nur 60 m² große Pausenraum für die Zahl der Konzertgäste völlig unzureichend ist. "''Zum Teil prügeln sich da bei Konzerten im Großen Saal in der Pause 800 Leute um den Sekt,''" sagt Geschäftsführer Tobias Debuch. [[Präsidenten der Internationalen Stiftung Mozarteum|Präsident]] [[Johannes Honsig-Erlenburg]] betont, dass der Verbindungstrakt von Anfang an ein Provisorium gewesen sei: "''Denn die Gebäude haben ein unterschiedliches Niveau. Das sieht man an der Hühnertreppe hinauf zum Wiener Saal. Und der Innenhof dazwischen ist ein karges, graues Loch.''" Durch den Umbau solle das Mozarteum-Gebäude barrierefrei werden und der rückseitige Garten Richtung [[Heckentheater]], der bisher nur den Konzertbesuchern zugänglich war, besser zur Geltung kommen. Auch ein Cafe-Betrieb sei denkbar. Das Projekt kostet etwa fünf bis zehn Millionen Euro. Honsig-Erlenburg rechnet frühestens mit einem Baubeginn im Februar 2021. "''Und wegen des Konzertbetriebs, für den wir den Bau unterbrechen, wird die Bauzeit zwei bis drei Jahre betragen.''"<ref>[https://www.sn.at/salzburg/kultur/das-alte-mozarteum-wird-zur-heiklen-baustelle-40731850 Salzburger Nachrichten, 27. September 2018]</ref>
Eine Glas-Stahl-Konstruktion des Salzburger Architektenbüros Maria Flöckner und Hermann Schnöll beseitigte das ewige Provisorium des alten Pausenraumes und schuf eine den heutigen Bedürfnissen entsprechendes Angebot mit Barrierefreiheit. Es wurde eine helle Glas-Stahlkonstruktion zwischen dem Verwaltungs- und Schultrakt (Schwarzstraße 26) und dem Konzerttrakt (Schwarzstraße 28) errichtet. Ebenerdig entstand dadurch auf rund 200 Quadratmetern ein erweiterter Eingangsbereich. Die beide großen Gebäude treten klar getrennt hervor und es entsteht eine Sichtachse zum [[Mirabellgarten]]. Ein neuer Treppenaufgang und ein Lift ermöglichen den barrierefreien Zugang zum Studientrakt und zum Wiener Saal. Im Keller entstanden zusätzliche Künstlerzimmern, Depot- und Technikräume, sowie größere Toiletten.


Eine Glas-Stahl-Konstruktion des Salzburger Architektenbüros [[Maria Flöckner]] und [[Hermann Schnöll]] soll das ewige Provisorium des alten Pausenraumes beseitigen und eine den heutigen Bedürfnissen entsprechendes Angebot mit Barrierefreiheit schaffen. Die Planung sieht vor, dass eine helle Glas-Stahlkonstruktion zwischen dem Verwaltungs- und Schultrakt (Schwarzstraße 26) und dem Konzerttrakt (Schwarzstraße 28) errichtet wird. Ebenerdig entsteht dadurch auf rund 200 Quadratmetern ein erweiterter Eingangsbereich. Diese lassen sich als zusätzliche Veranstaltungsräume oder als Café nutzen. Die beide großen Gebäude treten klar getrennt hervor und es entsteht eine Sichtachse zum Mirabellgarten. Ein neuer Treppenaufgang und ein Lift ermöglichen den barrierefreien Zugang zum Studientrakt und zum Wiener Saal. Im Keller sollen zusätzliche Künstlerzimmern, Depot- und Technikräume, sowie größere Toiletten entstehen.
Das Bundesdenkmalamt befürwortete das Projekt, weil die Planung einen Bereich betrifft, der für den Denkmalschutz nur eine untergeordnete Rolle einnimmt. Der Neubau schuf in einer zeitgemäßen Formensprache die Vermittlung zwischen den beiden Gebäuden, die der Altbestand nicht geschafft hat sagte [[Landeskonservator]]in [[Eva Hody]].<ref>[https://www.sn.at/salzburg/kultur/umbau-beschert-der-stiftung-mozarteum-350-quadratmeter-zusaetzliche-nutzflaeche-49866748 Salzburger Nachrichten, 26. Oktober 2018]</ref>


Das Bundesdenkmalamt befürwortet das Projekt, weil die Planung einen Bereich betrifft, der für den Denkmalschutz nur eine untergeordnete Rolle einnimmt. Der Neubau schafft in einer zeitgemäßen Formensprache die Vermittlung zwischen den beiden Gebäuden, die der Altbestand nicht geschafft hat sagt [[Landeskonservator]]in [[Eva Hody]].<ref>[https://www.sn.at/salzburg/kultur/umbau-beschert-der-stiftung-mozarteum-350-quadratmeter-zusaetzliche-nutzflaeche-49866748 Salzburger Nachrichten, 26. Oktober 2018]</ref>
Im Oktober [[2022]] waren das neue Foyergebäude fertiggestellt und die erste Etappe der Renovierung des Großen Saals abgeschlossen. In zwei Jahren Bauzeit entstand im ehemaligen Innenhof des Mozarteums anstelle des alten Pausenfoyers ein großzügig dimensionierter, lichtdurchfluteter Raum, der die beiden Gebäudekomplexe funktional aber architektonisch höchst ansprechend verbindet. 370 m² gewonnene
Fläche auf zwei Ebenen eröffnet neben der Pausenbewirtung nun zahlreiche neue Nutzungsmöglichkeiten.


=== Oktober 2022: Das neue Foyergebäude der Internationalen Stiftung Mozarteum ist fertiggestellt ===
[[Erich Marx]], Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Mozarteum: "Als wir mit den ersten Überlegungen und dann mit dem Architektenwettbewerb begannen, ahnte niemand etwas von einer [[Corona Pandemie|Pandemie]]. Heute kann man sich das Gedränge im viel zu kleinen alten Pausenraum nicht mehr vorstellen. Auch wenn es mit all den schwierigen Rahmenbedingungen ein extrem herausforderndes Projekt war, manchmal braucht man auch etwas Glück, und die Stiftung Mozarteum handelte genau zum richtigen Zeitpunkt."
Die lichtdurchflutete Glas-Stahl-Konstruktion verbindet die Gebäudeteile
des Mozarteums und schafft Offenheit und Platz für die Zukunft
Ein langgehegter Wunsch der Internationalen Stiftung Mozarteum ist endlich Realität: Das neue
Foyergebäude ist fertiggestellt und die erste Etappe der Renovierung des Großen Saals abgeschlossen.
Dieser Neubau bedeutet einen Meilenstein in der über 140-jährigen Geschichte der Stiftung
Mozarteum. In zwei Jahren Bauzeit entstand im ehemaligen Innenhof des Mozarteums anstelle des
alten Pausenfoyers ein großzügig dimensionierter, lichtdurchfluteter Raum, der die beiden
Gebäudekomplexe funktional aber architektonisch höchst ansprechend verbindet. 370 m² gewonnene
Fläche auf zwei Ebenen eröffnet neben der Pausenbewirtung nun zahlreiche neue
Nutzungsmöglichkeiten. „Mit diesem Neubau haben wir das altehrwürdige Mozarteum für die
nächsten Jahrzehnte fit gemacht“, resümiert Rainer Heneis, Geschäftsführer der Stiftung Mozarteum,
und fügt hinzu: „Das denkmalgeschützte Gebäude ist nun barrierefrei, technisch auf dem letzten
Stand und entspricht allen Sicherheitsanforderungen, was uns viele spannende Optionen bietet.“
Präsident Johannes Honsig-Erlenburg: „Niemand mag sich mehr an das alte, nur 60 m² große
Pausenfoyer erinnern, an das Geschiebe vor dem Buffet und in den Gängen. Was für eine Freude,
dass die beengte Notlösung nun einem großzügigen Neubau gewichen ist! Einem Neubau in
moderner Formensprache, mit dem die Stiftung ihre Öffnung nach Außen auch symbolisch zeigt.
Das Foyergebäude schafft erstmals eine adäquate Verbindung zwischen den Gebäudeteilen, aber
auch im Stadtraum zwischen Schwarzstraße und dem Mirabellgarten. Und das Wichtigste: Mehr
Raum für Mozart bedeutet mehr Platz für unser tolles Publikum und unsere großartigen
Künstlerinnen und Künstler. Mozart lebt nicht nur, jetzt kann er im ‚neuen‘ Mozarteum so richtig
durchatmen!“
 
Erich Marx, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Mozarteum: „Als wir mit den ersten  
Überlegungen und dann mit dem Architektenwettbewerb begannen, ahnte niemand etwas von einer  
Pandemie. Heute kann man sich das Gedränge im viel zu kleinen alten Pausenraum nicht mehr  
vorstellen. Auch wenn es mit all den schwierigen Rahmenbedingungen ein extrem herausforderndes  
Projekt war, manchmal braucht man auch etwas Glück, und die Stiftung Mozarteum handelte genau  
zum richtigen Zeitpunkt.


=== Ausgangssituation – eine 100jährige Notlösung ===  
=== Ausgangssituation – eine 100jährige Notlösung ===  
Das Mozarteum mit seinen beiden markanten Gebäudeteilen, dem Verwaltungs- und Schultrakt  
Das Mozarteum mit seinen beiden markanten Gebäudeteilen, dem Verwaltungs- und Schultrakt und dem Konzerttrakt, wurde vom Münchener Architekten Richard Berndl von 1912 bis 1914 errichtet. Berndl sah jedoch zu diesem Zeitpunkt keinen Pausenraum für die Gebäude vor, sodass später die Besucher der Konzerte mit einem zusätzlich errichteten Provisorium von 60 m² Vorlieb nehmen mussten. Der Eindruck einer  
(Schwarzstraße 26) und dem Konzerttrakt (Schwarzstraße 28), wurde vom Münchener Architekten  
Verlegenheitslösung war den Gästen des Mozarteums über die Jahrzehnte bestens bekannt: Bei einem ausverkauften Großen Saal wurde den bis zu 800 Besucher in den Pausen eine beengte und  
Richard Berndl von 1912 bis 1914 errichtet. Berndl sah jedoch zu diesem Zeitpunkt keinen  
unerträgliche Situation zugemutet. Zudem war der Verwaltungs- und Schultrakt mit dem Wiener Saal nicht barrierefrei zugänglich.  
Pausenraum für die Gebäude vor, sodass später die Besucher:innen der Konzerte mit einem  
zusätzlich errichteten Provisorium von 60 m² Vorlieb nehmen mussten. Der Eindruck einer  
Verlegenheitslösung war den Gästen des Mozarteums über die Jahrzehnte bestens bekannt: Bei einem  
ausverkauften Großen Saal wurde den bis zu 800 Besucher:innen in den Pausen eine beengte und  
unerträgliche Situation zugemutet. Zudem war der Verwaltungs- und Schultrakt mit dem Wiener Saal  
nicht barrierefrei zugänglich.  


=== Von der Idee bis zur Fertigstellung ===  
=== Von der Idee bis zur Fertigstellung ===  
Erste Ideen und Vorstellungen für ein neues Pausenfoyer im denkmalgeschützten Mozarteum kamen  
Erste Ideen und Vorstellungen für ein neues Pausenfoyer im denkmalgeschützten Mozarteum kamen bereits [[2014]] anlässlich des 100 Jahr-Jubiläums des Mozarteums auf. Die konkreten Planungs- und  
bereits 2014 anlässlich des 100 Jahr-Jubiläums des Mozarteums auf. Die konkreten Planungs- und  
Vorbereitungsarbeiten starteten [[2016]] und mündeten [[2017]] in einen zweistufigen internationalen Architektenwettbewerb, zu dem insgesamt 18 Architekturbüros von London bis Tokio eingeladen wurden. [[2018]] fiel die einstimmige Entscheidung der Jury auf den Entwurf des Salzburger Architektenteams Maria Flöckner und Hermann Schnöll. [[2019]] erfolgten die Einreichplanung in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt und der [[Sachverständigenkommission für die Altstadterhaltung in Salzburg]] und [[2020]] dann die Bauverhandlung. Anfängliche Differenzen mit ICOMOS Austria als Hüter des Welterbes Salzburger Altstadt konnten ausgeräumt werden.  
Vorbereitungsarbeiten starteten 2016 und mündeten 2017 in einen zweistufigen internationalen  
 
Architektenwettbewerb, zu dem insgesamt 18 Architekturbüros von London bis Tokio eingeladen  
Am [[23. September]] 2020 begannen die Bauarbeiten, die nach den ersten Planungen bis [[1. Juli]] 2022 abgeschlossen sein sollten. Die Corona-Pandemie mit all ihren Einschränkungen auf das öffentliche  
wurden. 2018 fiel die einstimmige Entscheidung der Jury auf den Entwurf des Salzburger  
und wirtschaftliche Leben in Österreich sowie der [[Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine und dessen Auswirkungen auf Salzburg|Ukrainekrieg]] hatten natürlich auch auf die Stiftung Mozarteum und die Bauarbeiten massive Auswirkungen. Weltweite Lieferprobleme bei verschiedensten Baumaterialien und erhebliche Preissteigerungen betrafen auch die beteiligten Firmen, sodass festgelegte Termine nicht eingehalten werden konnten, und es zum Teil sehr schwierig war, für manche Aufträge Firmen zu finden. Diese Probleme führten dazu, dass sich der Fertigstellungstermin verzögerte und die Eröffnung auf Oktober 2022 verschoben werden musste. Bauunterbrechungen gab es zudem jeweils im Sommer 2021 und 2022 für die [[Salzburger Festspiele]]. 2021 wurde die Renovierung des Großes Saal beschlossen, die erste Sanierungsetappe startete im Februar 2022. 2024 wird die Renovierung des Großen Saals abgeschlossen sein.  
Architektenteams Maria Flöckner und Hermann Schnöll. 2019 erfolgten die Einreichplanung in  
Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt und der Sachverständigenkommission für die  
Altstadterhaltung in Salzburg und 2020 dann die Bauverhandlung. Anfängliche Differenzen mit  
ICOMOS Austria als Hüter des Welterbes Salzburger Altstadt konnten ausgeräumt werden. Am 23.  
September 2020 begannen die Bauarbeiten, die nach den ersten Planungen bis 1. Juli 2022  
abgeschlossen sein sollten. Die Corona-Pandemie mit all ihren Einschränkungen auf das öffentliche  
und wirtschaftliche Leben in Österreich sowie der Ukrainekrieg hatten natürlich auch auf die Stiftung  
Mozarteum und die Bauarbeiten massive Auswirkungen. Weltweite Lieferprobleme bei  
verschiedensten Baumaterialien und erhebliche Preissteigerungen betrafen auch die beteiligten  
Firmen, sodass festgelegte Termine nicht eingehalten werden konnten, und es zum Teil sehr  
schwierig war, für manche Aufträge Firmen zu finden. Diese Probleme führten dazu, dass sich der  
Fertigstellungstermin verzögerte und die Eröffnung auf Oktober 2022 verschoben werden musste.  
Bauunterbrechungen gab es zudem jeweils im Sommer 2021 und 2022 für die Salzburger Festspiele.  
2021 wurde die Renovierung des Großes Saal beschlossen, die erste Sanierungsetappe startete im  
Februar 2022. 2024 wird die Renovierung des Großen Saals abgeschlossen sein.  


=== Kosten und Finanzierung ===  
=== Kosten und Finanzierung ===  
Die Finanzierung des Neubaus setzt sich zu je einem Drittel an Eigenmitteln, an Förderungen durch  
Die Finanzierung des Neubaus setzt sich zu je einem Drittel an Eigenmitteln, an Förderungen durch die öffentliche Hand und durch private Mäzene zusammen. Waren die Kosten des Neubaus anfangs mit rund zehn Millionen Euro kalkuliert, stiegen diese aufgrund der Preissteigerungen auf dem Baumarkt auf 11,68 Millionen Euro. Das Projekt der Renovierung, Restaurierung und Modernisierung des Großen Saals wurde deshalb um ein Jahr gestreckt, die Fertigstellung ist für Sommer 2024 geplant. Für die Finanzierung des Neubaus konnten Bund, [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Land]] und [[Stadtgemeinde Salzburg]] gewonnen werden. Zu großem Dank ist die Stiftung Mozarteum zudem zahlreichen Förderern verpflichtet, ohne die der Neubau nicht möglich gewesen wäre: Zwei private Großsponsoren – Dr. phil. Nicola Leibinger-Kammüller und Heinz-Hermann Thiele – stellten für den Neubau erhebliche Mittel zur Verfügung; diverse Projekte im Zuge des Neubaus wurden von verschiedenen privaten Fördern großzügig unterstützt und eine große Anzahl an Unterstützern fand sich für die Aktionen "Mein Stein für Mozart" und "Mein Sitz für Mozart". Das Bauprojekt wurde – neben der Kernerstellung durch die Stahlbau- und Fassadenfirma PICHLER Projects aus Bozen – überwiegend mit heimischen Professionisten umgesetzt.  
die öffentliche Hand und durch private Mäzene zusammen. Waren die Kosten des Neubaus anfangs  
mit rund zehn Millionen Euro kalkuliert, stiegen diese aufgrund der Preissteigerungen auf dem  
Baumarkt auf 11,68 Millionen Euro. Das Projekt der Renovierung, Restaurierung und  
Modernisierung des Großen Saals wurde deshalb um ein Jahr gestreckt, die Fertigstellung ist für  
Sommer 2024 geplant. Für die Finanzierung des Neubaus konnten Bund, Land und Stadt Salzburg  
gewonnen werden. Zu großem Dank ist die Stiftung Mozarteum zudem zahlreichen Förderern  
verpflichtet, ohne die der Neubau nicht möglich gewesen wäre: Zwei private Großsponsoren –  
Dr. phil. Nicola Leibinger-Kammüller und Heinz-Hermann Thiele – stellten für den Neubau  
erhebliche Mittel zur Verfügung; diverse Projekte im Zuge des Neubaus wurden von verschiedenen  
privaten Fördern großzügig unterstützt und eine große Anzahl an Unterstützern fand sich für die  
Aktionen „Mein Stein für Mozart“ und „Mein Sitz für Mozart“. Das Bauprojekt wurde – neben der  
Kernerstellung durch die Stahlbau- und Fassadenfirma PICHLER Projects aus Bozen – überwiegend  
mit heimischen Professionisten umgesetzt.
 
=== Das neue Foyergebäude – ein funktionales, architektonisches Highlight ===
„Das Siegerprojekt überzeugt mit einem Konzept, das den Raum zwischen den Bestandsgebäuden
für Licht und Durchblicke öffnet und die historischen Fassaden atmosphärisch in das neue Ambiente
einbezieht. Zusätzlich wurden alle Anforderungen überzeugend gelöst und zusätzliche
Bespielungsszenarien für das Mozarteum geschaffen“, begründet die Jury 2018 das einstimmige
Votum für das Projekt des Salzburger Architektenteams. Maria Flöckner und Hermann Schnöll
erläutern: „Unser Entwurfsansatz sah vor, nach Wegnahme der sperrenden Hofbaueinbauten einen
durchsichtigen Foyerraum, eingehängt an der Schnittstelle der Stadträume zu den historischen
Baubeständen, verbindend wirksam werden zu lassen. Mit Offenheit verbinden ist aber auch ein
Paradoxon. Die gestalterische Antwort dazu war ein technisches Instrument, eine begehbare,
dreidimensionale Raumstruktur aus Glas und Stahl. Heute verbindet sie das Mozarteum mit der
Stadt.“
 
Leicht, hell und elegant fügt sich das neue Foyergebäude zwischen die denkmalgeschützten
Gebäudeteile des Mozarteums ein. Die filigran wirkende Glas-Stahl-Konstruktion ließ einen
Begegnungsraum mit zwei neuen Foyers entstehen. Im ersten Stock bietet das Große Foyer mit
170 m² ausreichend Platz für eine angenehme Pausensituation rund um die Veranstaltungen und
erschließt das Konzertgebäude über eine breite Glasbrücke zum Bastionsgarten. Dank des
zusätzlichen Platzangebots sind alle Abläufe vor und nach dem Konzerterlebnis sowie in den Pausen
bequem und mit ausreichend Abstand zu gewährleisten.
 
Im Erdgeschoss öffnet das Stadtfoyer auf 200 m² den Zugang zur barocken Bastionsmauer. Erstmals
wird hier der schon im ursprünglichen Konzept von Architekt Berndl vorgesehene Wandbrunnen an
der Bastionsmauer in das Ensemble einbezogen und sichtbar.
   
   
100 Tonnen Stahl wurden von der Stahlbau- und Fassadenfirma PICHLER Projects im  
100 Tonnen Stahl wurden von der Stahlbau- und Fassadenfirma PICHLER Projects im Foyergebäude verbaut. Die einzelnen, je fünf bis sechs Tonnen schweren Stahlteile wurden vor Ort verschweißt; die Montagearbeiten erforderten wegen der besonderen Statik des über 100 Jahre alten Gebäudes Fingerspitzengefühl, auch deshalb, weil sogar der Verputz denkmalgeschützt ist. Ein Highlight ist auch der blickdichte Glasboden im Großen Foyer. Das Bodenglas weist eine zarte Ornamentstruktur auf, die wie Eisblumen anmuten. Die Glasplatten werden dabei in alter Verfahrenstechnik mit einem speziellen Ätzverfahren bearbeitet. Beide Foyers sind mit modernster [[Event]]technik ausgestattet, was wiederum eine breite Palette an neuen Veranstaltungsmöglichkeiten eröffnet.  
Foyergebäude verbaut. Die einzelnen, je fünf bis sechs Tonnen schweren Stahlteile wurden vor Ort  
verschweißt; die Montagearbeiten erforderten wegen der besonderen Statik des über 100 Jahre alten  
Gebäudes Fingerspitzengefühl, auch deshalb, weil sogar der Verputz denkmalgeschützt ist. Ein  
Highlight ist auch der blickdichte Glasboden im Großen Foyer. Das Bodenglas weist eine zarte  
Ornamentstruktur auf, die wie Eisblumen anmuten. Die Glasplatten werden dabei in alter  
Verfahrenstechnik mit einem speziellen Ätzverfahren bearbeitet. Beide Foyers sind mit modernster  
Eventtechnik ausgestattet, was wiederum eine breite Palette an neuen Veranstaltungsmöglichkeiten  
eröffnet.
 
Für die Pausenbewirtung und das Catering in den neuen Foyers des Mozarteums bei den diversen
Veranstaltungen konnte das Wiener Gastonomieunternehmen Impacts gewonnen werden, das seit
April auch in Salzburg als Caterer tätig ist.
 
Neue Toilettenanlagen, Künstlergarderoben, Depot- und Technikräume, die neue Wiener Treppe
und ein zusätzlicher Aufzug für den barrierefreien Zugang zum Hauptgebäude/Wiener Saal
ermöglichen den Besucher:innen und Künstler:innen nun einen entspannten und sicheren Aufenthalt
in den Räumlichkeiten der Stiftung Mozarteum und sorgen für eine zeitgemäße Infrastruktur in dem
historischen Ensemble.
 
=== Die Öffnung des Bastionsgartens ===
Das Foyergebäude öffnet durch seine verbindende Anlage eine neue Achse von der Schwarzstraße
zum Mirabellgarten mit der Zielsetzung einer verstärkten Nutzung des Bastionsgartens für
Veranstaltungen, vor allem im Sommer. In Gesprächen mit der Stadt Salzburg wurde zudem darüber
Einigkeit erzielt, den Bastionsgarten noch weiter zu öffnen und an das wenig genutzte Heckentheater
anzubinden. Durch die direkte Anbindung an den Bastionsgarten und das Foyergebäude wird damit
auch ein moderner Veranstaltungsbetrieb inkl. Toiletten und Catering für das barocke Heckentheater
möglich.
 
=== Renovierung Großer Saal ===
Der Große Saal – Herzstück des Mozarteums – zählt zu den schönsten und besten Konzertsälen der
Welt und gilt seit seiner Eröffnung im Jahr 1914 als idealer Aufführungsort für die Werke Mozarts.
Bekannt für seine außerordentliche Akustik begeistert dieser Saal Konzertbesucher:innen und
Musiker:innen seit Generationen. Renommierte Orchester wie die Wiener Philharmoniker oder das
Mahler Chamber Orchestra, Dirigenten wie Richard Strauss, Dietrich Fischer-Dieskau, Claudio
Abbado, Herbert von Karajan, Karl Böhm, Sir Simon Rattle, Nikolaus Harnoncourt, Marc
Minkowski, Daniel Barenboim und Künstler:innen wie Cecilia Bartoli, Mitsuko Uchida oder Anne Sophie Mutter tragen seit über 100 Jahren zur besonderen Aura dieses Ortes bei. Von Anfang an
wurden die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten des Großen Saals geschätzt. Er ist nicht nur der ideale
Ort für große Orchesterklänge und Kammermusik, sondern auch für Veranstaltungen
wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Charakters. Bei den Mozarteums-Redouten wurde in den
1920er Jahren getanzt, hier fanden Filmvorführungen und Misswahlen ebenso statt wie Tagungen
und Galadiners. 1955 wurde der Große Saal erstmals renoviert und dem Zeitgeschmack angepasst.
Eine Generalsanierung erfolgte 1985/86.
 
Seit Februar 2022 findet die nächste umfassende Renovierung, Restaurierung und Modernisierung in
drei Etappen statt. In der ersten Sanierungsphase wurden der Parkettboden erneuert und der
Sitzkomfort erhöht, d. h. die Bestuhlung behutsam restauriert und neu gepolstert. Zudem kann die
gesamte Bestuhlung nun auch rasch demontiert werden, damit der Saal für Veranstaltungen auch
ohne Saalbestuhlung flexibel genutzt werden kann, wie etwa Bälle, Bankette oder dergleichen. Klima-,
Strom-, Konzertsaaltechnik und der Brandschutz wurden ebenfalls modernisiert. Im Frühjahr 2023
wird die Renovierung des Großen Saals fortgesetzt. Ab Ostern ist die Restaurierung der Raumschale
geplant. Bis Juli werden die Wandoberflächen und Vergoldungen nach historischen Vorgaben wieder
in den Originalzustand der Eröffnung von 1914 zurückgeführt. 2024 ist zwischen Mai und Juli der
Umbau des Balkonbereichs geplant. Der Teppichboden wird durch Parkett ersetzt, die
Balkonbrüstung mit einer neuen Abdeckung versehen und die Logentrennwände und Vorhänge
werden erneuert. Danach erfolgt eine Wartung der Propter Homines-Orgel.  


Für die Pausenbewirtung und das Catering in den neuen Foyers des Mozarteums bei den diversen Veranstaltungen konnte das Wiener Gastonomieunternehmen Impacts gewonnen werden, das seit April auch in Salzburg als Caterer tätig ist.
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== Bildergalerie ==
;Pläne des Umbaus 2020 bis 2022
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Mozarteum Salzburg Plan 01.jpg
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== Bilder ==
== Bilder ==
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Aktuelle Version vom 16. März 2025, 16:59 Uhr

Begriffsklärung
Dieser Artikel behandelt das Gebäude Mozarteum.
Für Informationen über die Internationale Stiftung Mozarteum und über die Universität Mozarteum informieren eigene Artikel.
Die Gebäude des Mozarteums an der Schwarzstraße.
Karte
Historische Postkarte vor 1918 zeigt die Gebäudefront.
Im Eingangsbereich des Schulgebäudes.
Probenraum der Salzburger Liedertafel im Schulgebäude des Mozarteums.
Hier der neue Eingang in das neue Foyergebäude von der Schwarzstraße.
Hier der Blick in das neue Foyergebäude zur Gartenseite.
Hier der Blick in das neue Foyergebäude zur Schwarzstraße.
Hier das Stadtfoyer.
Das neue neue Foyergebäude am Tag der offenen Türe 2022, gesehen aus dem Garten des Mozarteums.
Hier ein Ausschnitt aus dem Ornamentglasboden, der wie Eisblumen anmutet. Dabei wurden Quarze im Glas verflüssigt, die diese Gebilde formten. Zum Zweck, dass er nicht durchsichtig ist, da er als Fußboden über dem Stadtfoyer verwendet wird und man daher nicht von unten nach oben durchsehen soll.

Das Mozarteum ein bekanntes Konzerthaus und Sitz der Internationalen Stiftung Mozarteum. Das Gebäude zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in der Stadt Salzburg.

Lage

Der Mozarteum befindet sich an der Schwarzstraße in der rechtsufrigen Altstadt von Salzburg.

Geschichte

Der bereits 1856 geschaffene Mozart-Bauverein hatte es sich zur Aufgabe gemacht, für die Stiftung Mozarteum, welches zuerst im Kapellhaus an der Sigmund-Haffner-Gasse, später in der Alten Universität (an der Seite der Hofstallgasse, Ecke Max-Reinhardt-Platz) untergebracht war, ein eigenes Gebäude errichten zu lassen. 1901 wurde dieses Vorhaben wieder mit Nachdruck verfolgt. 1907 erwarb der Verein die Villa Lasser des ehemaligen Innenministers Josef von Lasser an der Schwarzstraße.

1909 wurde ein Ideenwettbewerb ausgeschrieben, der vorsah, unter Einbeziehung der Villa ein Gebäude zu schaffen, das einen Konzertsaal beinhalten und Platz für die Musikschule, ein Mozartarchiv und die Verwaltung bieten sollte. 64 Architekten aus dem In- und Ausland nahmen an der Ausschreibung teil. Als Sieger ging Richard Berndl hervor, dessen im Münchner Späthistorismus gehaltenes Projekt von 1912 bis 1914 baulich umgesetzt wurde. Die Bauleitung hatte Architekt F. L. Schuster.

Die Grundsteinlegung erfolgte am 6. August 1910 durch Kammersängerin Lilli Lehmann. Die Eröffnung des Festsaalgebäudes fand am 20. August 1914 statt. Die Räume im Verwaltungs- und Schulgebäude wurde bereits vorher ihren Bestimmungen übergeben. Die Salzburger Liedertafel konnte ihre Probenräume am 15. November 1913 beziehen. Ebenfalls 1913 konnte der Männerbund Schlaraffia Juvavia sein Clublokal, die "Staufenburg", im Souterrain des Gebäudes beziehen.

Der große Festsaal, der 1 100 Menschen fasst, war zum Zeitpunkt der Errichtung zwischen München und Wien einer der sehr großen Konzertsäle in Mitteleuropa.

Am 1. Juli 1922 kam es zur Trennung von Stiftung und Hochschule, seither ist das Gebäude im Besitz der Stiftung Mozarteum.

Gebäude

Das Mozarteum gliedert sich in drei Gebäudeteile:

  1. in das Konzerthaus mit dem Großen Saal und dem Foyer, das früher auch "Mozarthaus" genannt wurde.
  2. in das Schulgebäude mit dem Wiener Saal , den verschiedenen Räumen für Proben, Schulunterricht und für die Direktion; die vier Plastiken über der Attika am Mittelrisalit stellen die musikalischen Tempi "Adagio", "Allegro", "A la Marcia" und "Menuetto" dar und wurden vom Bildhauer Karl Killer aus Kupfer getrieben. Hohlkehle Mozart-Neon-Schriftzug: "Ich möchte alles haben, was gut, ächt und schön ist!" von Sylvie Fleury.
  3. in den Verbindungstrakt, wo sich der Pausenraum befindet - von dem man über eine Brücke zum Garten auf der Wehrmauer gelangt - , sowie einem kleinen Innenhof mit dem Amorbrunnen; dieser Verbindungstrakt wurden 2022 neu eröffnet;

Der 'Große' und der 'Wiener Saal' werden regelmäßig vom Mozarteum Orchester, der Camerata Salzburg, den Salzburger Festspielen sowie für Konzerte andere Orchester und für Kulturveranstaltungen genutzt.

Baukünstlerische Gestaltung

Architektur und Ausstattung der Gebäudetrakte verschmelzen im Stil des Historismus zu einer einheitlichen künstlerischen Gestaltung, die unterschiedliche Formen aus Barock, Klassizismus und Jugendstil zeigen und zu einem Gepräge vereinen. Die starke Gliederung der Fassaden gleicht die Gebäudetrakte an das barocke Stadtbild an und überspielt die Unterschiede in Niveau und Höhe der drei Gebäudetrakte.

Die beiden Plastiken an der Fassade des Verwaltungs- und Schulgebäudes stellen die "geistliche Musik" und die "weltliche Musik" dar und wurden von Professor Georg Roemer aus Bronze geschaffen. Die vier Plastiken über der Attika am Mittelrisalit stellen die musikalischen Tempi "Adagio", "Allegro", "A la Marcia" und "Menuetto" dar und wurden vom Bildhauer Karl Killer aus Kupfer getrieben.

An der Fassade unter der Hohlkehle befindet sich ein Wolfgang Amadé Mozart nachgesagter Spruch in Neonleuchtschrift: "Ich möchte alles haben, was gut, ächt und schön ist!" Die Schweizer Objekt-Künstlerin Sylvie Fleury (* 1961) hatte dieses Kunstobjekt, basierend auf Mozart´s Briefen und Notenblättern, anlässlich des ersten Dialoge-Festivals 2005 und für das Mozartjahr 2006 geschaffen. Indem Satz und Noten sich stereotyp wiederholen und mit dem Leuchtmittel Neon wird ein Bezug zur Moderne, erinnernd an Andy Warhol, hergestellt.[1]

Die Plastik aus Bronze in der Eingangshalle zum Großen Saal zeigt "Mozart als Apollo Musagetes" und wurde von Edmund Hellmer geschaffen. [2]

Im Großen Saal stammt der plastische Schmuck aus Stuck von Joseph Wackerle in Berlin. Die fünf Medaillons im Stiegenhaus schuf Julius Diez, damals Lehrer an der Kunstgewerbeschule München, im Jugendstil. Sie zeigen "Pan mit Panflöte", "Apollon mit Laute", "Ares mit Horn und Fackel", "Aphrodite mit Harfe" und "Theater und Musik".

Im Wiener Saal schmückt die Decke ein Medaillon aus Stuck, das Phöbus Apollo auf dem Sonnenwagen zeigt. Es wurde vom Münchner Plastiker Konrad Buchner geschaffen.

Projekt Neubau Verbindungstrakt

Die Stiftung Mozarteum gestaltete das Mozarteum-Gebäude um. Ziel der Planung war es, den Verbindungsbau neu zu errichten. Dies wurde notwendig, weil der nur 60 m² große Pausenraum für die Zahl der Konzertgäste völlig unzureichend ist. "Zum Teil prügeln sich da bei Konzerten im Großen Saal in der Pause 800 Leute um den Sekt", sagte Geschäftsführer Tobias Debuch. Präsident Johannes Honsig-Erlenburg betonte, dass der Verbindungstrakt von Anfang an ein Provisorium gewesen sei: "Denn die Gebäude haben ein unterschiedliches Niveau. Das sieht man an der Hühnertreppe hinauf zum Wiener Saal. Und der Innenhof dazwischen ist ein karges, graues Loch." Durch den Umbau wurde das Mozarteum-Gebäude barrierefrei und der rückseitige Garten Richtung Heckentheater, der bisher nur den Konzertbesuchern zugänglich war, besser zur Geltung kommen. Auch ein Café-Betrieb sei denkbar. Das Projekt kostete etwa fünf bis zehn Millionen Euro. Honsig-Erlenburg rechnete frühestens mit einem Baubeginn im Februar 2021. "Und wegen des Konzertbetriebs, für den wir den Bau unterbrechen, wird die Bauzeit zwei bis drei Jahre betragen."[3]

Eine Glas-Stahl-Konstruktion des Salzburger Architektenbüros Maria Flöckner und Hermann Schnöll beseitigte das ewige Provisorium des alten Pausenraumes und schuf eine den heutigen Bedürfnissen entsprechendes Angebot mit Barrierefreiheit. Es wurde eine helle Glas-Stahlkonstruktion zwischen dem Verwaltungs- und Schultrakt (Schwarzstraße 26) und dem Konzerttrakt (Schwarzstraße 28) errichtet. Ebenerdig entstand dadurch auf rund 200 Quadratmetern ein erweiterter Eingangsbereich. Die beide großen Gebäude treten klar getrennt hervor und es entsteht eine Sichtachse zum Mirabellgarten. Ein neuer Treppenaufgang und ein Lift ermöglichen den barrierefreien Zugang zum Studientrakt und zum Wiener Saal. Im Keller entstanden zusätzliche Künstlerzimmern, Depot- und Technikräume, sowie größere Toiletten.

Das Bundesdenkmalamt befürwortete das Projekt, weil die Planung einen Bereich betrifft, der für den Denkmalschutz nur eine untergeordnete Rolle einnimmt. Der Neubau schuf in einer zeitgemäßen Formensprache die Vermittlung zwischen den beiden Gebäuden, die der Altbestand nicht geschafft hat sagte Landeskonservatorin Eva Hody.[4]

Im Oktober 2022 waren das neue Foyergebäude fertiggestellt und die erste Etappe der Renovierung des Großen Saals abgeschlossen. In zwei Jahren Bauzeit entstand im ehemaligen Innenhof des Mozarteums anstelle des alten Pausenfoyers ein großzügig dimensionierter, lichtdurchfluteter Raum, der die beiden Gebäudekomplexe funktional aber architektonisch höchst ansprechend verbindet. 370 m² gewonnene Fläche auf zwei Ebenen eröffnet neben der Pausenbewirtung nun zahlreiche neue Nutzungsmöglichkeiten.

Erich Marx, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Mozarteum: "Als wir mit den ersten Überlegungen und dann mit dem Architektenwettbewerb begannen, ahnte niemand etwas von einer Pandemie. Heute kann man sich das Gedränge im viel zu kleinen alten Pausenraum nicht mehr vorstellen. Auch wenn es mit all den schwierigen Rahmenbedingungen ein extrem herausforderndes Projekt war, manchmal braucht man auch etwas Glück, und die Stiftung Mozarteum handelte genau zum richtigen Zeitpunkt."

Ausgangssituation – eine 100jährige Notlösung

Das Mozarteum mit seinen beiden markanten Gebäudeteilen, dem Verwaltungs- und Schultrakt und dem Konzerttrakt, wurde vom Münchener Architekten Richard Berndl von 1912 bis 1914 errichtet. Berndl sah jedoch zu diesem Zeitpunkt keinen Pausenraum für die Gebäude vor, sodass später die Besucher der Konzerte mit einem zusätzlich errichteten Provisorium von 60 m² Vorlieb nehmen mussten. Der Eindruck einer Verlegenheitslösung war den Gästen des Mozarteums über die Jahrzehnte bestens bekannt: Bei einem ausverkauften Großen Saal wurde den bis zu 800 Besucher in den Pausen eine beengte und unerträgliche Situation zugemutet. Zudem war der Verwaltungs- und Schultrakt mit dem Wiener Saal nicht barrierefrei zugänglich.

Von der Idee bis zur Fertigstellung

Erste Ideen und Vorstellungen für ein neues Pausenfoyer im denkmalgeschützten Mozarteum kamen bereits 2014 anlässlich des 100 Jahr-Jubiläums des Mozarteums auf. Die konkreten Planungs- und Vorbereitungsarbeiten starteten 2016 und mündeten 2017 in einen zweistufigen internationalen Architektenwettbewerb, zu dem insgesamt 18 Architekturbüros von London bis Tokio eingeladen wurden. 2018 fiel die einstimmige Entscheidung der Jury auf den Entwurf des Salzburger Architektenteams Maria Flöckner und Hermann Schnöll. 2019 erfolgten die Einreichplanung in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt und der Sachverständigenkommission für die Altstadterhaltung in Salzburg und 2020 dann die Bauverhandlung. Anfängliche Differenzen mit ICOMOS Austria als Hüter des Welterbes Salzburger Altstadt konnten ausgeräumt werden.

Am 23. September 2020 begannen die Bauarbeiten, die nach den ersten Planungen bis 1. Juli 2022 abgeschlossen sein sollten. Die Corona-Pandemie mit all ihren Einschränkungen auf das öffentliche und wirtschaftliche Leben in Österreich sowie der Ukrainekrieg hatten natürlich auch auf die Stiftung Mozarteum und die Bauarbeiten massive Auswirkungen. Weltweite Lieferprobleme bei verschiedensten Baumaterialien und erhebliche Preissteigerungen betrafen auch die beteiligten Firmen, sodass festgelegte Termine nicht eingehalten werden konnten, und es zum Teil sehr schwierig war, für manche Aufträge Firmen zu finden. Diese Probleme führten dazu, dass sich der Fertigstellungstermin verzögerte und die Eröffnung auf Oktober 2022 verschoben werden musste. Bauunterbrechungen gab es zudem jeweils im Sommer 2021 und 2022 für die Salzburger Festspiele. 2021 wurde die Renovierung des Großes Saal beschlossen, die erste Sanierungsetappe startete im Februar 2022. 2024 wird die Renovierung des Großen Saals abgeschlossen sein.

Kosten und Finanzierung

Die Finanzierung des Neubaus setzt sich zu je einem Drittel an Eigenmitteln, an Förderungen durch die öffentliche Hand und durch private Mäzene zusammen. Waren die Kosten des Neubaus anfangs mit rund zehn Millionen Euro kalkuliert, stiegen diese aufgrund der Preissteigerungen auf dem Baumarkt auf 11,68 Millionen Euro. Das Projekt der Renovierung, Restaurierung und Modernisierung des Großen Saals wurde deshalb um ein Jahr gestreckt, die Fertigstellung ist für Sommer 2024 geplant. Für die Finanzierung des Neubaus konnten Bund, Land und Stadtgemeinde Salzburg gewonnen werden. Zu großem Dank ist die Stiftung Mozarteum zudem zahlreichen Förderern verpflichtet, ohne die der Neubau nicht möglich gewesen wäre: Zwei private Großsponsoren – Dr. phil. Nicola Leibinger-Kammüller und Heinz-Hermann Thiele – stellten für den Neubau erhebliche Mittel zur Verfügung; diverse Projekte im Zuge des Neubaus wurden von verschiedenen privaten Fördern großzügig unterstützt und eine große Anzahl an Unterstützern fand sich für die Aktionen "Mein Stein für Mozart" und "Mein Sitz für Mozart". Das Bauprojekt wurde – neben der Kernerstellung durch die Stahlbau- und Fassadenfirma PICHLER Projects aus Bozen – überwiegend mit heimischen Professionisten umgesetzt.

100 Tonnen Stahl wurden von der Stahlbau- und Fassadenfirma PICHLER Projects im Foyergebäude verbaut. Die einzelnen, je fünf bis sechs Tonnen schweren Stahlteile wurden vor Ort verschweißt; die Montagearbeiten erforderten wegen der besonderen Statik des über 100 Jahre alten Gebäudes Fingerspitzengefühl, auch deshalb, weil sogar der Verputz denkmalgeschützt ist. Ein Highlight ist auch der blickdichte Glasboden im Großen Foyer. Das Bodenglas weist eine zarte Ornamentstruktur auf, die wie Eisblumen anmuten. Die Glasplatten werden dabei in alter Verfahrenstechnik mit einem speziellen Ätzverfahren bearbeitet. Beide Foyers sind mit modernster Eventtechnik ausgestattet, was wiederum eine breite Palette an neuen Veranstaltungsmöglichkeiten eröffnet.

Für die Pausenbewirtung und das Catering in den neuen Foyers des Mozarteums bei den diversen Veranstaltungen konnte das Wiener Gastonomieunternehmen Impacts gewonnen werden, das seit April auch in Salzburg als Caterer tätig ist.

Bildergalerie

Pläne des Umbaus 2020 bis 2022

Bilder

 Mozarteum (Gebäude) – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI

Quellen

Einzelnachweise