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| − | [[Datei:Sighartstein Schloss und Schlosskapelle März 2017.jpg|thumb|Schloss Sighartstein mit [[Schlosskapelle Sighartstein|Schlosskapelle]] (rechts).]] | + | [[Datei:Sighartstein Schloss und Schlosskapelle März 2017.jpg|thumb|Schloss Sighartstein mit [[Schlosskapelle Sighartstein|Schlosskapelle]] (rechts).]] |
| − | [[Datei:Sighartstein, Wappen beim Eingangstor 074.jpg|thumb| Wappen beim Schlossparkeingang]]
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| − | [[Datei:Neumarkt sieghartstein, schafberg 098.jpg|thumb|Blick vom [[Tannberg]]: Neumarkt, Schloss Sighartstein, [[Schafberg]] im Hintergrund]]
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| − | [[Datei:Schloss Sighartstein im Winter.jpg|thumb|Schloss Sighartstein im Winter, westliche Ansicht]]
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| − | [[Datei:Sighartstein West-Pano.jpg|thumb|Schloss Sighartstein West-Panorama-Ansicht]]
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| | '''Schloss Sighartstein''' ist ein unter [[Denkmalschutz]] stehendes Schloss in der gleichnamigen [[Sighartstein|Ortschaft]] der [[Flachgau]]er Stadt [[Neumarkt am Wallersee]]. | | '''Schloss Sighartstein''' ist ein unter [[Denkmalschutz]] stehendes Schloss in der gleichnamigen [[Sighartstein|Ortschaft]] der [[Flachgau]]er Stadt [[Neumarkt am Wallersee]]. |
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| − | ==Geschichte== | + | == Geschichte == |
| − | Das Schloss wurde [[1297]] erstmals urkundlich erwähnt, als [[Eckart von Tann]] das Gebäude dem [[Zisterzienserkloster Raitenhaslach]] übergab. Durch Tausch kamen diese Güter [[1340]] wieder an die Familie zurück. [[1372]] erwarb der Salzburger [[Fürsterzbischof]] [[Pilgrim II. von Puchheim|Pilgrim II.]] den Hof. Ab Mitte des [[15. Jahrhundert]]s war das Schloss an die [[Innviertel|Innviertler]] Familie [[Überacker|Uiberacker]] verliehen. Virgil Uiberacker hatte um 1450 „''dy Veste gen dem Sigharczstain in dem Grunt des Hofs zu Sigharting new gepawet''“. Am [[29. Juni]] [[1452]] wurde die [[Schlosskapelle Sighartstein|Schlosskapelle]] von [[Georg von Uiberacker]], dem damaligen [[Bischof von Seckau]], dem hl. Sigmund und der hl. Helena geweiht. | + | Das Schloss wurde [[1297]] erstmals urkundlich erwähnt, als Eckart von Tann das Gebäude dem [[Zisterzienserkloster Raitenhaslach]] übergab. Durch Tausch kamen diese Güter [[1340]] wieder an die Familie zurück. [[1372]] erwarb der Salzburger [[Fürsterzbischof]] [[Pilgrim II. von Puchheim|Pilgrim II.]] den Hof. Ab Mitte des [[15. Jahrhundert]]s war das Schloss an die [[Innviertel|Innviertler]] Familie [[Überacker|Uiberacker]] verliehen. Virgil Uiberacker hatte um 1450 "dy Veste gen dem Sigharczstain in dem Grunt des Hofs zu Sigharting new gepawet". Am [[29. Juni]] [[1452]] wurde die [[Schlosskapelle Sighartstein|Schlosskapelle]] von [[Georg von Uiberacker]], dem damaligen [[Bischof von Seckau]], dem hl. Sigmund und der hl. Helena geweiht. |
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| − | Am [[31. Mai]] [[1541]] erneuerte Kaiser Karl V. in [[Regensburg]] die Hofmarksrechte (niedere Gerichtsbarkeit) und Freiheiten von Sighartstein. Das damals dreigeschoßige Schloss war über eine Stiege durch die um das Schloss aufgeworfenen Schanzen erreichbar. Die Ringmauer wurde [[1585]] mit Plattensteinen gedeckt. Gleichzeitig wurde der Hof aufgeschüttet, um [[1589]] Kapelle und Torhaus erbauen zu können. Ein „Gatter“ als Hofmarksgrenze ist seit dem [[15. Jahrhundert]] belegt, und dies war die Voraussetzung für die Erhebung in den Freiherrenstand ([[1669]]) und später in den Grafenstand ([[20. April]] [[1688]]). Mit der Reichsfreiung war das Recht verbunden, dass der Inhaber der seit [[1444]] bestehenden Taverne (bis ins [[21. Jahrhundert]] [[Schlosswirt Sighartstein]], heute Privathaus) „''in Österreich nach [[Wein]] fahren und denselben unter dem Reifen verkaufen durfte''“.
| + | [[Datei:Sighartstein, Wappen beim Eingangstor 074.jpg|thumb|Wappen beim Schlossparkeingang.]] |
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| − | [[Wolf Max Graf Uiberacker|Wolf Max Uiberacker]], k.u.k. Generalfeldwachtmeister im Spanischen Erbfolgekrieg, ließ das Schloss [[1714]] in wesentlichen Teilen erneuern und gab dem Schloss sein heutiges Aussehen. Weitere Baumaßnahmen sind für [[1720]], [[1736]]–[[1737]] und [[1792]] belegt. Dabei wurde auch das Torwächterhaus überbaut, auch sonst wurde dadurch der spät[[mittelalter]]liche Schlossbau wesentlich verändert. Gegen Ende des [[19. Jahrhundert]]s wurde gegen Osten eine Raumtiefe bis über die bis dahin frei verlaufende Ringmauer eingefügt, die durch eine Terrasse abgeschlossen wird. Ein Brunnen im Vorhof mit der Statue des hl. Sighart stammt aus dem Jahr [[1893]], eine Steinstatue des hl. [[Johannes Nepomuk]] auf dem Burghügel aus dem [[18. Jahrhundert]]. | + | Am [[31. Mai]] [[1541]] erneuerte Kaiser Karl V. in [[Regensburg]] die Hofmarksrechte (niedere Gerichtsbarkeit) und Freiheiten von Sighartstein. Das damals dreigeschoßige Schloss war über eine Stiege durch die um das Schloss aufgeworfenen Schanzen erreichbar. Die Ringmauer wurde [[1585]] mit Plattensteinen gedeckt. Gleichzeitig wurde der Hof aufgeschüttet, um [[1589]] Kapelle und Torhaus erbauen zu können. Ein "Gatter" als Hofmarksgrenze ist seit dem [[15. Jahrhundert]] belegt, und dies war die Voraussetzung für die Erhebung in den Freiherrenstand ([[1669]]) und später in den Grafenstand ([[20. April]] [[1688]]). Mit der Reichsfreiung war das Recht verbunden, dass der Inhaber der seit [[1444]] bestehenden Taverne (bis ins [[21. Jahrhundert]] [[Schlosswirt Sighartstein]], heute Privathaus) "in Österreich nach [[Wein]] fahren und denselben unter dem Reifen verkaufen durfte". |
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| − | Die Hofmarksrechte wurden von [[Fürsterzbischof]] [[Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach]] [[1754]] erneuert, [[1820]] aber von der Herrschaft auf- und an die Gemeinde Neumarkt übergeben.
| + | [[Wolf Max Josef Kajetan Graf Überacker|Wolf Max Graf Überacker]], k.u.k. Generalfeldwachtmeister im Spanischen Erbfolgekrieg, ließ das Schloss [[1714]] in wesentlichen Teilen erneuern und gab dem Schloss sein heutiges Aussehen. Weitere Baumaßnahmen sind für [[1720]], [[1736]]–[[1737]] und [[1792]] belegt. Dabei wurde auch das Torwächterhaus überbaut, auch sonst wurde dadurch der spät[[mittelalter]]liche Schlossbau wesentlich verändert. Gegen Ende des [[19. Jahrhundert]]s wurde gegen Osten eine Raumtiefe bis über die bis dahin frei verlaufende Ringmauer eingefügt, die durch eine Terrasse abgeschlossen wird. Ein Brunnen im Vorhof mit der Statue des hl. Sighart stammt aus dem Jahr [[1893]], eine Steinstatue des hl. [[Johannes Nepomuk]] auf dem Burghügel aus dem [[18. Jahrhundert]]. |
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| − | Die Familie Uiberacker besaß das Schloss bis zu ihrem Aussterben im Jahr [[1964]]. Damit waren sie das älteste Landadelsgeschlecht Salzburgs. In deren Besitz befindet sich auch ein weißer Handschuh, der mit dem Blut des Kaisers [[Franz Joseph I.]] befleckt ist. Er ist ein Geschenk des Kaisers an [[Maximilian Karl Graf O'Donnell]], enem Urgroßonkel der Verstorbenen Gräfin Gabriele Ueberacker, verehelichte Palffy. Graf O'Donnell hatte den Kaiser am [[18. Februar]] [[1853]] bei einem Attentat gerettet.
| + | [[Datei:Schloss Sighartstein im Winter.jpg|thumb|Schloss Sighartstein im Winter, westliche Ansicht.]] |
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| − | Bis [[1975]] war Schloss Sighartstein ein Privathotel, das vor allem während der [[Salzburger Festspiele|Festspielzeit]] gerne von reichen Amerikanern bewohnt wurde. Dass im Schloss Sighartstein im Laufe der Jahre zahlreiche historische Persönlichkeiten wie Königin [[Maria Theresia]], [[Wolfgang Amadé Mozart]], [[Napoleon Bonaparte]], [[Arturo Toscanini]] oder die Opernsängerin Maria Callas zu Gast gewesen sein sollen, ist nicht mit Quellen belegt. | + | Die Hofmarksrechte wurden von [[Fürsterzbischof]] [[Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach]] [[1754]] erneuert, [[1820]] aber von der Herrschaft auf- und an die Gemeinde Neumarkt übergeben. |
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| | + | Die [[Salzburg unter Napoleon|Franzosen]] wollten nach der [[Schlacht auf dem Walserfeld]] im Schloss Sighartstein am [[28. Dezember]] [[1800]] im Schloss ein Spital einrichten, was der Verwalter durch Zahlung von 150 [[Gulden]] verhindern konnte und das Spital ins [[Schloss Pfongau]] kam (siehe [[Die Franzosen in Neumarkt 1800 und 1805]]). |
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| | + | Die Familie [[Überacker|Uiberacker]] besaß das Schloss bis zu ihrem Aussterben im Jahr [[1964]]. Damit waren sie das älteste Landadelsgeschlecht Salzburgs. In deren Besitz befindet sich auch ein weißer Handschuh, der mit dem Blut des Kaisers [[Franz Joseph I.]] befleckt ist. Er ist ein Geschenk des Kaisers an [[Maximilian Karl Graf O'Donnell]], einem Urgroßonkel der verstorbenen Gabrielle Gräfin Ueberacker, verehelichte Pálffy. Graf O'Donnell hatte den Kaiser am [[18. Februar]] [[1853]] bei einem Attentat gerettet. |
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| | + | Bis [[1975]] war Schloss Sighartstein ein Privathotel, das vor allem während der [[Salzburger Festspiele|Festspielzeit]] gerne von reichen Amerikanern bewohnt wurde. Dass im Schloss Sighartstein im Laufe der Jahre zahlreiche historische Persönlichkeiten wie Kaiserin [[Maria Theresia]], [[Wolfgang Amadé Mozart]], [[Napoleon Bonaparte]], [[Arturo Toscanini]] oder die Opernsängerin Maria Callas zu Gast gewesen sein sollen, ist nicht mit Quellen belegt. |
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| | ==== Weitere Besitzer ==== | | ==== Weitere Besitzer ==== |
| − | Gegen Ende des [[20. Jahrhundert]]s gehörte das Schloss dem ehemaligen Besitzer der [[Messezentrum Salzburg|Messe Salzburg]], [[Arnold Henhapl]], der es [[1992]] aufwändig sanieren ließ und seit Ende der [[1990er]]-Jahre zum Verkauf angeboten hatte. 15 Jahre lang hatte er versucht, den Besitz zu verkaufen. Nach dem Konkurs von Arnold Henapl hätte am [[27. Juni]] [[2012]] das Schloss am [[Bezirksgericht Neumarkt]] zwangsversteigert werden sollen. Doch es fand sich kein Bieter ein, so dass die Versteigerung abgesagt wurde. Überraschend wurde dann im Oktober 2012 bekannt, dass eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die im Mehrheitsbesitz eines Sprosses des Adelsgeschlechts Getschmann-Waldwaldeck ist, das Schloss um drei Millionen Euro erworben hat. Heute wird es von Baron [[Ernst von Gecmen-Waldeck]] bewohnt. | + | Gegen Ende des [[20. Jahrhundert]]s gehörte das Schloss dem ehemaligen Besitzer der [[Messezentrum Salzburg|Messe Salzburg]], [[Arnold Henhapl]], der es [[1992]] aufwändig sanieren ließ und seit Ende der [[1990er]]-Jahre zum Verkauf angeboten hatte. 15 Jahre lang hatte er versucht, den Besitz zu verkaufen. Nach dem Konkurs von Arnold Henhapl hätte das Schloss am [[27. Juni]] [[2012]] am [[Bezirksgericht Neumarkt]] zwangsversteigert werden sollen, doch es fand sich kein Bieter ein, sodass die Versteigerung abgesagt wurde. Überraschend wurde dann im Oktober 2012 bekannt, dass eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die im Mehrheitsbesitz eines Sprosses des Adelsgeschlechts Gecmen-Waldeck ist, das Schloss um drei Millionen Euro erworben hat. Heute wird es von [[Ernst Gecmen-Waldeck]] bewohnt. |
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| − | Das 72 089 Quadratmeter große Grundstück ist mit dem Schloss samt Kapelle und Mausoleum, Nebentrakt, Ateliershaus, Wirtschafts-, Lager- und Futteraufbewahrungsgebäude bebaut. Das Inventar der Gebäude hat einen Wert von rund 800.000 Euro. Teile davon stehen unter Denkmalschutz, wie die historischen Kachelöfen, zwei Altäre und eine Orgel. Diese sind an das Objekt gebunden und müssen mitversteigert werden. Der Schätzwert des unter Denkmalschutz stehenden Schlosses beträgt 7,5 Millionen Euro. Das geringste Gebot wurde mit 3,75 Mio. Euro und das Vadium mit 750.000 Euro beziffert. | + | Das 72 089 Quadratmeter große Grundstück ist mit dem Schloss samt Kapelle und Mausoleum, Nebentrakt, Ateliershaus, Wirtschafts-, Lager- und Futteraufbewahrungsgebäude bebaut. Das Inventar der Gebäude hat einen Wert von rund 800.000 Euro. Teile davon stehen unter Denkmalschutz, wie die historischen Kachelöfen, zwei Altäre und eine Orgel. Diese sind an das Objekt gebunden und müssen mitversteigert werden. Der Schätzwert des unter Denkmalschutz stehenden Schlosses beträgt 7,5 Millionen Euro. Das geringste Gebot wurde mit 3,75 Millionen Euro und das Vadium mit 750.000 Euro beziffert. |
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| | == Gebäude und Park == | | == Gebäude und Park == |
| | [[Datei:Schloss Sighartstein Park Dezember 2017.jpg|thumb|Im Park des Schlosses Sighartstein im Dezember 2018.]] | | [[Datei:Schloss Sighartstein Park Dezember 2017.jpg|thumb|Im Park des Schlosses Sighartstein im Dezember 2018.]] |
| − | Der kastenförmige Bau liegt auf einer kleinen Erhöhung im östlichen Stadtgebiet von Neumarkt nahe der [[Wiener Straße|Wiener Bundesstraße]] (B 1). Die Anlage ist von einem Parkgelände umgeben. Das Hauptgebäude ist dreistöckig und nach außen hin Spät[[barock]], im Kern jedoch [[Gotik|spätgotisch]]. | + | Der kastenförmige Bau liegt auf einer kleinen Erhöhung im östlichen Stadtgebiet von Neumarkt nahe der [[B 1 Wiener Straße|Wiener Straße]]. Die Anlage ist von einem Parkgelände umgeben. Das Hauptgebäude ist dreistöckig und nach außen hin Spät[[barock]], im Kern jedoch [[Gotik|spätgotisch]]. |
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| | + | [[Datei:Sighartstein West-Pano.jpg|thumb|Schloss Sighartstein West-Panorama-Ansicht.]] |
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| | + | Im Erdgeschoss befinden sich u. a. im Westen und Norden fünf Zimmer, deren flache Spiegeldecken alle gleichartige [[Stuck]]dekorationen vom Anfang des [[18. Jahrhundert]]s (um 1714) aufweisen. Im Speisezimmer im Südwesteck steht ein Kamin in schöner profilierter Umrahmung aus rotem [[Marmor]], um [[1714]]. Über eine steinerne Treppe, die im oberen Verlauf mit schmiedeisernem Geländer, um 1714, versehen ist, gelangt man in den ersten Stock. Im Vorraum findet man alte Waffen und Rüstungen. Weitere Zimmer haben flache Spiegeldecken in gleicher Art mit Band- und Rankenwerkrahmen stukkiert wie die im Erdgeschoß (um 1714), nur reicher ausgestattet. In den beiden Eckzimmern im Südwesten und Nordwesten befinden sich je ein Kamin in roter Marmorumrahmung wie im Erdgeschoß (um 1714). Über eine weitere Stiege gelangt man in den zweiten Stock, dessen kleine flachgedeckte Zimmer nichts Bemerkenswertes aufweisen. Der oberste Stock des Schlosses war früher dem Personal vorbehalten und ist daher schlicht gebaut. |
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| − | Im Erdgeschoss befinden sich u. a. im Westen und Norden fünf Zimmer, deren flache Spiegeldecken alle gleichartige [[Stuck]]dekorationen vom Anfang des [[18. Jahrhundert]s (um 1714) aufweisen. Im Speisezimmer im Südwesteck steht ein Kamin in schöner profilierter Umrahmung aus rotem [[Marmor]], um [[1714]]. Über eine steinerne Treppe, die im oberen Verlauf mit schmiedeisernem Geländer, um 1714, versehen ist, gelangt man in den ersten Stock. Im Vorraum findet man alte Waffen und Rüstungen. Weitere Zimmer haben flache Spiegeldecken in gleicher Art mit Band- und Rankenwerkrahmen stukkiert wie die im Erdgeschoß (um 1714), nur reicher ausgestattet. In den beiden Eckzimmern im Südwesten und Nordwesten befinden sich je ein Kamin in roter Marmorumrahmung wie im Erdgeschoß (um 1714). Über eine weitere Stiege gelangt man in den zweiten Stock, dessen kleine flachgedeckte Zimmer nichts Bemerkenswertes aufweisen. Der oberste Stock des Schlosses war früher dem Personal vorbehalten und ist daher schlicht gebaut.
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| | [[Datei:Schloss Sighartstein Gemälde.jpg|thumb|Gemälde im Schloss.]] | | [[Datei:Schloss Sighartstein Gemälde.jpg|thumb|Gemälde im Schloss.]] |
| − | Die vorhandenen Gemälde sind alle Öl auf Leinwand, u. a. Portraits von | + | |
| | + | Die vorhandenen Gemälde sind alle Öl auf Leinwand, u. a. Portraits von |
| | * [[Maria Theresia]], König von Österreich, in ganzer Figur thronend, in goldgesticktem, rosafarbigem Kostüm, mit hermelingefüttertem Goldbrokatmantel; um [[1750]], im ersten Stock; | | * [[Maria Theresia]], König von Österreich, in ganzer Figur thronend, in goldgesticktem, rosafarbigem Kostüm, mit hermelingefüttertem Goldbrokatmantel; um [[1750]], im ersten Stock; |
| | * Fürsterzbischof [[Andreas I. Jakob Graf Dietrichstein]] in Spitzenchorrock, roter Rochette, mit einem Briefe in der Hand, oben rechts sein Wappen, um 1750, im ersten Stock; | | * Fürsterzbischof [[Andreas I. Jakob Graf Dietrichstein]] in Spitzenchorrock, roter Rochette, mit einem Briefe in der Hand, oben rechts sein Wappen, um 1750, im ersten Stock; |
| | * Fürsterzbischof Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach in einem Lehnstuhl thronend, im Chorrock, mit Hermelinrochette und großem Pektorale, um [[1760]], im ersten Stock | | * Fürsterzbischof Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach in einem Lehnstuhl thronend, im Chorrock, mit Hermelinrochette und großem Pektorale, um [[1760]], im ersten Stock |
| | * Alte Dame in Witwentracht und das Wappen der Ritter von [[Haunsperger|Haunsperg]], erste Hälfte des [[17. Jahrhundert]]s, im ersten Stock | | * Alte Dame in Witwentracht und das Wappen der Ritter von [[Haunsperger|Haunsperg]], erste Hälfte des [[17. Jahrhundert]]s, im ersten Stock |
| − | * Spitzbärtiger Mann in gelbem Koller, mit Helm und Regiment in den Händen; oben Inschrift: ''Wolff Caspar von Uberäckher .. Hochfürstl. Saltzburg. Camer Rath, Landtman, bestelter Landtobrister auch Pfleger zu Alt und Liechtenthan dan des Marckhts Neumarkhts ...'' [[1666]] | + | * Spitzbärtiger Mann in gelbem Koller, mit Helm und Regiment in den Händen; oben Inschrift: ''Wolff Caspar von Uberäckher .. Hochfürstl. Saltzburg. Camer Rath, Landtman, bestelter Landtobrister auch Pfleger zu Alt und Liechtenthan dan des Marckhts Neumarkhts ...'' [[1666]] |
| | * In gemaltem Oval, Wolfgang Maximilian Graf Uiberacker, älterer Herr mit grauer Allongeperücke, in Harnisch, mit rotem Mantel und Regimentstab. An der Brust an rotem Bande ein Fürstenporträtmedaillon in gekrönter Fassung. Links das Wappen der Grafen Uiberacker. Um 1720. | | * In gemaltem Oval, Wolfgang Maximilian Graf Uiberacker, älterer Herr mit grauer Allongeperücke, in Harnisch, mit rotem Mantel und Regimentstab. An der Brust an rotem Bande ein Fürstenporträtmedaillon in gekrönter Fassung. Links das Wappen der Grafen Uiberacker. Um 1720. |
| − | * Maria Clara Gräfin Uiberacker, geborene Freiin von Geböck auf Sulzenmoos und Arnbach, ältere Dame in weißem Goldbrokatkostüm mit rotem Mantel. Rechts | + | * Maria Clara Gräfin Uiberacker, geborene Freiin von Geböck auf Sulzenmoos und Arnbach, ältere Dame in weißem Goldbrokatkostüm mit rotem Mantel. Rechts das Wappen der Freiherren von Geböck, um 1720. |
| − | das Wappen der Freiherren von Geböck, um 1720. | |
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| − | Weitere Einrichtungsgegenstände sind eine hohe Standuhr mit Holzgehäuse mit Intarsiabandwerk und geschnitzten Verzierungen. Am Zifferblatt die | + | Weitere Einrichtungsgegenstände sind eine hohe Standuhr mit Holzgehäuse mit Intarsiabandwerk und geschnitzten Verzierungen. Am Zifferblatt die Firma des Uhrmachers: William Jourdain, London. Gute Arbeit, um 1730 sowie eine Waffensammlung mit Rüstungen und Rüstungsteilen, Helmen, Schilden, Stangen- und Feuerwaffen. |
| − | Firma des Uhrmachers: William Jourdain, London. Gute Arbeit, um 1730 sowie eine Waffensammlung mit Rüstungen und Rüstungsteilen, Helmen, Schilden, Stangen- und Feuerwaffen. | |
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| | Um die West- und Nordseite des Schlosses verläuft eine Ringmauer. In den Zimmern der unteren Geschoße hängen zahlreiche Porträts der Familie Uiberacker und der Salzburger Erzbischöfe. | | Um die West- und Nordseite des Schlosses verläuft eine Ringmauer. In den Zimmern der unteren Geschoße hängen zahlreiche Porträts der Familie Uiberacker und der Salzburger Erzbischöfe. |
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| | === Villa === | | === Villa === |
| − | Die Villa am Eingang zum Schlosshof entstand erst später und diente im Laufe der Zeit unterschiedlichen Zwecken im Schlossverband. Das von Grund auf renovierte Gebäude bietet nicht nur viel Platz sondern gliedert sich ob seiner Herrschaftlichkeit homogen in das gesamte Gebäudeensemble ein. Sie besteht Erd- und zwei Obergeschossen mit acht Zimmer sowie fünf Schlafzimmer, vier Badezimmer und hat eine Wohnfläche von etwa ca. 350 m². Es gibt auch eine Terrasse mit 50 m². | + | Die Villa am Eingang zum Schlosshof entstand erst später und diente im Laufe der Zeit unterschiedlichen Zwecken im Schlossverband. Das von Grund auf renovierte Gebäude bietet nicht nur viel Platz sondern gliedert sich ob seiner Herrschaftlichkeit homogen in das gesamte Gebäudeensemble ein. Sie besteht Erd- und zwei Obergeschossen mit acht Zimmer sowie fünf Schlafzimmer, vier Badezimmer und hat eine Wohnfläche von etwa ca. 350 m². Es gibt auch eine Terrasse mit 50 m². |
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| | === Kapelle Maria Heimsuchung === | | === Kapelle Maria Heimsuchung === |
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| | Von [[2013]] bis [[2018]] veranstalteten die [[Oldtimerfreunde Neumarkt am Wallersee]] zur [[Wintersonnenwende]] einen Weihnachtsmarkt mit [[Sonnwendfeuer]]. | | Von [[2013]] bis [[2018]] veranstalteten die [[Oldtimerfreunde Neumarkt am Wallersee]] zur [[Wintersonnenwende]] einen Weihnachtsmarkt mit [[Sonnwendfeuer]]. |
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| − | == Bilder == | + | == Bildergalerie == |
| | + | ; Aufnahmen April 2025 |
| | + | <gallery mode="nolines" mode="packed-hover" heights="200"> |
| | + | 2025_04_20_Schloss_Sighartstein_01.jpg|Seitliche Ansicht von Nordosten. |
| | + | 2025_04_20_Schloss_Sighartstein_02.jpg|Von Norden, die Rückseite des Schlosses. |
| | + | 2025_04_20_Schloss_Sighartstein_03.jpg|Schloss, [[Schlosskapelle Sigharstein|Schlosskapelle]] und Nebengebäude von Norden. |
| | + | 2025_04_20_Schloss_Sighartstein_04.jpg|Gesamtanlage des Schlosses Sighartstein mit (von links) [[Schlosspark Sigharstein|Schlosspark]], Nebengebäuden und [[Schlosskapelle Sigharstein|Schlosskapelle]] von Norden (die Rückseite des Schlosses). |
| | + | </gallery> |
| | + | === weitere Bilder === |
| | {{Bildkat}} | | {{Bildkat}} |
| | == Weblink == | | == Weblink == |
| − | * [http://diglib.tugraz.at/download.php?id=54ca3adacbf5b&location=browse diglib.tugraz.at] Sighartstein, Schloß - diglib.tugraz.at, ausführliche Beschreibung (pdf) in [[Die Gerichtsbezirke St. Gilgen, Neumarkt, Talgau, Mattsee und Oberndorf]] in der Reihe der [[Österreichische Kunsttopographie|Österreichischen Kunsttopographie]] | + | * [http://diglib.tugraz.at/download.php?id=54ca3adacbf5b&location=browse diglib.tugraz.at] Sighartstein, Schloß - diglib.tugraz.at, ausführliche Beschreibung (pdf) in "Die Gerichtsbezirke St. Gilgen, Neumarkt, Talgau, Mattsee und Oberndorf" in der Reihe der [[Österreichische Kunsttopographie|Österreichischen Kunsttopographie]] |
| | + | * [https://www.google.at/maps/@47.9371134,13.2367134,360m/data=!3m1!1e3 www.google.at], das Schloss auf google earth |
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| − | ==Quellen== | + | == Quellen == |
| − | * [https://www.salzburg.gv.at/kultur_/Seiten/sighartstein.aspx Land Salzburg ] | + | * [https://www.salzburg.gv.at/kultur_/Seiten/sighartstein.aspx Land Salzburg] |
| | * [http://www.burgen-austria.com/archive.php? Burgen Austria] | | * [http://www.burgen-austria.com/archive.php? Burgen Austria] |
| − | * [[Salzburger Nachrichten]] vom 9. Mai 2012 sowie vom [https://www.sn.at/schlagzeilen/schloss-zum-restepreis-verkauft-5607139 24. Oktober 2012] | + | * [[Salzburger Nachrichten]] vom 9. Mai 2012 sowie vom [https://www.sn.at/schlagzeilen/schloss-zum-restepreis-verkauft-5607139 24. Oktober 2012] |
| | * {{wikipedia-de}} | | * {{wikipedia-de}} |
| | * [https://www.engelvoelkers.com/de-at/exposes/schloss-sighartstein%3A-%E2%80%9Evilla-im-schlosspark%E2%80%9C-4015258.869186_exp/ www.engelvoelkers.com] abgefragt am 21. November 2020 (Villa) | | * [https://www.engelvoelkers.com/de-at/exposes/schloss-sighartstein%3A-%E2%80%9Evilla-im-schlosspark%E2%80%9C-4015258.869186_exp/ www.engelvoelkers.com] abgefragt am 21. November 2020 (Villa) |
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| | [[Kategorie:Flachgau]] | | [[Kategorie:Flachgau]] |
| | [[Kategorie:Neumarkt am Wallersee]] | | [[Kategorie:Neumarkt am Wallersee]] |
| − | [[Kategorie:Seenland]]
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| | [[Kategorie:Kultur und Bildung]] | | [[Kategorie:Kultur und Bildung]] |
| − | [[Kategorie:Kunst]]
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| | [[Kategorie:Architektur]] | | [[Kategorie:Architektur]] |
| | [[Kategorie:Denkmalschutz]] | | [[Kategorie:Denkmalschutz]] |
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| | [[Kategorie:Gebäude]] | | [[Kategorie:Gebäude]] |
| | [[Kategorie:Gebäude (Neumarkt am Wallersee)]] | | [[Kategorie:Gebäude (Neumarkt am Wallersee)]] |
| − | [[Kategorie:historisches Gebäude]] | + | [[Kategorie:Historisches Gebäude]] |
| | [[Kategorie:Schloss]] | | [[Kategorie:Schloss]] |