Johann Stöckl (Bezirkshauptmann): Unterschied zwischen den Versionen
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| − | Hans Stöckl war der legitimierte Sohn der Schmiedemeisterstochter Theresia Schober (* 30. Jänner 1818 in St. Johann im Pongau]])<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/st-johann-im-pongau/TFBIX/?pg=40 Taufbuch der Pfarre St. Johann im Pongau, Band IX, S. 74.]</ref> und ihres Mannes, des Berghutmannes<ref> | + | Hans Stöckl war der legitimierte Sohn der Schmiedemeisterstochter Theresia Schober (* [[30. Jänner]] [[1818]] in [[St. Johann im Pongau]])<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/st-johann-im-pongau/TFBIX/?pg=40 Taufbuch der Pfarre St. Johann im Pongau, Band IX, S. 74.]</ref> und ihres Mannes, des Berghutmannes<ref>Ein Berghutmann ist der Vorarbeiter in einer Grube.</ref> Johann Stöckl (* 1. August 1824 in Böckstein)<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/boeckstein/TFBI/?pg=23 Taufbuch der Pfarre Böckstein, Band I, S. 37.]</ref>. |
| − | Er besuchte das [[Erzbischöfliches Privatgymnasium Borromäum|Borromäum]] und trat in den Salzburger Landesdienst. Dort war er von [[1874]] bis 1877 k.k. Regierungskonzipient im [[Bezirkshauptmannschaft St. Johann im Pongau|Pongau]], dann im [[Bezirkshauptmannschaft Tamsweg|Lungau]], wo er [[1878]] zum k.k. Regierungskommissär aufstieg. Von [[1879]] bis | + | Er besuchte das [[Erzbischöfliches Privatgymnasium Borromäum|Borromäum]] in der [[Stadt Salzburg]] und trat in den Salzburger Landesdienst ein. Dort war er von [[1874]] bis 1877 k.k. Regierungskonzipient im [[Bezirkshauptmannschaft St. Johann im Pongau|Pongau]], dann im [[Bezirkshauptmannschaft Tamsweg|Lungau]], wo er [[1878]] zum k.k. Regierungskommissär aufstieg. Von [[1879]] bis 1891 war er k.k. Regierungskommissär im [[Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung|Flachgau]]. |
| − | Seit [[1871]] war er Mitglied der [[Alpenverein Salzburg|Sektion Salzburg]] des Deutschen und | + | Seit [[1871]] war er Mitglied der [[Alpenverein Salzburg|Sektion Salzburg]] des [[Deutscher und Oesterreichischer Alpenverein|Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins]] und gehörte zu deren Pioniere, die der Öffentlichkeit die Welt der [[Alpen]] erschlossen. Er war langjähriger Schriftführer und von [[1883]] bis 1885 zweiter Präsident des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins. Anschließend war er von [[1885]] bis 1891 Erster Vorstand der Sektion Salzburg und sorgte in dieser Funktion für die Erbauung des [[Zeppezauerhaus|Untersberghauses]] und die Höherlegung der [[Kürsingerhütte]]. |
| − | Als er von [[1891]] bis 1902 [[Bezirkshauptmann]] von [[Bezirkshauptmannschaft Zell am See|Zell am See]] war, kümmerte er sich um die Erschließung der [[ | + | Als er von [[1891]] bis 1902 [[Bezirkshauptmann]] von [[Bezirkshauptmannschaft Zell am See|Zell am See]] war, kümmerte er sich um die Erschließung der [[Hohen Tauern]] und regte die Errichtung der [[Schwarzenberghütte|Mainzer Hütte]] und der [[Gleiwitzer Hütte]] an. |
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| − | Viele Jahre war er Mitglied des Weg- und Hüttenbau-Ausschusses des Alpenvereins, dann Obmann der Kommission, die einen | + | Viele Jahre war er Mitglied des Weg- und Hüttenbau-Ausschusses des Alpenvereins, dann Obmann der Kommission, die einen Führertarif für das ganze Gebiet der Hohen Tauern ausarbeitete. |
| − | Nach seiner Pensionierung zog er sich an seinen Geburtsort Böckstein zurück, wo er sein Gut bewirtschaftete und das | + | Nach seiner Pensionierung zog er sich an seinen Geburtsort Böckstein zurück, wo er sein Gut bewirtschaftete und das Café Sonnblick führte. |
Seit [[1917]] war er verheiratet mit Louise, geborene Aigner.<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/boeckstein/STBIII/?pg=69 Sterbebuch der Pfarre Böckstein, Band III, S. 131.]</ref> | Seit [[1917]] war er verheiratet mit Louise, geborene Aigner.<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/boeckstein/STBIII/?pg=69 Sterbebuch der Pfarre Böckstein, Band III, S. 131.]</ref> | ||
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| − | In Anerkennung seiner Verdienste bei | + | In Anerkennung seiner Verdienste bei [[Hochwasser]]<nowiki>katastrophen</nowiki> und Schulbau verlieh ihm die Gemeinde [[Saalbach]] am [[11. April]] [[1898]] ihre [[Ehrenbürger der Gemeinde Saalbach-Hinterglemm|Ehrenbürgerschaft]].<ref>[[Siegfried Weitlaner|Weitlaner, Siegfried]]: "Heimatbuch Saalbach-Hinterglemm. Vom armen Bergbauerndorf zum internationalen Fremdenverkehrsort." Gemeinde Saalbach-Hinterglemm 1987, S. 421.</ref> |
| − | Auch die Gemeinden [[Ehrenbürger der Gemeinde Dienten am Hochkönig|Dienten]], [[Ehrenbürger der ehemaligen Gemeinde Embach|Embach]], [[Ehrenbürger der ehemaligen Gemeinde Eschenau|Eschenau]], [[Ehrenbürger der Gemeinde St. Gilgen|St. Gilgen]], [[Ehrenbürger der Stadt Saalfelden am Steinernen Meer|Saalfelden]] und [[Ehrenbürger der ehemaligen Gemeinde Thumersbach|Thumersbach]] würdigten seine Verdienste mit ihrer [[Ehrenbürger]]schaft.<ref>Salzburgischer Geschäfts-, Volks- und Amtskalender für das Schaltjahr 1904. 32. Jg. Salzburg (Mayr) 1904.</ref> | + | Auch die Gemeinden [[Ehrenbürger der Gemeinde Dienten am Hochkönig|Dienten]], [[Ehrenbürger der ehemaligen Gemeinde Embach|Embach]], [[Ehrenbürger der ehemaligen Gemeinde Eschenau|Eschenau]], [[Ehrenbürger der Gemeinde St. Gilgen|St. Gilgen]], [[Ehrenbürger der Stadt Saalfelden am Steinernen Meer|Saalfelden]] (Jänner 1898<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18980112&query=%22Weickl%22+%22Ehrenb%c3%bcrger%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], "[[Salzburger Chronik]]", Ausgabe vom 12. Jänner 1898, Seite 3</ref> und [[Ehrenbürger der ehemaligen Gemeinde Thumersbach|Thumersbach]] würdigten seine Verdienste mit ihrer [[Ehrenbürger]]schaft.<ref>Salzburgischer Geschäfts-, Volks- und Amtskalender für das Schaltjahr 1904. 32. Jg. Salzburg (Mayr) 1904.</ref> |
| − | Hans Stöckl war Besitzer des Ehrenzeichens des | + | Hans Stöckl war Besitzer des Ehrenzeichens des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins für 50-jährige Mitgliedschaft und wurde von mehreren Sektionen des Alpenvereins zum Ehrenmitglied ernannt. Der Stöcklkamin am [[Hoher Tenn|Hohen Tenn]] wurde [[1903]] nach ihm benannt. |
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* [http://www.alpinwiki.at/portal/navigation/erst-besteiger/erstbesteigerdetail.php?erstbesteiger=11520 DÖAV Mitteilungen Nr. 11, 1891, S. 147.] | * [http://www.alpinwiki.at/portal/navigation/erst-besteiger/erstbesteigerdetail.php?erstbesteiger=11520 DÖAV Mitteilungen Nr. 11, 1891, S. 147.] | ||
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Aktuelle Version vom 26. November 2024, 13:55 Uhr
Regierungsrat Johann Stöckl (* 23. Oktober 1843 in Böckstein; † 23. Oktober 1926 ebenda)[1] war von 1891 bis 1902 Bezirkshauptmann von Zell am See.
Leben
Hans Stöckl war der legitimierte Sohn der Schmiedemeisterstochter Theresia Schober (* 30. Jänner 1818 in St. Johann im Pongau)[2] und ihres Mannes, des Berghutmannes[3] Johann Stöckl (* 1. August 1824 in Böckstein)[4].
Er besuchte das Borromäum in der Stadt Salzburg und trat in den Salzburger Landesdienst ein. Dort war er von 1874 bis 1877 k.k. Regierungskonzipient im Pongau, dann im Lungau, wo er 1878 zum k.k. Regierungskommissär aufstieg. Von 1879 bis 1891 war er k.k. Regierungskommissär im Flachgau.
Seit 1871 war er Mitglied der Sektion Salzburg des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins und gehörte zu deren Pioniere, die der Öffentlichkeit die Welt der Alpen erschlossen. Er war langjähriger Schriftführer und von 1883 bis 1885 zweiter Präsident des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins. Anschließend war er von 1885 bis 1891 Erster Vorstand der Sektion Salzburg und sorgte in dieser Funktion für die Erbauung des Untersberghauses und die Höherlegung der Kürsingerhütte.
Als er von 1891 bis 1902 Bezirkshauptmann von Zell am See war, kümmerte er sich um die Erschließung der Hohen Tauern und regte die Errichtung der Mainzer Hütte und der Gleiwitzer Hütte an.
1902 kehrte er als Landesregierungsrat bis zu seiner Pensionierung nach Salzburg zurück.
Viele Jahre war er Mitglied des Weg- und Hüttenbau-Ausschusses des Alpenvereins, dann Obmann der Kommission, die einen Führertarif für das ganze Gebiet der Hohen Tauern ausarbeitete.
Nach seiner Pensionierung zog er sich an seinen Geburtsort Böckstein zurück, wo er sein Gut bewirtschaftete und das Café Sonnblick führte.
Seit 1917 war er verheiratet mit Louise, geborene Aigner.[5]
Ehrungen
In Anerkennung seiner Verdienste bei Hochwasserkatastrophen und Schulbau verlieh ihm die Gemeinde Saalbach am 11. April 1898 ihre Ehrenbürgerschaft.[6]
Auch die Gemeinden Dienten, Embach, Eschenau, St. Gilgen, Saalfelden (Jänner 1898[7] und Thumersbach würdigten seine Verdienste mit ihrer Ehrenbürgerschaft.[8]
Hans Stöckl war Besitzer des Ehrenzeichens des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins für 50-jährige Mitgliedschaft und wurde von mehreren Sektionen des Alpenvereins zum Ehrenmitglied ernannt. Der Stöcklkamin am Hohen Tenn wurde 1903 nach ihm benannt.
Quellen
- Salzburger Amtskalender
- Artikel "Bezirkshauptmannschaft Zell am See"
- DÖAV Mitteilungen Nr. 11, 1891, S. 147.
Einzelnachweise
- ↑ Taufbuch der Pfarre Böckstein, Band II, S. 9.
- ↑ Taufbuch der Pfarre St. Johann im Pongau, Band IX, S. 74.
- ↑ Ein Berghutmann ist der Vorarbeiter in einer Grube.
- ↑ Taufbuch der Pfarre Böckstein, Band I, S. 37.
- ↑ Sterbebuch der Pfarre Böckstein, Band III, S. 131.
- ↑ Weitlaner, Siegfried: "Heimatbuch Saalbach-Hinterglemm. Vom armen Bergbauerndorf zum internationalen Fremdenverkehrsort." Gemeinde Saalbach-Hinterglemm 1987, S. 421.
- ↑ ANNO, "Salzburger Chronik", Ausgabe vom 12. Jänner 1898, Seite 3
- ↑ Salzburgischer Geschäfts-, Volks- und Amtskalender für das Schaltjahr 1904. 32. Jg. Salzburg (Mayr) 1904.
| Vorgänger |
Bezirkshauptmann von Zell am See 1891–1902 |
Nachfolger |
| Vorgänger |
1. Vorstand der Sektion Salzburg des DÖAV 1885–1891 |
Nachfolger |
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- Ehrenbürger der Gemeinde Dienten am Hochkönig
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