Maria Augusta von Trapp

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Maria Augusta von Trapp, geborene Kutschera

Maria Augusta Freifrau von Trapp, geborene Kutschera (* 26. Jänner 1905 Wien?; † 28. März 1987 Morrisville, USA), war die Frau von Georg Ludwig Ritter von Trapp, eines berühmten österreichischen U-Boot-Kapitäns des Ersten Weltkriegs.

Leben

Ihre Mutter Augusta Kutschera war gerade 19 Jahre alt, als Maria in Wien zur Welt kam. Maria von Trapp schreibt jedoch in ihren Memoiren, sie sei während einer Zugfahrt von Tirol nach Wien zur Welt gekommen. Sie erinnerte sich außerdem daran, dass der Schaffner, der bei der Geburt angeblich half, neunfacher Vater war. Doch ihre Mutter starb bereits zwei Jahre nach ihrer Geburt. Es bleibt also rätselhaft, woher Maria diese Information gehabt haben könnte.

Gerhard Jellinek und Birgit Mosser-Schuöcker recherchierten für ihr Buch "Die Trapp-Familie" in den Tauf- und Meldeamtsbüchern und fanden Widersprüchliches. Denn nach Eintragungen in Wiener Meldeunterlagen wohnte die Familie Kutschera bis ein Jahr nach Marias Geburt in Maria Enzersdorf und nicht in Wien. Aber weder im Taufbuch von Maria Enzersdorf findet sich ein Eintrag, noch ergaben auch Nachforschungen beim Meldeamt in Maria Enzersdorf, dass dort eine Familie Kutschera gewohnt haben soll.

Marias Vater war 24 Jahre älter als ihre Mutter und hieß Karl. In einer Quelle wird er als "Ingenieur" bezeichnet. Er starb 1911, als Maria sechs Jahre alt war. Die beiden Autoren entdeckten weitere Ungereimtheiten: Obwohl kein Taufeintrag zu finden ist, steht im Trauungsbuch der Stiftskirche Nonnberg, wo Maria Georg von Trapp heiratete, der Eintrag "römisch-katholisch". Und noch etwas ist enthalten, für das keine Quellen existieren: Ihr Vater wurde als "Baron Karl Kutschera" eingetragen.

Maria von Trapp wuchs als Waisenkind bei Pflegeeltern in Wien auf. Allerdings gibt es auch hier Ungereimtheiten: Während sie von einem Pflegevater schreibt, der Richter gewesen sei und sie oft schlug, gibt ein Meldezettel Auskunft darüber, dass sie ein "Kostkind" eines Hausmeisters in Kagran gewesen war. Jedenfalls erlernte sie den Lehrerberuf, wurde im Herbst 1922 in der Stadt Salzburg als Erzieherin im Benediktinenstift Nonnberg aufgenommen und trat am 18. September 1924 als Novizin ins Kloster ein. Sie wollte später dauerhaft in den Orden eintreten. Die Äbtissin Virgilia Lütz, wie vermutet wird, merkte jedoch, dass sie mehr für das weltliche Leben geeignet war. Ritter von Trapp, verwitwet mit sieben Kindern (fünf Töchter und zwei Söhne), suchte eine Erzieherin für seine Kinder. Die Äbtissin schickte Maria zu Ritter von Trapp.

Maria verließ laut Eintrag im Benediktinerinnenstift am 23. August 1926 das Kloster. Am 26. November 1927 wurde sie die zweite Ehefrau des Witwers Trapp, der 25 Jahre älter war. Sie heirateten in der Stiftskirche Nonnberg und wohnten in der Trapp-Villa in Aigen, einem damaligen Vorort von Salzburg.

Maria von Trapp gründete mit ihren sieben Töchtern und drei Söhnen einen A-cappella-Chor, unter der Leitung des Geistlichen Franz Wasner (* 1905; † 1992). Der Trapp-Chor errang 1937 den 1. Preis beim Musikwettbewerb der Salzburger Festspiele 1937.

Als kaisertreuer Offizier bekam Ritter von Trapp nach dem Anschluss an Deutschland zunehmend Probleme mit den Nazis und emigrierte 1938 mit seiner Familie in die USA. Maria unternahm in den Vereinigten Staaten Konzerttourneen mit ihren Kindern und Franz Wasner, die sie später auch auf andere Kontinente führten. 1950 trat sie damit einmal bei den Salzburger Festspielen in Salzburg auf.

Der Grabstein von Georg Ludwig und Maria Augusta von Trapp in Stowe, Vermont

Am 26. Jänner 1956 gab die Trapp-Familie nach 22 Jahren ihr letztes gemeinsames Konzert in Concord, New Hampshire, USA: Mehr als drei Millionen Menschen hatten sie bis dahin auf der Bühne gesehen, wobei die Familie kein einziges Lied aus dem Film "The Sound of Music" sang, weil sie noch gar nicht komponiert worden waren.

Die Geschichte von Maria Augusta von Trapp und ihren singenden Kindern wurde auch dreimal verfilmt (1956, 1958 und 1964) – auf der Grundlage des Buches The Sound of Music (1949), das sie selbst geschrieben hatte. Dieser Film, vor allem die 1964 gedrehte Fassung "The Sound of Music", machte die Familie weltberühmt. 2015 wurde das Thema neuerlich in Salzburg verfilmt.

Am 14. September 1953 investierte Erzbischof Andreas Rohracher Maria von Trapp als erste Frau zur Dame des Ordens vom Heiligen Grab.

Im Alter von 82 Jahren starb Freifrau Maria Augusta von Trapp am 28. März 1987 in Morrisville, USA.

Erinnerungen an Maria Augusta von Trapp

Ihre Stiefkinder schrieben in ihren Erinnerungen über Maria Augusta von Trapp: Agathe erinnert sich, dass ihre Stiefmutter Vorurteile gegenüber der Aristokratie hatte; Maria Trapp schrieb, dass sie manchmal eine Mutter war, manchmal auch ein General, und dass sie zu Wutanfällen neigte. Johannes Trapp beschreibt sie als sehr religiös und berichtet, dass es einmal pro Woche eine Nacht der Anbetung gab, in der die Kinder stundenweise zwischen 20 Uhr und 7 Uhr beten mussten. Sie schlug auch ihre Kinder, wie sie selbst einmal schrieb, den 15 Monate alten Johannes dreimal, bis er willig war, seine Spielsachen aufzuräumen. Auch über Martina schrieb sie, dass sie sie (mindestens einmal) ordentlich durchgeprügelt hat.

Der Schwiegersohn Ernst Florian Winter ging hart ins Gericht mit seiner Schwiegermutter: Sie habe nicht einmal ihre korrekten Geburtsdaten und die Namen ihrer Eltern angegeben; sie habe sich über Jahre hinweg Stigmata (die Wundmale Christi) eingebildet, was jedoch durch Recherchen der beiden Autoren nicht bestätigt werden konnte.

Anekdote

Während der Dreharbeiten im Frühjahr 1964 in der Stadt Salzburg zum Film The Sound of Music drängte sich eine graumelierte Dame in Salzburger Tracht am Freitag, den 22. Mai, auf dem Residenzplatz durch die Zuschauer, die die Dreharbeiten beobachteten. Schließlich erreichte sie Regisseur Robert Wise. Es war Maria Baronin von Trapp. Sie war bei einem Bummel durch ihre ehemalige Heimatstadt auf das Filmteam gestoßen und war nach Salzburg gekommen, um mit 21 von 24 ehemaligen Mitschülerinnen das 40. Maturajubiläum zu begehen. Die Baronin zeigte sich mit der Verfilmung der Geschichte ihrer Familie einverstanden.

Nach dem Zusammentreffen mit dem Filmteam wurde sie sofort als Komparsin wegen ihrer echten Salzburger Tracht "engagiert". In einer Szene des Films ist sie als Salzburger Fußgängerin zu sehen. Am Sonntag, den 24. Mai, hatte Maria von Trapp Salzburg wieder verlassen. Sie wollte in Stowe, Vermont, USA, wo sie lebte, einen Souvenir-Laden einrichten, in dem sie nur Andenken aus Salzburg anbieten wollte. Dadurch hoffte sie, öfter in ihre Heimat zu kommen, um Artikel für ihren Laden einzukaufen.[1]

Kinder

Name Geburtsdatum Geburtsort Sterbedatum Sterbeort Anmerkungen
Rosemarie von Trapp 8. Februar 1929 Aigen-Abfalter (historisch) 13. Mai 2022 Morrisville, Vermont, USA arbeitete als Sängerin und Missionarin in Papua-Neuguinea, lebte in Stowe, Vermont, hatte keine Kinder
Eleonore von Trapp 14. Mai 1931 Aigen-Abfalter (historisch) 17. Oktober 2021 Northfield Vermont, USA heiratete 1954 Hugh David Campbell (1930; 2019) und hatte Kinder (sieben Töchter), sie lebte mit ihrer Familie in Waitsfield (Vermont)
Johannes von Trapp 17. Jänner 1939 Philadelphia, USA heiratete 1969 Lynne Peterson und hat Kinder (einen Sohn und eine Tochter)

Literatur

  • Anderson, William; Wade, David: The World of the Trapp Family, 1998
  • Kammerhofer-Aggermann, Ulrike (Hrsg.): The Sound of Music zwischen Mythos und Marketing, 2000
  • von Trapp, Maria Augusta: Vom Kloster zum Welterfolg, 1949 und 1959
  • von Trapp, Maria Augusta: Gestern, heute, immerdar, 1960
  • Wöhrl, Irmgard (Hrsg.): The Sound of Cooking, 2007
  • Wöhrl, Irmgard (Hrsg.): Das Trappkochbuch, 2. Auflage, 2009

Weblinks

Quellen

Einzelnachweis

  1. www.sn.at, Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 25. Mai 1964, Seite 5