Salzburger Meisterkrankenkasse
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Der hier beschriebene Betrieb oder die Einrichtung existiert in dieser Form nicht mehr. Dieser Beitrag beschreibt die Geschichte. |
Die Salzburger Meisterkrankenkasse (MKK), kurz Meisterkrankenkasse genannt, war eine gesetzliche Versicherungsanstalt für alle Meister und Inhaber eines konzessionierten Handelsunternehmens oder Gewerbes, das dem Handesgremium Salzburg angehörte und dessen ordentlicher Wohnsitz im Bundesland Salzburg war. Sie gehörte zu den Genossenschaftskrankenkassen im Herzogtum Salzburg.
Beschreibung
Die Kasse bot nur Leistungen der Krankenversicherung, beschränkt auf Heilkosten. Krankengeld wurde nicht ausbezahlt.
Geschichte
Meisterkrankenkasse Stadt Salzburg
Am 5. März 1900 fand durch den Verband der Genossenschaften in der Stadt Salzburg die konstituierende Sitzung statt.[1][2]
Die "Meisterkrankenkasse Stadt Salzburg" wurde als Unterstützungs-Verein gegründet, der seinen Sitz in der Griesgasse Nr. 12. (Fleischbank) hatte.
Obmänner
- 1902: Ignaz Eder, Buchbindermeister und Landtagsabgeordneter[3]
- 1902–1926: Anton Hueber, Kunst- und Bautischler, Landtagsabgeordneter[4][5]
- 1926–1935: Richard Kürth
Daten
- 1907: 105 aktive Mitglieder und 40 unterstützende Mitglieder[6]
- 1909: 123 aktive Mitglieder und 31 unterstützende Mitglieder[7]
- 1913: 129 aktive Mitglieder und 30 unterstützende Mitglieder[8]
- 1914: wurde eine Kriegsanleihe über 6 000 Kronen gezeichnet, was sich finanziell negativ auswirkte.[9][10]
Meisterkrankenkasse Bezirk Salzburg-Umgebung
Am 2. März 1913 nahm die Meisterkrankenkrankenkasse für den politischen Bezirk Salzburg-Umgebung mit Sitz in der Gemeinde Gnigl ihre Tätigkeit auf.[11]
1914 tritt die Genossenschaft der Binder und Schlosser bei.[12]
Obmänner
- 1913: Franz Thallinger
Meisterkrankenkasse Bezirk St. Johann im Pongau
Am 12. Juni 1913 wird die Gründung einer Meisterkrankenkrankenkasse für den politischen Bezirk St. Johann im Pongau mit Sitz in Werfen beschlossen.[13]
Meisterkrankenkasse Bezirk Tennengau
1914–1915 wurde auch die Gründung einer Meisterkrankenkrankenkasse für den politischen Bezirk Tennengau beschlossen.[14]
Meisterkrankenkasse Salzburg
Die Meisterkrankenkasse für das Bundesland Salzburg wurde Anfang Februar 1926 gegründet und war die älteste der bestehenden Landes-Meisterkrankenkassen in Österreich. Rechtsgrundlage war das Bundesgesetz vom 28. Dezember 1926 betreffend organisatorische Maßnahmen auf dem Gebiet der Krankenversicherung der Arbeiter (Krankenkassensorganisationsgesetz).[15], sowie später das Bundesgesetz betreffend vorläufige Maßnahmen in der Krankenversicherung von Genossenschaftsmitgliedern und Genossenschaftsangehörigen (Meisterkrankenkassen und Genossenschaftskrankenkassen.[16]
Ihre Mitgliederzahl stieg seither von 822 auf 2 098. Im Jahr 1928 wurden 72 Prozent der Einnahmen für Leistungen verwendet, der Reservefonds betrug etwa 74.000 Schilling.[17]
Das Büro befand sich in der Lasserstraße Nr. 35.
1948 wurden die selbständigen Länder-Meisterkrankenkassen zu einem Verband der Meisterkrankenkassen zusammengeschlossen.[18]
Durch das Bundesgesetz vom 14. Juli 1966 über die Krankenversicherung der in der gewerblichen Wirtschaft selbständig Erwerbstätigen (Gewerbliches Selbständigen-Krankenversicherungsgesetz — GSKVG.)[19] wurden die Meisterkrankenkassen mit Wirkung bis spätestens ab dem 1. Jänner 1969 in die Gewerbliche Sozialversicherung übergeführt.
Daten
Anzahl der Versicherten
- 1948: 7 911 Versicherte
- 1949: 8 049 Versicherte
- 1950: 13 103 Versicherte
- 1951: 12 675 Versicherte
- 1952: 12 751 Versicherte
- 1953: 12 728 Versicherte
- 1954: 13 032 Versicherte
- 1955: 13 017 Versicherte
- 1956: 12 951 Versicherte
- 1957: 13 280 Versicherte
- 1958: 13 285 Versicherte
- 1959: 13 434 Versicherte
- 1960: 13 648 Versicherte
- 1961: 13 738 Versicherte
- 1962: 14 146 Versicherte
- 1963: 14 299 Versicherte
- 1964: 14 652 Versicherte
- 1965: 15 238 Versicherte
Quellen
- ANNO
- Fachzeitschrift "Soziale Sicherheit" des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger
Einzelnachweise
- ↑ ANNO, Salzburger Volksblatt, 1. März 1900, Seite 2
- ↑ ANNO, Salzburger Volksblatt, 6. März 1900, Seite 2
- ↑ ANNO, Salzburger Volksblatt, 8. März 1902, Seite 4
- ↑ ANNO, Salzburger Chronik, 11. März 1903, Seite 5
- ↑ ANNO, Salzburger Chronik, 2. April 1904, Seite 5
- ↑ ANNO, Salzburger Chronik, 30. März 1907, Seite 5
- ↑ ANNO, Salzburger Chronik, 20. April 1910, Seite 4
- ↑ ANNO, Salzburger Volksblatt, 24. April 1913, Seite 5
- ↑ ANNO, Salzburger Chronik, 6. Dezember 1914, Seite 5
- ↑ ANNO, Salzburger Chronik, 14. November 1919, Seite 4
- ↑ ANNO, Salzburger Chronik, 23. März 1913, Seite 2
- ↑ ANNO, Salzburger Wacht, 12. März 1914, Seite 4
- ↑ ANNO, Salzburger Volksblatt, 15. Juni 1913, Seite 11
- ↑ ANNO, Salzburger Chronik, 18. Februar 1914, Seite 4
- ↑ StF: BGBl. Nr. 15/1927
- ↑ StF: BGBl. Nr. 547/1935
- ↑ ANNO, Salzburger Volksblatt, 14. August 1929, Seite 2
- ↑ StF: BGBl. Nr. 142/1947 Sozialversicherungs-Überleitungsgesetz, § 8 SV-ÜG
- ↑ StF: BGBl. Nr. 167/1966
