Dult: Unterschied zwischen den Versionen
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Am [[Zinstag]] ''sant Ruoprechtes tult in dem herbist'' wurde um den [[24. September]], dem Translationsfest des [[Salzburger Dom|Doms]]- und [[Salzburger Landespatron]]s, die Herbsdult abgehalten. Diese ist erstmals [[1331]] erwähnt. | Am [[Zinstag]] ''sant Ruoprechtes tult in dem herbist'' wurde um den [[24. September]], dem Translationsfest des [[Salzburger Dom|Doms]]- und [[Salzburger Landespatron]]s, die Herbsdult abgehalten. Diese ist erstmals [[1331]] erwähnt. | ||
Im Jahre [[1482]] führte [[Fürsterzbischof]] [[Bernhard von Rohr]] in der [[Stadt Salzburg]] den Krämermarkt ein, der nach der bayrischen Art "Dult" genannt wurde. Er fand im Frühjahr als Faschingsdult und im Herbst als Ruperti- oder Michaelidult statt.<ref>[ | Im Jahre [[1482]] führte [[Fürsterzbischof]] [[Bernhard von Rohr]] in der [[Stadt Salzburg]] den Krämermarkt ein, der nach der bayrischen Art "Dult" genannt wurde. Er fand im Frühjahr als Faschingsdult und im Herbst als Ruperti- oder Michaelidult statt.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19321222&query=%22Michaelidult%22&seite=11 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], 22. Dezember 1932, Seite 11</ref> Bis etwa Mitte des [[19. Jahrhundert]]s kannte man in Salzburg zwei Dulten: die Faschings-, Fasten- oder Frühjahres-Dult (jeweils am Samstag vor dem Faschingssonntag)<ref>[https://anno.onb.ac.at/anno-suche#searchMode=simple&query=Fastendult&from=1&selectedFilters=place%3ASalzburg ANNO] Suche "Fastendult"</ref> <ref>[https://anno.onb.ac.at/anno-suche#searchMode=simple&query=Faschingsdult&from=1 ANNO] Suche "Faschingsdult"</ref>, sowie die Michaeli- oder Herbst-Dult <ref>[https://anno.onb.ac.at/anno-suche#searchMode=simple&query=Michaelidult&from=1&selectedFilters=place%3ASalzburgANNO] Suche "Michaelidult"</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/anno-suche#searchMode=simple&query=Herbstdult&from=1&selectedFilters=place%3ASalzburg ANNO] Suche "Herbstdult"</ref> (jeweils am [[29. September]], dem Namenstag des hl. [[Michael]]).<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18650922&query=%22dult%22&seite=3 ANNO], [[Salzburger Zeitung]], 22. September 1865, Seite 3</ref> | ||
[[1878]] wurde eine neue Dultordnung erlassen. Mit Beschluss vom [[15. Juli]] [[1889]] hatte der [[Salzburger Gemeinderat]] die Faschings- oder Fasten-Dult aufgelassen.<ref>[ | [[1878]] wurde eine neue Dultordnung erlassen. Mit Beschluss vom [[15. Juli]] [[1889]] hatte der [[Salzburger Gemeinderat]] die Faschings- oder Fasten-Dult aufgelassen.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18890804&query=%22Fastendult%22&seite=6 ANNO], [[Salzburger Chronik]], 4. August 1889, Seite 6</ref> Am [[15. Dezember]] [[1896]] kam es dann auch zur Aufhebung der Frühjahrsdult durch den Salzburger Gemeinderat, die erst [[1924]] wieder auflebte, durch den [[Zweiten Weltkrieg]] abermals unterbrochen und [[1946]] neuerlich wiederbelebt wurde. | ||
Als [[1967]] einer der Initiatoren beider Dulten verstarb, war das Ende gekommen. Die [[Salzburger Wirtschaft]] gründete daraufhin einen „[[Salzburger Dultverein|Verein der Salzburger Dult]]“. Zwar gelang es diesem noch [[1968]] eine Pfingst- und eine Herbstdult abzuhalten, doch dann kam auch dieser Verein in seinen Bemühungen zum Stillstand. | Als [[1967]] einer der Initiatoren beider Dulten verstarb, war das Ende gekommen. Die [[Salzburger Wirtschaft]] gründete daraufhin einen „[[Salzburger Dultverein|Verein der Salzburger Dult]]“. Zwar gelang es diesem noch [[1968]] eine Pfingst- und eine Herbstdult abzuhalten, doch dann kam auch dieser Verein in seinen Bemühungen zum Stillstand. | ||
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==== Standorte ==== | ==== Standorte ==== | ||
Der Standort der Dult wurde mehrmals gewechselt. Zunächst fand auch sie am [[Domplatz]] statt, wechselte aber dann auf den [[Mirabellplatz]], nach [[Schallmoos]], in die [[Hofstallgasse]] (z. B. [[1924]] vom [[6. September|6.]] bis [[14. September]] auch rund um die [[Hofmarstall|Hofstallkaserne]]<ref>Quelle [ | Der Standort der Dult wurde mehrmals gewechselt. Zunächst fand auch sie am [[Domplatz]] statt, wechselte aber dann auf den [[Mirabellplatz]], nach [[Schallmoos]], in die [[Hofstallgasse]] (z. B. [[1924]] vom [[6. September|6.]] bis [[14. September]] auch rund um die [[Hofmarstall|Hofstallkaserne]]<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19240909&seite=4&zoom=33 ANNO], Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 9. September 1924, Inserat auf Seite 4</ref>), in den [[Volksgarten]] und in den [[Baron-Schwarz-Park]] in [[Schallmoos]]. Dann, ab 1974, blieb sie am [[Glanspitz]], bis sie ins [[Messezentrum]] weiterzog. | ||
Die Verlegung des ''Rupertikirtags'' [[1957]] in den Baron-Schwarz-Park erwies sich aber als Fehler und wurde von der Bevölkerung nicht angenommen. Die Autoren des Buches [[Salzburger Bräuche]] nennen auch die [[Franz-Josef-Straße]] als früheren Herbstdultstandort. | Die Verlegung des ''Rupertikirtags'' [[1957]] in den Baron-Schwarz-Park erwies sich aber als Fehler und wurde von der Bevölkerung nicht angenommen. Die Autoren des Buches [[Salzburger Bräuche]] nennen auch die [[Franz-Josef-Straße]] als früheren Herbstdultstandort. | ||
==== Dauer ==== | ==== Dauer ==== | ||
Während heute die Frühjahrsdult acht Tage dauert, zog sie sich früher über drei Wochen hin. So fand die Herbstdult [[1948]] von [[18. September]] bis [[10. Oktober]] statt, bei der 140 000 Besucher gezählt wurden.<ref>Quelle [ | Während heute die Frühjahrsdult acht Tage dauert, zog sie sich früher über drei Wochen hin. So fand die Herbstdult [[1948]] von [[18. September]] bis [[10. Oktober]] statt, bei der 140 000 Besucher gezählt wurden.<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=san&datum=19481011&query=%22Dult%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], [[Salzburger Nachrichten]], Ausgabe vom 11. Oktober 1948</ref> | ||
=== Dulten in Hallein === | === Dulten in Hallein === | ||
In der Stadt Hallein fanden etwa Mitte des [[19. Jahrhundert]]s auch jeweils zwei Dulten (Krämermärkte) statt, und zwar die "Antoni-Dult" jeweils am [[17. Jänner]], sowie die "Jakobi-Dult" jeweils am [[25. Juli]].<ref>[ | In der Stadt Hallein fanden etwa Mitte des [[19. Jahrhundert]]s auch jeweils zwei Dulten (Krämermärkte) statt, und zwar die "Antoni-Dult" jeweils am [[17. Jänner]], sowie die "Jakobi-Dult" jeweils am [[25. Juli]].<ref>[https://anno.onb.ac.at/anno-suche#searchMode=simple&query=Antonidult&from=1 ANNO] Suche "Antonidult"</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/anno-suche#searchMode=simple&query=Jakobidult&from=1 ANNO] Suche "Jakobidult"</ref> Mit Beschluss vom [[12. April]] [[1897]] hatte der [[Gemeinderat]] der [[Stadtgemeinde Hallein]] die "Antoni-Dult" und auch die "Jakobi-Dult" aufgelassen.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18970507&query=%22Jakobidult%22&seite=4 ANNO], Salzburger Chronik, 7. Mai 1897, Seite 4</ref> | ||
[[1926]], [[1927]] und [[1928]] wurde die Jakobi-Dult — nach dreißig Jahren — wieder durchgeführt.<ref>[ | [[1926]], [[1927]] und [[1928]] wurde die Jakobi-Dult — nach dreißig Jahren — wieder durchgeführt.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sbw&datum=19260602&query=%22Jakobidult%22&seite=5 ANNO], [[Salzburger Wacht]], 2. Juni 1926, Seite 5</ref> <ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sbw&datum=19270728&query=%22Jakobidult%22&seite=5 ANNO], Salzburger Wacht, 28. Juli 1927, Seite 5</ref> | ||
=== Dulten heute=== | === Dulten heute=== | ||