Kaiviertel: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 1. Januar 2017, 08:52 Uhr
Das Kaiviertel ist ein Teil der am linken Salzachufer gelegenen Salzburger Altstadt.
Ausdehnung
Es umfasst das Gebiet vom ehemaligen Michaelstor am Ostende des Mozartplatzes nach Süden dem Verlauf der Kaigasse folgend zum Festungsberg, dort nach Osten beiderseits der Kaigasse bis zum Kajetanerplatz, im Norden begrenzt durch den Rudolfskai an der Salzach. Im Osten bildet die Nonntaler Hauptstraße hin zum Rudolfsplatz die Grenze. Innerhalb des Kaiviertels bildet die alte Stadtmauer eine heute nicht mehr als solche gesehene Grenzlinie, die es im zeitlichem Kontext ermöglicht, zwischen dem historischen Kaiviertel aus dem Mittelalter, sowie der Erweiterung des Kaiviertel im 19. Jahrhundert zu unterscheiden. Das historische Kaiviertel war jedenfalls kleiner als heute.
Name
Der Name Kai soll von Uferschutzbauten abgeleitet worden sein. Damit die Salzach nicht die Ufer auswaschen konnte, hat man diese mit einem Flechtwerk aus Reisig versehen, das man Gehag oder Gehai nannte. Aus diesen Worten entwickelte sich Kai [1].
Geschichte
Bereits zur Römerzeit, als Salzburg noch Iuvavum hieß, war das Kaiviertel von Bedeutung, da sich an der heutigen Kaigasse ein imposanter Tempelbau zu Ehren des Gottes der Heilkunst, Asklepios (etwa im Gebiet des Hotels Kasererbräu) befunden hatte. Unter Erzbischof Konrad I. (1106 - 1147) entstanden im Kaiviertel Flächen für Landwirtschaft, die zur Deckung des Eigenbedarfs der das Stift St. Peter dienten.
Unter Erzbischof Eberhard II. von Regensberg (1200 - 1246) entwickelte sich dieses Viertel zu einer Art geistlichen Gesandschaftsviertel im Kai. Die Eigenbistümer Gurk, Chiemsee, Seckau und Lavant erwarben oder bekamen vom Erzbischof Hausbesitz. Die Bischöfe von Chiemsee residierten im Chiemseehof, der heute Sitz der Salzburger Landesregierung ist.
Das Kaiviertel entwickelte sich entlang der einstigen Hauptstraße, die vom Domplatz durch die Kaigasse über den Kajetanerplatz, das Erentrudistor (später Kajetanertor) führte. Auf direktem Wege konnte man vom heutigen Mozartplatz durch die enge Pfeifergasse dorthin gelangen. Vom Kajetanerplatz führte diese alte Hauptstraße durch die heutige Nonntaler Hauptstraße weiter nach Hallein sowie nach Berchtesgaden.
In der Gründerzeit, nachdem der Rudolfskai durch die Salzachregulierung errichtet worden war, entwickelte sich der bisher außerhalb der alten Stadtmauern gelegene, neuere Teil mit Sebastian-Stief-Gasse, Basteigasse und Landhausgasse.
1905 zeigte das älteste noch existierende Kino in der Stadt Salzburg erstmals laufende Bilder. Damals wurden sie in Räumen des heutigen Hotels Kasererbräu gezeigt, später entstand das eigenständige Mozartkino.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Viertel bei Bombenangriffen schwer getroffen.
Mit der Errichtung von Pollern im Jahr 2010 wurde der bis dahin mehr oder weniger uneingeschränkt fließende Verkehr gestoppt und die Straße fast verkehrsfrei.
Seit vielen Jahren zieht das alljährlich stattfindende Kaiviertelfest Tausende Besucher an.
Gassen
- alphabetisch geordnet
Basteigasse
- Hauptartikel Basteigasse
Eine kurze Gasse außerhalb der alten Stadtmauer, eine von der Sebastian-Stief-Gasse abzweigende Gasse zum Rudolfskai führend.
Herrengasse
- Hauptartikel Herrengasse
Diese kleine Gasse führt von der Kaigasse abzweigend etwas erhöht am Fuße vom Festungsberg geradewegs zur Bierjodlgasse und hinab zum Kapitelplatz. Früher wohnten dort vorwiegend Domherren; daher auch der Name.
Kaigasse
- Hauptartikel Kaigasse
Die Kaigasse war die wichtigste Straße des Viertels, an der auch die Höfe der Domherren standen.
Krotachgasse
- Hauptartikel Krotachgasse
Diese kurze Gasse führt von der Kaigasse zur Chiemseegasse und ist der Zugang zu den drei Domherrenhöfen von Salzburger Domherren, die sich jährlich mindestens drei Monate in der Stadt Salzburg aufhalten mussten dazu entsprechende Häuser benötigten.
Landhausgasse
- Hauptartikel Landhausgasse
Sie ist nur kurz und verbindet Basteigasse und Rudolfskai miteinander.
Pfeifergasse
- Hauptartikel Pfeifergasse
Sie führt vom Mozartplatz zum Kajetanerplatz und hat ihren Namen von der Frau eines Stadtpfeifers, die der Stadt große Stiftungen hinterlassen hatte.
Schanzlgasse
- Hauptartikel: Schanzlgasse
Die Schanzlgasse führt vom Kajetanerplatz am Ende der Kaigasse (und des Kaiviertels) nach Nonntal.
Sebastian-Stief-Gasse
- Hauptartikel: Sebastian-Stief-Gasse
Eine kurze Gasse vom Rudolfskai zur Kaigasse, benannt nach dem Maler Sebastian Stief.
Plätze
Doktor-Wilfried-Haslauer-Platz
- Hauptartikel: Dr.-Wilfried-Haslauer-Platz
Der kleine polygone Platz befindet sich etwa in der Mitte der Pfeifergasse. Zum Platz gelangt man auch über die Chiemseegasse oder die Krotachgasse. Der Platz wurde nach Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer benannt.
Kajetanerplatz
- Hauptartikel Kajetanerplatz
Der Kajetanerplatz liegt in am Ende der Kaigasse im Osten des Kaiviertels.
Papagenoplatz
- Hauptartikel Papagenoplatz
Der Papagenoplatz entstand durch schwere Bombentreffer 1944. Heute steht dort der Papagenobrunnen, den 1960 die Salzburger Bildhauerin Hilde Heger geschaffen hat. Weiters befindet sich dort der Zirkelwirt, welcher 1647 erstmals erwähnt wird.
Bauten
Chiemseehof
- Hauptartikel Chiemseehof
Im Chiemseehof, ehemals Sitz der Bischöfe von Chiemsee, ist heute der Sitz der Salzburger Landesregierung, des Salzburger Landeshauptmann und des Salzburger Landtags, insgesamt der Gebietskörperschaft Land Salzburg.
Universität Salzburg
- Hauptartikel: Gewerbeschule Salzburg
Heute ist die Kultur- und Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät an der Universität Salzburg in der ehemaligen Gewerbeschule untergebracht.
Persönlichkeiten mit Bezug zum Kaiviertel
Der Arzt, Alchemist, Mystiker und Philosoph Paracelsus hatte bei seinem ersten Aufenthalt in Salzburg 1524/1525 in Verbindung mit dem Rapplbad eine Praxis als Wundarzt im Haus Pfeifergasse 11.
Im heutige Amtsgebäude am Mozartplatz Nr. 8, das bereits zum Kaiviertel gehört, starb Constanze, die Witwe von Wolfgang Amadeus Mozart.
Bilder-Weblink
- Universitätsbibliothek Salzburg - Graphiksammlung, G 228 II:
- Ansicht von Salzburg, um 1575. Unsigniertes Blatt. Kolorierter Kupferstich aus den "Civitates orbis terrarum" von Georg Braun und Franz Hogenberg, zugeschrieben dem Marcus Setznagel, Köln, um 1575 (vergleiche: linke Bildhälfte) das Bild
Quellen
- Beitrag Altstadt von Salzburg
- Buch Salzburg, die Geschichte einer Stadt
Lehrerarbeitsgemeinschaft am Pädagogischen Institut Salzburg unter der Leitung von Josef Hübl: Heimatkunde Stadt Salzburg, Salzburger Druckerei, Ausgabe Mai 1974
Fußnote
- ↑ Ein künstlich befestigtes Ufer im Hafen, siehe auch Wikipedia: Was ist ein Kai?
Leopoldskroner Moos · Liefering · Maxglan · Maxglan West · Morzg · Mülln · Neustadt · Nonntal · Parsch · Riedenburg · Salzburg Süd · Schallmoos · Taxham
Landschaftsräume der Stadt Salzburg:
Aigen · in der Salzburger Altstadt die Teil-Landschaftsräume Bürglstein, Festungsberg, Kapuzinerberg, Mönchsberg und Rainberg
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