Kapuzinerkloster Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Kapuzinerkloster Imberg.JPG|thumb|Der [[Kapuzinerberg]] mit dem Kapuzinerkloster, links unten die Kirche [[St. Johannes am Imberg]] und rechts davon, das rote Gebäude ist das [[Benefiziatenhaus Imberg]].]]
 
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[[Datei:Kapuzinerkloster Salzburg Klosterpforte und Eingang Klosterkirche zu den Heiligen Franziskus und Bonaventura.jpg|thumb|Die Klosterpforte ins [[Kapuzinerkloster Salzburg]] (links) und der Eingang in die [[Klosterkirche zu den Heiligen Franziskus und Bonaventura]].]]
 
[[Datei:Kapuzinerkloster Salzburg Klosterpforte und Eingang Klosterkirche zu den Heiligen Franziskus und Bonaventura.jpg|thumb|Die Klosterpforte ins [[Kapuzinerkloster Salzburg]] (links) und der Eingang in die [[Klosterkirche zu den Heiligen Franziskus und Bonaventura]].]]
Das '''Kapuzinerkloster''' befindet sich in der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsufrigen Altstadt]] [[Salzburg]]s auf dem [[Kapuzinerberg]].  
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Das '''Kapuzinerkloster''' befindet sich in der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsufrigen Altstadt]] [[Salzburg]]s auf dem [[Kapuzinerberg]]. Es zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschützten Objekten]] in der Stadt.  
  
 
==Geschichte==
 
==Geschichte==
[[Fürsterzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau|Wolf Dietrich]] holte als Antwort auf die Reformation Luthers als zweiten Bettelorden nach den Franziskanern [[1596]] die [[Kapuzinerorden|Kapuziner]] nach [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|Salzburg]] und ließ das Kapuzinerkloster am Kapuzinerberg errichten.  
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[[Fürsterzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]] holte als Antwort auf die Reformation Luthers als zweiten Bettelorden nach den [[Franziskanerorden|Franziskanern]] [[1596]] die [[Kapuzinerorden|Kapuziner]] nach Salzburg und ließ das Kapuzinerkloster auf dem Kapuzinerberg errichten.  
  
 
Die [[Klosterkirche zu den Heiligen Franziskus und Bonaventura]] wurde [[1602]] zu Ehren der heiligen Franziskus von Assisi und Johannes Bonaventura geweiht. [[1620]] erfolgte eine erste Vergrößerung des Klosters, [[1690]] musste es nochmals erweitert werden. Die Ordensleute blieben im Lauf der Jahrhunderte gegenüber dem Landesherren und Fürsterzbischof stets unabhängig, sie waren einzig dem Papst untergeben. Neben der Bereitstellung der Kost sorgte trotzdem der Fürsterzbischof für das Wohl der Klosterbrüder.  
 
Die [[Klosterkirche zu den Heiligen Franziskus und Bonaventura]] wurde [[1602]] zu Ehren der heiligen Franziskus von Assisi und Johannes Bonaventura geweiht. [[1620]] erfolgte eine erste Vergrößerung des Klosters, [[1690]] musste es nochmals erweitert werden. Die Ordensleute blieben im Lauf der Jahrhunderte gegenüber dem Landesherren und Fürsterzbischof stets unabhängig, sie waren einzig dem Papst untergeben. Neben der Bereitstellung der Kost sorgte trotzdem der Fürsterzbischof für das Wohl der Klosterbrüder.  
  
Fürsterzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]] war kein Freund der Bettelorden. Er teilte die Kapuzinerordenprovinz [[Tirol]] - Salzburg und verwies die Tiroler Ordensbrüder. [[1810]]–[[1811]] wurde das Kloster von den [[Salzburg unter Napoleon|Franzosen]] beschlagnahmt, der Klostergarten wurde demonstrativ als Pferdeweide verwendet.  
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Fürsterzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]] war kein Freund der Bettelorden. Er teilte die Kapuzinerordenprovinz [[Tirol]]-Salzburg und verwies die Tiroler Ordensbrüder. [[1810]]–[[1811]] wurde das Kloster von den [[Salzburg unter Napoleon|Franzosen]] beschlagnahmt, der Klostergarten wurde demonstrativ als Pferdeweide verwendet.  
  
[[1813]] mussten hielten die [[Salzburg Teil des Königreichs Bayern|Bayern]] das Kloster besetzt. [[1939]] wurde in der Zeit des [[Nationalsozialismus]] das Kloster samt Kirche enteignet. Es sollte abgerissen werden, um Platz für das geplante gigantische Gauforum zu schaffen. Nach der Rückkehr der Ordensbrüder im Jahr [[1945]] war die Kirche lange auch von Flüchtlingen bewohnt.  
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[[1813]] hielten die [[Salzburg Teil des Königreichs Bayern|Bayern]] das Kloster besetzt. [[1939]] wurde in der Zeit des [[Nationalsozialismus]] das Kloster samt Kirche enteignet. Es sollte abgerissen werden, um Platz für das geplante [[Ungebautes Salzburg|gigantische Gauforum]] zu schaffen. Nach der Rückkehr der Ordensbrüder im Jahr [[1945]] war die Kirche lange auch von Flüchtlingen bewohnt.  
  
Am [[2. Jänner]] [[1950]] kommt es zu einem [[Brände Stadt Salzburg|Brand]] im Kloster: Kirchturm und Dachstuhl werden erheblich beschädigt; die Polizei kann nach einem weiteren Brand zwei Tage später einen Zögling des Klosters als Brandstifter ausforschen.
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Am [[2. Jänner]] [[1950]] kam es zu einem [[Brände Stadt Salzburg|Brand]] im Kloster: Kirchturm und Dachstuhl wurden erheblich beschädigt; die Polizei konnte nach einem weiteren Brand zwei Tage später einen Zögling des Klosters als Brandstifter ausforschen.
  
Die letzte umfangreiche Renovierung des Klosters erfolgte [[1980]] bis [[1983]]. Damals wurden auch die alte [[Engelsbrunnen-Zisterne im Kapuzinerkloster|Engelsbrunnen-Zisterne]] und alte Rundbogenportale entdeckt und als Schmuckstücke des Klosters restauriert<ref>Quelle [https://www.stadt-salzburg.at/internet/bildung_kultur/altstadt_und_tourismus/kirchen_kloester_fri_440978/kloester_in_der_altstadt/kapuzinerkloster_223925.htm?redirect=404 www.stadt-salzburg.at Kapzinerkloster]</ref>. Heute ist das Kloster als Noviziat eine wichtige Ausbildungsstätte der Kapuziner für den gesamten deutschsprachigen Raum.
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Die letzte umfangreiche Renovierung des Klosters erfolgte [[1980]] bis [[1983]]. Damals wurden auch die alte [[Engelsbrunnen-Zisterne im Kapuzinerkloster|Engelsbrunnen-Zisterne]] und alte Rundbogenportale aus dem Jahr [[1070]] entdeckt und als Schmuckstücke des Klosters restauriert.<ref>Quelle [https://www.stadt-salzburg.at/internet/bildung_kultur/altstadt_und_tourismus/kirchen_kloester_fri_440978/kloester_in_der_altstadt/kapuzinerkloster_223925.htm?redirect=404 www.stadt-salzburg.at Kapzinerkloster]</ref> Heute ist das Kloster als Noviziat eine wichtige Ausbildungsstätte der Kapuziner für den gesamten deutschsprachigen Raum.
  
 
Der Seelsorger des [[Justizanstalt Salzburg|Gefangenenhauses Salzburg]], [[Wolfgang Bildstein]], verbrachte seinen Lebensabend im Kapuzinerkloster.
 
Der Seelsorger des [[Justizanstalt Salzburg|Gefangenenhauses Salzburg]], [[Wolfgang Bildstein]], verbrachte seinen Lebensabend im Kapuzinerkloster.
  
[[2020]] lebten neben Bruder Karl Löster, der auch Guardian des Kapuzinerklosters ist, noch Bruder Eckehard Krahl<!-- (* 21. April 2021)<ref>SN vom 21. April 2021, Lokalteil, Seite 18.</ref>--> und Bruder Hans Pruckner im Kloster. [[2019]] waren es noch acht Geistliche. Wegen des mangelnden Nachwuchses wurde 2019 der Sitz des Provinzials von Salzburg nach Innsbruck verlegt.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/moenche-in-salzburg-wollen-nicht-weichen-hinter-der-klostermauer-ist-noch-leben-93136024 www.sn.at], 22. September 2020</ref>
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[[2020]] lebten neben Bruder Karl Löster, der auch Guardian des Kapuzinerklosters ist, noch Bruder Eckehard Krahl (* [[29. April]] [[1936]])<ref>SN vom 21. April 2021, Lokalteil, Seite 18.</ref>--> und Bruder Hans Pruckner im Kloster. [[2019]] waren es noch acht Geistliche. Wegen des mangelnden Nachwuchses wurde 2019 der Sitz des Provinzials von Salzburg nach Innsbruck verlegt.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/moenche-in-salzburg-wollen-nicht-weichen-hinter-der-klostermauer-ist-noch-leben-93136024 www.sn.at], 22. September 2020</ref>
  
 
==Die Klosterkirche==
 
==Die Klosterkirche==
 
: ''Hauptartikel [[Klosterkirche zu den Heiligen Franziskus und Bonaventura]]
 
: ''Hauptartikel [[Klosterkirche zu den Heiligen Franziskus und Bonaventura]]
Die Türflügel der Kirche, an denen man die Jahreszahl [[1470]] lesen kann, stammen angeblich von jenem [[Salzburger Dom]], den Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau nach dem [[Brände im Salzburger Dom|Brand]] im Jahr [[1598]] in der Nacht vom [[11. Dezember|11.]] auf [[12. Dezember]] abreißen ließ.
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Die Türflügel der Kirche, an denen man die Jahreszahl [[1470]] lesen kann, stammen von jenem [[Salzburger Dom]], den Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau nach dem [[Brände im Salzburger Dom|Brand]] im Jahr [[1598]] in der Nacht vom [[11. Dezember|11.]] auf [[12. Dezember]] abreißen ließ.
  
 
==Die Klosterbibliothek==
 
==Die Klosterbibliothek==
 
Die Bibliothek ist eine Hausbibliothek für pastorale Aufgaben und umfasst die Sammelgebiete Theologie, Geschichte und [[Salisburgensien]]. Sie ist eine Präsenzbibliothek und kann nur nach vorheriger Anmeldung benutzt werden. Im Zug der Klostergründung wurde das Kloster von Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau zusammen mit anderen Wohltätern mit Büchern ausgestattet.  
 
Die Bibliothek ist eine Hausbibliothek für pastorale Aufgaben und umfasst die Sammelgebiete Theologie, Geschichte und [[Salisburgensien]]. Sie ist eine Präsenzbibliothek und kann nur nach vorheriger Anmeldung benutzt werden. Im Zug der Klostergründung wurde das Kloster von Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau zusammen mit anderen Wohltätern mit Büchern ausgestattet.  
  
Bei einem Gesamtbestand von 9&nbsp;400 Titeln gehören rund 6&nbsp;600 Werke zum historischen Buchgut: 350 aus dem [[16. Jahrhundert]], 1&nbsp;150 aus dem [[17. Jahrhundert]], 1&nbsp;750 aus dem [[18. Jahrhundert]], 1&nbsp;000 aus der ersten und 2&nbsp;350 aus der zweiten Hälfte des [[19. Jahrhundert]]s, 1&nbsp;500 historische Titel befinden sich z. Z. im Salzburger Landesarchiv, darunter 320 Werke des 16. Jahrhunderts.
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Bei einem Gesamtbestand von 9&nbsp;400 Titeln gehören rund 6&nbsp;600 Werke zum historischen Buchgut: 350 aus dem [[16. Jahrhundert]], 1&nbsp;150 aus dem [[17. Jahrhundert]], 1&nbsp;750 aus dem [[18. Jahrhundert]], 1&nbsp;000 aus der ersten und 2&nbsp;350 aus der zweiten Hälfte des [[19. Jahrhundert]]s, 1&nbsp;500 historische Titel befinden sich z. Z. im Salzburger Landesarchiv, darunter 320 Werke des [[16. Jahrhundert]]s.
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An einer Längswand im Refektorium befindet sich ein Kachelofen mit grünen Kacheln. Diese Kacheln wurden bei der Renovierung 1980/83 extra angefertigt worden. Denn man fand alte Kacheln in exakt dieser Art in der Zisterne und so schrieb die Altstadtkommission deren neue Herstellung nach altem Muster vor. Unterhalb des Refektoriums befindet sich die "Damiankapelle" mit einer Nachbildung der Kreuzdarstellung in San Damiano in Assisi in [[Italien]].
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Der Boden im Refektorium ist noch der originale Holzboden aus dem 16. Jahrhundert. Bei der Generalsanierung wurden die Bohlen umgedreht, da die Oberseite bereits sehr abgetreten und uneben war. Und die Unterseite, noch intakt, abgeschliffen und versiegelt, stellt nun die begehbare Oberseite dar. Eine originale Unterseite eines solchen historischen Fußbodens kann man in einem Zimmer einen Stock tiefer sehen. Es ist ein original erhaltenen Holzboden, mindestens 400 Jahre alt aus [[Lungau]]er [[Lärche]].
  
 
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* [[Franz Martin|Martin, Franz]]: ''[[Salzburg, ein Führer durch seine Geschichte und Kunst#Die Ausgaben im Überblick|Salzburg, Geschichte und Kunst dieser Stadt]]'', [[Verlag "Das Bergland-Buch"]], [[1952]] (Neuauflage)
 
* ''Kapuzinerkloster zu Salzburg'' in der Reihe ''Christliche Kunststätten Österreich'', Ausgabe Nr. 146, 1986, [[Verlag St. Peter]]
 
* ''Kapuzinerkloster zu Salzburg'' in der Reihe ''Christliche Kunststätten Österreich'', Ausgabe Nr. 146, 1986, [[Verlag St. Peter]]
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* Bruder Gebhard anlässlich einer Führung am 31. August 2008 mit Admin. [[Benutzer:Peter Krackowizer|Peter]]
  
 
== Einzelnachweise ==
 
== Einzelnachweise ==
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[[Kategorie:Katholische Kirche]]
 
[[Kategorie:Katholische Kirche]]

Version vom 17. Oktober 2021, 17:40 Uhr

Der Kapuzinerberg mit dem Kapuzinerkloster, links unten die Kirche St. Johannes am Imberg und rechts davon, das rote Gebäude ist das Benefiziatenhaus Imberg.
Karte
Blick in die romanische Engelsbrunnen-Zisterne im Kapuzinerkloster.
Im Garten des Kapuzinerklosters.
Blick auf die rechtsufrige Altstadt der Stadt Salzburg im Bereich der Steingasse. Darüber erhebt sich der Kapuzinerberg mit dem Kapuzinerkloster.
Blick auf die Klosterkirche zu den Heiligen Franziskus und Bonaventura im Kapuzinerkloster. Am unteren Bildrand sieht man die Imbergstiege.
Die Klosterpforte ins Kapuzinerkloster Salzburg (links) und der Eingang in die Klosterkirche zu den Heiligen Franziskus und Bonaventura.

Das Kapuzinerkloster befindet sich in der rechtsufrigen Altstadt Salzburgs auf dem Kapuzinerberg. Es zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in der Stadt.

Geschichte

Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau holte als Antwort auf die Reformation Luthers als zweiten Bettelorden nach den Franziskanern 1596 die Kapuziner nach Salzburg und ließ das Kapuzinerkloster auf dem Kapuzinerberg errichten.

Die Klosterkirche zu den Heiligen Franziskus und Bonaventura wurde 1602 zu Ehren der heiligen Franziskus von Assisi und Johannes Bonaventura geweiht. 1620 erfolgte eine erste Vergrößerung des Klosters, 1690 musste es nochmals erweitert werden. Die Ordensleute blieben im Lauf der Jahrhunderte gegenüber dem Landesherren und Fürsterzbischof stets unabhängig, sie waren einzig dem Papst untergeben. Neben der Bereitstellung der Kost sorgte trotzdem der Fürsterzbischof für das Wohl der Klosterbrüder.

Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo war kein Freund der Bettelorden. Er teilte die Kapuzinerordenprovinz Tirol-Salzburg und verwies die Tiroler Ordensbrüder. 18101811 wurde das Kloster von den Franzosen beschlagnahmt, der Klostergarten wurde demonstrativ als Pferdeweide verwendet.

1813 hielten die Bayern das Kloster besetzt. 1939 wurde in der Zeit des Nationalsozialismus das Kloster samt Kirche enteignet. Es sollte abgerissen werden, um Platz für das geplante gigantische Gauforum zu schaffen. Nach der Rückkehr der Ordensbrüder im Jahr 1945 war die Kirche lange auch von Flüchtlingen bewohnt.

Am 2. Jänner 1950 kam es zu einem Brand im Kloster: Kirchturm und Dachstuhl wurden erheblich beschädigt; die Polizei konnte nach einem weiteren Brand zwei Tage später einen Zögling des Klosters als Brandstifter ausforschen.

Die letzte umfangreiche Renovierung des Klosters erfolgte 1980 bis 1983. Damals wurden auch die alte Engelsbrunnen-Zisterne und alte Rundbogenportale aus dem Jahr 1070 entdeckt und als Schmuckstücke des Klosters restauriert.[1] Heute ist das Kloster als Noviziat eine wichtige Ausbildungsstätte der Kapuziner für den gesamten deutschsprachigen Raum.

Der Seelsorger des Gefangenenhauses Salzburg, Wolfgang Bildstein, verbrachte seinen Lebensabend im Kapuzinerkloster.

2020 lebten neben Bruder Karl Löster, der auch Guardian des Kapuzinerklosters ist, noch Bruder Eckehard Krahl (* 29. April 1936)[2]--> und Bruder Hans Pruckner im Kloster. 2019 waren es noch acht Geistliche. Wegen des mangelnden Nachwuchses wurde 2019 der Sitz des Provinzials von Salzburg nach Innsbruck verlegt.[3]

Die Klosterkirche

Hauptartikel Klosterkirche zu den Heiligen Franziskus und Bonaventura

Die Türflügel der Kirche, an denen man die Jahreszahl 1470 lesen kann, stammen von jenem Salzburger Dom, den Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau nach dem Brand im Jahr 1598 in der Nacht vom 11. auf 12. Dezember abreißen ließ.

Die Klosterbibliothek

Die Bibliothek ist eine Hausbibliothek für pastorale Aufgaben und umfasst die Sammelgebiete Theologie, Geschichte und Salisburgensien. Sie ist eine Präsenzbibliothek und kann nur nach vorheriger Anmeldung benutzt werden. Im Zug der Klostergründung wurde das Kloster von Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau zusammen mit anderen Wohltätern mit Büchern ausgestattet.

Bei einem Gesamtbestand von 9 400 Titeln gehören rund 6 600 Werke zum historischen Buchgut: 350 aus dem 16. Jahrhundert, 1 150 aus dem 17. Jahrhundert, 1 750 aus dem 18. Jahrhundert, 1 000 aus der ersten und 2 350 aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, 1 500 historische Titel befinden sich z. Z. im Salzburger Landesarchiv, darunter 320 Werke des 16. Jahrhunderts.

Die Bibliothek befindet sich über der Sakristei, die im Erdgeschoss untergebracht ist.

Sonstige Räume

An einer Längswand im Refektorium befindet sich ein Kachelofen mit grünen Kacheln. Diese Kacheln wurden bei der Renovierung 1980/83 extra angefertigt worden. Denn man fand alte Kacheln in exakt dieser Art in der Zisterne und so schrieb die Altstadtkommission deren neue Herstellung nach altem Muster vor. Unterhalb des Refektoriums befindet sich die "Damiankapelle" mit einer Nachbildung der Kreuzdarstellung in San Damiano in Assisi in Italien.

Der Boden im Refektorium ist noch der originale Holzboden aus dem 16. Jahrhundert. Bei der Generalsanierung wurden die Bohlen umgedreht, da die Oberseite bereits sehr abgetreten und uneben war. Und die Unterseite, noch intakt, abgeschliffen und versiegelt, stellt nun die begehbare Oberseite dar. Eine originale Unterseite eines solchen historischen Fußbodens kann man in einem Zimmer einen Stock tiefer sehen. Es ist ein original erhaltenen Holzboden, mindestens 400 Jahre alt aus Lungauer Lärche.

Prominente Gäste

Papst Johannes Paul VI. wohnte 1988 in diesem Kloster anlässlich seines ersten Papstbesuches in Salzburg.

Erreichbarkeit

Man kann es auf dem Stefan-Zweig-Weg von der Linzer Gasse erreichen oder man nimmt die Imbergstiege, die von der Steingasse auf den Berg führt.

Siehe auch

Bilder

 Kapuzinerkloster Salzburg – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. Quelle www.stadt-salzburg.at Kapzinerkloster
  2. SN vom 21. April 2021, Lokalteil, Seite 18.
  3. www.sn.at, 22. September 2020