Josef Freiherr Lasser von Zollheim: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Josef Freiherr Lasser von Zollheim''' (* [[30. September]] [[1815]] in [[Weißenbach]] bei [[Strobl]]; † [[19. November]] [[1879]] in Wien) war Politiker und [[Ehrenbürger der Stadt Salzburg|Ehrenbürger]] der [[Stadt Salzburg]].
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[[Datei:Josef Lasser von Zollheim Prinzhofer.jpg|miniatur|Josef Lasser von Zollheim, Lithographie von August Prinzhofer]]
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Geheimer Rat Dr. '''Josef Wolf Adam Freiherr Lasser von Zollheim''' (* [[30. September]] [[1814]] in [[Weißenbach (Strobl)|Weißenbach]] bei [[Strobl]]<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/strobl/TFBI+/?pg=116 Taufbuch der Pfarre Strobl, Band I, S. 202.]</ref>; [[19. November]] [[1879]] in [[Wien]]) war Beamter, Jurist, Staatsmann und [[Ehrenbürger der Stadt Salzburg|Ehrenbürger]] der [[Stadt Salzburg]].
  
==Leben==
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== Werdegang und Laufbahn ==
Lasser von Zollheims politische Tätigkeit führte ihn [[1848]] als Vertreter Salzburgs in den Reichsrat nach Wien. Die Entfassung des Gesetzes über die Aufhebung des bäuerlichen Untertänigkeitsverhältnisses aus dem Jahr 1848 stammt von ihm. In den [[1860er]] und [[1870er]] Jahren arbeitete er zweimal für längere Zeit als Innenminister.
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Er stammte aus dem alten [[osttirol]]isch-salzburgischen Adelsgeschlecht der [[Lasser von Zollheim]]. Nach dem Besuch des [[Akademisches Gymnasium Salzburg|k. k. Gymnasiums]] und des k. k. [[Lyzeum Salzburg|Lyzeum]]s studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Wien und erwarb dort [[1838]] das Doktorat der [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#R|Rechte]]. Er trat in den Staatsdienst ein und wurde von 1839 bis 1847 bei der Hof- und Kammerprokuratur in Wien sowie 1847 bis 1849 bei der allgemeinen Hofkammer verwendet.
  
==Auszeichnungen==
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Am [[3. September]] [[1841]] nahm er an der Erstbesteigung des [[Großvenediger]]s in den [[Hohen Tauern]] teil. Im Frühling [[1848]] wurde er im Wahlbezirk [[Werfen]] in den österreichischen Reichstag und danach zu [[Zell am See]] in das Frankfurter Parlament gewählt, optierte jedoch für das erstere Mandat.
Am [[5. Mai]] [[1850]] wurde Lasser von Zollheim die [[Ehrenbürger der Stadt Salzburg|Ehrenbürgerschaft]] der Stadt Salzburg verliehen. Nach ihm ist die [[Lasserstraße]] im Salzburger Stadtteil [[Schallmoos]] benannt.
 
  
==Quelle==
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Nach der im Frühjahr [[1849]] erfolgten Auflösung des Reichstages trat er als Ministerialrat in das [[Reich#k._k.|k.&nbsp;k.]]&nbsp;Ministerium des Innern ein und wurde [[1859]] Sektionschef. Vom [[20. Oktober]] [[1860]] bis zum [[4. Februar]] [[1861]] war er k.&nbsp;k.&nbsp;Minister der Justiz, anschließend bis zum [[27. Juli]] [[1865]] k.&nbsp;k.&nbsp;Staatsminister für politische Verwaltung, vom [[10. Februar]] [[1868]] bis zum [[20. September]] [[1870]] k.&nbsp;k.&nbsp;Statthalter von Tirol und Vorarlberg und vom [[25. November]] [[1871]] bis zum [[5. Juli]] [[1878]] k.&nbsp;k.&nbsp;Minister des Innern.
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Während seiner Ministertätigkeit war er
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* vom [[6. April]] [[1861]] bis zum [[10. August]] [[1871]] [[Landtagsabgeordneter|Abgeordneter]] zum [[Salzburger Landtag]] (und zwar von 1861 bis 1867 für die Pinzgauer Märkte, von 1867 bis 1870 für die Pinzgauer Landgemeinden und 1870 bis 1871 für den Großgrundbesitz)
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* vom [[29. April]] [[1861]] bis zum [[5. Juni]] [[1978]] (mit Unterbrechungen) für das [[Herzogtum Salzburg|Kronland Salzburg]] Mitglied des Abgeordnetenhauses,
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* vom [[8. April]] [[1879]] bis zum [[19. November]] [[1879]] Mitglied des Herrenhauses des Reichstages.
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Als Politiker vertrat Lasser eine liberale und zentralistische Haltung. Zu seinen Leistungen gehören (im Reichstag) die endgültige (weniger weitgehende) Fassung des von Hans Kudlich eingebrachten Gesetzes über die Aufhebung des bäuerlichen Untertänigkeitsverhältnisses (1848), als Justizminister die Schaffung (1862) der bis 1981 in Kraft gestandenen sogenannte "Lasser’schen Artikel" (die eine Veröffentlichung von Mitteilungen über ein schwebendes Gerichtsverfahren verboten; RGBl. Nr. 8/1862) und als Innenminister eine liberale Wahlrechtsreform.
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== Auszeichnungen ==
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Am [[5. Mai]] [[1850]] wurde Lasser von Zollheim die [[Ehrenbürger der Stadt Salzburg|Ehrenbürgerschaft]] der Stadt Salzburg verliehen.
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[[1860]] wurde ihm der Titel eines k. k. Geheimen Rates verliehen. 1867 erhob ihn der Kaiser vom Ritter- in den Freiherrenstand.
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[[1869]] verlieh ihm die Stadt Innsbruck ihre Ehrenbürgerschaft.
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Nach ihm wurde [[1897]] die [[Lasserstraße]] im Salzburger Stadtteil [[Schallmoos]] benannt.
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== Lasser und Salzburg ==
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Er wohnte in der  [[Villa Lasser]] an der [[Schwarzstraße]] in Salzburg, auf dessen Grund später das [[Mozarteum (Gebäude)|Mozarteum]] entstand. Sein Grab ist in der Familiengruft auf dem [[Sebastiansfriedhof|St. Sebastians-Friedhof]] in Salzburg.
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== Literatur ==
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K. Müllner: ''Freiherr Joseph Lasser'', Dissertation, Wien 1963
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== Quellen ==
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* [[Constant von Wurzbach]], Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich, XIV. Teil (Wien 1865), [http://www.literature.at/viewer.alo?objid=11636&viewmode=fullscreen&scale=3.33&rotate=&page=182 S.&nbsp;174&nbsp;ff.]
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* Artikel [http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.l/l240000.htm "Lasser, Josef, Freiherr von Zollheim" auf www.aeiou.at]
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* Artikel "Lasser von Zollheim, Josef Freiherr" in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayrischen Akademie der Wissenschaften, Band 17 (1883), [http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Lasser_von_Zollheim,_Josef_Freiherr ab Seite 790]
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* Cornaro-Falser, "Lasser von Zollheim, Josef Frh.". In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 5, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1972, [http://www.biographien.ac.at/oebl_5/35.pdf S.&nbsp;35.]
 
{{Quelle Franz Martin}}
 
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* [http://gis.stadt-salzburg.at/citymap/cm_data.asp?what=search&ns_sel_search4=address&nsa_txt_street=Lasserstra%DFe&nsa_txt_hnr=&nsa_btn_submit=Adresse+anzeigen ''Info zu 'Lasserstraße' '']auf gis.stadt-salzburg.at
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* [[Richard Voithofer|Voithofer, Richard]]: ''"… dem Kaiser Treue und Gehorsam …" Ein biografisches Handbuch der politischen Eliten in Salzburg 1861 bis 1918.'' Wien (Böhlau Verlag) 2011, S. 79f.
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== Einzelverweise ==
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[[Kategorie:Ausgroaste]]
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Aktuelle Version vom 22. November 2024, 15:52 Uhr

Josef Lasser von Zollheim, Lithographie von August Prinzhofer
Ein von Innenminister Lasser von Zollheim unterschriebenes Ritterstandsdiplom aus 1873

Geheimer Rat Dr. Josef Wolf Adam Freiherr Lasser von Zollheim (* 30. September 1814 in Weißenbach bei Strobl[1]; † 19. November 1879 in Wien) war Beamter, Jurist, Staatsmann und Ehrenbürger der Stadt Salzburg.

Werdegang und Laufbahn

Er stammte aus dem alten osttirolisch-salzburgischen Adelsgeschlecht der Lasser von Zollheim. Nach dem Besuch des k. k. Gymnasiums und des k. k. Lyzeums studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Wien und erwarb dort 1838 das Doktorat der Rechte. Er trat in den Staatsdienst ein und wurde von 1839 bis 1847 bei der Hof- und Kammerprokuratur in Wien sowie 1847 bis 1849 bei der allgemeinen Hofkammer verwendet.

Am 3. September 1841 nahm er an der Erstbesteigung des Großvenedigers in den Hohen Tauern teil. Im Frühling 1848 wurde er im Wahlbezirk Werfen in den österreichischen Reichstag und danach zu Zell am See in das Frankfurter Parlament gewählt, optierte jedoch für das erstere Mandat.

Nach der im Frühjahr 1849 erfolgten Auflösung des Reichstages trat er als Ministerialrat in das k. k. Ministerium des Innern ein und wurde 1859 Sektionschef. Vom 20. Oktober 1860 bis zum 4. Februar 1861 war er k. k. Minister der Justiz, anschließend bis zum 27. Juli 1865 k. k. Staatsminister für politische Verwaltung, vom 10. Februar 1868 bis zum 20. September 1870 k. k. Statthalter von Tirol und Vorarlberg und vom 25. November 1871 bis zum 5. Juli 1878 k. k. Minister des Innern.

Während seiner Ministertätigkeit war er

Als Politiker vertrat Lasser eine liberale und zentralistische Haltung. Zu seinen Leistungen gehören (im Reichstag) die endgültige (weniger weitgehende) Fassung des von Hans Kudlich eingebrachten Gesetzes über die Aufhebung des bäuerlichen Untertänigkeitsverhältnisses (1848), als Justizminister die Schaffung (1862) der bis 1981 in Kraft gestandenen sogenannte "Lasser’schen Artikel" (die eine Veröffentlichung von Mitteilungen über ein schwebendes Gerichtsverfahren verboten; RGBl. Nr. 8/1862) und als Innenminister eine liberale Wahlrechtsreform.

Auszeichnungen

Am 5. Mai 1850 wurde Lasser von Zollheim die Ehrenbürgerschaft der Stadt Salzburg verliehen.

1860 wurde ihm der Titel eines k. k. Geheimen Rates verliehen. 1867 erhob ihn der Kaiser vom Ritter- in den Freiherrenstand.

1869 verlieh ihm die Stadt Innsbruck ihre Ehrenbürgerschaft.

Nach ihm wurde 1897 die Lasserstraße im Salzburger Stadtteil Schallmoos benannt.

Lasser und Salzburg

Er wohnte in der Villa Lasser an der Schwarzstraße in Salzburg, auf dessen Grund später das Mozarteum entstand. Sein Grab ist in der Familiengruft auf dem St. Sebastians-Friedhof in Salzburg.

Literatur

K. Müllner: Freiherr Joseph Lasser, Dissertation, Wien 1963

Quellen

  • Info zu 'Lasserstraße' auf gis.stadt-salzburg.at
  • Voithofer, Richard: "… dem Kaiser Treue und Gehorsam …" Ein biografisches Handbuch der politischen Eliten in Salzburg 1861 bis 1918. Wien (Böhlau Verlag) 2011, S. 79f.

Einzelverweise