Gasthaus Kuglhof: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Gasthaus Kuglhof.jpg|thumb|Gasthaus Kuglhof]]
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[[Datei:2025_08_12_Gasthaus_Kuglhof_01.jpg|thumb|Das Gasthaus Kuglhof im Sommer 2025.]]
[[Datei:Für den Ansturm bereit, Gastgarten beim Kuglhof.jpg|thumb|Für den Ansturm bereit, Gastgarten beim Kuglhof]]
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Das '''Gasthaus Kuglhof''' ist ein Gasthaus im [[Salzburger Stadtteil]] [[Maxglan]] in Nachbarschaft zum [[Pressezentrum Salzburg]] an der [[Karolingerstraße]].
[[Datei:Brauereipferde der Stiegl-Brauerei.jpg|thumb|Pferdegespann der Stieglbrauerei]]
 
Das '''Gasthaus Kuglhof''' ist ein Gasthof im [[Salzburg]]er Stadtteil [[Maxglan]] in direkter Nachbarschaft zum [[Pressezentrum Salzburg]] an der [[Karolingerstraße]].
 
  
==Geschichte==
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== Geschichte ==
Der Kuglhof war im vergangenen Jahrhundert der Landwirtschafts-Hof der Guglbrauerei zu Salzburg, heißt also eigentlich Guglhof und hat mit der Kugel nichts zu tun. Im Mai [[1911]] erwarb ihn die [[Stieglbrauerei]] und verpachtete ihn. [[1932]] brannte er ab, wurde aber [[1933]] wieder aufgebaut und erweitert. [[1936]] erhielt er eine für damalige Verhältnisse sensationelle Lehmbahn mit Nadelstreu und zog die Salzburger Stockschützen an.
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{{Geschichte (Josef Eder)}}
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Bis Ende der [[1860er]]-Jahre erstreckte sich längs der [[Reichsstraße]] von der Ortschaft [[Loig]] bis zu der kleinen Straße, die von der Ortschaft [[Glanhofen]] bis zum [[Kuranstalt Kreuzbrückl|Moorbad Kreuzbrückl]] reichte, das sogenannte [[Eichet]] – ein zumeist mit [[Eiche]]n besetzter [[Wald]] – der dem Forstärar gehörte (der Rest ist heute der [[Walser Eichetwald]]). [[1869]] verkaufte dieses den Wald an die "Gesellschaft Ruf und Konsorten", die den Wald vollständig abholzte, wo­ der Exerzierplatz – das [[Maxglaner Exerzierfeld]] – entstand, den [[1884]] das Militärärar aufkaufte. in den [[1920er]]-Jahre wurde dort das Flugfeld des späteren [[Flughafen Salzburg|Flughafens Salzburg]] errichtet.
  
Während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] befand sich beim Kuglhof ein russisches Kriegsgefangenenlager. Die Gefangenen mussten bei den Bauern in der Umgebung arbeiten<ref>Foto in ''Salzburg Vorstädte Album 1860−1930'', Verlag für Photographie, Wien 1998</ref>.
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Das Eichet hatte einen mehr als vierhundertjährigen Be­stand. Schon zu Ende des [[17. Jahrhundert]]s befand sich am Ostrand das zum [[St. Peter]]-Urbarium gehörige "Pirchner- oder Baumannpetergut", [[1769]] ist dort der erste mit Namen bekannte Besitzer Andrä Praßl († [[1776]]). Es erbte seine Tochter Helene, verehelichte Lindner, deren Mann Peter Lindner in Mitbesitz trat. [[1801]] erbten den Mutterteil die Kinder. [[1817]] war der Vater Peter Lindner im Alleinbesitz. [[1827]] erbten der Sohn Peter Lindner und die Tochter Walburga, verheiratete Steiger, [[1834]] kauften Therese Frizenwangner und Johann Spannberger, [[1836]] kam durch Vergleich wieder Peter Lindner in Besitz.
  
Noch eine Rarität: Der Kuglhof ist eines der wenigen Gasthäuser, die mit dem traditionellen Pferdegespann der Stieglbrauerei zu Salzburg beliefert werden.
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[[1856]] wurde eine hölzerne Aufseherhütte "in der [[Rott]]" ge­kauft und nach Eichet gebracht, ausgemauert und als Wohnhaus benützt. [[1860]] kaufte das alte Baumannpetergut Johann Maurachl Er heiratete Rosina Holzegger, bürgerliche Kuglbräuin. [[1870]], als in der Stadt die alte Kuglbrauerei zu bestehen aufgehört hatte, errichtete Maurachl "auf feinem Gute" in der Gemeinde [[Gemeinde Maxglan|Maxglan]] ein Gasthaus, das "zum Kuglhof" genannt wurde. Der Kuglhof war bald ein beliebter Ausflugsort für die Salz­burger, viele Gartenfeste wurden dort abgehalten. [[1887]] erbte den Kuglhof Klara Buttinger, die Johann Dobler heiratete, den sie in Mitbesitz setzen ließ. [[1902]] war die Witwe in Besitz, [[1911]] kaufte den Kuglhof die [[Stieglbrauerei]] und verpachtete ihn.
  
Seit [[1996]] ist der Gasthof von der Familie Hawranek gepachtet.
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Hier endet die Quelle Josef Eder, nachstehende Daten stammen aus den anderen Quellen.
  
== Ende einer Ära. Mehr Pacht, weniger Freizeit,  weniger Rechte ==
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Während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] befand sich beim Kuglhof ein russisches Kriegsgefangenenlager. Die Gefangenen mussten bei den Bauern in der Umgebung arbeiten<ref>Quelle ist ein Bild im Buch "Salzburg Vorstädte Album 1860–1930", Verlag für Photographie, Wien 1998</ref>.
''Der Koch Alexander Hawranek verlässt nach 17 Jahren  sein" Lebenswerk" Kuglhof.''
 
     
 
Der Abschied der  Familie Hawranek, die mit [[31. Dezember]] [[2012]] nach exakt 17 Jahren den Kuglhof räumt, war bei Bekanntwerden am [[21. August]] 2012  ein Paukenschlag in der heimi­schen Gastronomie. Einer der Gründe war, dass sich die Familie Hawranek als Pächter im Jahr 2011 erlaubt hatten, was für Arbeiter und Angestellte in Österreich Standard ist: sie haben sich nach vielen Jahren des Arbeitens erstmals fünf Wochen Urlaub genommen. Sehr zum Ärger des Verpächters, der [[Stieglbrauerei zu Salzburg]].
 
  
Familie Hawranek wollte auch in Zukunft einmal im Jahr für fünf Wochen den Betrieb zusperren, um Urlaub zu machen, wie allen anderen Österreicher auch.  Doch das gefiel Stiegl überhaupt nicht. Der Vorschlag von Familie Hawranek, doch wenigstens drei Wochen den Betrieb zusperren zu dürfen, wurde ebenso abge­lehnt. Dafür seien wenig er­bauliche Zusatzforderungen vom Verpächter gestellt wor­den. So hätten die Familie plötzlich nach 17 Jahren auf ein­mal auch auf den zweiten wöchentlichen Ru­hetag verzichten  sollen. Aber nicht genug: Stiegl [Bierbrauerei] verlangte, auch den Weineinkauf (!) in Zukunft ex­klusiv über Stiegl abzuwickeln und künftig die Pacht umsatz­bezogen zu bezahlen. Diese Forderungen brachten Hawraneks Fass aber nun endgültig zum Überlaufen. - was wiederum Stiegl plötzlich wieder in Verhandlungsbereitschaft gesetzt  habe. Nur - Familie Hawranek will ein Zeichen  für andere Wirte setzen, dass man sich nicht alles gefallen lassen  muss und hat die Sache erledigt und die Kündigung des Pachtvertrags unterschrieben, wie Mat­bilde Hawranek den [[Salzburger Nachrichten]] gegenüber sagte. Seitdem er­halten sie täglich Angebote  von anderen Verpächtern.  
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Am [[3. Jänner]] [[1935]] brannte das Gasthaus, das zum Großteil aus Holz erbaut war, bis auf die Seitenwände ab. Der damalige Pächter, Stanislaus Ellwagner, erlitt dabei auch bedeutenden persönlichen Schaden.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19350104&query=%22Kuglhof%22&seite=7 ANNO], "[[Salzburger Chronik]]", 4. Jänner 1935, Seite 7</ref> Unter Kommerzialrat Direktor [[Heinrich Kiener I.|Heinrich Kiener]] wurde von der [[Stieglbrauerei]] nach den Plänen des Baumeisters Schwaiger durch die Firma Karl &amp; Zimmermann auf der Stelle der Brandstätte ein neues Gasthaus erbaut und im Juli 1935 der Benützung übergeben.
  
Wie die Salzburger Nachrichten auf Anfrage von Stiegl erfuhr, sei es "''in einer  guten Partner­schaft notwendig, sich die Vereinbarungen in regelmäßi­gen  Abständen anzuschauen und gegebenenfalls zu justie­ren. Leider konnten wir  mit Fa­milie Hawranek keinen Kon­sens fmden, deshalb wird der Pachtvertrag  auch mit Ende dieses Jahres aufgelöst. Wir be­dauern das wirklich sehr.''"
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[[1936]] erhielt das Gasthaus eine für damalige Verhältnisse eine sensationelle Lehmbahn mit Nadelstreu und zog die Salzburger Stockschützen an.
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Noch eine Rarität: Der Kuglhof ist eines der wenigen Gasthäuser, die mit dem traditionellen [[Stiegl-Pferde|Pferdegespann der Stieglbrauerei]] beliefert werden.
  
Das Verständnis  der Familie Hawranek für diese Zeilen hält sich in Grenzen: "''Bisher hat  un­sere Partnerschaft so ausgese­hen, dass wir oft jahrelang kei­nen Urlaub  oder nur eine Wo­che hatten, um diesen Betrieb 17 Jahre aufzubauen. Wir be­dauern  auch, dass mit uns heute so umgesprungen wird.''"
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==== Pächter seit 1947 ====
 
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Ab [[1947]] war Anton Schenk neuer Pächter. Um [[1990]] absolvierte Sasa "Backi" Jakovljevic, die zweite Hälfte seiner Lehrlingszeit als Koch, der heute die [[Pescheria Backi]] im [[Kleiner Grünmarkt|Kleinen Grünmarkt]] im [[Andräviertel]] führt. Von [[1996]] bis Ende [[2012]] war der Gasthof von der Familie Hawranek gepachtet. [[Gasthaus Kuglhof - Das Ende einer Ära|Deren Abschied]] sorgte in der Gastronomieszene für Aufsehen. Alexander Hawranek führte von [[1996]] bis etwa um 2012 den Kuglhof. Dann war er für einige Zeit geschlossen. Am [[20. März]] [[2013]] eröffnete der Kuglhof unter seinem neuen Pächter, Peter Preslmayr, neu. "Das Datum haben wir bewusst gewählt" sagt er. "Da ist nämlich Frühlingsbeginn." Dann schaut er seine Lebensgefährtin ziemlich verliebt an und fügt hinzu: "Und die Conny hat am 21. März Geburtstag." Conny Stöllinger ist in [[Fuschl am See]] aufgewachsen und seit 20 Jahren (2013) lebt sie mit Peter Preslmayr zusammen.  
Bis zum 31. Dezember 2012  werden sich die Hawraneks noch von ihren jahrelangen Stammgästen ver­abschieden.  
 
  
=== Zitat ===
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[[Datei:2025_08_12_Gasthaus_Kuglhof_03.jpg|thumb|Der Gastgarten beim Kuglhof.]]
[[Peter Gnaiger]] von den Salzburger Nachrichten meinte dazu in einer Glosse<ref>{{Quelle SN|22. August 2012}}</ref>:
 
  
"''Noch nie haben die Pächter so  unter Auflagen gestöhnt wie in diesem Jahr. Da werden so­gar stadtbekannte  Vorzeige­gastronomen vor die Tür ge­setzt, wenn sie sich nicht "kon­sensbereit"  zeigen. So erging es zumindest Alexander Hawra­nek nach 17 Jahren im Tradi­tionslokal  Kuglhof (die SN be­richteten). Er hatte seinen Ver­pächter Stiegl gebeten,  den Kuglhof wenigstens drei Wo­chen im Jahr zusperren zu dür­fen. Abgelehnt.''
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Preslmayr, der das gastronomische Handwerk in Wels und Bad Schallerbach erlernt hatte, war mit Conny die letzten 13 Jahre im Tiroler Oberland. Kennengelernt haben sich die beiden bereits auf der Hotelfachschule in [[Bad Ischl]]. Dann studierten sie internationale Betriebswirtschaft in Innsbruck. Preslmayr war bis zuletzt in der Geschäftsleitung von Handl Speck beschäftigt. Stöllinger führte zehn Jahre lang den Vorzeigebetrieb Trofana Tyrol in Mils bei Imst. Auf die Frage, ob sie sich mit ihrer Hochschulausbildung nicht überqualifiziert für ein Traditionsgasthaus fühlen, antworten sie mit ihrer Visitenkarte. Darauf steht der Firmenname, unter dem der Kuglhof in Zukunft geführt wird: "Herzblut Gastronomie GesmbH."
 
 
''Stattdessen wurde ihm ein neuer  Vertrag vorgelegt: mit er­höhter Pacht und der Vor­schrift, den Wein künftig  aus­schließlich bei Stiegl zu kaufen. Weil er darauf nicht einging, er­hielt  er die schriftliche Kündi­gung und das Angebot: "Jetzt können wir uns  weiter unter­halten - wenn du dich traust." Hawranek traute sich -  diesen diskussionswürdigen Umgang öffentlich zu machen.''
 
 
 
''Alle Verpächter sollten be­denken,   dass Wirtshäuser wirt­schaftlich geführt werden müs­sen: Deren Kapital sind  aber zufriedene Menschen.''"
 
  
=== Stiegl hofft auf Versöhnung ===
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Im Mai [[2024]] gaben die beiden bekannt, dass sie nach zwölf Jahren im Kuglhof aufhören. Die schwierige Suche nach Personal und persönliche Pläne haben die Betreiber zu diesem Schritt bewogen. Es sei Zeit für eine "Schaffenspause". Es sei zermürbend, wenn sich keine oder nur ungeeignete Leute für offene Stellen melden. Aktuell fehlen im Kuglhof zwei Köche in Vollzeit und eine Servicekraft. Es fehlen auch Lehrlinge in der Gastronomie. Vor [[Corona]] gab es im Kuglhofimmer zwei Lehrlinge in der Küche und zwei im Service. Nach Corona sei es nicht mehr gelungen, neue Lehrlinge zu gewinnen. Stöllinger und Preslmayr arbeiten derzeit 80 bis 100 Stunden in der Woche.  
Nach Bekanntwerden der Umstände, die zum Rückzug der Familie Hawranek führten war die Stieglbrauerei mit ''überwältigenden Reaktionen'' konfrontiert worden. Zitat: "''Die waren keineswegs freundlich. Wir haben so was noch nie erlebt. Wir haben ja ohnehin schon nach Erscheinen des ersten Beitrags geuwsst, dass da was gewaltig aus dem Ruder gelaufen ist. Die Reaktionen waren deshalb nicht der Anlass: Sie waren aber ein beindruckend starker Rückenwid, der uns veranlasst hat, so schnell wie möglich die Familie Hawranek zu bitten, doch bitte wieder zurück ins Boot zu kommen.''"
 
  
Zwei nicht namentlich genannt werden wollende führende Stiegl-Mitarbeiter besuchten bereits am 23. August 2012 die Familie und mit geknickten Entschuldigungen überbrachten sie ein neues Angebot: ein erster Vertragsentwurf sieht vor, dass die Wünsche der Familie Hawranek nach mehr Freizeit erfüllt werden und auf den exklusiven Weineinkauf der Pächter bei Stiegl verzichtet wird. Im Fall, dass die Familie Hawranek auf das Versöhnungsangebot eingeht, möchte Stiegl weiters ein Versöhnungsfest bei Freibier mit allen Kuglhof-Stammgästen feiern.
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Seit 15 Jahren träumen die beiden von einem Projekt, das sie nun vielleicht umsetzen werden. Conny Stöllinger stammt aus [[Fuschl am See]], wo die Familie am Südufer einen Badeplatz samt Kiosk und Gastgarten betreibt. Möglicherweise starten die beiden bei Stöllingers Elternhaus eine kleine Gastronomie. Sie wollen sich aber auch in Salzburg umschauen. "Wir sind beide 53 Jahre alt, wenn wir etwas Neues angehen wollen, dann jetzt."
  
Mathilde und Alexander Hawranek zeigten sich nach den Gesprächen mit den Stiegl-Managern sichtlich gerührt, möchten die Angelegenheit aber nochmals in Ruhe während der nächsten beiden Ruhetagen überlegen.
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[[Datei:2025_08_12_Gasthaus_Kuglhof_06.jpg|thumb|Ein "Sommerspritzer" im Gastgarten, Sommer 2025.]]
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Ende Oktober 2024 hatte das Gasthaus Kuglhof neue Pächter. Unter mehr als 90 Bewerbern konnten [[Hannah Sattlegger]] (26) und [[Patrick Winkler]] (23) Stiegl mit ihrem Konzept überzeugen. Die beiden lernten sich in einer Wintersaison im Hotel [[Seekarhaus]] in [[Obertauern]]. Sie war dort in der Patisserie tätig, er als Koch. Von Hannah Sattleggers Ausbildung in der Patisserie und vor allem von ihrem Meisterbrief als Konditorin sollen künftig auch die Gäste im Kuglhof profitieren: Im Gasthaus soll es in Zukunft eine Kuchenvitrine geben.
  
Wie es überhaupt zu dieser Situation gekommen ist, wollte oder konnte Stiegl nicht eindeutig mitteilen. "''Wir haben die Situation vollkommen unterschätzt. Und wenn wir jetzt sagen, dass es sich bei dieser leidigen Geschichte um das unsenible Vorgehen einer Einzelperson handelte, dann ich nur hoffen, dass Sie mir das auch glauben''" sagte eine Mitglied der Führungsetage von Stiegl sichtlich zerknirscht am 24. August am Nachmittag im SN-Gespräch.
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Im Kuglhof wird man wieder mit kleinerem Team arbeiten. Neben dem Wirtspaar wird es noch sechs weitere Mitarbeiter geben, teilweise Mitarbeiter, die schon mit den früheren Pächtern im Kuglhof gearbeitet haben. Patrick Winkler wird in der Küche stehen, Hannah Sattlegger wird neben der Zubereitung von allem, was süß ist, auch im Service mitarbeiten. Die beiden bringen zudem einen neuen Serviceleiter mit ins Team.
  
=== "Auszapft is" ===
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Einen Probelauf gab es für das neue Kuglhof-Team schon kürzlich im [[Gasthof Zur Einkehr Wasenmoos|Gasthaus Wasenmoos]] in [[Thalgauberg]] bei Patrick Winklers Taufpatin. "Wir haben dort einen ''Fine-Dining''-Abend für 60 Leute veranstaltet: Da gab es ein sechsgängiges Menü mit Weinbegleitung", sagt Winkler. Solche Abende möchten die beiden in Zukunft auch im Kuglhof veranstalten: Etwa vier Mal im Jahr möchten sie dort ganz fein aufkochen. Sonst soll aber im Kuglhof auch viel beim Alten bleiben, wie etwa die Öffnungszeiten von Dienstag bis Samstag oder die Mittagsmenüs für die vielen Betriebe in der Umgebung. Eine offizielle Eröffnung mit Fest ist im neuen Jahr geplant. Für Weihnachtsfeiern sei man aber auch im Dezember schon offen, sagt Patrick Winkler.
Nach einer Woche Nachdenkpause sagte Hawranek zu den SN<ref>{{Quelle SN|1. September 2012}}</ref>, dass er bei seiner Entscheidung bleibe und sich im Jänner 2013 nach einer etwa zweimonatigen Auszeit neu orientieren werden. Dass ihm Stiegl noch die Hand reichen wollte, habe ihn zwar gerührt, "''aber es ist zu viel passiert.''". Was inzwischen übrigens auch [[Franz Josef Bachmayr]] (Geschäftsführer Stiegl Immobilien) bedauert: "''Es ist einiges falsch gelaufen. Die Anzahl der Schließtage war zuletzt sehr groß. Ich habe Herrn Hawranek schon vor zwei Jahren gesagt, dass wir da ein Problem haben werden.''"
 
  
Abschließend einigten sich beide aber auf eine buddhistische Weisheit: "''Weine nicht beim Abschied. Lächle bei der Erinnerung an die schöne Zeit.''"
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== Bilder ==
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{{Bildkat}}
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== Quellen ==
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{{Homepage|https://www.kuglhof.at}}
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* {{Quelle SN|21. und 25. August, 1. September 2012 sowie 8. Februar 2013}}
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: sowie vom [https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/nach-jahren-paechter-salzburger-traditionswirtshauses-kuglhof-158509624 www.sn.at], 17. Mai 2024 und [https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/junges-paar-traditions-gasthaus-kuglhof-167639722 31. Oktober 2024]
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* [[Josef Eder (Baumeister)|Josef Eder]]: "Der Kuglhof" [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19350727&query=%22Eder%22&seite=9 ANNO], "[[Salzburger Volksblatt]]", 27. Juli 1935, Seite 9
  
==Team bis Ende 2012==
+
== Einzelnachweise ==  
*Es bedienen die Gäste:
+
<references/>
:Erika Muthspiel
 
:Stefanie Funke
 
:Renhard Causegic
 
 
 
*Es kochen für die Gäste:
 
:Gerhard Fischer
 
:Michael Neumann
 
:Johannes Neoral
 
:Stephanie Gastager
 
 
 
== Neustart 2013 ==
 
Am  [[20. März]] [[2013]] soll der Kuglhof wieder den Betrieb aufnehmen. „''Das Datum haben wir bewusst gewählt''“, sagt Peter Preslmayr, der neue Pächter. „''Da ist nämlich Frühlingsbeginn.''“ Dann schaut er seine Lebensgefährtin ziemlich verliebt an und fügt hinzu: „''Und die Conny hat am 21. März Geburtstag.''“ „Die Conny“ heißt übrigens noch Stöllinger. Sie ist in [[Fuschl am See]] aufgewachsen und seit 20 Jahren lebt sie mit ihrem Peter in wilder Ehe beisammen.
 
 
 
„''Wir sind uns bewusst, dass unser Vorgänger Alexander Hawranek riesige Fußstapfen hinterlassen hat''“, sagt Preslmayr. Umso dankbarer seien sie auch, dass Hawranek in der Planungsphase noch beratend zur Seite stand. Hawranek streut Preslmayr und Stöllinger auch vorab Rosen: „''Die beiden sind eine gute Wahl. Sie sind sehr sympathisch und mit dem festen Willen ausgestattet, den Kuglhof so weiterzuführen, dass sich die ehemaligen Stammgäste genauso wohlfühlen wie in den letzten 17 Jahren.''“
 
  
„''Wir waren jetzt 13 Jahre im Tiroler Oberland.''“, sagt Preslmayr, der das gastronomische Handwerk in Wels und Bad Schallerbach erlernt hat. Kennengelernt haben sich die beiden bereits auf der Hotelfachschule in [[Bad Ischl]]. Dann studierten sie internationale Betriebswirtschaft in Innsbruck. Preslmayr war bis zuletzt in der Geschäftsleitung von Handl Speck beschäftigt. Stöllinger führte zehn Jahre lang den Vorzeigebetrieb Trofana Tyrol in Mils bei Imst. Auf die Frage, ob sie sich mit ihrer Hochschulausbildung nicht überqualifiziert für einen Traditionsgasthof fühlen, antworten sie mit ihrer Visitenkarte. Darauf steht der Firmenname, unter dem der Kuglhof in Zukunft geführt wird: „Herzblut Gastronomie GesmbH.“
+
{{SORTIERUNG: Kuglhof, Gasthaus}}
 
+
[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
==Fußnote und Quellen==
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[[Kategorie:Maxglan]]
<references/>
+
[[Kategorie:Wirtschaft]]
{{Homepage|http://www.kuglhof.at/home}}
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[[Kategorie:Unternehmen]]
* {{Quelle SN|21. und 25. August, 1. September 2012 sowie 8. Februar 2013}}
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[[Kategorie:Unternehmen (Geschichte)]]
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[[Kategorie:Tourismus]]
[[Kategorie:Stadt Salzburg|Kuglhof, Gasthof]]
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[[Kategorie:Tourismus (Geschichte)]]
[[Kategorie:Maxglan|Kuglhof, Gasthof]]
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[[Kategorie:Gastronomie]]
[[Kategorie:Tourismus|Kuglhof, Gasthof]]
+
[[Kategorie:historische Gaststätte]]
[[Kategorie:Übernachtung|Kuglhof, Gasthof]]
+
[[Kategorie:Gaststätten und Restaurants]]
[[Kategorie:Gaststätten und Restaurants|Kuglhof, Gasthof]]
+
[[Kategorie:Gasthaus]]
[[Kategorie:Gasthof|Kuglhof, Gasthof]]
 

Aktuelle Version vom 12. August 2025, 20:42 Uhr

Das Gasthaus Kuglhof im Sommer 2025.

Das Gasthaus Kuglhof ist ein Gasthaus im Salzburger Stadtteil Maxglan in Nachbarschaft zum Pressezentrum Salzburg an der Karolingerstraße.

Geschichte

Salzburgs Geschichte nach Josef Eder
Der nächste Absatz (das nächste Kapitel) entstammt Aufzeichnungen des Salzburger Baumeisters und Heimatforschers Josef Eder (* 1859; † 1935).

Bis Ende der 1860er-Jahre erstreckte sich längs der Reichsstraße von der Ortschaft Loig bis zu der kleinen Straße, die von der Ortschaft Glanhofen bis zum Moorbad Kreuzbrückl reichte, das sogenannte Eichet – ein zumeist mit Eichen besetzter Wald – der dem Forstärar gehörte (der Rest ist heute der Walser Eichetwald). 1869 verkaufte dieses den Wald an die "Gesellschaft Ruf und Konsorten", die den Wald vollständig abholzte, wo­ der Exerzierplatz – das Maxglaner Exerzierfeld – entstand, den 1884 das Militärärar aufkaufte. in den 1920er-Jahre wurde dort das Flugfeld des späteren Flughafens Salzburg errichtet.

Das Eichet hatte einen mehr als vierhundertjährigen Be­stand. Schon zu Ende des 17. Jahrhunderts befand sich am Ostrand das zum St. Peter-Urbarium gehörige "Pirchner- oder Baumannpetergut", 1769 ist dort der erste mit Namen bekannte Besitzer Andrä Praßl († 1776). Es erbte seine Tochter Helene, verehelichte Lindner, deren Mann Peter Lindner in Mitbesitz trat. 1801 erbten den Mutterteil die Kinder. 1817 war der Vater Peter Lindner im Alleinbesitz. 1827 erbten der Sohn Peter Lindner und die Tochter Walburga, verheiratete Steiger, 1834 kauften Therese Frizenwangner und Johann Spannberger, 1836 kam durch Vergleich wieder Peter Lindner in Besitz.

1856 wurde eine hölzerne Aufseherhütte "in der Rott" ge­kauft und nach Eichet gebracht, ausgemauert und als Wohnhaus benützt. 1860 kaufte das alte Baumannpetergut Johann Maurachl Er heiratete Rosina Holzegger, bürgerliche Kuglbräuin. 1870, als in der Stadt die alte Kuglbrauerei zu bestehen aufgehört hatte, errichtete Maurachl "auf feinem Gute" in der Gemeinde Maxglan ein Gasthaus, das "zum Kuglhof" genannt wurde. Der Kuglhof war bald ein beliebter Ausflugsort für die Salz­burger, viele Gartenfeste wurden dort abgehalten. 1887 erbte den Kuglhof Klara Buttinger, die Johann Dobler heiratete, den sie in Mitbesitz setzen ließ. 1902 war die Witwe in Besitz, 1911 kaufte den Kuglhof die Stieglbrauerei und verpachtete ihn.

Hier endet die Quelle Josef Eder, nachstehende Daten stammen aus den anderen Quellen.

Während des Ersten Weltkriegs befand sich beim Kuglhof ein russisches Kriegsgefangenenlager. Die Gefangenen mussten bei den Bauern in der Umgebung arbeiten[1].

Am 3. Jänner 1935 brannte das Gasthaus, das zum Großteil aus Holz erbaut war, bis auf die Seitenwände ab. Der damalige Pächter, Stanislaus Ellwagner, erlitt dabei auch bedeutenden persönlichen Schaden.[2] Unter Kommerzialrat Direktor Heinrich Kiener wurde von der Stieglbrauerei nach den Plänen des Baumeisters Schwaiger durch die Firma Karl & Zimmermann auf der Stelle der Brandstätte ein neues Gasthaus erbaut und im Juli 1935 der Benützung übergeben.

1936 erhielt das Gasthaus eine für damalige Verhältnisse eine sensationelle Lehmbahn mit Nadelstreu und zog die Salzburger Stockschützen an. Noch eine Rarität: Der Kuglhof ist eines der wenigen Gasthäuser, die mit dem traditionellen Pferdegespann der Stieglbrauerei beliefert werden.

Pächter seit 1947

Ab 1947 war Anton Schenk neuer Pächter. Um 1990 absolvierte Sasa "Backi" Jakovljevic, die zweite Hälfte seiner Lehrlingszeit als Koch, der heute die Pescheria Backi im Kleinen Grünmarkt im Andräviertel führt. Von 1996 bis Ende 2012 war der Gasthof von der Familie Hawranek gepachtet. Deren Abschied sorgte in der Gastronomieszene für Aufsehen. Alexander Hawranek führte von 1996 bis etwa um 2012 den Kuglhof. Dann war er für einige Zeit geschlossen. Am 20. März 2013 eröffnete der Kuglhof unter seinem neuen Pächter, Peter Preslmayr, neu. "Das Datum haben wir bewusst gewählt" sagt er. "Da ist nämlich Frühlingsbeginn." Dann schaut er seine Lebensgefährtin ziemlich verliebt an und fügt hinzu: "Und die Conny hat am 21. März Geburtstag." Conny Stöllinger ist in Fuschl am See aufgewachsen und seit 20 Jahren (2013) lebt sie mit Peter Preslmayr zusammen.

Der Gastgarten beim Kuglhof.

Preslmayr, der das gastronomische Handwerk in Wels und Bad Schallerbach erlernt hatte, war mit Conny die letzten 13 Jahre im Tiroler Oberland. Kennengelernt haben sich die beiden bereits auf der Hotelfachschule in Bad Ischl. Dann studierten sie internationale Betriebswirtschaft in Innsbruck. Preslmayr war bis zuletzt in der Geschäftsleitung von Handl Speck beschäftigt. Stöllinger führte zehn Jahre lang den Vorzeigebetrieb Trofana Tyrol in Mils bei Imst. Auf die Frage, ob sie sich mit ihrer Hochschulausbildung nicht überqualifiziert für ein Traditionsgasthaus fühlen, antworten sie mit ihrer Visitenkarte. Darauf steht der Firmenname, unter dem der Kuglhof in Zukunft geführt wird: "Herzblut Gastronomie GesmbH."

Im Mai 2024 gaben die beiden bekannt, dass sie nach zwölf Jahren im Kuglhof aufhören. Die schwierige Suche nach Personal und persönliche Pläne haben die Betreiber zu diesem Schritt bewogen. Es sei Zeit für eine "Schaffenspause". Es sei zermürbend, wenn sich keine oder nur ungeeignete Leute für offene Stellen melden. Aktuell fehlen im Kuglhof zwei Köche in Vollzeit und eine Servicekraft. Es fehlen auch Lehrlinge in der Gastronomie. Vor Corona gab es im Kuglhofimmer zwei Lehrlinge in der Küche und zwei im Service. Nach Corona sei es nicht mehr gelungen, neue Lehrlinge zu gewinnen. Stöllinger und Preslmayr arbeiten derzeit 80 bis 100 Stunden in der Woche.

Seit 15 Jahren träumen die beiden von einem Projekt, das sie nun vielleicht umsetzen werden. Conny Stöllinger stammt aus Fuschl am See, wo die Familie am Südufer einen Badeplatz samt Kiosk und Gastgarten betreibt. Möglicherweise starten die beiden bei Stöllingers Elternhaus eine kleine Gastronomie. Sie wollen sich aber auch in Salzburg umschauen. "Wir sind beide 53 Jahre alt, wenn wir etwas Neues angehen wollen, dann jetzt."

Ein "Sommerspritzer" im Gastgarten, Sommer 2025.

Ende Oktober 2024 hatte das Gasthaus Kuglhof neue Pächter. Unter mehr als 90 Bewerbern konnten Hannah Sattlegger (26) und Patrick Winkler (23) Stiegl mit ihrem Konzept überzeugen. Die beiden lernten sich in einer Wintersaison im Hotel Seekarhaus in Obertauern. Sie war dort in der Patisserie tätig, er als Koch. Von Hannah Sattleggers Ausbildung in der Patisserie und vor allem von ihrem Meisterbrief als Konditorin sollen künftig auch die Gäste im Kuglhof profitieren: Im Gasthaus soll es in Zukunft eine Kuchenvitrine geben.

Im Kuglhof wird man wieder mit kleinerem Team arbeiten. Neben dem Wirtspaar wird es noch sechs weitere Mitarbeiter geben, teilweise Mitarbeiter, die schon mit den früheren Pächtern im Kuglhof gearbeitet haben. Patrick Winkler wird in der Küche stehen, Hannah Sattlegger wird neben der Zubereitung von allem, was süß ist, auch im Service mitarbeiten. Die beiden bringen zudem einen neuen Serviceleiter mit ins Team.

Einen Probelauf gab es für das neue Kuglhof-Team schon kürzlich im Gasthaus Wasenmoos in Thalgauberg bei Patrick Winklers Taufpatin. "Wir haben dort einen Fine-Dining-Abend für 60 Leute veranstaltet: Da gab es ein sechsgängiges Menü mit Weinbegleitung", sagt Winkler. Solche Abende möchten die beiden in Zukunft auch im Kuglhof veranstalten: Etwa vier Mal im Jahr möchten sie dort ganz fein aufkochen. Sonst soll aber im Kuglhof auch viel beim Alten bleiben, wie etwa die Öffnungszeiten von Dienstag bis Samstag oder die Mittagsmenüs für die vielen Betriebe in der Umgebung. Eine offizielle Eröffnung mit Fest ist im neuen Jahr geplant. Für Weihnachtsfeiern sei man aber auch im Dezember schon offen, sagt Patrick Winkler.

Bilder

 Gasthaus Kuglhof – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI

Quellen

sowie vom www.sn.at, 17. Mai 2024 und 31. Oktober 2024

Einzelnachweise

  1. Quelle ist ein Bild im Buch "Salzburg Vorstädte Album 1860–1930", Verlag für Photographie, Wien 1998
  2. ANNO, "Salzburger Chronik", 4. Jänner 1935, Seite 7