Speicherkraftwerk Strubklamm (historisch): Unterschied zwischen den Versionen
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Das '''Speicherkraftwerk Strubklamm''' ist ein ehemaliges [[Wasserkraftwerk]] | Das historische '''Speicherkraftwerk Strubklamm''', ein sogenanntes ''Wochenspeicherkraftwerk'', ist ein ehemaliges [[Wasserkraftwerk]] in der Nähe des unteren Endes der [[Strubklamm (Naturdenkmal)|Strubklamm]] in der Ortschaft [[Wimberg (Adnet)|Wimberg]] in der Gemeinde [[Adnet]] im [[Tennengau]]. Das Speicherkraftwerk und die daneben befindliche Werkssiedlung zählen zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in Adnet|denkmalgeschützten Objekten]] in der Gemeinde Adnet. | ||
==Geschichte == | == Geschichte == | ||
[[1909]] wurde der Bau des [[Speicherkraftwerk Wiestal (historisch)|Speicherkraftwerks Wiestal]] begonnen. Bereits damals war die spätere Nutzung der "Hinterseealm" ([[Oberalm (Gewässer)|Oberalm]]) als zweite Staustufe vorgesehen. [[1913]] ging das Speicherkraftwerk Wiestal in Betrieb und bald stieg auch der Stromverbrauch stark an. | |||
In der Erkenntnis der dringenden Notwendigkeit, neue Kraftquellen für die Erzeugung elektrischer Energie zur Versorgung der Stadt Salzburg und Umgebung heranzuziehen, um dem steigenden Bedarf an elektrischer Energie nachzukommen, hat der [[Salzburger Gemeinderat|Gemeinderat der Stadt Salzburg]] in der Sitzung vom [[6. Juli]] [[1920]] den Ausbau der zweiten Stufe des Wiestalwerkes (= Kraftwerk Strubklamm), der bereits in dem im Jahre 1907 verfassten generellen Projekt vorgesehen war, beschlossen.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=emb&datum=1922&page=223&size=45&qid=7E3N0P5NZEX5PSEQBKKS1B5DY108XD ANNO], Ing. Ferdinand Alber, "Die hydroelektrischen Anlagen der Stadt Salzburg", Elektrotechnik und Maschinenbau, 1922, Hauptteil, Seite 211]</ref> | |||
Daher wurde [[1920]] mit dem Bau des Kraftwerks Strubklamm begonnen. | |||
Die Errichtung des Kraftwerks Strubklamm, dessen baulicher Teil der Firma Pittel & Brausewetter in [[Wien]] zur Ausführung übertragen wurde, während die Turbinen von J. M. Voith und die elektrischen Einrichtungen von den [[österreich]]ischen Siemens-Schuckert-Werken geliefert wurden, begann im November 1920. Er konnte jedoch infolge der katastrophalen Geldentwertung und der ständigen Verschlimmerung der wirtschaftlichen Lage nur bis Weihnachten 1921 weitergeführt werden. Nach langwierigen Verhandlungen mit verschiedenen Finanzgruppen kam schließlich ein Vertrag mit der [[Württembergische Elektrizitätswerke AG|Württembergischen Elektrizitäts-AG]] (Weag) in Stuttgart zustande, welcher die Weiterführung des Baues sicherte. Als später auch die valutarischen Verhältnisse Deutschlands schwer erschüttert wurden, ermöglichte die Aufnahme von zwei englischen Krediten im Ausmaße von 220.000 Pfund die Vollendung des Baues, welcher sich auf rund 70 Milliarden [[Krone]]n stellte. | |||
[[1922]] hat die [[Stadtgemeinde Salzburg]] die Bau- und Betriebsführung beider Werke an die Württembergische Elektrizitäts-Aktien-Gesellschaft (WEAG) in Stuttgart übergeben. Diese verstand es in stetem engen Einvernehmen mit der Stadt als Eigentümerin, die Anlagen mustergültig auszustatten und als Wirtschaftsfaktor zu erhalten. | |||
Am [[20. Dezember]] [[1924]] wurde das Speicherkraftwerk Strubklamm durch Bundespräsident Dr. Michael Hainisch feierlich eröffnet und nahm seinen Betrieb auf. | |||
== | Der [[Strubklammspeicher|Stausee Vordersee]] verfügte über 2,5 Million Kubikmeter nutzbarem Stauinhalt und 105 m Gefälle. Die unerwartet schlechten Bodenverhältnisse im Stausee Vordersee ließen viel Wasser versickern und brachten über den Druckstollen (Länge 1 230 m, Profilfläche 3,44 m², maximales Durchflussvermögen sechs Kubikmeter pro Sekunde)<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=zia&datum=1913&page=1650&size=45&qid=CPFR38JM0L7AFKBJJDZ11MHJ24OMTI ANNO], Zeitschrift des österreichischen Ingenieur-Vereines, Ausgabe vom 30. April 1913, Seite 777f des Hauptteils</ref> bei der [[Staumauer Strubklamm]] kaum Triebwasser zu den Turbinen. Deshalb wurde zusätzlich das Wasser des [[Hintersee (See)|Hintersee]]s herangezogen. Dieser verfügte über 6,5 Million Kubikmeter nutzbarem Stauinhalt. Eine 2 100 Meter lange Holzrohrleitung, der [[Strüblweiher-Stausee|Kleinspeicher Strüblweiher]] und ein Pumpwerk am Hintersee entstanden. Das nutzbare Gefälle des Strubklammwerks wurde dadurch auf 123 Meter erhöht. | ||
==Quellen== | Die beiden Speicherkraftwerke Wiestal und Strubklamm hatten [[1932]] ein Jahresarbeitsvermögen von 25 Millionen kWh und konnten bis [[1945]] den Strombedarf der Stadt Salzburg decken. | ||
* [[Das Buch der Stadt Salzburg]], [[1932]], | |||
* [ | In den Jahren [[1981]] bis [[1984]] wurde neben dem historischen Speicherkraftwerk Strubklamm ein neues modernes Kraftwerkgebäude errichtet und insbesondere wurde ein neuer Triebwasserstollen errichtet. Dadurch wurde die direkte Nutzung des Wassers aus dem Hintersees möglich. Die Leistung des Kraftwerks hat sich dadurch verdoppelt (siehe [[Speicherkraftwerk Strubklamm]]). | ||
* [http://service.salzburg.gv.at/natur/Index?cmd=detail&nokey=NDM00167 service.salzburg.gv.at] | |||
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"Das Strubklammkraftwerk der Stadt Salzburg", ein Beitrag von Regierungsbaumeister Ing. Josef Fiechtl, Prokurist der [[Württembergische Elektrizitätswerke AG]] Stuttgart | |||
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* Ing. [[Ferdinand Alber]]: "Die hydroelektrischen Anlagen der Stadt Salzburg", Elektrotechnik und Maschinenbau, 1922, Hauptteil, Heft 18, Seite 211, 2. Teil: "Strubklammwerk" [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=emb&datum=1922&qid=RFMGR7U3LDTP1WARYF3AI35AMPK83Y&size=45&page=223 Link] | |||
== Quellen == | |||
* "[[Das Buch der Stadt Salzburg]]", [[1932]], "Die Städtischen Elektrizitätswerke Salzburg (Direktor Dr. [[Paul Hammerschmidt]])", Seite 188 f | |||
* [https://www.salzburg-ag.at/ueber-die-salzburg-ag/unternehmen/erzeugung/erzeugungsanlagen/wasserkraftwerk-strubklamm.html#search/Speicherkraftwerk%2520Strubklamm www.salzburg-ag.at], abgefragt am 30. Dezember 2019 | |||
* [http://service.salzburg.gv.at/natur/Index?cmd=detail&nokey=NDM00167 service.salzburg.gv.at], bei einer Überprüfung am 30. Dezember 2019 nicht mehr verfügbar | |||
* Salzburg AG, Kraftwerksgruppe Tennengau/Flachgau | * Salzburg AG, Kraftwerksgruppe Tennengau/Flachgau | ||
* [ | * [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=waw&datum=1925&page=11&size=45&qid=YMV1MZZ7I43U5HP3XUA57TG19HN3CN ANNO], Die Wasserwirtschaft, 1925, Ausgabe 1, Seite 9 | ||
* [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19241223&query=text:%22M%c3%bcller-Ruhe%22&ref=anno-search&seite=1 ANNO], [[Salzburger Chronik]], Ausgabe vom 23. Dezember 1924, Seite 1, ausführlicher Bericht über die Eröffnung | |||
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Aktuelle Version vom 8. Januar 2024, 11:01 Uhr

Das historische Speicherkraftwerk Strubklamm, ein sogenanntes Wochenspeicherkraftwerk, ist ein ehemaliges Wasserkraftwerk in der Nähe des unteren Endes der Strubklamm in der Ortschaft Wimberg in der Gemeinde Adnet im Tennengau. Das Speicherkraftwerk und die daneben befindliche Werkssiedlung zählen zu den denkmalgeschützten Objekten in der Gemeinde Adnet.
Geschichte
1909 wurde der Bau des Speicherkraftwerks Wiestal begonnen. Bereits damals war die spätere Nutzung der "Hinterseealm" (Oberalm) als zweite Staustufe vorgesehen. 1913 ging das Speicherkraftwerk Wiestal in Betrieb und bald stieg auch der Stromverbrauch stark an.
In der Erkenntnis der dringenden Notwendigkeit, neue Kraftquellen für die Erzeugung elektrischer Energie zur Versorgung der Stadt Salzburg und Umgebung heranzuziehen, um dem steigenden Bedarf an elektrischer Energie nachzukommen, hat der Gemeinderat der Stadt Salzburg in der Sitzung vom 6. Juli 1920 den Ausbau der zweiten Stufe des Wiestalwerkes (= Kraftwerk Strubklamm), der bereits in dem im Jahre 1907 verfassten generellen Projekt vorgesehen war, beschlossen.[1]
Daher wurde 1920 mit dem Bau des Kraftwerks Strubklamm begonnen.
Die Errichtung des Kraftwerks Strubklamm, dessen baulicher Teil der Firma Pittel & Brausewetter in Wien zur Ausführung übertragen wurde, während die Turbinen von J. M. Voith und die elektrischen Einrichtungen von den österreichischen Siemens-Schuckert-Werken geliefert wurden, begann im November 1920. Er konnte jedoch infolge der katastrophalen Geldentwertung und der ständigen Verschlimmerung der wirtschaftlichen Lage nur bis Weihnachten 1921 weitergeführt werden. Nach langwierigen Verhandlungen mit verschiedenen Finanzgruppen kam schließlich ein Vertrag mit der Württembergischen Elektrizitäts-AG (Weag) in Stuttgart zustande, welcher die Weiterführung des Baues sicherte. Als später auch die valutarischen Verhältnisse Deutschlands schwer erschüttert wurden, ermöglichte die Aufnahme von zwei englischen Krediten im Ausmaße von 220.000 Pfund die Vollendung des Baues, welcher sich auf rund 70 Milliarden Kronen stellte.
1922 hat die Stadtgemeinde Salzburg die Bau- und Betriebsführung beider Werke an die Württembergische Elektrizitäts-Aktien-Gesellschaft (WEAG) in Stuttgart übergeben. Diese verstand es in stetem engen Einvernehmen mit der Stadt als Eigentümerin, die Anlagen mustergültig auszustatten und als Wirtschaftsfaktor zu erhalten.
Am 20. Dezember 1924 wurde das Speicherkraftwerk Strubklamm durch Bundespräsident Dr. Michael Hainisch feierlich eröffnet und nahm seinen Betrieb auf.
Der Stausee Vordersee verfügte über 2,5 Million Kubikmeter nutzbarem Stauinhalt und 105 m Gefälle. Die unerwartet schlechten Bodenverhältnisse im Stausee Vordersee ließen viel Wasser versickern und brachten über den Druckstollen (Länge 1 230 m, Profilfläche 3,44 m², maximales Durchflussvermögen sechs Kubikmeter pro Sekunde)[2] bei der Staumauer Strubklamm kaum Triebwasser zu den Turbinen. Deshalb wurde zusätzlich das Wasser des Hintersees herangezogen. Dieser verfügte über 6,5 Million Kubikmeter nutzbarem Stauinhalt. Eine 2 100 Meter lange Holzrohrleitung, der Kleinspeicher Strüblweiher und ein Pumpwerk am Hintersee entstanden. Das nutzbare Gefälle des Strubklammwerks wurde dadurch auf 123 Meter erhöht.
Die beiden Speicherkraftwerke Wiestal und Strubklamm hatten 1932 ein Jahresarbeitsvermögen von 25 Millionen kWh und konnten bis 1945 den Strombedarf der Stadt Salzburg decken.
In den Jahren 1981 bis 1984 wurde neben dem historischen Speicherkraftwerk Strubklamm ein neues modernes Kraftwerkgebäude errichtet und insbesondere wurde ein neuer Triebwasserstollen errichtet. Dadurch wurde die direkte Nutzung des Wassers aus dem Hintersees möglich. Die Leistung des Kraftwerks hat sich dadurch verdoppelt (siehe Speicherkraftwerk Strubklamm).
Bilder
Bildergalerie
"Das Strubklammkraftwerk der Stadt Salzburg", ein Beitrag von Regierungsbaumeister Ing. Josef Fiechtl, Prokurist der Württembergische Elektrizitätswerke AG Stuttgart
weitere Bilder
Speicherkraftwerk Strubklamm (historisch) – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Literatur
- Ing. Ferdinand Alber: "Die hydroelektrischen Anlagen der Stadt Salzburg", Elektrotechnik und Maschinenbau, 1922, Hauptteil, Heft 18, Seite 211, 2. Teil: "Strubklammwerk" Link
Quellen
- "Das Buch der Stadt Salzburg", 1932, "Die Städtischen Elektrizitätswerke Salzburg (Direktor Dr. Paul Hammerschmidt)", Seite 188 f
- www.salzburg-ag.at, abgefragt am 30. Dezember 2019
- service.salzburg.gv.at, bei einer Überprüfung am 30. Dezember 2019 nicht mehr verfügbar
- Salzburg AG, Kraftwerksgruppe Tennengau/Flachgau
- ANNO, Die Wasserwirtschaft, 1925, Ausgabe 1, Seite 9
- ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 23. Dezember 1924, Seite 1, ausführlicher Bericht über die Eröffnung
Einzelnachweis
Oberalm-Gewässer-Kraftwerke aktiv
Speicherkraftwerk Strubklamm → Speicherkraftwerk Wiestal → Kraftwerk Wiestal Ausgleichsbecken → Flusskraftwerk Hammer
Historische Oberalm-Gewässer-Krafwerke
Speicherkraftwerk Strubklamm (historisch) → Kraftwerk Wiestal (historisch)
Speicher, Seen und Druckstollen
Hintersee (See) → Strüblweiher-Stausee (Beginn Druckstollen zu) → Strubklammspeicher → Staumauer Strubklamm (Druckstollen zu Speicherkraftwerk Strubklamm) →
→ Wiestalstausee → Wiestalseestaumauer (Druckstollen zu Speicherkraftwerk Wiestal) → Ausgleichsbecken Wiestal