Imlauer Hotel Pitter Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen

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Das 4-Sterne-Superior '''Imlauer Hotel Pitter''' (mit dem '''Café Pitter''', einst ein [[Caféhäuser in der Stadt Salzburg|Kaffeehaus]]) in der Stadt Salzburg war zunächst die ''Bergerbräu-Bierhalle'' gewesen.  
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Das 4-Sterne-Superior '''Imlauer Hotel Pitter Salzburg''' mit dem '''Café Pitter''', einem [[Caféhäuser in der Stadt Salzburg|Kaffeehaus]] in der Stadt Salzburg, ist ein Hotel der [[Imlauer Hotels und Restaurants]] in der Salzburger [[Neustadt]].
  
 
==Geschichte==
 
==Geschichte==
Das ''Bergerbräuhaus'' hatte seinen [[Brauereien (historisch)|Braubetrieb]] von [[1408]] bis [[1903]] in der [[Neustadt|Stadt Salzburg]] in der [[Linzer Gasse]] (später war dort das [[Central-Kino]]). Das Bräu selbst, also die Ausschank, befand sich seit [[1864]] jedoch in der heutigen [[Rainerstraße]], damals ''Westbahn-Straße''.  
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Das ''Bergerbräuhaus'' hatte seinen [[Brauereien (historisch)|Braubetrieb]] von [[1408]] bis [[1903]] in der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsufrigen]] [[Salzburger Altstadt]] an der [[Linzer Gasse]] (später war dort das [[Central-Kino]]). Das Bräu selbst, also die Ausschank, befand sich seit [[1864]] jedoch in der Bergerbräu-Bierhalle an der heutigen [[Rainerstraße]], damals ''Westbahn-Straße''.
  
Im Oktober [[1886]] berichtet die "[[Salzburger Chronik]]", dass [[Karl Pitter]] zusammen mit seiner Frau Babette die Bergerbräu-Bierhalle, das spätere Hotel Pitter, in Salzburg gekauft hatte und im Laufe des November selbst übernehmen werde.<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18861026&query=%22Karl+Pitter%22&ref=anno-search&seite=2 ANNO], Salzburger Chronik, Ausgabe vom 26. Oktober 1886, Seite 2</ref>
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Im Oktober [[1886]] berichtet die "[[Salzburger Chronik]]", dass [[Karl Pitter]] zusammen mit seiner Frau Babette die Bergerbräu-Bierhalle, das spätere Hotel Pitter, in Salzburg gekauft hatte und im Laufe des November selbst übernehmen werde.<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18861026&query=%22Karl+Pitter%22&ref=anno-search&seite=2 ANNO], Salzburger Chronik, Ausgabe vom 26. Oktober 1886, Seite 2</ref>
  
 
Bis [[1889]] ließen die beiden unter Planung und Ausführung der [[Valentin Ceconi & Sohn|Baufirma Ceconi]] das Gast- und Einkehrwirtshaus in ein zweistöckiges Hotel umbauen und durch einen Neubau erweitern. 1889 eröffneten sie das "Hotel Pitter":<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nfp&datum=18890504&query=%22Karl+Pitter%22&ref=anno-search&seite=13 ANNO], "Neue Freie Presse", Ausgabe vom 4. Mai 1889, Seite 13</ref><blockquote>''Salzburg. Hôtel Pitter. Elektrisch beleuchtet. Einem hochgeehrten P. T, reisenden Publicum theile ich hierdurch höflichst mit, daß ich zu meinem alten Hotel einen Neubau aufführen ließ und denselben mit dem größten Comfort der Neuzeit eingerichtet habe, so daß jetzt im Ganzen 100 Zim­mer zur Verfügung stehen. Es wird auch weiters mein Bestreben dahin gerichtet sein den Wünschen der P. T. Gäste nach jeder Richtung hin zu entsprechen, und werde ich für prompte Bedienung, vorzügliche Küche, echte Getränke, Pilsener Bier vom Faß, sowie für civile Preise bestens Sorge tragen. Von den Fenstern der Zimmer genießt man eine prachtvolle Fernsicht aus den [[Gaisberg (Berg)|Gaisberg]] ec.— Großer schattiger Garten — Omnibus zu allen Zügen. Hochachtungsvoll Karl Pitter, Hotelier.</blockquote>
 
Bis [[1889]] ließen die beiden unter Planung und Ausführung der [[Valentin Ceconi & Sohn|Baufirma Ceconi]] das Gast- und Einkehrwirtshaus in ein zweistöckiges Hotel umbauen und durch einen Neubau erweitern. 1889 eröffneten sie das "Hotel Pitter":<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nfp&datum=18890504&query=%22Karl+Pitter%22&ref=anno-search&seite=13 ANNO], "Neue Freie Presse", Ausgabe vom 4. Mai 1889, Seite 13</ref><blockquote>''Salzburg. Hôtel Pitter. Elektrisch beleuchtet. Einem hochgeehrten P. T, reisenden Publicum theile ich hierdurch höflichst mit, daß ich zu meinem alten Hotel einen Neubau aufführen ließ und denselben mit dem größten Comfort der Neuzeit eingerichtet habe, so daß jetzt im Ganzen 100 Zim­mer zur Verfügung stehen. Es wird auch weiters mein Bestreben dahin gerichtet sein den Wünschen der P. T. Gäste nach jeder Richtung hin zu entsprechen, und werde ich für prompte Bedienung, vorzügliche Küche, echte Getränke, Pilsener Bier vom Faß, sowie für civile Preise bestens Sorge tragen. Von den Fenstern der Zimmer genießt man eine prachtvolle Fernsicht aus den [[Gaisberg (Berg)|Gaisberg]] ec.— Großer schattiger Garten — Omnibus zu allen Zügen. Hochachtungsvoll Karl Pitter, Hotelier.</blockquote>
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[[1893]] war ein zweites Hotel Pitter in Planung, das offenbar jedoch nicht realisiert wurde:<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tpt&datum=18930802&query=%22Karl+Pitter%22&ref=anno-search&seite=4 ANNO], "(Linzer) Tages-Post", Ausgabe vom 2. August 1893, Seite 4</ref><blockquote>''(Zweites Hotel Pitter.) Aus Salzburg wird uns geschrieben: Der hiesige Hotelier Herr Karl Pitter, welcher erst vor kaum 2 Jahren sein Hotel in der Westbahnstraße bedeutend vergrößert und mit allen Comfort ansgestattet hat, wird schon im heurigen Herbste mit dem Baue eines neuen großen Hotels, an Stelle der derzeitigen "Hotelanlage" neben dem [[Kurhaus Salzburg (historisch)|Curhause]], beginnen und soll dasselbe nebst einem großen Speisesaale ec. auch 150 Fremdenzimmer enthalten. Nächst den dort stehenden großen [[Kastanie]]nbäumen wird eine großartig angelegte Caféveranda mit kombinierter Eisen- und Glasscheiben-Construction den Garten mit dem Hotel verbinden. Wir können dieses Unternehmen im Interesse des [[Fremdenverkehr]]es nur lebhaft begrüßen, denn in der Hochsaison, zumal bei Einlangen von Sonderzügen, sind thatsächlich zeitweise Fremdenzimmer in Hotels und guten Gasthöfen nicht zu haben.</blockquote>
 
[[1893]] war ein zweites Hotel Pitter in Planung, das offenbar jedoch nicht realisiert wurde:<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tpt&datum=18930802&query=%22Karl+Pitter%22&ref=anno-search&seite=4 ANNO], "(Linzer) Tages-Post", Ausgabe vom 2. August 1893, Seite 4</ref><blockquote>''(Zweites Hotel Pitter.) Aus Salzburg wird uns geschrieben: Der hiesige Hotelier Herr Karl Pitter, welcher erst vor kaum 2 Jahren sein Hotel in der Westbahnstraße bedeutend vergrößert und mit allen Comfort ansgestattet hat, wird schon im heurigen Herbste mit dem Baue eines neuen großen Hotels, an Stelle der derzeitigen "Hotelanlage" neben dem [[Kurhaus Salzburg (historisch)|Curhause]], beginnen und soll dasselbe nebst einem großen Speisesaale ec. auch 150 Fremdenzimmer enthalten. Nächst den dort stehenden großen [[Kastanie]]nbäumen wird eine großartig angelegte Caféveranda mit kombinierter Eisen- und Glasscheiben-Construction den Garten mit dem Hotel verbinden. Wir können dieses Unternehmen im Interesse des [[Fremdenverkehr]]es nur lebhaft begrüßen, denn in der Hochsaison, zumal bei Einlangen von Sonderzügen, sind thatsächlich zeitweise Fremdenzimmer in Hotels und guten Gasthöfen nicht zu haben.</blockquote>
  
Ab [[1908]] betrieb [[Bernhard Girstenbrey]] im Hotel Pitter das kinematographische<ref>siehe [http://de.wikipedia.org/wiki/Kinematograph Wikipedia  Kinematograph]</ref> Theater "Elektra", also ein "Urkino".
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Ab [[1908]] betrieb [[Bernhard Girstenbrey]] im Hotel Pitter das kinematographische Theater "Elektra", also ein "Urkino".
  
[[1914]] übernahm [[Jean Peyerl]] das Hotel samt [[Pitterkeller|Salzburger Volkskeller]].  
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[[1914]] übernahm [[Jean Peyerl]] das Hotel samt [[Pitterkeller|Salzburger Volkskeller]]. Zur Einweihung des Mozarteums war für den Sommer 1914 ein großes Musikfest geplant. Gäste aus aller Welt hatten sich angesagt und Zimmer im Hotel Pitter reservieren lassen. Doch das Treffen der illustren Gesellschaft fand nicht statt. Der Ausbruch des [[Ersten Weltkrieg]]s machte das Treffen zunichte. Das Hotel wurde Lazarett und später Flüchtlingslager.
  
Elisabeth und [[Josef Reitter]] erwarben das Hotel Pitter im Jahr [[1918]] und bauten es zum größten Hotel Salzburgs aus.<ref>[[Siegfried Göllner]], [http://www.stadt-salzburg.at/pdf/zeitungsdokumentation_1938.pdf Die Stadt Salzburg im Jahr 1938. Zeitungsdokumentation,] 20. Jänner 1938.</ref>
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Elisabeth und [[Josef Reitter]] erwarben das Hotel Pitter im Jahr [[1918]] und bauten es zum größten Hotel Salzburgs aus.<ref>[[Siegfried Göllner]], [https://www.stadt-salzburg.at/ns-projekt/materialien/zeitungsdokumentation/ Die Stadt Salzburg im Jahr 1938. Zeitungsdokumentation] 20. Jänner 1938.</ref> Doch im Winter [[1925]]/[[1926]] traf das Ehepaar Reitter ein schwerer Schicksalsschlag: Der große Speisesaal brannte völlig aus. Josef Reitter, über dessen Schreibtisch Nietzsches Worte "Was mich nicht umbringt, macht mich stärker" angebracht waren, ließ sich aber nicht entmutigen. Er baute nicht nur den Speisesaal auf, sondern ließ zudem die ehemalige Bierhalle an der [[Auerspergstraße]] in ein ein modernes Konzert-Café umbauen, das Café Pitter. Es bot für 700 Gäste Platz. [[1927]] wurde es im Erwerbsverzeichnis der Stadt Salzburg als "größtes Konzertcafé Salzburgs" angepriesen. Außerdem entstand 1926 der [[Pitterkeller|Pitter-Keller]]. Seit seiner Eröffnung wurde dort nur Gösser Bier ausgeschenkt (Informationsstand 1984).
  
Bei den Umbauarbeiten [[1926]] entstand dann der [[Pitterkeller]]. Dabei wurde zudem die ehemalige Bierhalle an der [[Auerspergstraße]] in ein Kaffeehaus umgewandelt, das ''Café Pitter''. [[1927]] wurde es im Erwerbsverzeichnis der Stadt Salzburg als "größtes Konzertcafé Salzburgs" angepriesen.  
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[[1928]] wurde das Hotel durch vier Stockwerke erweitert. [[1931]] wurde das Hotel nochmals umgebaut und erweitert. Die Bauarbeiten führte Stadtbaumeister Dorigo &amp; Mastnak ([[Bayerhamerstraße]] 31) aus nach Entwürfen des Architekten Dr. techn. Stephan Fayans, Wien, die Einrichtung der Gesellschaftsräume, des Bankett- und Konferenzsaals stammte von der Möbelfabrik Sigm. Oppenheim, Wien.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=dib&datum=19310402&seite=12&zoom=20 ANNO], "Das interessante Blatt", Ausgabe vom 2. April 1931, Seite 12</ref>
  
[[1931]] wurde es von Reitter umgebaut und erweitert. Die Bauarbeiten wurden von Stadtbaumeister Dorigo &amp; Mastnak ([[Bayerhamerstraße]] 31) ausgeführt. Die neuen Räume wurden nach Entwürfen des Architekten  Dr. techn. Stephan Fayans, Wien, ausgeführt, die Einrichtung der Gesellschaftsräume, des Bankett- und Konferenzsaals ausgeführt von der Möbelfabrik Sigm. Oppenheim, Wien.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=dib&datum=19310402&seite=12&zoom=20 ANNO], Das interessante Blatt, Ausgabe vom 2. April 1931, Seite 12</ref>
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Im Jahr [[1938]] starb Josef Reitter und hinterließ das Hotelunternehmen seinem einzigen (unehelichen) Sohn Dr.&nbsp;[[Franz Binder]], der das Hotel noch jahrelang betrieb.[[1944]] wurde das Hotel bei einem [[Bomben auf die Stadt Salzburg|Bombenangriff]] schwer beschädigt. Da Franz Binder während der Münchener Jahre die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten hatte, hatte er nach dem Zweiten Weltkrieg Mühe, die Behandlung seines Betriebes als "Deutsches Eigentum" abzuwenden. Erst [[1952]] kommt das Hotel wieder in Familienbesitz. Die Wäscherei und die Bügelei wurden gebaut, die Küche wird neu gestaltet und vergrößert. In diese Zeit fällt auch die Errichtung des repräsentativen [[Marmorsaal Hotel Pitter|Marmorsaals]].
  
Im Jahr [[1938]] starb Josef Reitter und hinterließ das Hotelunternehmen seinem einzigen Sohn Dr.&nbsp;[[Franz Binder]], der das Hotel noch jahrelang betrieb.<ref>Artikel [[Franz Binder]].</ref>
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[[1958]] Helga und [[Karl Fellner]] den Betrieb in zweiter Generation. Helga Fellner ist die Enkelin von Elise und Josef Reitter. Das Hotel befand sich jetzt seit 1918 in Familienbesitz. [[1966]] gab es dann nochmals Um- und Erweiterungsbauten. Familie Fellner ließ über dem Marmorsaal einen fünfstöckigen Mehrzweckbau errichten, in dem großzügig angelegte Konferenz- und Seminarräume entstanden. Zudem gewann man durch diese bauliche Maßnahmen 30 Appartements für den Hotelbetrieb. Zwischen [[1967]] und [[1970]] wurde der gesamten Hotelbetrieb modernisiert, eine Rohrpostanlage und eine drahtlose Rufanlage installiert. Die Rezeption wurde völlig neu gestaltet und die einstige ''Lounge'' zu einem ''Lunch-Room'' umgebaut.
  
[[Karl Fellner]] übernahm zusammen mit seiner Frau [[1958]] den Betrieb in zweiter Generation. [[1966]] gab es dann nochmals Um- und Erweiterungsbauten, bevor das Haus in den [[1990er]]-Jahren zum 5-Sterne-Hotel umgebaut wurde.
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Um [[1984]] wurden alle Zimmer modernisiert und ein Wohnhaus 50 Mitarbeiterzimmern eröffnet.
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* Daten [[1983]]: Mit 150 Mitarbeitern, darunter  25 Lehrlinge, wurde bei 77&nbsp;000 Nächtigungen ein Umsatz von 58 Millionen [[Schilling]] erwirtschaftet. Das Hotel hatte 220 Zimmer mit 370 Betten. Neben einem Leseraum, einem TV-Raum und einem ruhigen Garten im Innenhof gab es das Restaurant "Rainer Stube", das "Wiener Café", den ''Lunch-Room'', den Casino-Saal, sechst Tagungsräume sowie den Pitter-Keller.  
  
2007 wurde das Hotel in [[Georg Imlauer]]s Gruppe "Imlauer Hotels & Restaurants" einverleibt und nach einem neuerlichen Umbau im Jahr 2008 wieder eröffnet.<ref>Quellen siehe [http://www.gast.at/ireds-40502.html www.gast.at] und [http://blogs.salzburg.com/salzburglife/2008/04/index.html blogs.salzburg.com]</ref>
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In den [[1990er]]-Jahren wurde das Hotel zum 5-Sterne-Hotel umgebaut. 2007 wurde das Hotel in [[Georg Imlauer]]s Gruppe "Imlauer Hotels & Restaurants" einverleibt und nach einem neuerlichen Umbau im Jahr 2008 wieder eröffnet.<ref>Quellen siehe [http://www.gast.at/ireds-40502.html www.gast.at] und [http://blogs.salzburg.com/salzburglife/2008/04/index.html blogs.salzburg.com]</ref>
  
 
=== Das ''Imlauer Hotel Pitter'' in neuem Glanz ===
 
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* Zur Planung und Errichtung: [[Walburg Schobersberger]]: ''Baumeister einer Epoche. Das gründerzeitliche Wirken der Baumeister- und Architektenfamilie Ceconi in Stadt und Land Salzburg.'' In: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], Band 125, S. 703–729. Salzburg 1985.
 
* Zur Planung und Errichtung: [[Walburg Schobersberger]]: ''Baumeister einer Epoche. Das gründerzeitliche Wirken der Baumeister- und Architektenfamilie Ceconi in Stadt und Land Salzburg.'' In: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], Band 125, S. 703–729. Salzburg 1985.
 
* Walburg Schobersberger: ''Vom Cafégewölb zum Literatencafé''. In: [[Salzburg Archiv]] (Schriftenreihe des [[Verein Freunde der Salzburger Geschichte|Vereins ''Freunde der Salzburger Geschichte'']]) Band 20 (1995), S.&nbsp;321 - 358.
 
* Walburg Schobersberger: ''Vom Cafégewölb zum Literatencafé''. In: [[Salzburg Archiv]] (Schriftenreihe des [[Verein Freunde der Salzburger Geschichte|Vereins ''Freunde der Salzburger Geschichte'']]) Band 20 (1995), S.&nbsp;321 - 358.
* {{Quelle SN|21. September 1984  (Archiv SN) sowie 2. Mai 2014, ein Beitrag von [[Anton Kaindl]]: "Das Hotel Pitter in altem Glanz"}}
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* {{Quelle SN|2. Mai 2014, ein Beitrag von [[Anton Kaindl]]: "Das Hotel Pitter in altem Glanz"}}
 
* [https://www.sn.at/salzburg/chronik/salzburger-traditionshotel-hat-seinen-alten-namen-wieder-22421053 www.sn.at], Hotel wird wieder zu Imlauer Hotel Pitter, abgefragt am 1. Jänner 2018
 
* [https://www.sn.at/salzburg/chronik/salzburger-traditionshotel-hat-seinen-alten-namen-wieder-22421053 www.sn.at], Hotel wird wieder zu Imlauer Hotel Pitter, abgefragt am 1. Jänner 2018
 
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* [https://www.sn.at/archivsn?img=L6JhP7XFhsnDd%2FK7%2FZhnziRXM7nXO9NggeeMjwE6Br6iDiu53jS9dxbeFd7KYXl4TzpGunPlAC1CMafyQ62ZUMkNs6pdONFSp%2FeN30KNdHUAOrj7901%2FISjitGVoZGCZ&id1=19840921_25&q=%2522Karl%2520Fellner%2522#slide25 www.sn.at], Archiv der "[[Salzburger Nachrichten]]", Ausgabe vom 21. September 1984, ganzseitiger Beitrag über die Geschichte des Hotels Pitter
 
==Einzelnachweise==
 
==Einzelnachweise==
 
<references/>
 
<references/>

Version vom 4. Dezember 2023, 15:51 Uhr

Das IMLAUER Sky - Bar & Restaurant im 6. Stock des Hotels mit Ausblick auf die Altstadt und die umliegenden Berge
Imlauer Sky - Bar & Restaurant: Die Panoramaterrasse bietet einen direkten Ausblick auf die Festung Hohensalzburg
Das Hotel Pitter, vom Max-Ott-Platz aus gesehen vor der Renovierung
Das Hotel Pitter im April 1931 nach Umbau- und Erweiterungsarbeiten.
Das Hotel Pitter im April 1931 nach Umbau- und Erweiterungsarbeiten.

Das 4-Sterne-Superior Imlauer Hotel Pitter Salzburg mit dem Café Pitter, einem Kaffeehaus in der Stadt Salzburg, ist ein Hotel der Imlauer Hotels und Restaurants in der Salzburger Neustadt.

Geschichte

Das Bergerbräuhaus hatte seinen Braubetrieb von 1408 bis 1903 in der rechtsufrigen Salzburger Altstadt an der Linzer Gasse (später war dort das Central-Kino). Das Bräu selbst, also die Ausschank, befand sich seit 1864 jedoch in der Bergerbräu-Bierhalle an der heutigen Rainerstraße, damals Westbahn-Straße.

Im Oktober 1886 berichtet die "Salzburger Chronik", dass Karl Pitter zusammen mit seiner Frau Babette die Bergerbräu-Bierhalle, das spätere Hotel Pitter, in Salzburg gekauft hatte und im Laufe des November selbst übernehmen werde.[1]

Bis 1889 ließen die beiden unter Planung und Ausführung der Baufirma Ceconi das Gast- und Einkehrwirtshaus in ein zweistöckiges Hotel umbauen und durch einen Neubau erweitern. 1889 eröffneten sie das "Hotel Pitter":[2]

Salzburg. Hôtel Pitter. Elektrisch beleuchtet. Einem hochgeehrten P. T, reisenden Publicum theile ich hierdurch höflichst mit, daß ich zu meinem alten Hotel einen Neubau aufführen ließ und denselben mit dem größten Comfort der Neuzeit eingerichtet habe, so daß jetzt im Ganzen 100 Zim­mer zur Verfügung stehen. Es wird auch weiters mein Bestreben dahin gerichtet sein den Wünschen der P. T. Gäste nach jeder Richtung hin zu entsprechen, und werde ich für prompte Bedienung, vorzügliche Küche, echte Getränke, Pilsener Bier vom Faß, sowie für civile Preise bestens Sorge tragen. Von den Fenstern der Zimmer genießt man eine prachtvolle Fernsicht aus den Gaisberg ec.— Großer schattiger Garten — Omnibus zu allen Zügen. Hochachtungsvoll Karl Pitter, Hotelier.

1893 war ein zweites Hotel Pitter in Planung, das offenbar jedoch nicht realisiert wurde:[3]

(Zweites Hotel Pitter.) Aus Salzburg wird uns geschrieben: Der hiesige Hotelier Herr Karl Pitter, welcher erst vor kaum 2 Jahren sein Hotel in der Westbahnstraße bedeutend vergrößert und mit allen Comfort ansgestattet hat, wird schon im heurigen Herbste mit dem Baue eines neuen großen Hotels, an Stelle der derzeitigen "Hotelanlage" neben dem Curhause, beginnen und soll dasselbe nebst einem großen Speisesaale ec. auch 150 Fremdenzimmer enthalten. Nächst den dort stehenden großen Kastanienbäumen wird eine großartig angelegte Caféveranda mit kombinierter Eisen- und Glasscheiben-Construction den Garten mit dem Hotel verbinden. Wir können dieses Unternehmen im Interesse des Fremdenverkehres nur lebhaft begrüßen, denn in der Hochsaison, zumal bei Einlangen von Sonderzügen, sind thatsächlich zeitweise Fremdenzimmer in Hotels und guten Gasthöfen nicht zu haben.

Ab 1908 betrieb Bernhard Girstenbrey im Hotel Pitter das kinematographische Theater "Elektra", also ein "Urkino".

1914 übernahm Jean Peyerl das Hotel samt Salzburger Volkskeller. Zur Einweihung des Mozarteums war für den Sommer 1914 ein großes Musikfest geplant. Gäste aus aller Welt hatten sich angesagt und Zimmer im Hotel Pitter reservieren lassen. Doch das Treffen der illustren Gesellschaft fand nicht statt. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs machte das Treffen zunichte. Das Hotel wurde Lazarett und später Flüchtlingslager.

Elisabeth und Josef Reitter erwarben das Hotel Pitter im Jahr 1918 und bauten es zum größten Hotel Salzburgs aus.[4] Doch im Winter 1925/1926 traf das Ehepaar Reitter ein schwerer Schicksalsschlag: Der große Speisesaal brannte völlig aus. Josef Reitter, über dessen Schreibtisch Nietzsches Worte "Was mich nicht umbringt, macht mich stärker" angebracht waren, ließ sich aber nicht entmutigen. Er baute nicht nur den Speisesaal auf, sondern ließ zudem die ehemalige Bierhalle an der Auerspergstraße in ein ein modernes Konzert-Café umbauen, das Café Pitter. Es bot für 700 Gäste Platz. 1927 wurde es im Erwerbsverzeichnis der Stadt Salzburg als "größtes Konzertcafé Salzburgs" angepriesen. Außerdem entstand 1926 der Pitter-Keller. Seit seiner Eröffnung wurde dort nur Gösser Bier ausgeschenkt (Informationsstand 1984).

1928 wurde das Hotel durch vier Stockwerke erweitert. 1931 wurde das Hotel nochmals umgebaut und erweitert. Die Bauarbeiten führte Stadtbaumeister Dorigo & Mastnak (Bayerhamerstraße 31) aus nach Entwürfen des Architekten Dr. techn. Stephan Fayans, Wien, die Einrichtung der Gesellschaftsräume, des Bankett- und Konferenzsaals stammte von der Möbelfabrik Sigm. Oppenheim, Wien.[5]

Im Jahr 1938 starb Josef Reitter und hinterließ das Hotelunternehmen seinem einzigen (unehelichen) Sohn Dr. Franz Binder, der das Hotel noch jahrelang betrieb.1944 wurde das Hotel bei einem Bombenangriff schwer beschädigt. Da Franz Binder während der Münchener Jahre die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten hatte, hatte er nach dem Zweiten Weltkrieg Mühe, die Behandlung seines Betriebes als "Deutsches Eigentum" abzuwenden. Erst 1952 kommt das Hotel wieder in Familienbesitz. Die Wäscherei und die Bügelei wurden gebaut, die Küche wird neu gestaltet und vergrößert. In diese Zeit fällt auch die Errichtung des repräsentativen Marmorsaals.

1958 Helga und Karl Fellner den Betrieb in zweiter Generation. Helga Fellner ist die Enkelin von Elise und Josef Reitter. Das Hotel befand sich jetzt seit 1918 in Familienbesitz. 1966 gab es dann nochmals Um- und Erweiterungsbauten. Familie Fellner ließ über dem Marmorsaal einen fünfstöckigen Mehrzweckbau errichten, in dem großzügig angelegte Konferenz- und Seminarräume entstanden. Zudem gewann man durch diese bauliche Maßnahmen 30 Appartements für den Hotelbetrieb. Zwischen 1967 und 1970 wurde der gesamten Hotelbetrieb modernisiert, eine Rohrpostanlage und eine drahtlose Rufanlage installiert. Die Rezeption wurde völlig neu gestaltet und die einstige Lounge zu einem Lunch-Room umgebaut.

Um 1984 wurden alle Zimmer modernisiert und ein Wohnhaus 50 Mitarbeiterzimmern eröffnet.

  • Daten 1983: Mit 150 Mitarbeitern, darunter 25 Lehrlinge, wurde bei 77 000 Nächtigungen ein Umsatz von 58 Millionen Schilling erwirtschaftet. Das Hotel hatte 220 Zimmer mit 370 Betten. Neben einem Leseraum, einem TV-Raum und einem ruhigen Garten im Innenhof gab es das Restaurant "Rainer Stube", das "Wiener Café", den Lunch-Room, den Casino-Saal, sechst Tagungsräume sowie den Pitter-Keller.

In den 1990er-Jahren wurde das Hotel zum 5-Sterne-Hotel umgebaut. 2007 wurde das Hotel in Georg Imlauers Gruppe "Imlauer Hotels & Restaurants" einverleibt und nach einem neuerlichen Umbau im Jahr 2008 wieder eröffnet.[6]

Das Imlauer Hotel Pitter in neuem Glanz

Nach der Renovierung und einer dreimonatigen Schließung des Hauses ist das legendäre Hotel Pitter in Salzburg seit 1. Mai 2014 wieder geöffnet. Hotelier Georg Imlauer investiert rund 25 Millionen Euro zwischen 2014 bis Mitte 2018. Auch der legendäre Pitterkeller, in dem in den 1990er-Jahren Spieler und Fans die Siege von Austria Salzburg feierten, ist wieder offen und bietet ein uriges, gemütliches Ambiente, wie in den guten alten Zeiten.

Im wahrsten Sinne des Wortes "gekrönt" wird das Imlauer Hotel Pitter Salzburg seit 17. November 2014 vom Imlauer Sky - Bar & Restaurant. Für einen schönen Ausblick über die Altstadt von Salzburg und die Berge wurde das Hotel aufgestockt. Im 6. Stock ist neben dem Panorama-Restaurant samt Bar auch ein neuer Fitnessbereich für die Hotelgäste entstanden.

Im Innenhof wurde ein weiteres Herzstück des Hotels neu gebaut. Das sogenannte "Juwel für Events in Salzburg", das Pitter Event Center, ist seit Oktober 2014 in Betrieb und bietet insgesamt 1 200 m² 12 Veranstaltungsräume.

Der größte Raum namens Pitter Saal bietet 450 m² und besonders viel Tageslicht, da dieser von sechs Glaskuppeln überdacht ist. Darüber hinaus ist der Pitter Saal flexibel teilbar in sechs Sektionen. Ähnlich wie in der ersten Blütezeit, finden dort nun wieder Bälle, Weihnachtsfeiern und Konferenzen mit illustren Gästen statt.

Imlauer will damit an die Zeit von 1885, als die Familie Pitter das Hotel erwarb, bis 1938 anschließen. Auch bei der Gestaltung lehnt er sich an den damaligen Stil an, wie schon im Eingangsbereich ersichtlich ist. Dieser wurde wieder so ähnlich gestaltet wie vor der Zerstörung des Hotels durch einen Bombenangriff am 17. November 1944. Den Vorbau mit Betonsäulen, den die Amerikaner nach dem Krieg errichtet haben, hat Imlauer entfernen lassen.

Im nun hellen Foyer kommen die alten Säulen aus Untersberger Marmor wieder zur Geltung. Der Boden besteht aus istrischem Marmor und die Vertäfelungen aus Moorholz. Imlauer wollte einen freundlichen, offenen Eindruck erzeugen und an die Architektur der Zwischenkriegszeit erinnern. In den letzten Jahrzehnten sei vieles im Haus umgebaut worden, sagt Imlauer. "Wir haben viele Fehler entdeckt und nun drei Jahre an einem Gesamtkonzept geplant. Wir hatten den Wunsch, dass das Haus zu alter Schönheit zurückkehrt. Unterstützung bekamen wir dabei von der Altstadtkommission."

Im Pitterkeller bleibt alles beim Alten. Neu ist nur, dass der Eingang wieder an die Ecke Rainerstraße verlegt wird, wo er früher war. Imlauer sagt, das sei besser für das Wirtshaus und auch besser für die Anrainer.

Darüber hinaus ließ der Hotelier eine Chronik des Pitter schreiben. Vieles ist in dieser über die bewegte Geschichte zu erfahren. So sollen die Amerikaner nach dem Krieg das Haus mit Material aufgebaut haben, das aus Berchtesgaden kam und für Hitlers geplante Alpenfestung bestimmt war.

Vor dem Hotel Pitter erinnert, seit dem 3. Juli 2014 ein Stolperstein an ein Opfer des Nationalsozialismus: Franziska Alderwerelt, die dort einige Jahre logierte.

Namenswechsel

Bis 31. Dezember 2017 wurde das Hotel unter dem Namen Hotel Crowne Plaza Salzburg - The Pitter als Franchise-Unternehmen der Hotelkette Crowne Plaza geführt. Mit dem Schritt in die Unabhängigkeit wollte die Hoteliersfamilie Imlauer sicherstellen, dass das 'Imlauer Hotel Pitter Salzburg' ein Ort mit Persönlichkeit, individuellem Service und Charme bleibt.

Passend zum neuen Namen erhielt das Haus 2018 auch eine neue Fassade. Zudem sind alle 192 Hotelzimmer bis Mitte Mai 2018 komplett neu renoviert worden. Georg Imlauer hat damit das Kunststück einer "Rundum-Erneuerung" des renommierten Hotels innerhalb von vier Jahren geschafft. Seit Anfang Mai ist das Hotel zudem offiziell als 4-Stern Superior Hotel klassifiziert.

Weblinks

Quellen

  • www.sn.at, Hotel wird wieder zu Imlauer Hotel Pitter, abgefragt am 1. Jänner 2018
  • www.sn.at, Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 21. September 1984, ganzseitiger Beitrag über die Geschichte des Hotels Pitter

Einzelnachweise

  1. Quelle ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 26. Oktober 1886, Seite 2
  2. ANNO, "Neue Freie Presse", Ausgabe vom 4. Mai 1889, Seite 13
  3. ANNO, "(Linzer) Tages-Post", Ausgabe vom 2. August 1893, Seite 4
  4. Siegfried Göllner, Die Stadt Salzburg im Jahr 1938. Zeitungsdokumentation 20. Jänner 1938.
  5. ANNO, "Das interessante Blatt", Ausgabe vom 2. April 1931, Seite 12
  6. Quellen siehe www.gast.at und blogs.salzburg.com