Hotel und Gastgewerbe in der Stadt Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 23. September 2010, 17:36 Uhr
Die Geschichte der Hotels und des Gastgewerbes in der Stadt Salzburg reicht weit ins Mittelalter zurück.
Geschichte
Als wichtige gesellschaftliche Treffpunkte gab es von jeher eine große Zahl an Gastwerbeeinrichtungen in der Stadt Salzburg. Der Bogen reichte von verrufenen Spelunken und Branntweinstuben über die Brauhäuser bis zu noblen Kaffeehäusern.
1764, also zur Zeit von Mozart gab es im Stadtgebiet elf bürgerliche Brauereien und jene der Augustiner-Eremiten, das Müllnerbräu, 38 Beherbergungsbetriebe, 19 Bierzapfer, zwei Kaffeesieder und je zwei Stadt- und Garküchen. Die Rechte und Pflichten der Betreiber waren in den einzelnen Gerechtsame genau geregelt. So durften Brauereien ihr Bier nur in ihren eigenen Brauhäusern oder über die Gasse verkaufen (also an Private, die sich ihr Bier in den Brauhäusern selbst abholten). Normalerweise waren die Wirte im Besitz von Bier- und Weinausschank-Gerechtsame. Die Bierschenken, man nannte sie auch Zapfer, durften Bier ausschenken und kaltes Fleisch oder Würste dazu anbieten. Faktoreien und Handelsherren wiederum hatten das Vorrecht, welschen Süßwein und Muskateller zu verkaufen. Welsch wurden jene Länder bezeichnet, die südlich von Bozen bereits italienisch sprechende waren.
Das Steinbräu (heute Hotel Stein) von Josef Virgil Popp war die größte Brauerei der Stadt Salzburg um 1764. Zum Besitz des Steinbräus gehörten der Gasthof Zur goldenen Sonne in der Kaigasse 31 und später auch der "Sauwinkel" in der Steingasse 12. Die bekanntestes Gasthäuser dieser Zeit waren die Stadttrinkstube am Waagplatz Nr. 1 und das Hotel Zum Goldenen Schiff am Residenzplatz neben der St. Michaelskirche.
Nach dem Zweiten Weltkrieg litt die Salzburger Hotellerie unter Zwangseinquartierungen der Besatzungstruppen. Am 10. April 1948 wurde festgelegt, dass die Vergütung für beschlagnahmte Beherbergungsbetriebe durch die USFA pro Bett und Tag durchschnittlich 1,50 bis 2 Schilling beträgt. Für die 16 beschlagnahmten Salzburger Betriebe werden im Monat 111.837 Schilling ausbezahlt. Nach Räumung durch die Besatzungsmacht wird jedem Betrieb für Sachschäden, außerordentliche Abnützung und Verlust eine angemessene Entschädigung gezahlt.
Auszug Gastgewerbebetriebe um 1764
- Pechtl'sches Kaffeehaus in der Linzer Gasse
- Erich Kaffeehaus (Gerlich)
- Staiger'sche s Kaffeehaus
Brauer:
- Bergerbräu in der Linzer Gasse
- Gablerbräu
- Freyhammerbräu (Schlammbräu, Bräu zum Goldenen Adler: Dreifaltigkeitsgasse 3/Schwarzstraße 6)
- Bräuer am Stein:
- Gasthaus zum goldenen Widder, Steingasse 4,6,8
- Steinbräu, Giselakai 3 bis 5
- Augustiner Bräu
- Stieglbräu am Anton-Neumayr-Platz
- Stockhammer-Bräu, Getreidegasse 33/Universitätsplatz 2
- Beim goldenen Stern, Getreidegasse
- Beim goldenen Löwen, ab 1765 Mödlhammerbräu, Getreidegasse
- Beim Türkenkopf, Moserbräu, Judengasse
- Guglbräu, Judengasse
- Bräuhaus in der Höll, Judengasse
- Kasererbräu (beim weißen Löwen, beim weißen Greif, Moserbräu), Kaigasse
Gastgewerbetriebe derzeit noch undatiert
- Gasthof zum Goldenen Anker, in der Imbergstraße 23 und 23 a, vorher Pelzhüttenwirtshaus
- Gasthof zu den drei Kronen, in der Sigmund-Haffner-Gasse 7 bis 9
- Hotel zum Goldenen Schiff, am Residenzplatz neben der Kirche St. Michael
- Engelwirt in der Steingasse
Gastgewerbebetriebe um 1900
in der damaligen Schreibweise - Hotel wurde mit ^ über dem o geschrieben, da das Wort aus dem Französischischen stammt
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Siehe auch
Quellen
- Historischer Atlas der Stadt Salzburg Beitrag Der Fremdenverkehr und seine Einrichtungen um 1900 von Thomas Weidenholzer
- Schriftenreihe des Vereins Freunde der Salzburger Geschichte, Band 20, Beitrag Visitkarten mit Salzburger Ansichten aus dem Jahr 1780 bis 1820, Peter Matern
- Eigenbeitrag Peter Krackowizer