Ferdinand Geiger

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Schulrat Ferdinand Geiger (* 22. November 1885 in Seekirchen;[1]12. August 1961 in der Stadt Salzburg)[2] war Hauptschul⁣direktor und Leiter des Salzburger Landes-Blindenheims.

Leben

Ferdinand Geiger war Sohn der Katharina Geiger, einer Tochter der Maria Geiger, deren Eltern wiederum Franz Geiger, Volksschullehrer in Seekirchen, und dessen Ehegattin Rosina geb. Diabelli waren.[2]

Er trat in den Schuldienst und kam im Jahr 1905 als provisorischer Schulleiter an die Volksschule Neukirchen,[3] danach an die Saalfeldener Volksschule Lenzing,[4] 2010 an Volksschule Radstadt[5] und 1913 an die Volksschule Maxglan[6].

Als Fachlehrer in Maxglan heiratete er am 20. Juli 1914 in Radstadt 28-jährig die gleichaltrige Marie Fiala, Tochter des Hafnermeisters und Realitätenbesitzers Franz Fiala. Es war dies eine Dreifachhochzeit, denn zugleich verehelichten sich zwei Brüder der Braut: Anton Fiala, Lehrer in Oberalm, und Hans Fiala, Angestellter bei einem niederösterreichischen Textilunternehmen.[2] Die Trauung der drei Geschwister vollzog deren Bruder Dr. Franz Fiala, Dozent an der Theologischen Fakultät in Salzburg – zur Freude der verwitweten Mutter.[7]

In den ersten Jännertagen des Jahres 1916 übernahm Geiger die Leitung des in der Stadt Salzburg neu eröffneten Salzburger Landes-Blindenheims, zu welchem Zweck er als Lehrer beurlaubt worden war.[8] Im Mai 1918 wurde ihm eine Tochter geboren.[9] Anfang März 1920 wurde dem beurlaubten Lehrer die Fachlehrerstelle (2. Fachgruppe) an der Knaben-Bürgerschule Haydnstraße verliehen.[10] Im Jahr 1928 wurde ihm bescheinigt, dass er als Leiter des Landes-Blindenheims "sich nicht nur durch seine mustergültige und beispielgebende Führung, sondern auch durch sein stets hilfsbereites und fürsorgliches Wesen der größten Wertschätzung der Blinden erfreu[e]".[11]

Bereits 1932 wird Ferdinand Geiger als Hauptschuldirektor genannt,[12] nach anderer Quelle[13] leitete er die Knaben-Bürger-, Volks- und Hauptschule am Franz-Josefs-Kai von 1935 bis 1938. Von 194x bis 1950 war er Direktor der Knaben-Hauptschule Plainstraße.[14]

Neben seiner eigentlichen Berufstätigkeit engagierte Geiger sich etwa als Mitglied des Landeslehrervereins.[15] Im November 1935 war er einer der drei Vertreter der Pflichtschulen in der Salzburger Landesfachleitung der öffentlichen Lehrpersonen.[16] Im Juli 1936 wurde er in den Landesführerbeirat bei der Landesführung der Vaterländischen Front, der Einheitspartei des autoritären Ständestaates, berufen.[17] Im November 1937 gehörte er als einer der beiden Vertreter der Lehrpersonen dem Bezirksschulrat für die Landeshauptstadt Salzburg an.[18] 1946 war er nicht nur Leiter des Landes-Blindenheims, sondern auch provisorischer Vorstand des Vereins der Blinden in Salzburg.[19] Im Juni 1949 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden des Landesvorstandes der Krankenversicherungsanstalt der Bundesangestellten für Salzburg gewählt.[20]

Im Jänner 1950 wurde ihm vom Bundespräsidenten in Anerkennung seines verdienstvollen Wirkens im Schuldienst der Titel "Schulrat" verliehen.[21] Mit Schulschluss des Jahres 1950 trat ihr in den Ruhestand.[22]

Quellen

  1. Taufbuch der Pfarre Seekirchen, Bd. XXII S. 42
  2. 2,0 2,1 2,2 Trauungsbuch der Pfarre Radstadt, Bd. IV S. 273
  3. Salzburger Chronik, 11. Juli 1905, S. 6
  4. Salzburger Chronik, 31. Jänner 1907, S. 3
  5. Salzburger Volksblatt, 3. Juni 1910, S. 7
  6. Salzburger Volksblatt, 9. November 1913, S. 7
  7. Salzburger Volksblatt, 19. Juli 1914, S. 7
  8. Salzburger Volksblatt, 19. April 1916, S. 3
  9. Salzburger Volksblatt, 17. Mai 1918, S. 3
  10. Salzburger Volksblatt, 3. März 1920, S. 3
  11. Salzburger Chronik, 30. November 1928, S. 5
  12. Salzburger Volksblatt, 17. Dezember 1932, S. 11
  13. Artikel "Praxis-Mittelschule der Pädagogischen Hochschule in Salzburg" und "Bürgerschule Salzburg"
  14. Artikel "Plainschule"
  15. Salzburger Volksblatt, 1. Dezember 1928, S. 6
  16. Salzburger Volksblatt, 11. November 1935, S. 11
  17. Salzburger Chronik, 18. Juli 1936, S. 6
  18. Salzburger Volksblatt, 6. November 1937, S. 9
  19. Salzburger Nachrichten, 15. April 1946, S. 3
  20. Salzburger Landes-Zeitung, 25. Juni 1949, S. 1
  21. Salzburger Nachrichten, 5. Jänner 1950, S. 4
  22. Salzburger Nachrichten, 12. Juli 1950, S. 5
Zeitfolge
Vorgänger

Fritz Langer

Direktor der Knaben-Hauptschule Plainstraße
194x–1950
Nachfolger

Friedrich Ullhofen

Zeitfolge
Vorgänger

August Härtnagl

Direktor der Knaben-Hauptschule Haydnstraße
1935–1938
Nachfolger

Ferdinand Zenz