Festung Hohensalzburg: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Kategorie: Tourismus|Hohensalzburg, Festung]]
 
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Version vom 4. Mai 2009, 14:17 Uhr

Die Festung vom Kapuzinerberg aus gesehen
Blick im Festungshof von Süden nach Norden: links die Zisterne, die Gebäude dahinter: das Kaplanstöckl, dann der Zentralbau bestehend aus Schulhaus, Wallmeisterstöckl und dem "Hohen Stock", dann die Georgskirche mit Keutschach-Denkmal, das Reißzuggebäude
Die Festung vom Kapitelplatz aus
rechts der Kuchlturm, gleich angebaut auf der linken Seite die Pfisterei, die Gebäude ganz links sind unten die Zelt- und Rüstkammer, das Speisehaus und im oberen Eck der Hasenturm
Datei:Festung Hohensalzburg 04.jpg
Blick auf den südlichen Teil des Festungshofes: von links: die Georgskirche, das Reißzuggebäude (Maschinenraum), die Öffnung, durch die der Reißzug in die Festung gelangt, die Schlosswache und das Gebäude ganz rechts das große Zeughaus
Die Festung von Nonntal aus gesehen
die Roßpforte kurz nach dem Eingang, wenn man zu Fuß die Festung besucht
Datei:Festung Hohensalzburg 07.jpg
die Georgskirche innen

Die Festung Hohensalzburg ist das Wahrzeichen der Stadt Salzburg und befindet sich oberhalb der Altstadt am Festungsberg.

Allgemeines

Die über 900 Jahre alte Festung ist Europas größte Burganlage aus dem 11. Jahrhundert und eine der besterhaltensten Burganlagen des Kontinents. Der Bau der Festung begann während des Investiturstreites zwischen dem deutschen Kaiser Heinrich IV. und Papst Gregor im Jahr 1077 von Erzbischof Gebhard mit dem Zweck, Fürsterzbistum und Bevölkerung zu schützen. In dieser Zeit gehörte Salzburg politisch zu Bayern und war so Teil des römisch-deutschen Reiches, der Erzbischof war war aber folgerichtig gleichzeitig auch dem Papst verpflichtet.

Die Burg ist nicht nur wegen ihrer spannenden Geschichte einen Besuch mit Führung wert: auch der Blick über Stadt und Land Salzburg machen die Festung Hohensalzburg zu einem beliebten Ausflugsziel.

Die Festung erreicht man zu Fuß von der Altstadt über den Mönchsberg, vom Stadtteil Nonntal entweder über den Krauthügel und das Bürgermeisterloch oder über die Erhardgasse vorbei am Stift Nonnberg. In der Altstadt können Besucher vom Kapitelplatz aus über die Festungsgasse zu Fuß oder die Festungsbahn benützen, die im zehn Minutentakt verkehrt.

Geschichte

Hohensalzburg ist nicht identisch mit der Salzpurch, dem Castrum superius, das Herzog Theodo von Bayern dem Hl. Rupert geschenkt hat. Diese Salzpurch befand sich auf dem Nonnberg, sie bezog mit ihren Außenanlagen aber die Kuppe des Festungsberges mit ein. Die erste Nachricht von einer Burg auf dem Festungsberg findet sich erst aus der Zeit von Erzbischof Gebhard. Da Erzbischof Gebhard 1085 ins Exil gezwungen wurde, konnte sein Burgvorhaben erst von seinen Nachfolgern fertig gestellt werden.

Schon damals bestand Hohensalzburg aus einem romanischen, gemauerten Palas, dem Wohnturm, einer Kapelle und einem Nebengebäude. Wesentlich ausgebaut wurde die Burg unter Erzbischof Burkhard II. von Weißpriach (1461 - 1466), der zur Verstärkung der Ringmauer vier Rundtürme - Glockenturm, Trompeterturm, Krautturm und den Schmiedturm - errichtete. Sein Nachfolger, Erzbischof Bernhard von Rohr (1466 - 1482), baute zum Schutz vor verschiedenen Feinden oder aufständischen Salzburgern an der Südseite der Burg eine Bastei, erhöhte die Ringmauer und sicherte den östlichen Aufgang zum Nonnberg durch eine drei Meter dicke Mauer. Johann III. Beckenschlager, Erzbischof von 1482 - 1489, erweiterte die Festung um zwei Gebäude: das erste Zeughaus und den Schüttkasten.

Leonhard von Keutschach (1495 - 1519) baute die Festung weiter zum prunkvollen Herrscherssitz aus. So fügte der geistliche Regent dem Hohen Stock weitere Etagen hinzu, legt eine neue Zisterne an und erhöhte die bereits bestehenden Türme. Überdies "schenkte" er den Salzburgern die Orgel im Krauturm, den Salzburger Stier, legte den Reißzug als Transportanlage für die Festung an und ließ Kuchlturm und Bäckerei bauen.

Da das Geld für den Ausbau der Festung zum Teil aus dem Bergbau der Hohen Tauern stammte, regte sich von Seiten der organisierten Bergknappen Widerstand gegen die Salzburger Erzbischöfe. Infolgedessen belagerten Bauern und Bergknappen im Jahre 1525 den Salzburger Landesfürsten Matthäus Lang von Wellenburg 14 Wochen lang in seiner Burg, jedoch ohne Erfolg - die Festung Hohensalzburg blieb uneinnehmbar.

Der nächste Landesfürst, Wolf Dietrich von Raitenau (1587 - 1612), forcierte während seiner Regentschaft die Bautätigkeit in der Stadt Salzburg stärker als die auf der Burg. Er wurde später von seinem Nachfolger Markus Sittikus von Hohenems (1612 - 1653) bis zu seinem Tod auf der Festung gefangen gehalten.

Erzbischof Paris Graf Lodron (1619 - 1653) ließ Salzburg im Barock mittels großer Wehrbauten schützen und schloss auch die Festung Hohensalzburg in seinen Verteidigungsring mit ein. Unter ihm wurde die mittelalterliche Burg zur neuzeitlichen Festung so umgebaut, dass sie der stärkere gewordenen Artillerie standhalten konnte und innerhalb der Bastione keine schusstoten Winkel mehr vorhanden waren.

Aus Furcht vor einer Türkenbelagerung errichtete Erzbischof Max Gandolf von Kuenburg (1668 - 1687) im 17. Jahrhundert die Feuerbastei an der Nordseite.

Am 16. Juli 1669 tötete ein Bergsturz in der Gstättengasse 220 Menschen. Seitdem befreien Bergputzer die Salzburger Stadtberge regelmäßig von bröckelndem Gestein.

Als das Land Salzburg 1816 in die Habsburger Monarchie eingegliedert wurde, nutzte man die die Festung nur mehr als Kaserne und als Kerker. 1861 hob Kaiser Franz Joseph I. Hohensalzburg als Festung auf. Sie blieb aber im Besitz des Kaisers im Gegensatz zu anderen Stadtbefestigungsanlagen, die er der Stadt Salzburg schenkte.

Dieser Umstand war dann später die Voraussetzung für den beginnenden Fremdenverkehr, weshalb um 1900 auch mit dem Bau der Festungsbahn begonnen wurde.

Die Türme der Festung

Von der Stadt aus gesehen

  • Reckturm: (von mittelhochdeutsch "recke" = Verbannter, Flüchtling, vgl. "Rächen", andere Quellen[1] erklären das Wort von "recken" = strecken)
  • Bleitürmchen: ein ganz kleines Türmchen zwischen Reck- und Glockenturm
  • Glockenturm: jeden Freitag um 11 Uhr läutet noch heute die Glocke, früher warnte sie die Bewohner der Stadt bei Feuersgefahr
  • Trompeterturm: hier war ein Wächter, der die Stadt beobachtete und bei Notfällen Alarm gab; später wurde das Trompetensignal durch das Abgeben eines Schusses aus einer Kanone abgelöst;
  • Bürgermeisterturm, an den das Schlangengang anschließt, der nach Artillerie-Geschützen, den Feldschlangen (kleineren "wendigen" Kanonen) benannt ist

Im Inneren Teil der Burg

  • Kuchlturm im Schlossgraben: von Leonhard von Keutschach erbaut; der Name "Arrestanten-" oder "Krankenturm" ist viel jünger
Im Hohen Stock
  • Zwei Feuertürme auf der Süd- und der Ostseite des inneren Schlosses

von Nonntal aus gesehen

  • Schwefelturm: in einem Teil davon ist heute das Festungsrestaurant untergebracht
  • Hasenturm
  • Pulverturm
  • Geyerturm - die drei letztgenannten Türme wurden von Erzbischof Leonhard von Keutschach über der alten Ringmauer errichtet
  • Schmiedturm, der zwischen Zeughaus und Schüttkasten liegt

Die Basteien

  • Kuenburgbastei im Norden, auch Feuerbastei genannt, in der sich zwei Kasematten befinden
  • Untere Nonnbergbastei im Nordosten
  • Obere Nonnbergbastei im Osten
  • Bernhard-von-Rohr-Bastei
  • Bastei vor dem Hasengrabentor
  • Untere Hasengrabenbastei im Südwesten auf der sich der Pulverturm befindet
  • Hasenbastei und
  • Georgsbastei an der Westseite, werden hauptsächlich vom Festungsrestaurant - früher Hasengrabenzeughaus - genutzt
  • Obere Hasengrabenbastei an der Nordwestseite
  • die Katze als Außenbastei (Vorbastei) im Nordwesten

Tore der Festung

  • erster Sperrbogen und Schartentor, zusammen mit der "Katze" von Paris Graf Lodron erbaut
  • zweiter Sperrbogen, der Keutschachbogen
  • dritter Sperrbogen, neben dem Bürgermeisterturm
  • Die Rosspforte, die in den Großen Burghof führt, deren oberer Teil Schleuderpforte genannt wird
  • Die Höllenpforte - ein Stiegenaufgang in den Großen Burghof
  • Fünf Reißzug-Pforten, dessen oberste Pforte früher ein richtiger Turm mit dem Namen "Reiseturm" war

Museen in der Festung

Quellen

  • Website Festung Hohensalzburg
  • Website Salzburger Burgen und Schlösser
  • 900 Jahre Festung Hohensalzburg, Landesfest 4. bis 12. Juni 1977, Schriftenreihe des Landespressebüro Salzburg, 1977
  • Salzburg - ein Führer durch seine Geschichte und Kunst, Dr. Franz Martin, 1952, Verlag "Das Bergland-Buch"

Lehrerarbeitsgemeinschaft am Pädagogischen Institut Salzburg unter der Leitung von Josef Hübl: Heimatkunde Stadt Salzburg, Salzburger Druckerei, Ausgabe Mai 1974

Fußnote

  1. Lehrerarbeitsgemeinschaft am Pädagogischen Institut Salzburg unter der Leitung von Josef Hübl: Heimatkunde Stadt Salzburg, Salzburger Druckerei, Ausgabe Mai 1974 Seite 21

Weblinks