Schaffner-Haus: Unterschied zwischen den Versionen

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Um [[1181]]–83 wird ein ''Meinhard '''vor''' der [[Pforte]]'' als Besitzer des Hauses genannt. Damit wurde ausdrückt, dass Meinhard vor der damals dort gelegenen Pforte zur [[Bischofsburg in Salzburg|Bischofsburg]] wohnte − im Gegensatz zu seinem Sohn oder Enkel, den man um [[1231]] als ''Meinhard '''an''' der Pforte'' bezeichnete.
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Um [[1181]]–83 wird ein ''Meinhard '''vor''' der [[Pforte]]'' als Besitzer des Hauses genannt. Damit wurde ausdrückt, dass Meinhard vor der damals dort gelegenen Pforte zur [[Bischofsburg in Salzburg|Bischofsburg]] wohnte − im Gegensatz zu seinem Sohn oder Enkel, den man um [[1231]] als ''Meinhard '''an''' der Pforte'' bezeichnete.
  
 
[[1250]] findet sich in den Büchern des [[Domkapitel]]s eine Geldanweisung an die Söhne von Karl von [[Guetrater|Gutrat]], Otto und [[Chuno]], die im Hause ''Meinhard an der Pforte'' wohnten. Dieses Haus hatten die Gutrater zu Erbrecht, den noch [[1364]] den Namen ''des drugsazz haws''' - die Gutrater waren des [[Erzstift Salzburg|Erzstifts]] [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#T|Erbtruchsesse]].
 
[[1250]] findet sich in den Büchern des [[Domkapitel]]s eine Geldanweisung an die Söhne von Karl von [[Guetrater|Gutrat]], Otto und [[Chuno]], die im Hause ''Meinhard an der Pforte'' wohnten. Dieses Haus hatten die Gutrater zu Erbrecht, den noch [[1364]] den Namen ''des drugsazz haws''' - die Gutrater waren des [[Erzstift Salzburg|Erzstifts]] [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#T|Erbtruchsesse]].
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Das Gebäude ging dann höchstwahrscheinlich [[1575]] in das erzbischöfliche [[Urbar]] über und befand sich noch [[1650]] in demselben.
 
Das Gebäude ging dann höchstwahrscheinlich [[1575]] in das erzbischöfliche [[Urbar]] über und befand sich noch [[1650]] in demselben.
  
[[1593]] erwarb es Wolf [[Paurnfeind|Baurnfeind]] durch Kauf, des Mathias Baurnfeind Witwe, geb. Zapler, wieder verheiratete [[Freysauff|''Fraißsauf'']], erhielt [[1641]] beide Häuser. [[1647]] besaß Egidius Berner den hinten errichteten Neubau, das ''Bernerstöckl''. Seine Frau Sophia war eine Tochter Baurnfeinds. Frau von [[Kimpflern]], geb. Baurfeind, vereinigte dann [[1676]] beide Häuser.
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[[1593]] erwarb es Wolf [[Paurnfeind|Baurnfeind]] durch Kauf, des Mathias Baurnfeind Witwe, geb. Zapler, wieder verheiratete [[Freysauff|''Fraißsauf'']], erhielt [[1641]] beide Häuser. [[1647]] besaß Egidius Berner den hinten errichteten Neubau, das ''Bernerstöckl''. Seine Frau Sophia war eine Tochter Baurnfeinds. Frau von [[Kimpflern]], geb. Baurfeind, vereinigte dann [[1676]] beide Häuser.
  
 
Mehrere Verwandte erhielten die Gebäude und es kam immer wieder zu Teilungen.  
 
Mehrere Verwandte erhielten die Gebäude und es kam immer wieder zu Teilungen.  
  
Es folgen u. a. Johann Sebastian, dann [[1806]] Caspar von Freißauf (Fraißauf und Freisauf), 1808 ein Kaufmann Freyssauf, [[1813]] dessen Erbe und vier weitere Verwandte und [[1818]] der Kaufmann Schaffner, der dem Haus den Namen gab. [[1858]] gab es drei Besitzer und [[1874]] folgten [[Karl Roll]] und Harretsberger.
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Es folgte Johann Sebastian.<!-- das war die Besitzerreihenfolge nach Franz Valentin Zillner: ''dann [[1806]] Caspar von Freißauf (Fraißauf und Freisauf), 1808 ein Kaufmann Freyssauf, [[1813]] dessen Erbe und vier weitere Verwandte und [[1818]] der Kaufmann Schaffner, der dem Haus den Namen gab. [[1858]] gab es drei Besitzer und [[1874]] folgten [[Karl Roll]] und Harretsberger.'' Die nachstehende Besitzerreihenfolge nach den Artikeln der Handlungen und dortigen Quellen -->
  
Auch wird wiederkehrend eine Unterscheidung zwischen dem vorderen (Waagplatz 2) und dem hinteren (heute Waagplatz 1a) Gebäude erwähnt. Bei den Teilungen des Hauses in ein vorderes, hinteres, in Böden, in Viertel, 32stel, 74stel wurden auch die Fischbehälter, die Keller, das Torwartzimmer, das Wagen-, Speise- und Käsegewölbe, der Stall, die Teile des Dachbodens den jeweiligen Eigentümern zugeschrieben.
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[[1705]] gründete Caspar [[Freysauff|Freysauf]] die [[Caspar Freysauf'sche Handlung]] in diesem Haus. [[1803]]/[[1804]] war sie zusammen mit dem Haus an [[Franz Anton Schaffner]] verkauft worden, der die Handlung unter dem alten Namen weiterführte. Am [[1. Mai]] [[1815]] wurde sie aufgelöst und [[Franz Anton Schaffner]], der alleiniger Eigentümer von Haus und Handlung (Faktorei) blieb, führte das Geschäft nun unter seinem eigenen Namen als [[Franz Anton Schaffner'sche Handlung]] weiter. Er war mit Theresia, geb. [[Späth]] (die jüngere Schwester von [[Franz Xaver Späth]]) verheiratet, die von [[1837]] bis [[1841]] Haus und Handlung besaß und zusammen mit dem Prokuristen Alois Hauptmann bis zu ihrem Tod [[1870]] führte.
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Im September desselben Jahres stand das Haus im Besitz von Theresia Schaffner die Jüngere.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18700910&query=%22Schaffner%22&seite=3 anno.onb.ac.at/Salzburger Zeitung, 10. September 1870]</ref> Nach dem von Therese Schaffner die Ältere [[1870]]<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18700516&query=%22Schaffner%22+%22Therese%22&ref=anno-search&seite=4 Salzburger Zeitung 16. Mai 1870]</ref> stand das Haus im September desselben Jahres im Besitz von Theresia Schaffner die Jüngere.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18700910&query=%22Schaffner%22&seite=3 anno.onb.ac.at/Salzburger Zeitung, 10. September 1870]</ref>
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[[1877]] waren k.k. Landesgerichtsrat [[Karl Roll]] und [[Johann Haretsberger]] die Hausbesitzer.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18770913&query=%22Carl%22+%22Roll%22&ref=anno-search&seite=2 anno.onb.ac.at/Salzburger Zeitung, 13. September 1877]</ref>
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[[1899]] ging der Besitz von Karl Roll durch Kauf auf [[Josef Wierer]] und [[Ernst Müller]], Buchdruckerei, über.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18990213&query=%22Schaffner%22&seite=4 anno.onb.ac.at, Salzburger Chronik, 13. Februar 1899]</ref>
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Auch wird wiederkehrend eine Unterscheidung zwischen dem vorderen (Waagplatz 2) und dem hinteren (heute Waagplatz 1a) Gebäude erwähnt. Bei den Teilungen des Hauses in ein vorderes, hinteres, in Böden, in Viertel, 32stel, 74stel wurden auch die Fischbehälter, die Keller, das Torwartzimmer, das Wagen-, Speise- und Käsegewölbe, der Stall, die Teile des Dachbodens den jeweiligen Eigentümern zugeschrieben.
  
 
== Quellen ==
 
== Quellen ==
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* [[Franz Valentin Zillner]]: ''Geschichte der Stadt Salzburg'', I. Buch, Salzburg 1885, Seite 277 (bei [https://archive.org/details/bub_gb_M5MJAAAAIAAJ/page/n291 Internetabfrage] Seite 291)
 
* [[Franz Valentin Zillner]]: ''Geschichte der Stadt Salzburg'', I. Buch, Salzburg 1885, Seite 277 (bei [https://archive.org/details/bub_gb_M5MJAAAAIAAJ/page/n291 Internetabfrage] Seite 291)
 
* [[Digitaler Stadtplan von Salzburg]]
 
* [[Digitaler Stadtplan von Salzburg]]
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* [https://www.zobodat.at/pdf/MGSL_144_0145-0218.pdf www.zobodat.at: Die „Lebenserinnerungen“ des Franz Xaver Späth von Isolde Schlager-Dattenböck, Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Seite 151/152]
  
 
== Weblinks ==
 
== Weblinks ==

Version vom 25. Januar 2019, 10:04 Uhr

Das "Schaffner-Haus" Waagplatz 2

Das Schaffner-Haus ist ein unter Denkmalschutz stehendes historisches Gebäude in der Salzburger Altstadt am Waagplatz.

Einleitung

Das Schaffner-Haus besteht aus zwei Gebäuden. Im direkt an den Waagplatz grenzenden Gebäude befindet sich heute das K+K Restaurant am Waagplatz, in dem ein historisches Gewölbe aus dem 12. Jahrhundert als Freysauffkeller genutzt wird.

Der hintere Teil, der über einen kurzen Weg an der linken Gebäudeecke erreichbar ist, trägt heute die Adresse Waagplatz 1a und wird als Georg-Trakl-Haus bezeichnet. Dieser Teil des Gebäudes ist das Geburtshaus des Dichters Georg Trakl (* 1887; † 1914).

Der Großteil der Bausubstanz beider Gebäudeteile stammt aus dem 16. Jahrhundert. Die heutige Fassade wurde um 1860 neu gestaltet.

Heute befinden sich im hinteren Gebäude und um dessen Hof eine Gedenkstätte mit Museum für Georg Trakl sowie die Salzburger Kulturvereinigung.

Im sogenannten Trakl-Hof kann man die von Arno Breker geschaffene Büste des senegalesischen Politikers und Dichters Léopold Sédar Senghor (* 1906; † 2001) und einen Ziehbrunnen sehen. Die Bürgerhäuser um diesen Hof stammen im Kern aus dem Mittelalter.

Geschichte der Gebäudeteile

Wie der Fund eines Mosaikbodens innerhalb der Toreinfahrt beweist, stehen die Gebäude auf Resten des alten Iuvavum.

Um 1181–83 wird ein Meinhard vor der Pforte als Besitzer des Hauses genannt. Damit wurde ausdrückt, dass Meinhard vor der damals dort gelegenen Pforte zur Bischofsburg wohnte − im Gegensatz zu seinem Sohn oder Enkel, den man um 1231 als Meinhard an der Pforte bezeichnete.

1250 findet sich in den Büchern des Domkapitels eine Geldanweisung an die Söhne von Karl von Gutrat, Otto und Chuno, die im Hause Meinhard an der Pforte wohnten. Dieses Haus hatten die Gutrater zu Erbrecht, den noch 1364 den Namen des drugsazz haws' - die Gutrater waren des Erzstifts Erbtruchsesse.

Erzbischof Friedrich III. von Leibnitz tauschte 1327 mit dem Benediktinerstift Admont deren älteren Admonter Hof gegen diese beiden Häuser am Waagplatz. Friedrich errichtete daraufhin anstelle des alten Admonter Hofes das Bürgerspital St. Blasius.

1412 gab Abt Georg Lueger[1][2] von Admont das Haus dem Goldschmied Peter zu Leibgeding (auf drei Leib: Peter, seiner Frau und Schwester).

1443 bekam die Hälfte des Hauses der Maler Hanns Mynner zu Erbrecht, die andere Hälfte Oswald Kramer.

1454 besaß es oder wohnte darin der Apotheker Zacharias Stewitz. 1476 ging es im Erbrecht von dessen Kindern auf den Bürgermeister (1468, 1469, 1476 und 1477) Jakob Schönperger über.

Aber noch zu dieser Zeit bestand die Verpflichtung, Mönchen von Admont während ihres Aufenthalts in Salzburg mit Dach und Fach zu versorgen.

1496 findet sich die Erwähnung als des von Admont haws, 1514 wohnte der abgedankte Abt Michael KollinReferenzfehler: Für ein <ref>-Tag fehlt ein schließendes </ref>-Tag. Nach dem von Therese Schaffner die Ältere 1870[3] stand das Haus im September desselben Jahres im Besitz von Theresia Schaffner die Jüngere.[4]

1877 waren k.k. Landesgerichtsrat Karl Roll und Johann Haretsberger die Hausbesitzer.[5]

1899 ging der Besitz von Karl Roll durch Kauf auf Josef Wierer und Ernst Müller, Buchdruckerei, über.[6]

Auch wird wiederkehrend eine Unterscheidung zwischen dem vorderen (Waagplatz 2) und dem hinteren (heute Waagplatz 1a) Gebäude erwähnt. Bei den Teilungen des Hauses in ein vorderes, hinteres, in Böden, in Viertel, 32stel, 74stel wurden auch die Fischbehälter, die Keller, das Torwartzimmer, das Wagen-, Speise- und Käsegewölbe, der Stall, die Teile des Dachbodens den jeweiligen Eigentümern zugeschrieben.

Quellen

Weblinks

Fußnote

  1. siehe Ennstalwiki → enns:Georg Lueger
  2. Verlinkung(en) mit "enns:" beginnend führ(t)en zu Artikeln, meist mit mehreren Bildern, im EnnstalWiki, einem Schwesterwiki des SALZBURGWIKIs
  3. Salzburger Zeitung 16. Mai 1870
  4. anno.onb.ac.at/Salzburger Zeitung, 10. September 1870
  5. anno.onb.ac.at/Salzburger Zeitung, 13. September 1877
  6. anno.onb.ac.at, Salzburger Chronik, 13. Februar 1899