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Agordo in der Provinz Belluno in Venetien ist ein altes Bergbauzentrum mit den Minen des ''Valle Imperina'' (des Tals Imperina). Von [[1813]] bis [[1866]] stand der Ort im "Königreich Lombardo-Venetien" unter österreichischer Herrschaft. Abgebaut wurden vor allem [[Silberbergbau|Silber]], Pyrit, [[Kupferbergbau|Kupfer]] und Eisensulfat. Der heutige Ort ''Rivamonte Agordino'' hat etwa 600 Einwohner und ist von hohen Bergen der Dolomiten umgeben. Etwa 21 km südöstlich davon liegt Belluno, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz.<ref>[https://www.agordinodolomiti.it/it_IT/cosa-vedere/storia/centro-minerario-di-valle-imperina/ www.agordinodolomiti.it], italienischsprachige Internetseite über das ''Centro Minerario di Valle Imperina''</ref> | Agordo in der Provinz Belluno in Venetien ist ein altes Bergbauzentrum mit den Minen des ''Valle Imperina'' (des Tals Imperina). Von [[1813]] bis [[1866]] stand der Ort im "Königreich Lombardo-Venetien" unter österreichischer Herrschaft. Abgebaut wurden vor allem [[Silberbergbau|Silber]], Pyrit, [[Kupferbergbau|Kupfer]] und Eisensulfat. Der heutige Ort ''Rivamonte Agordino'' hat etwa 600 Einwohner und ist von hohen Bergen der Dolomiten umgeben. Etwa 21 km südöstlich davon liegt Belluno, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz.<ref>[https://www.agordinodolomiti.it/it_IT/cosa-vedere/storia/centro-minerario-di-valle-imperina/ www.agordinodolomiti.it], italienischsprachige Internetseite über das ''Centro Minerario di Valle Imperina''</ref> | ||
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Version vom 19. Januar 2026, 11:46 Uhr
Venetien, auch Venezien geschrieben, dessen italienische amtliche Bezeichnung Regione del Veneto und venetisch Vèneto lautet, ist eine Region in Nordostitalien mit Bezügen zu Salzburg und seiner Geschichte.
Geografie
18 345 km² und rund 4,85 Millionen Einwohner (Stand 2025). Die regionale Hauptstadt Venedig befindet sich im Südosten in einer Lagune an der Adria. Sie wurde auf Inseln errichtet, die überwiegend auf Holzpfosten gegründet wurden.
Salzburgbezüge
Agordo
Agordo in der Provinz Belluno in Venetien ist ein altes Bergbauzentrum mit den Minen des Valle Imperina (des Tals Imperina). Von 1813 bis 1866 stand der Ort im "Königreich Lombardo-Venetien" unter österreichischer Herrschaft. Abgebaut wurden vor allem Silber, Pyrit, Kupfer und Eisensulfat. Der heutige Ort Rivamonte Agordino hat etwa 600 Einwohner und ist von hohen Bergen der Dolomiten umgeben. Etwa 21 km südöstlich davon liegt Belluno, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz.[1]
Im September 1853 besucht Pater Albert Eder – Franz de Paula Albert Eder –, der spätere Salzburger Erzbischof, als Reisebegleiter seines vierzehnjährigen Schülers Franz II. Xaver Gregor Spängler Agordo, wo im Bergwerk des Valle Imperina der Onkel von Franz Spängler, Franz Josef Anselm Lürzer von Zechenthal (* 1796; † 1870), der Vater von Otto Lürzer von Zehendthal (* 1843; † 1901), k.k. Bergwerksinspektor war. Die Kobler-Spängler-Briefe vom 10. September 1853 berichten davon.
Padua
Padua, italienisch Padova, liegt 35 km westlich von Venedig auf dem Festland. Im Mittelalter und der frühen Neuzeit erlebte Padua mehrere Epochen wirtschaftlicher und kultureller Blüte. 1222 erhielt es die – nach Bologna und Modena – dritte italienische Universität. Einige der wichtigsten italienischen Künstler (Giotto, Donatello, Mantegna) lebten oder arbeiteten hier. Padua war auch eine Wirkungsstätte des Franziskaners Antonius von Padua (* 1195; † 1231). 1405 verlor Padua seine politische Eigenständigkeit und kam unter die Herrschaft Venedigs. Mit Venedig teilte Padua fortan dessen territoriales Schicksal und stand somit von 1797 bis 1805 sowie von 1814 bis 1866 unter österreichischer Herrschaft.
In einem Streitfall zwischen dem Erzbistum Salzburg und dem Baiernherzog Heinrich XIII. holte Erzbischof Friedrich II. ein juristisches Gutachten der Universitäten Bologna und Padua ein. Dies war eine der frühesten Anwendungen von Universitätsgutachten in einem Rechtsstreit nördlich der Alpen.
Padua war auch ein Zentrum der Bildhauerei und Heimat der "Paduanischen Bildhauerschule", aus der Bildhauer hervorgingen, die von den Salzburger Fürsterzbischöfen beschäftigt wurden, wie etwa Tommaso di Garona (* um 1620; † 1667). Auch der Bildhauer und Stuckateur Ottavio Mosto, der um 1690 in Salzburg tätig war, stammte aus Padua.
Der hl. Antonius von Padua ist der Schutzheilige einiger Salzburger Kirchen, namentlich:
- der Itzlinger Pfarrkirche und
- der Antoniuskapelle in Söllheim
In Salzburg tätige Personen studierten in Padua, beispielsweise Simon Rettenpacher OSB.
Ivana Benozzi (* 1932 in Venedig) ist eine Fremdenführerin in der Stadt Salzburg.
Venedig
Italienisch Venezia, einst die Serenissima (die "Erlauchteste") genannt, rund 253 000 Einwohner[2].
Venedig hatte eine außerordentlich wichtige Bedeutung im Handel, der sogenannte Venediger-Handel. So war der Kaufmann und mehrmalige Bürgermeister der Stadt Salzburg im 15. Jahrhundert, Wilhelm Stumpf, im Fernhandel mit der Lagunenstadt tätig, ebenso wie Hans Elsenheimer (Stadtrichter, ebenfalls Bürgermeister der Stadt Salzburg sowie Abgeordneter zum Landtag und Begründer des Hofbräu Kaltenhausen). Er verstarb während einer Reise nach Venedig.
Venezianische Baumeister legten 1512 und 1526 Zisternen auf der Festung Hohensalzburg an.
Die Familie Spängler hatte über nahe Verwandte Verbindungen nach Venedig. Matthias Spangler (Messere Mattio Spangher) (* 14. September 1688 in Sand in Taufers, Südtirol; † 23. Oktober 1767 in Venedig) ist ein Bruder von Georg II. Spangler (* 1681; † 1759), dessen Sohn Franz Anton Spangler (* 1705; † 1784) nach Salzburg kam und dort 1731 das Bürgerrecht erwarb. Matthias Spangler wurde 1717 in die Bruderschaft San Francesco aufgenommen; er wird 1735 als "Mathiaß Spangler" erwähnt. Er war ein sehr erfolgreicher Kaufmann und Bankier und wurde Leiter der Fondaco dei Tedeschi in Venedig. 1763 ist er mit einem Kapital von 33.000 Dukaten nachweisbar. Mit seinem Neffen Franz Anton Spängler in Salzburg hatte er enge persönliche und geschäftliche Beziehungen; für ihn lieferte er hochwertige Stoffe nach Salzburg, und er war Pate der Kinder von Franz Anton. Nach seinem Tod ging ein Teil des Vermögens an die Salzburger Familie; wahrscheinlich hatte er selbst keine Nachkommen (ungeklärt ist ein [möglicherweise unehelicher] Sohn).[3]
Johann III. Spangler (Messere Giovanni Spangher / Spanger) (* 1715 in Taufers, Südtirol; † 9. August 1783 in Venedig) war ein Sohn von Johann II. Spangler (* 1684; † wohl nach 1769), Gastwirt in Sand in Taufers, und ein Bruder des oben genannten Georg II. Spangler. Er machte seine Handelslehre in Salzburg bei Franz Anton Spangler und arbeitete anschließend bei seinem Onkel Matthias Spangler im Handelsbetrieb "Mattio Spangher" in Venedig. Er erbte dessen Betrieb und einen Großteil des Vermögens. Den Handelsbetrieb des Onkels führte er erfolgreich weiter. Nachkommen von ihm sind nicht bekannt; nach seinem Tod fiel das Erbe an Verwandte in Bruneck, Südtirol, an seinen Neffen Anton Paul Spangler (* 1748; † 1787).
Venedig-Reisende
- Architekt Ferdinand Aichhorn, für den seine Stamm-Trattoria dort eine Rolle spielt und in der die Aiko-Krippe zu sehen ist.
- Christian Doppler, bedeutender Mathematiker und Physiker aus Salzburg, verstarb 1853 während eines Krankenurlaubs in Venedig im Alter von nur 49 Jahren.
- 1911 unternahm der Salzburger Maler Walter Kölbl eine Studienreise nach Venetien.
- Der Lyriker Georg Trakl besuchte Venedig.
- Erwähnt werden sollte auch Karl-Heinz Ritschel, der mehrere Bücher über diese Stadt publizierte.
Zwar nicht dort gewesen, aber
- ... aufgrund eines Gelöbnisses an den hl. Antonius in Padua gelangte der Salzburger Kaufmann Johann Kaufmann durch einen Handel mit einem in Venedig erwarteten, aber verschollen geglaubten Schiff zu Reichtum. Er gelobte, wenn das Schiff doch noch käme, eine Kapelle bei seinem Gut in Söllheim bei Salzburg zu bauen – die Wallfahrtskapelle hl. Antonius von Padua.
- ... aufgrund eines Gelöbnisses, angeblich von einer Halleiner Weißwarenhändlerin, für die glückliche Rückkehr eines ihrer Schiffe nach Venedig entstand die Wallfahrtskirche zur hl. Margaretha in Vigaun;
Kein Salzburger, aber
- ... als Architekt in Salzburg tätig gewesen und in Venedig gestorben ist: Vincenzo Scamozzi, Dombaumeister von Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau;
Weitere Salzburgbezüge
Seit Anfang des 21. Jahrhunderts gibt es alljährlich die Venezianischen Wochen im Gasthof Hohlwegwirt Hallein Taxach.
Quellen
- SALZBURGWIKI-Einträge, siehe Verlinkungen
- Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Agordo"
- Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Padua"
- Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Venedig"
Einzelnachweis
- ↑ www.agordinodolomiti.it, italienischsprachige Internetseite über das Centro Minerario di Valle Imperina
- ↑ Stand 2024
- ↑ Vgl. Henry Simonsfeld: Der Fondaco dei Tedeschi in Venedig, Stuttgart: Cotta, 1887; Brigitte Heuberger: Handelsbeziehungen zwischen Venedig und Salzburg am Beispiel der Familien Spängler. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Band 125. Im Selbstverlag der Gesellschaft. Salzburg 2005; Stierle, Günter: Stammbaum und Geschichte der Familie Spängler, 2022, Seite 32 bis 34.