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| − | Der Kapuzinerberg ist über die [[Imbergstiege]] von der [[Steingasse]] aus, von der [[Franziskuspforte]] der Linzer Gasse oder von einem Fußpfad hinter dem Einkaufszentrum [[Zentrum im Berg]] an der [[Fürbergstraße]] aus erreichbar. | + | Der Kapuzinerberg ist über die [[Imbergstiege]] von der [[Steingasse]] aus, von der [[Franziskuspforte]] der Linzer Gasse oder von einem Fußpfad hinter dem Einkaufszentrum [[Zentrum im Berg]] an der [[Fürbergstraße]] aus ("Doblerweg") erreichbar. |
==Fauna und Flora== | ==Fauna und Flora== | ||
Biologische Besonderheiten des Berges sind verschiedene seltene alpine Pflanzen und Tiere in den kalten, unzugänglichen Nordfelsen (etwa Alpenaurikel und Almrausch). Auch der [[Kolkrabe]] brütet in den schroffen Kalkfelsen. | Biologische Besonderheiten des Berges sind verschiedene seltene alpine Pflanzen und Tiere in den kalten, unzugänglichen Nordfelsen (etwa Alpenaurikel und Almrausch). Auch der [[Kolkrabe]] brütet in den schroffen Kalkfelsen. | ||
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Die Teiche sind Laichplatz für [[Erdkröte]] und [[Grasfrosch]]. In kleinen Rinnsalen setzen [[Feuersalamander|Feuersalamande]] ihre Larven. | Die Teiche sind Laichplatz für [[Erdkröte]] und [[Grasfrosch]]. In kleinen Rinnsalen setzen [[Feuersalamander|Feuersalamande]] ihre Larven. | ||
== Wasserspeicher == | == Wasserspeicher == | ||
| − | 1992 wurde im nordöstlichen Bereich des Kapuzinerberges ein Wasserspeicher mit 25 000 Kubikmeter fertig gestellt. Das dort gespeicherte Wasser stammt aus den Grundwasserfeldern von [[Sankt Leonhard (Grödig)|Sankt Leonhard]], Markgemeinde [[Grödig]], und [[Hallein]]. | + | 1992 wurde im nordöstlichen Bereich des Kapuzinerberges ein Wasserspeicher mit 25 000 Kubikmeter fertig gestellt. Das dort gespeicherte Wasser stammt aus den Grundwasserfeldern von [[Sankt Leonhard (Grödig)|Sankt Leonhard]], Markgemeinde [[Grödig]], und [[Hallein]]. Zwei ältere und kleinere Speicher im Berg sind heute stillgelegt. |
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Datei:Kapuzinerberg, Ansicht vom Gaisberg aus.JPG|Kapuzinerberg, Ansicht vom Gaisberggipfel aus | Datei:Kapuzinerberg, Ansicht vom Gaisberg aus.JPG|Kapuzinerberg, Ansicht vom Gaisberggipfel aus | ||
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Datei:Schwabenwirtsbrücke 065.jpg| Blick vom Kapuzinerberg zur Schwabenwirtsbrücke und nach Gnigl | Datei:Schwabenwirtsbrücke 065.jpg| Blick vom Kapuzinerberg zur Schwabenwirtsbrücke und nach Gnigl | ||
Datei:Neustadtblick.jpg|Kapuzinerbergblick zur Neustadt | Datei:Neustadtblick.jpg|Kapuzinerbergblick zur Neustadt | ||
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Datei:Kapuzinerberg-Panoramabild 29.12.2007 gegen Abend.jpg|Panorama vom Kapuzinerberg am Abend gesehen in Richtung [[Neustadt]] | Datei:Kapuzinerberg-Panoramabild 29.12.2007 gegen Abend.jpg|Panorama vom Kapuzinerberg am Abend gesehen in Richtung [[Neustadt]] | ||
Datei:Kapuzinerbergblick zur Festung.jpg|Kapuzinerbergblick zur Festung | Datei:Kapuzinerbergblick zur Festung.jpg|Kapuzinerbergblick zur Festung | ||
| − | Datei:Abendstimmung am Kapuzinerberg.jpg |Abendstimmung am Kapuzinerberg unweit der | + | Datei:Abendstimmung am Kapuzinerberg.jpg |Abendstimmung am Kapuzinerberg unweit der Imbergkirche |
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Version vom 14. November 2012, 07:39 Uhr
Der Kapuzinerberg ist ein Stadtberg in Salzburg, der sich östlich der Salzach erhebt. Er ist ein Landschaftsschutzgebiet.
Geschichte
Schon die Kelten siedelten auf diesem Stadtberg. Der ursprüngliche Name des Berges war Imberg (woran heute noch die Imbergstraße, die Imbergstiege und St. Johannes am Imberg erinnern). Der heutige Name bürgerte sich durch das sich auf dem Berg befindliche Kapuzinerkloster ein, das 1599 bis 1605 aus einem umgebauten Wehrbau des Mittelalters (Trompeterschlössl) entstanden ist. Auf dem Weg von der Linzer Gasse zum Kloster finden sich die im franziskanischen Geist geschaffenen und von den Kapuzinern initiierten elf Kalvarienbergkapellen samt zwei erhaltenen Begleitkapellen, die zwischen 1736 und 1744 erbaut worden waren, und eine Gedenkstätte für Wolfgang Amadeus Mozart.
Die verschiedenen Geschützbasteien, die allseits rund um den Berg verteilt sind, der Wehrturm der Felixpforte und die langen (auf skarpierte Felsen aufgesetzten) Wehrmauern mit ihren kleinen Wächterhäuschen („Auslug“) stammen sämtlich aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges und sind größtenteils gut erhalten. Die große Bastei im Norden ist nicht zugänglich, sie wird derzeit noch als als Lagerplatz für Gamswild-Futterkrippen genutzt. Die Bastei im Osten verfällt zunehmend, eine Sanierung ist leider nicht in Sicht. Auf der Kuppe des Berges steht, über eine ehemalige Zugbrücke erreichbar, das schmucke Franziski-Schlössl, das Fürsterzbischof Paris Lodron 1629 errichten ließ und heute als kleines Gasthaus genutzt wird. Die Errichtung eines Kultur-Lehrweges mit einer kurzgefassten Darstellung der reichen Geschichte des Berges bietet sich an, die Idee konnte bisher aber ebenfalls nicht umgesetzt werden. Als Militärbezirk war der Kapuzinerberg für Zivilisten bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts gesperrt, bis 1938 war der Besuch des Berges in der Folge gebührenpflichtig.
Die NS-Herrschaft plante eine riesige Gauhalle und ein Sportstadion an Stelle des Kapuzinerklosters, sowie ein neues großes Festspielhaus neben dem Franziski-Schlössl. Aufgeschlossen werden sollten diese Bauten durch eine großen Auffahrtsrampe vom Äußeren Stein aus. Das Ende der NS-Zeit verhinderte jedoch die Ausführung dieser Planung.
Grünraum und Erholungsraum
Der Berg bietet den Besuchern reizvolle Spaziermöglichkeiten entlang der vielen Wanderwege, vor allem entlang des Basteiweges, der nächst den Befestigungsmauern im Süden und Osten des Berges verläuft. Eine verbesserte Betreuung des Basteiweges ist dabei wünschenswert. Bemerkenswert sind auch die verschiedenen Aussichten auf die Altstadt. Der Berg ist mit seinen ausgedehnten Waldflächen eine grüne Lunge der Stadt Salzburgs.
Der Kapuzinerberg ist über die Imbergstiege von der Steingasse aus, von der Franziskuspforte der Linzer Gasse oder von einem Fußpfad hinter dem Einkaufszentrum Zentrum im Berg an der Fürbergstraße aus ("Doblerweg") erreichbar.
Fauna und Flora
Biologische Besonderheiten des Berges sind verschiedene seltene alpine Pflanzen und Tiere in den kalten, unzugänglichen Nordfelsen (etwa Alpenaurikel und Almrausch). Auch der Kolkrabe brütet in den schroffen Kalkfelsen.
Auf dem Kapuzinerberg gibt es auch eine Gämsenkolonie. 1948 wanderte ein Gamsbock vom nahen Gaiaberg bzw. den Kühberg hierher, 1952 wurde dann eine Gamsgeiß ausgesetzt.
Im 17. und 18. Jahrhundert war der Imberg landesfürstliches Jagdgebiet, in dem bis etwa 1700 auch Schwarzwild (Wildschweine) gehegt wurden.
Die Teiche
[[Datei:Kapuzinerberg_Ziehbrunnen_01.jpg|thumb|der Ziehbrunnen am Kapuzinerberg bei der Engelsquelle Geht man den asphaltierten Weg, der vom Kapuzinerkloster zu den wenigen Häusern am Berg oberhalb des Äußeren Steins führt, kommt man an drei kleinen Teichen vorbei. Diese lieferten jahrhudnertelang das Wasser für den Klostergarten der Kapuziner. Die Teiche werden von einer Sickerquelle, der Engelsquelle, gespeist. In unmittelbaren Nähe befindet sich ein Ziehbrunnen.
Die Teiche sind Laichplatz für Erdkröte und Grasfrosch. In kleinen Rinnsalen setzen Feuersalamande ihre Larven.
Wasserspeicher
1992 wurde im nordöstlichen Bereich des Kapuzinerberges ein Wasserspeicher mit 25 000 Kubikmeter fertig gestellt. Das dort gespeicherte Wasser stammt aus den Grundwasserfeldern von Sankt Leonhard, Markgemeinde Grödig, und Hallein. Zwei ältere und kleinere Speicher im Berg sind heute stillgelegt.
Schon während des Dreißigjährigen Krieges wurden an verschiedenen Stellen auf dem Berg Zisternen als Wasserspeicher angelegt.
Persönlichkeiten
- Stefan Zweig kaufte 1918 das Paschingerschlössl (Kapuzinerberg 5) und lebte dort von 1919 bis 1934
- Papst Johannes Paul II.
Gebäude und Bauten
- Franziski-Schlössl
- Imbergstiege mit der Kirche St. Johannes am Imberg
- Kapuzinerkloster mit Kapuzinerkirche
- Paschingerschlössl
- Villa Spaur
Literatur und Quellen
- Kapuzinerkloster am Kapuzinerberg, Verlag St. Peter, Erzabtei St. Peter, Salzburg, 2. überarbeitete Auflage 2001
- Reinhard Medicus: Die einstigen Stadttore der Linzergasse und die Nordfelsen des Kapuzinerberges. In: Bastei − Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft, 54. Jahrgang, 4. Folge, S. 10−16, Salzburg 2005
- Reinhard Medicus: Der Kalvarienberg und die Mozart-Gedenkstätte auf dem Kapuzinerberg. In: Bastei − Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft, 55. Jahrgang, 2. Folge, S. 14−20, Salzburg 2006
- Reinhard Medicus: Die Wehrbauten Paris Lodrons am Kapuzinerberg, 1. und 2. Teil. In: Bastei − Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft, 58. Jahrgang, 1. Folge, S. 11−17, und 2. Folge, S. 25-19, Salzburg 2008
- Reinhard Medicus: Der Imberg, heute auch Kapuzinerberg genannt, in Natur- und Kulturgeschichte. In: Der Gardist − Jahresschrift der Bürgergarde der Stadt Salzburg, 26. Jahrgang, Salzburg 2006
- Reinhard Medicus: Gutshöfe und Steinbrüche am Kapuzinerberg In: Bastei - Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg, 58. Jahrgang 4. Folge, Salzburg 2008
- Reinhard Medicus: Der Imberg und sein Wasser In: Bastei - Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg, 59. Jahrgang 1. Folge, Salzburg 2008
- Reinhard Medicus: Der Kapuzinerberg als Erholungsraum In: Bastei - Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg, 60. Jahrgang 3. Folge, S. 11-17,
Salzburg 2010
- Reinhard Medicus: Über den Wald auf dem Kapuzinerberg In: Bastei - Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg, 61. Jahrgang 1. Folge, S. 19-24, Salzburg 2011
- Schautafeln am Kapuzinerberg
Weblinks
Wikipedia über den Kapuzinerberg
Bildergalerie
Stefan-Zweig-Denkmal auf dem Kapuzinerberg
- Kapuzinerberg 02.jpg
Kapuzinerberg
- Bild:Kapuzinerberg Tor.jpg
Blick vom Kapuzinerberg-Fahrweg auf die Franziskuspforte und die Linzer Gasse
- Neustadtblick.jpg
Kapuzinerbergblick zur Neustadt
Panorama vom Kapuzinerberg am Abend gesehen in Richtung Neustadt