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| | {{Dieser Artikel|behandelt die Geschichte des Raumes um das heutige Hotel '''Schloss Mönchstein'''. Ein Artikel über das Fünf-Sterne-Superieur-Hotel findest du unter [[Hotel Schloss Mönchstein]] }} | | {{Dieser Artikel|behandelt die Geschichte des Raumes um das heutige Hotel '''Schloss Mönchstein'''. Ein Artikel über das Fünf-Sterne-Superieur-Hotel findest du unter [[Hotel Schloss Mönchstein]] }} |
| − | [[Datei:Schloss Mönchsstein.jpg|thumb|Blick von der Haupteinfahrt zum schlossartigen Hotel]] | + | [[Datei:2021_07_03_Salzburg_Hotel_Schloss_Mönchstein.jpg|thumb|Das Schloss Mönchstein im Sommer 2021.]] |
| − | [[Bild:Schloss Mönchstein.jpg|thumb|Die Schlossfront zur Salzach]]
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| − | [[Datei:Schloss Mönchstein Mönchsberg Salzburg.jpg|thumb|Blick auf das Schloss Mönchstein.]]
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| − | [[Datei:Schloss Mönchstein oberhalb des Müllner Steges.jpg|thumb|Hotel Schloss Mönchstein oberhalb des Müllner Steges an der Salzach]]
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| | Das '''Schloss Mönchstein''' befindet sich in der [[Stadt Salzburg]] im nördlichen Teil des [[Mönchsberg]]es nächst der [[Müllner Schanze]]. | | Das '''Schloss Mönchstein''' befindet sich in der [[Stadt Salzburg]] im nördlichen Teil des [[Mönchsberg]]es nächst der [[Müllner Schanze]]. |
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| | == Einleitung == | | == Einleitung == |
| | Es ist im Wesentlichen nach 1900 erbaut und oftmals erweitert und umgebaut worden. Kulturhistorisch sind das [[Hotel Schloss Mönchstein]] samt dem Park daher wenig bedeutend. Es steht auch unter nicht unter Denkmalschutz. Der Name "Schloss Mönchstein" für das Anwesen stammt erst aus dem [[19. Jahrhundert]]. | | Es ist im Wesentlichen nach 1900 erbaut und oftmals erweitert und umgebaut worden. Kulturhistorisch sind das [[Hotel Schloss Mönchstein]] samt dem Park daher wenig bedeutend. Es steht auch unter nicht unter Denkmalschutz. Der Name "Schloss Mönchstein" für das Anwesen stammt erst aus dem [[19. Jahrhundert]]. |
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| | + | [[Datei:Schloss Mönchstein Mönchsberg Salzburg.jpg|thumb|Blick auf das Schloss Mönchstein.]] |
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| | ==Geschichte== | | ==Geschichte== |
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| | === ''Collegischlössl und Professorenschlössl'' der Benediktineruniversität === | | === ''Collegischlössl und Professorenschlössl'' der Benediktineruniversität === |
| − | Nach mehreren Besitzerwechseln, unter anderem auch an das [[Augustinerkloster Salzburg|Augustinerkloster Mülln]] ([[1622]]), verkauft Elisabeth Huber, Witwe nach Balthasar Huber, Doktor der Rechte, [[Salzburger Hofkammer|Hofkammerrat]] und Landschaftskanzler,<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18960523&query=%22M%c3%b6nchstein%22&ref=anno-search&seite=4 ANNO], [[Salzburger Chronik]], Ausgabe vom 23. Mai 1896, Seite 4</ref> das Areal [[1654]] die [[Benediktineruniversität|Benediktineruniversität Salzburg]]. Hier erbaute die Benediktineruniversität südöstlich der Monikapforte zwei kleines Schlösschen, in denen Professoren und ''Collegi'' ihren Sommerurlaub verbrachten. Daher hatte die beiden Bauten die Namen ''Konviktsschlösschen'' (auch Collegischlössl) und ''Professorenschlösschen'' (auch Professorenschlössl).<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19140215&query=%22M%c3%b6nchstein%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], [[Salzburger Wacht]], Ausgabe vom 15. Februar 1914, Seite 3</ref> | + | Nach mehreren Besitzerwechseln, unter anderem auch an das [[Augustinerkloster Salzburg|Augustinerkloster Mülln]] ([[1622]]), verkauft Elisabeth Huber, Witwe nach Balthasar Huber, Doktor der Rechte, [[Salzburger Hofkammer|Hofkammerrat]] und Landschaftskanzler,<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18960523&query=%22M%c3%b6nchstein%22&ref=anno-search&seite=4 ANNO], [[Salzburger Chronik]], Ausgabe vom 23. Mai 1896, Seite 4</ref> das Areal [[1654]] die [[Benediktineruniversität|Benediktineruniversität Salzburg]]. Hier erbaute die Benediktineruniversität südöstlich der Monikapforte zwei kleines Schlösschen, in denen Professoren und ''Collegi'' ihren Sommerurlaub verbrachten. Daher hatte die beiden Bauten die Namen ''Konviktsschlösschen'' (auch Collegischlössl) und ''Professorenschlösschen'' (auch Professorenschlössl).<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19140215&query=%22M%c3%b6nchstein%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], "[[Salzburger Wacht]]", Ausgabe vom 15. Februar 1914, Seite 3</ref> |
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| | + | [[Datei:Mönchstein Hotel Schloss.jpg|thumb|Hotel Schloss Mönchstein in einer Aufnahme aus dem Jahr 2004 (vor diversen Umbauten).]] |
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| | === Salzburger Universitätsobservatorium === | | === Salzburger Universitätsobservatorium === |
| − | Der erste [[Jüdischer Friedhof Salzburg|jüdische Friedhof]] in Salzburg lag im [[14. Jahrhundert|14.]] und [[15. Jahrhundert]] in der Vorstadt [[Mülln]] unweit der [[Müllner Kirche]]. Seine genaue Lage ist unbekannt. Nächst diesem Judenfriedhof wurde 1654 südlich des gleichnamigen Geländes ein [[Observatorium Universität Salzburg|Observatorium]] für die Universität Salzburg - eine [[Astronomie|astronomische]] Beobachtungsstelle (''mathematischer Turm'') - erbaut, die unter [[Rektoren der Benediktineruniversität Salzburg|Rektor]] [[Augustin Schelle]] (Ende [[18. Jahrhundert]]) aufgelassen und bald danach abgerissen wurde. Für einige Jahre wohnte hier der Schriftsteller [[Lorenz Hübner]] und schrieb sein Gedicht "''Abschied vom Mönchsberg''".<ref name="SV1914">Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19140215&query=%22M%c3%b6nchstein%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 15. Februar 1914, Seite 3</ref> | + | Der erste [[Jüdischer Friedhof Salzburg|jüdische Friedhof]] in Salzburg lag im [[14. Jahrhundert|14.]] und [[15. Jahrhundert]] in der Vorstadt [[Mülln]] unweit der [[Müllner Kirche]]. Seine genaue Lage ist unbekannt. Nächst diesem Judenfriedhof wurde 1654 südlich des gleichnamigen Geländes ein [[Observatorium Universität Salzburg|Observatorium]] für die Universität Salzburg - eine [[Astronomie|astronomische]] Beobachtungsstelle (''mathematischer Turm'') - erbaut, die unter [[Rektoren der Benediktineruniversität Salzburg|Rektor]] [[Augustin Schelle]] (Ende [[18. Jahrhundert]]) aufgelassen und bald danach abgerissen wurde. Für einige Jahre wohnte hier der Schriftsteller [[Lorenz Hübner]] und schrieb sein Gedicht "Abschied vom Mönchsberg".<ref name="SV1914">Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19140215&query=%22M%c3%b6nchstein%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], Salzburger Volksblatt, Ausgabe vom 15. Februar 1914, Seite 3</ref> |
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| | === Kapelle === | | === Kapelle === |
| − | Eine bereits um 1540 auf diesem Grundstück erwähnte Kapelle wurde am [[31. August]] [[1661]] zu Ehren der heiligen Maria, Anna und aller heiligen Mönche vom Universitätsrektor neu erbaut und geweiht. Eine neuerliche große Feier, zu der alle Professoren und Studenten der Universität in einem feierlichen Zug beim Schlösschen erschienen, fand 100 Jahre später zur Jahrhundertfeier statt. Die Kapelle wurde angeblich vor 1867 aufgelassen. Drei der Glasgemälde aus dieser Kapelle konnten 1870 in München entdeckt und für das [[Salzburg Museum|Städtische Museum]] angekauft werden.<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18700627&query=%22M%c3%b6nchstein%22&ref=anno-search&seite=2 ANNO], [[Salzburger Zeitung]], Ausgabe vom 27. Juni 1870, Seite 2</ref> Die Glasfenster dürften nicht erhalten sein, sie sind vermutlich den Bomben des 2. Weltkrieges zum Opfer gefallen. | + | Eine bereits um 1540 auf diesem Grundstück erwähnte Kapelle wurde am [[31. August]] [[1661]] zu Ehren der heiligen Maria, Anna und aller heiligen Mönche vom Universitätsrektor neu erbaut und geweiht. Eine neuerliche große Feier, zu der alle Professoren und Studenten der Universität in einem feierlichen Zug beim Schlösschen erschienen, fand 100 Jahre später zur Jahrhundertfeier statt. Die Kapelle wurde angeblich vor 1867 aufgelassen. Drei der Glasgemälde aus dieser Kapelle konnten 1870 in München entdeckt und für das [[Salzburg Museum|Städtische Museum]] angekauft werden.<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18700627&query=%22M%c3%b6nchstein%22&ref=anno-search&seite=2 ANNO], "[[Salzburger Zeitung]]", Ausgabe vom 27. Juni 1870, Seite 2</ref> Die Glasfenster dürften nicht erhalten sein, sie sind vermutlich den Bomben des 2. Weltkrieges zum Opfer gefallen. |
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| | + | Heute existiert nur eine kleine, bescheiden eingerichtete Kapelle im Schloss (siehe [[Kapelle Schloss Mönchstein]]). |
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| | === 19. Jahrhundert === | | === 19. Jahrhundert === |
| | Nach der Aufhebung der Universität wurde das Anwesen unter der bayerischen Regierung im November [[1813]] versteigert und von [[Joseph Felner]], einem damals als königlich-bayerischer Rat am Obersten Gerichtshof tätigen Salzburger erworben. | | Nach der Aufhebung der Universität wurde das Anwesen unter der bayerischen Regierung im November [[1813]] versteigert und von [[Joseph Felner]], einem damals als königlich-bayerischer Rat am Obersten Gerichtshof tätigen Salzburger erworben. |
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| | + | [[Datei:Hotel Schloss Mönchstein Luftaufnahme.jpg|thumb|Eine Aufnahme aus dem Jahr 2016.]] |
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| | Nachdem er das Schlösschen renovieren hatte lassen, betraute Felner, da er sich selten in Salzburg befand, [[Josef Leopold Hagenauer]] mit der Verwaltung des Gutes. [[Hagenauer]]s Sohn Josef erwarb schließlich [[1834]] das Anwesen. [[1815]] besuchte die russische Zarin den Pächter Hagenauer und schenkte ihm als Dank für seine Führung ihr seidenes Gürtelband.<ref name="SV1914"></ref> | | Nachdem er das Schlösschen renovieren hatte lassen, betraute Felner, da er sich selten in Salzburg befand, [[Josef Leopold Hagenauer]] mit der Verwaltung des Gutes. [[Hagenauer]]s Sohn Josef erwarb schließlich [[1834]] das Anwesen. [[1815]] besuchte die russische Zarin den Pächter Hagenauer und schenkte ihm als Dank für seine Führung ihr seidenes Gürtelband.<ref name="SV1914"></ref> |
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| | *[[1622]]: Das Gebäude wird an das [[Augustinerkloster Salzburg]]-[[Mülln]] verkauft. [[Fürsterzbischof]] [[Paris Graf Lodron]] lässt Befestigungsanlagen der Müllner Schanze (mit [[Monikapforte]], [[Augustinerpforte]] samt Zugbrücke) bauen. | | *[[1622]]: Das Gebäude wird an das [[Augustinerkloster Salzburg]]-[[Mülln]] verkauft. [[Fürsterzbischof]] [[Paris Graf Lodron]] lässt Befestigungsanlagen der Müllner Schanze (mit [[Monikapforte]], [[Augustinerpforte]] samt Zugbrücke) bauen. |
| | *[[1643]]: Im Plan von [[Philipp Harpff]] ist unterhalb des heutigen Hotelareals ein dreigeschossiger Turm zu erkennen, der in allen anderen älteren und jüngeren Plänen dort nicht aufscheint. (hölzerne Aussichtswarte Paris Lodrons über der Müllner Schanze?) | | *[[1643]]: Im Plan von [[Philipp Harpff]] ist unterhalb des heutigen Hotelareals ein dreigeschossiger Turm zu erkennen, der in allen anderen älteren und jüngeren Plänen dort nicht aufscheint. (hölzerne Aussichtswarte Paris Lodrons über der Müllner Schanze?) |
| − | *[[1654]]: Das [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Benediktinerstift St. Peter]] erwirbt den Besitz des heutigen Schlossareals für die "''Gelehrten Herren Professoris''" zur "''Erholung von der schweren Kopfarbeit''" und der Collegi. An der Stelle des heutigen Hotels wurde damals ein Schlösschen erbaut, das den Namen "''Collegischlössl''" erhält. | + | *[[1654]]: Das [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Benediktinerstift St. Peter]] erwirbt den Besitz des heutigen Schlossareals für die "Gelehrten Herren Professoris" zur "Erholung von der schweren Kopfarbeit" und der Collegi. An der Stelle des heutigen Hotels wurde damals ein Schlösschen erbaut, das den Namen "Collegischlössl" erhält. |
| | *[[1661]]: erfolgt die feierliche Einweihung der Kapelle. | | *[[1661]]: erfolgt die feierliche Einweihung der Kapelle. |
| | *[[1815]]: Berühmte Gäste besuchen die dortigen Schlösschen bzw. benachbarte Baulichkeiten: Katharina von Russland bedankt sich mit einem Gürtelband für die Gastfreundschaft, die Fürstin von Liechtenstein hatte beim Gartenhaus "ihre Steinbank zum Schauen" und [[Alexander von Humboldt]] schreibt angeblich über dieses "Stück Paradies" in der Mozartstadt. (Das Zitat dürfte eine Fälschung sein, in Beleg für das Zitat fehlt). | | *[[1815]]: Berühmte Gäste besuchen die dortigen Schlösschen bzw. benachbarte Baulichkeiten: Katharina von Russland bedankt sich mit einem Gürtelband für die Gastfreundschaft, die Fürstin von Liechtenstein hatte beim Gartenhaus "ihre Steinbank zum Schauen" und [[Alexander von Humboldt]] schreibt angeblich über dieses "Stück Paradies" in der Mozartstadt. (Das Zitat dürfte eine Fälschung sein, in Beleg für das Zitat fehlt). |