Ernst von Karajan: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | *Genealogisches Handbuch des Adels, ''Adelslexikon'' Band VI, Band 91 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1987. | + | *Genealogisches Handbuch des Adels, ''Adelslexikon'' Band VI, Band 91 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1987. |
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* [http://www.karajan.co.uk/family.html Englische Seite zu Herbert von Karajan (mit Informationen zur Familie)] | * [http://www.karajan.co.uk/family.html Englische Seite zu Herbert von Karajan (mit Informationen zur Familie)] | ||
Version vom 16. April 2007, 14:30 Uhr
Dr. med. Ernst Theodor Emanuel Ritter von Karajan (* 2. Dezember 1868 in Wien; † 11. Oktober 1951 in Littenheid, Schweiz) war Primar und Direktor der Salzburger Landeskrankenanstalten und Vater von Wolfgang und Herbert von Karajan.
Herkunft und Abstammung
Von Karajan entstammte der Ehe des Ludwig Anton von Karajan (1835-1906) mit dessen Gattin Henriette (†1912), geb. von Delscher. Neben seinem jüngeren Bruder Maximilian, der unter anderem Rektor an der Karl-Franzens Universität in Graz war, hatte er noch zwei Schwestern.
Sein Urgroßvater Georg Johann Karajoannes (eigentlich: Georgios Karajannis; 1743-1813) stammte aus dem Dorf Kozani im griechischen Teil Mazedoniens und zog 1767 nach Wien und dann weiter nach Chemnitz wo er gemeinsam mit seinem Bruder Theodor Johann eine Baumwollfabrik gründete. Der sächsische Kurfürst Friedrich August III. erhob die beiden Brüder am 1. Juni 1792 mitsamt ihren Familien aufgrund ihrer Verdienste um den Aufschwung der sächsischen Textilindustrie in den erblichen Reichsadelsstand. Die Karajoannis verkürzten daraufhin ihren griechischen Namen und nannten sich fortan (von) Karajan.
Am 4. Jänner 1832 wurde dieser Adelsstand für seine Söhne Demeter und Theodor Georg auch in Österreich anerkannt. Der bekannte Germanist und Historiker Theodor Georg von Karajan wurde am 11. Juli 1869 zum Ritter des Leopoldsordens ernannt und damit auch in den österreichischen Ritterstand erhoben. Dessen Sohn Ludwig Anton, der Vater von Ernst von Karajan, war Mediziner und niederösterreichischer Regierungsrat.
Berufliches Wirken und Ehrungen
Ernst von Karajan maturierte in seiner Heimatstadt an der Theresianischen Akademie und promovierte 1893 zum Doktor der Medizin. 1902 kam er nach Salzburg und wurde als Primar an der chirugischen Abteilung im St. Johanns-Spital tätig
Von 1913 bis 1915 sah er sich durch seine Nebentätigkeiten im privaten Sanatorium Schenk vehementen Anfeindungen, vor allem durch den Landtagsabgeordneten Robert Preußler, ausgesetzt. Da dem Landeskrankenhaus durch die von Karajan in der privaten Klinik durchgeführten Operationen Einnahmen entgingen, musste er eine empfindliche Gehaltskürzung akzeptieren.
1927 handelte er mit dem Nationalratsabgeordneten Rudolf Ramek, Karl Fürst Auersperg und dem bekannten Wiener Chirugen Hans Spitzy (der 1923 mit einer Operation die Karriere des österreichischen Fußballstars Matthias Sindelar rettete) die Besetzung der Primararztstelle im Kinderspital mit Dr. Emil Wimberger aus. Ein Jahr darauf folgte seine Bestellung zum ärztlichen Direktor der Landeskrankenanstalten. Diese Funktion füllte er bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1933 aus.
Von Karajan wurde 1930 mit dem Titel eines Hofrats geehrt und erhielt 1934 das Österreichische Große Silberne Ehrenzeichen sowie das Ehrenzeichen des Roten Kreuzes verliehen. Die steirische Ortschaft Grundlsee, wo er in der von seinem Vater 1880 erbauten "Villa Karajan" viele Jahre seiner Kindheit verbrachte, ernannte ihn zu ihrem Ehrenbürger.
Familie und Privatleben
Im September 1905 heiratete er Martha Kosmac (* 19. Juli 1881 in Graz; † 14. Februar 1954 in Salzburg). Mit seiner um 13 Jahre jüngeren Gattin bewohnte er das Haus in der Josef-Friedrich-Hummel-Straße 1, in dem später die gemeinsamen Söhne Wolfgang (* 21. Juli 1906; † 3. November 1987) und Her(i)bert (5. April 1908; † 16. Juli 1989) zur Welt kamen.
Als Privatmann wurde der begeisterte Hobby-Pianist und Klarinettist 1915 für einige Jahre Mitglied der Internationalen Stiftung Mozarteum.
Am 25. September 1951 übersiedelte in die Schweiz, wo er bald darauf verstarb. Nach seiner Rückführung wurde er am Salzburger Kommunalfriedhof begraben. Die Seelenmesse fand am 18. Oktober 1951 in der Franziskanerkirche statt.
Quellen
- Friederike Zaisberger, Reinhard R. Heinisch: Leben über den Tod hinaus... Prominente im Salzburger Kommunalfriedhof. Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. 23. Ergänzungsband. Selbstverlag der Gesellschaft. Salzburg 2006
- Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band VI, Band 91 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1987.