Salzburger Festspiele 2020: Unterschied zwischen den Versionen
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| + | ==== Maskenpflicht und personalisierte Eintrittskarten ==== | ||
| + | Die aufgrund der Corona Pandemie abgespeckten Salzburger Festspiele finden unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt, in die 300.000 Euro investiert werden. Mit einem Expertenrat wurde ein Präventionskonzept erarbeitet, das weit über die von der Bundesregierung verordneten Maßnahmen hinausgeht. | ||
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| + | An die Besucher werden nur personalisierte Karten ausgegeben, um den Behörden im Fall der Infektion eines Besuchers ein schnelles ''Contact-Tracing'' zu ermöglichen. Die Käufer werden mit Namen, Mobiltelefonnummer, Adresse und E-Mail-Adresse registriert. Niemand kann seine Karte an eine andere Person weitergeben. Beim Betreten | ||
| + | der Spielstätten müssen die Käufer unaufgefordert einen Lichtbildausweis vorzeigen. Nur wenn der Name mit jenem auf der Karte übereinstimmt, wird die Person eingelassen. Ein Leitsystem unterstützt dabei, die Ein-Meter-Abstandsregel einzuhalten. An den Eingängen werden Desinfektionsspender aufgestellt. Die Häuser und die Säle werden erst 30 Minuten vor Beginn der Aufführung gleichzeitig geöffnet, um Gruppen zu vermeiden. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist Pflicht, erst wenn die Vorstellung beginnt, darf die Maske abgelegt werden. Es wird heute keine Pausen und kein Buffet geben. | ||
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| + | Die Festspiele beginnen heuer ohne die gewohnte Eröffnungsfeier. Auch das traditionelle [[Fest zur Festspieleröffnung|Künstlerfest]] findet nicht statt. Ob und in welcher Form Premierenfeiern stattfinden werden, war im Juni noch nicht entschieden. Auch die [[Internationale Salzburg Association]] (ISA) hat die traditionelle Gala im [[Schloss Leopoldskron]] zum Auftakt der Festspiele abgesagt. | ||
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| + | Die Zahl der Sitzplätze ist deutlich reduziert. Im [[Großes Festspielhaus|Großen Festspielhaus]], im Parterre des [[Haus für Mozart|Hauses für Mozart]], im [[Landestheater]] sowie im [[Republic]] nehmen die Gäste im Schachbrettmuster Platz. Nur jeder zweite Sitz ist belegt, die Besucher in der Reihe dahinter sitzen gegengleich. Eine Zweidrittelbelegung gilt in der [[Felsenreitschule]] sowie im 1. und 2. Rang im Haus für Mozart. Bei den „[[Jedermann (Salzburg)|Jedermann]]“-Aufführungen auf dem [[Domplatz]] sind heuer nur 1 180 Zuschauer zugelassen, in „normalen“ Festspielsommern sind es mit 2 544 Zuschauern mehr als doppelt so viele. 180 Tickets sind sogenannte Schönwetterkarten. Sollte es regnen, erhalten die Besucher ihr Geld zurück, denn im Großen | ||
| + | Festspielhaus dürfen maximal 1 000 Leute Platz nehmen. | ||
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Im Sommer 2020 werden zwei Opern, drei Schauspielproduktionen und mehr als 50 Konzerte zu hören und zu sehen sein. Rund 80 000 Karten werden dafür zur Verfügung stehen, also rund ein Drittel des ursprünglich geplanten Kontingents. Neben den beiden Opernproduktionen ''Elektra'' ([[Richard Strauss]]) und ''[[Così fan tutte]]'' ([[Wolfgang Amadé Mozart]]) mit insgesamt zwölf Aufführungen, gibt es 29 Vorstellungen im Schauspiel und zwar von ''[[Jedermann (Salzburg)|Jedermann]]'' ([[Hugo von Hofmannsthal]]), ''Everywoman'' (Milo Rau) und die Uraufführung von ''Zdenek Adamec'' ([[Peter Handke]]). Auf dem Programm stehen weiters 53 Konzerte, Liederabende und Matineen, vier „Reden über das Jahrhundert“, vier Filmvorführungen sowie acht Vorstellungen „jung & jede<nowiki>*</nowiki>r“ | Im Sommer 2020 werden zwei Opern, drei Schauspielproduktionen und mehr als 50 Konzerte zu hören und zu sehen sein. Rund 80 000 Karten werden dafür zur Verfügung stehen, also rund ein Drittel des ursprünglich geplanten Kontingents. Neben den beiden Opernproduktionen ''Elektra'' ([[Richard Strauss]]) und ''[[Così fan tutte]]'' ([[Wolfgang Amadé Mozart]]) mit insgesamt zwölf Aufführungen, gibt es 29 Vorstellungen im Schauspiel und zwar von ''[[Jedermann (Salzburg)|Jedermann]]'' ([[Hugo von Hofmannsthal]]), ''Everywoman'' (Milo Rau) und die Uraufführung von ''Zdenek Adamec'' ([[Peter Handke]]). Auf dem Programm stehen weiters 53 Konzerte, Liederabende und Matineen, vier „Reden über das Jahrhundert“, vier Filmvorführungen sowie acht Vorstellungen „jung & jede<nowiki>*</nowiki>r“ | ||
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* [https://www.sn.at/salzburger-festspiele/salzburger-festspiele-fuer-etwaige-absagen-werden-nun-fristen-gesetzt-85383448 www.sn.at], 25. März 2020: "Salzburger Festspiele: Für etwaige Absagen werden nun Fristen gesetzt" | * [https://www.sn.at/salzburger-festspiele/salzburger-festspiele-fuer-etwaige-absagen-werden-nun-fristen-gesetzt-85383448 www.sn.at], 25. März 2020: "Salzburger Festspiele: Für etwaige Absagen werden nun Fristen gesetzt" | ||
* [[Salzburger Landeskorrespondenz]] vom [https://service.salzburg.gv.at/lkorrj/detail?nachrid=63498 25. Mai 2020] sowie vom [https://service.salzburg.gv.at/lkorrj/detail?nachrid=63550 9. Juni 2020] | * [[Salzburger Landeskorrespondenz]] vom [https://service.salzburg.gv.at/lkorrj/detail?nachrid=63498 25. Mai 2020] sowie vom [https://service.salzburg.gv.at/lkorrj/detail?nachrid=63550 9. Juni 2020] | ||
Version vom 1. Juli 2020, 18:03 Uhr
Richard Strauss, 1918 |
Portrait Max Reinhardt, 1911 |
Hugo von Hofmannsthal, 1910 |
Der Artikel Salzburger Festspiele 2020 bringt Beiträge rund um das 100jährige Jubiläum der Salzburger Festspiele 2020. Max Reinhardt, Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss waren dabei, neben anderen Personen, die Gründungsväter.
Einleitung
Vom 22. bis 26. August 1920 fanden die ersten Salzburger Festspiele statt. Zwei Mal, die Salzburger Festspiele 1923 und Salzburger Festspiele 1924, fanden jedoch aus finanziellen Gründen keine Festspiele statt. Und trotz der Anordnung des Propagandaministers Goebbels, alle Festspiele im Deutschen Reich abzusagen, fanden 1944 zwei Veranstaltungen statt. Allerdings sind just die Festspiele zum 100. Geburtstags im Sommer 2020 aufgrund der im Februar ausgebrochenen Infektionskrankheit Covid-19 fraglich. Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler will erst am 30. Mai 2020 entscheiden, ob die Salzburger Festspiele 2020 stattfinden oder abgesagt werden müssen. Die Bayreuther Festspiele und die Sommerfestspiele im Tiroler Erl wurden bereits am 31. März 2020 abgesagt. Die Mörbischer Festspiele wurden bereits abgesagt, die Bregenzer Festspiele wollen ebenso wie die Salzburger erst Ende Mai entscheiden.
Der Corona-Virus und die Festspiele
Aufgrund des Corona-Virus teilte die Festspielleitung am 25. März 2020 einen dreistufigen Entscheidungsplan mit:
- Die "Stufe 1" war am 16. März bereits gesetzt worden. An diesem Tag wurden, aufgrund von behördlicher Vorschrift, alle Festspielhäuser und Werkstätten bis vorerst 13. April geschlossen.
- Die "Stufe 2" muss am 15. April beschritten werden, teilt das Direktorium mit. Dann sei zu entscheiden, ob die Pfingstfestspiele durchgeführt werden könnten. Diese sind von 29. Mai bis 1. Juni geplant. Intendantin Cecilia Bartoli denke bereits an Alternativen.
- Am 30. Mai muss dann bei "Stufe Nummer 3" entschieden werden, ob und in welcher Form die Salzburger Festspiele zu ihrem 100-Jahre-Jubiläum stattfinden könnten.
Am 17. April 2020 gab der Bundesminister für Kunst und Kultur, Werner Kogler, bekannt, dass alle Großveranstaltungen bis einschließlich 31. August nicht stattfinden dürfen. Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler hielt dennoch daran fest, erst am 30. Mai eine Entscheidung zu treffen und doch die Festspiele veranstalten zu können.[1]
In der ORF-2-Diskussionssendung "Im Zentrum" erklärte Rabl-Stadler am 26. April 2020, dass sie für die Festspiele keine Ausnahmen aus den geltenden Regelungen haben will. Entweder dürfen alle Kulturveranstaltungen stattfinden oder keine. Jedoch äußerte sie den Verdacht, "dass so ziemlich allen Politikern zweit- bis drittrangig ist, was mit Kunst und Kultur ist." Rabl-Stadler könne sich vorstellen, dass es eine großzügigere Bestuhlung am Domplatz für den Jedermann oder in der Kollegienkirche geben könnte oder ein ausschließliches Ansetzen von Stücken ohne Pausen.[2]
Vizekanzler Kogler verkündete am 15. Mai u. a., dass ab 1. Juli Kunst- und Kulturveranstaltungen bis 250 Personen, ab 1. August Veranstaltungen bis zu 500 Personen stattfinden dürfen. Für 500 bis 1 000 Personen sollen Events nur mit speziellen Sicherheitsvorkehrungen möglich sein. Hygienemaßnahmen und Regeln bezüglich Einlass und Verhaltensregeln sollen noch vorgelegt werden.
In diesem Zusammenhang sagte Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) sagte, dass die Salzburger Festspiele heuer im August in einer deutlich abgespeckten Form stattfinden werden. Sicher sei, dass es im 100. Jahr der Festspiele "Jedermann"-Aufführungen geben werde. Sicher ist allerdings, dass das heuer geplante große Programm zum 100-Jahr-Jubiläum heuer nicht stattfinden wird, sondern auf 2021 verschoben.[3]
Am 25. Mai werden verkleinerte Festspiele 2020 beschlossen
Corona führt auch bei den Salzburger Festspielen Regie: Diese werden heuer – im 100. Jahr ihres Bestehens - im August in verkürzter Form stattfinden, und zwar vom 1. bis zum 30. August 2020. Statt 200 Vorstellungen an 44 Tagen an 16 Spielstätten wird es etwa 90 Vorstellungen an diesen 30 Tagen an höchstens sechs Spielstätten geben. Alle Produktionen des Jubiläumsprogramms, die 2020 nicht zur Aufführung kommen, sollen 2021 gezeigt werden.
Das Direktorium (Präsidentin Helga Rabl-Stadler, Intendant Markus Hinterhäuser, Kaufmännischer Direktor Lukas Crepaz) hat dem Kuratorium ein Konzept für ein verkleinertes Sommer-Festival vorgelegt, das in der Sitzung am 25. Mai 2020 beschlossen wurde. In diesem obersten Entscheidungsgremium vertreten sind Vertreterinnen und Vertreter von Bund (Maria Fekter, Jürgen Meindl, Christian Kircher), Land (Landeshauptmann Wilfried Haslauer), Landeshauptstadt (Bürgermeister Harald Preuner) und des Salzburger Tourismusförderungsfonds (Hans Scharfetter, Johannes Honsig-Erlenburg).
Maskenpflicht und personalisierte Eintrittskarten
Die aufgrund der Corona Pandemie abgespeckten Salzburger Festspiele finden unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt, in die 300.000 Euro investiert werden. Mit einem Expertenrat wurde ein Präventionskonzept erarbeitet, das weit über die von der Bundesregierung verordneten Maßnahmen hinausgeht.
An die Besucher werden nur personalisierte Karten ausgegeben, um den Behörden im Fall der Infektion eines Besuchers ein schnelles Contact-Tracing zu ermöglichen. Die Käufer werden mit Namen, Mobiltelefonnummer, Adresse und E-Mail-Adresse registriert. Niemand kann seine Karte an eine andere Person weitergeben. Beim Betreten der Spielstätten müssen die Käufer unaufgefordert einen Lichtbildausweis vorzeigen. Nur wenn der Name mit jenem auf der Karte übereinstimmt, wird die Person eingelassen. Ein Leitsystem unterstützt dabei, die Ein-Meter-Abstandsregel einzuhalten. An den Eingängen werden Desinfektionsspender aufgestellt. Die Häuser und die Säle werden erst 30 Minuten vor Beginn der Aufführung gleichzeitig geöffnet, um Gruppen zu vermeiden. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist Pflicht, erst wenn die Vorstellung beginnt, darf die Maske abgelegt werden. Es wird heute keine Pausen und kein Buffet geben.
Die Festspiele beginnen heuer ohne die gewohnte Eröffnungsfeier. Auch das traditionelle Künstlerfest findet nicht statt. Ob und in welcher Form Premierenfeiern stattfinden werden, war im Juni noch nicht entschieden. Auch die Internationale Salzburg Association (ISA) hat die traditionelle Gala im Schloss Leopoldskron zum Auftakt der Festspiele abgesagt.
Die Zahl der Sitzplätze ist deutlich reduziert. Im Großen Festspielhaus, im Parterre des Hauses für Mozart, im Landestheater sowie im Republic nehmen die Gäste im Schachbrettmuster Platz. Nur jeder zweite Sitz ist belegt, die Besucher in der Reihe dahinter sitzen gegengleich. Eine Zweidrittelbelegung gilt in der Felsenreitschule sowie im 1. und 2. Rang im Haus für Mozart. Bei den „Jedermann“-Aufführungen auf dem Domplatz sind heuer nur 1 180 Zuschauer zugelassen, in „normalen“ Festspielsommern sind es mit 2 544 Zuschauern mehr als doppelt so viele. 180 Tickets sind sogenannte Schönwetterkarten. Sollte es regnen, erhalten die Besucher ihr Geld zurück, denn im Großen Festspielhaus dürfen maximal 1 000 Leute Platz nehmen.
Streng sind auch die Regeln für die Künstler. Sie müssen vor Probenbeginn einen negativen Corona Test nachweisen, der nicht älter als vier Tage sein darf. Sie werden darüber hinaus regelmäßig getestet. Außerdem müssen sie ein Gesundheits- und Kontakttagebuch führen.
Termin der Jubliäumsveranstaltung
Salzburger Festspiele von 1. bis 30. August 2020
Das Programm
Im Sommer 2020 werden zwei Opern, drei Schauspielproduktionen und mehr als 50 Konzerte zu hören und zu sehen sein. Rund 80 000 Karten werden dafür zur Verfügung stehen, also rund ein Drittel des ursprünglich geplanten Kontingents. Neben den beiden Opernproduktionen Elektra (Richard Strauss) und Così fan tutte (Wolfgang Amadé Mozart) mit insgesamt zwölf Aufführungen, gibt es 29 Vorstellungen im Schauspiel und zwar von Jedermann (Hugo von Hofmannsthal), Everywoman (Milo Rau) und die Uraufführung von Zdenek Adamec (Peter Handke). Auf dem Programm stehen weiters 53 Konzerte, Liederabende und Matineen, vier „Reden über das Jahrhundert“, vier Filmvorführungen sowie acht Vorstellungen „jung & jede*r“
Die Beiträge
- Jahrespressekonferenz Salzburger Festspiele 2020
- Caroline Peters, ist die Buhlschaft im Jedermann im Jubiläumsjahr.
- Landesausstellung Großes Welttheater - 100 Jahre Salzburger Festspiele
Publikationen
Weblink
- www.salzburgerfestspiele.at
- www.salzburgerfestspiele.at pdf Mediadaten (Auflagezahlen) der Programmbücher der Pfingst- und Sommerfestspiele
- www.sn.at/kultur "Droht die Leere zum Jubiläum der Salzburger Festspiele?"
Quellen
- Salzburger Nachrichten vom 13. November 2019, Vorstellung des Jubiläumsprogramms sowie 27. Juni 2020 "Festspielbesucher sitzen heuer im Schachbrettmuster"
- www.sn.at, 25. März 2020: "Salzburger Festspiele: Für etwaige Absagen werden nun Fristen gesetzt"
- Salzburger Landeskorrespondenz vom 25. Mai 2020 sowie vom 9. Juni 2020
Einzelnachweise
- ↑ www.sn.at, 17. April 2020
- ↑ Salzburg24.at vom 27. April 2020
- ↑ www.sn.at, 15. Mai 2020
Salzburger Mozartfest > Geschichte der Salzburger Festspielhäuser > Salzburger Festspielhaus-Gemeinde > Chronologie der Salzburger Festspiele
Vom Mozartfest zu den Salzburger Festspielen > Vom Jedermann zum Faust > Jedermann
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