Salzburger Festspiele 2026
Salzburger Festspiele 2026 sind die 106. Festspiele[1] und finden vom 18. Juli bis 31. August 2026 statt.
"Jedermann" 2026
Alle 15 Vorstellungen des "Jedermann" im Sommer 2026 waren spätestens Ende Februar ausverkauft.
Int. Fußballspiel versus Festspiel-Opern
Am 12. August geht in der Red Bull Arena der UEFA-Super-Cup – Paris Saint-Germain gegen Aston Villa in Szene, der auf eine Riesenleinwand am Residenzplatz übertragen wird. Im Rahmen der Festspielen finden zwei große Opern statt – Saint François d’Assise in der Felsenreitschule und "Carmen" im Großen Festspielhaus – sowie Mozarts c-Moll-Messe in der Stiftskirche St. Peter und "Europa" in der Szene. Das ergibt (ohne Innenstadtbewohner) an die 30 000 Fußballfans versus 6 000 Festspielgäste und Künstler.
Um eine weitere Steigerung zu verhindern haben die Salzburger Festspiele die Übertragung auf dem Kapitelplatz im Rahmen der Siemens Fest Spiel Nächte abgesagt. Zur legendären "La Traviata" mit Anna Netrebko und Rolando Villazón wären noch einmal rund 1 000 Besucher gekommen.
"Carmen"-Produktion
Der "Nachtkritik" kann man entnehmen, dass die neue Salzburger "Carmen" eine Produktion für Fortgeschrittene ist. Asmik Grigorian gibt "Carmen" Gestalt. Die große Sängerdarstellerin, zentrale Künstlerin der Ära Hinterhäuser, feiert ihr Debüt in dieser ungewohnten Mezzopartie.
Nicht alle Ideen von Regisseurin Gabriela Carrizo funktionieren einleuchtend. Dass die Choreografin die Dialoge komplett streicht, hat zur Folge, dass viele Anschlussstellen in der Erzählung verloren gehen. Die choreografischen Ergänzungen und Verdoppelungen erschließen sich nicht immer auf den ersten Blick. Und die elektronische Klangcollage, in der sich Asmik Grigorians Gesang verselbstständigt und einen Totentanz im Stile des mexikanischen !Día de los Muertos! untermalt, wirkt aufgesetzt. Eine Affinität zu avancierten Theaterformen kann beim Besuch der neuen Salzburger "Carmen" jedenfalls nicht schaden. Es handelt sich um eine Produktion für Fortgeschrittene, die durchaus Hintergrundwissen erfordert.[2]
Alle Aufführungen waren ausverkauft.
"Schnee von gestern, Schnee von morgen"
Am Ende der Aufführung am 27. Juli im Salzburger Landestheater Rührung und Ergriffenheit: Marina Galic und Jens Harzer machen das neue Stück von Peter Handke zum poetischen Spiel. Und dann erhebt der Dichter nach der Uraufführung bei den Standing Ovations auch noch den Wanderstock. Der Nobelpreisträger hinkte immer noch leicht nach einem schweren Sturz vor Monaten. Den Stock in der einen, den Wanderhut in der anderen Hand hat der 83-Jährige. Knapp zwei Stunden lang haben sich die beiden – Marina Galic und Jens Harzer —, im Leben ein Paar und auf der Bühne blindlings einander zugeneigt, sich aufeinander ein- und verlassend, der Sprache den größten Anteil am Spiel lassend, diesen Handke erspielt. Heißt: die Sprache des Weltdichters erspielt, seine Denksätze, die satzwertigen Bruchstücke, aus denen er sein 24. Bühnenstück gebaut hat, nun ja, verlebendigt.[3]
Rückkehr von Markus Hinterhäuser
In Franz Schuberts "Winterreise" ist der Pianist nie bloß ein Begleiter. Gesang und Klavier gehen im Idealfall eine symbiotische Beziehung ein. Der entschlossene Jubel, der am Mittwochabend, dem 29. Juli, im ausverkauften Großen Saal des Mozarteums schon aufbrandete, bevor die ersten Takte erklangen, galt aber vor allem dem Mann am Steinway-Konzertflügel. Erstmals seit seiner Vertragsauflösung im Frühjahr 2026 trat Markus Hinterhäuser öffentlich bei den Salzburger Festspielen auf.
Den gemeinsamen Liederabend mit seinem langjährigen musikalischen Vertrauten Matthias Goerne hatte er als Intendant noch selbst programmiert. Nach der Eskalation des Streits mit dem Kuratorium und seiner Beurlaubung schien es bis zuletzt ungewiss, ob er das Konzert spielen oder absagen würde. Interimsintendantin Karin Bergmann hatte in Interviews wiederholt die Hoffnung geäußert, dass Hinterhäuser den Auftritt wahrnehmen und damit auch den ihm gebührenden Applaus für die Gesamtkonzeption des Festspielsommers 2026 entgegennehmen werde.[4]
Premiere der Oper Così fan tutte
Die Oper Così fan tutte stand am Donnerstagabend, dem 6. August, als erweiterte Wiederaufnahme der gefeierten Inszenierung von Regisseur Christof Loy auf dem Programm. Im letzten Moment vor Beginn der Vorstellung kam ein besonderer Gast im Großen Festspielhaus an: Tenor Plácido Domingo, einer der Stargäste bei der Festspiel-Gala am kommenden Samstag, dem 8. August, reihte sich unter das Premierenpublikum. Ebenfalls gesichtet bei der Mozart-Oper: Martin Kocher, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) mit seiner Gattin Natalie. Auch Elisabeth Prinzessin Auersperg-Breunner und Tochter Severine freuten sich auf Operngenuss mit Klängen der Wiener Philharmoniker. Unter den Gästen fand sich auch der ehemalige EU-Kommissar Johannes Hahn mit Ehefrau Susanne Riess-Hahn, außerdem der Galerist Thaddaeus Ropac. Philipp Hochmair kam an seinem bühnenfreien Abend mit Modedesignerin Caroline Sinemus.[5]
Premiere: Die Franziskanerkirche als Aufführungsort der Salzburger Festspiele
Am 7. August spielte der Pariser Organist Olivier Latry Werke von Olivier Messiaen in der Franziskanerkirche Zu Unserer Lieben Frau. Die Franziskanerkirche war damit erstmals ein Aufführungsort der Salzburger Festspiele. Das Konzert begann um 22 Uhr. Rund 250 Besucher hatte sich Tickets zwischen € 15,- und € 45,-- dafür erworben.[6]
Die auf französische Romantik spezialisierte 50-Register-Orgel hat eine Klangverwandte in der Pariser Kirche Sainte-Trinité, wo Olivier Messiaen 50 Jahre Organist gewesen ist. Dessen Oper "Saint François d’Assise" wird in diesem Festspielsommer von vier Konzerten flankiert – im zweiten, am Freitag, bot Olivier Latry, Titularorganist von Notre-Dame in Paris, einen Parcours durch Orgelwerke der 1930er- bis 1980er-Jahre. Die Vorbereitungen waren immens: Weil jedes Gewitter einen Schwall feuchter Luft ins trockene Innere der Kirche gebracht habe, sei die Orgel drei Mal gestimmt worden, erzählte Bernhard Gfrerer, Direktor der franziskanischen Kirchenmusik. An die zwölf Stunden lang wurden die Metallzungen justiert.[7]
Prominente Festspielbesucher
Auch wenn Prinz William am Mittwoch, dem 12. August, offenbar nicht zum Fußballspiel Aston Villa gegen Paris St.-Germain ins Red-Bull-Stadion nach Salzburg kam, war königliche Prominenz in Salzburg zu Gast. Aber nicht für den UEFA-Supercup – sondern für die Festspieloper "Carmen". Es fand keine Premiere an diesem Mittwochabend bei den Salzburger Festspielen statt, aber in der Hofstallgasse gab es ein Schaulaufen wie selten. Eine bunte Mischung an Prominenz und ebenso bunte Mischung an Kleidern machte die Vorstellung der Oper "Carmen" (mit Asmik Grigorian und Jonathan Tetelman in den Hauptpartien) schon bei der Auffahrt zu einem Highlight dieses Sommers.
Allen voran das schwedische Königspaar Carl Gustaf und Silvia (im langen, lila Abendkleid) gönnte sich zum Abschluss seines Salzburg-Besuchs das Opernhighlight im Großen Festspielhaus. Dazu Leopold Prinz von Bayern mit Ehefrau Uschi, Fürst Alexander zu Schaumburg-Lippe mit seiner Ehefrau, der Konzertpianistin Mahkameh (auffallend beide in Weiß, weißes Abendkleid und weißer Smoking). Und noch mehr Adel mit Günther Graf von der Schulenburg mit Ehefrau Veronique, zudem der amerikanische Botschafter in Österreich, Art Fisher. Modischer Blickfang des Abends war Sportalm-Chefin Ulli Ehrlich zusammen mit Filmproduzentin Susanne Porsche im – logischerweise – Dirndl, ganz in Rosa – quasi im Partnerlook.[8]
Quellen
- salzburgerfestspiele.at, "Jedermann", Tickets, abgefragt am 7. März 2026
- sn.at, 18. Juli 2026: Salzburg steht am Scheideweg. Der Leitartikel in der Samstagausgabe der "Salzburger Nachrichten" von Hedwig Kainberger
Einzelnachweise
- ↑ Siehe dazu Salzburger Festspiele 2020#99. oder 100. Festspiele?
- ↑ sn.at, 27. Juli 2026: Nachtkritik „Carmen“ im Großen Festspielhaus: Freiheit berauscht im Niemandsland. Ein Beitrag von Florian Oberhummer
- ↑ sn.at, 28. Juli: Nachtkritik "Schnee von gestern, Schnee von morgen": War das letztmalig einmalig Peter Handke – oder auch nicht? Ein Beitrag von Bernhard Flieher
- ↑ sn.at, 30. Juli 2026: Rückkehr von Markus Hinterhäuser: Ein Festspiel für den Ex-Intendanten. Ein Beitrag von Clemens Panagl
- ↑ sn.at, 7. August 2026
- ↑ salzburgerfestspiele.at/karten/kalender
- ↑ sn.at, 8. August 2026
- ↑ sn.at, 13. August 2026: Royaler Besuch bei den Salzburger Festspielen: Königspaar, Prinz und Botschafter sahen "Carmen"
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