Festspielbezirk 2030

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Übersicht über die Baumaßnahmen des Salzburger Festspielbezirk Projekts 2030.

Festspielbezirk 2030 ist der Name für das Sanierungsprojekt, das ab Herbst 2024 im Salzburger Festspielbezirk realisiert wird.

Kosten für das Sanierungsprojekt

Im Sommer 2026 konnte man der Homepage des Sanierungsprojekts entnehmen, dass unter Berücksichtigung der außerordentlichen Preissteigerungen der vergangenen Jahre sowie der prognostizierten zukünftigen Valorisierung die Errichtungskosten für die erste Phase des Großprojekts auf rund 395 Mio. Euro (± 20 % Schwankungsbreite) betragen werden. Diese Phase umfasst die Sanierung und Erweiterung des im Eigentum der Bundesimmobiliengesellschaft befindlichen Großen Festspielhauses sowie die Errichtung der neuen Logistikspange im Berg, wofür vom Sigmundstor ein Tunnel in das Konglomeratgestein des Mönchsberges gebohrt werden muss (siehe dazu Haus im Berg).

Für die zweite Phase – die Sanierung des im Eigentum der Stadt Salzburg stehenden Hauses für Mozart sowie der Felsenreitschule – werden rund 86 Mio. Euro (± 20 % Schwankungsbreite) investiert.

Der Finanzierungsbedarf für Interimswerkstätten, Organisation sowie Interimsspielstätten beläuft sich auf insgesamt etwa 38 Mio. Euro, wobei rund ein Drittel auf Letztere entfällt. Für die zwei Jahre, in denen das Große Festspielhaus wegen Sanierung geschlossen ist – Herbst 2028 bis Frühjahr 2031 –, braucht es eine Ersatzspielstätte für die Konzerte, außerdem für Werkstätten. Für Interimslösungen sind 38 Millionen Euro kalkuliert. Davon sind 35 Millionen Euro von öffentlicher Hand – Bund, Land und Stadt – in Aussicht gestellt. Eine Finanzierungsvereinbarung gibt es noch nicht.[1]

Die Finanzierung der ersten Phase ist in entsprechenden Vereinbarungen mit dem Bund, dem Land Salzburg und der Stadtgemeinde Salzburg geregelt. Die Finanzierung ist mit 395 Mio. Euro gedeckelt. Die Interimskosten wurden vom Kuratorium des Salzburger Festspielfonds genehmigt. Die Vertragsverhandlungen mit den Finanzierungspartnern über einen Beitrag in Höhe von 34,8 Mio. Euro waren im Juli 2026 noch im Gange. Die Realisierung der zweiten Phase des Projekts war zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesichert.

Die Kosten des im Herbst 2024 gestarteten Neubaus des Festspielzentrums am Herbert von Karajan-Platz sowie die Sanierung des Schüttkastens beim Sigmundstor – betragen rund 20 Mio. Euro und wird vollständig durch private Drittmittel (Spende von Dr. Hans-Peter Wild, Mäzene, Verein der Freunde und Förderer) sowie aus Rücklagen und Eigenmitteln des Festspielfonds finanziert.[2]

Nur wenige Wochen bevor die Arbeiten im Mönchsberg für den Ausbau des Festspielzentrums in der Salzburger Altstadt beginnen, steht das Großprojekt im Juli 2026 wieder zur Debatte. In einem Rohbericht des Rechnungshofes wird von Gesamtkosten – für beide Bauphasen – von 635 Millionen Euro ausgegangen. Ursprünglich waren 262 Millionen Euro zuzüglich Valorisierung berechnet. Nach Baukostensteigerungen sind aktuell etwa 500 Millionen Euro kalkuliert.

Die Salzburger Festspiele haben bereits 140 Mal auf Kostenänderungen bei dem Großprojekt im Festspielbezirk reagiert. Ein Beispiel: Ursprünglich war vorgesehen, die aus dem Almkanal entnommene Kühlleistung zu verdoppeln, um neben dem Großen Festspielhaus auch das Haus für Mozart und die Felsenreitschule mit Kaltwasser zu versorgen. Der Almkanal, der durch den Mönchsberg und unter der Altstadt verläuft, weist jedoch zunehmend höhere Wassertemperaturen auf – zeitweise bis zu 20 °C. Damit kann er die Festspielhäuser nicht mehr ganzjährig kühlen. Aus diesem Grund musste im Mönchsberg ein zusätzliches Kühlaggregat eingeplant werden, was zu erheblichen Mehrkosten führte und Einsparungen an anderer Stelle erforderlich machte.

Nun will sich der Bund in der Kostenfrage rechtlich absichern. Von den Festspielen heißt es, man sei im vorgegebenen Budget. Und selbst der Bund betont, dass es sich hierbei um einen Rohbericht des Rechnungshofes handle – ohne Stellungnahmen – und somit ein „unvollständiges und potenziell missverständliches Bild“ gezeichnet werde. "Die Umsetzung der Phase eins des Projekts (Großes Festspielhaus, Haus im Berg und neues Werkstättengebäude samt Logistikspange, Anm.) erfolgt bisher im Rahmen des zugesagten Budgetdeckels." Und dennoch sieht sich der SPÖ-Vizekanzler und für Kunst und Kultur zuständige Minister Andreas Babler veranlasst, den Festspielbau nochmals prüfen zu lassen.[1]

Das Festspielzentrum wird Realität

Hauptartikel Festspielzentrum am Herbert von Karajan-Platz

Dr. Hans-Peter Wild ermöglicht den Bau eines Glaspavillons und Veranstaltungssaals hinter der Pferdeschwemme am Herbert-von-Karajan-Platz. "Es ist mir eine sehr große Freude, heute den Startschuss für den Bau des neuen Festspielzentrums geben zu dürfen! Gerne werde ich das Projekt in den nächsten drei Jahren mit bis zu zwölf Millionen Euro finanziell fördern, denn ich bin dieser Stadt seit meiner Jugend eng verbunden", sagte Dr. Wild.

Start des Projekts war im September 2024

Baumaßnahmen für die Errichtung des neuen Festspielzentrums.

Am 2. September 2024 begann der Bau des von Dr. Hans-Peter Wild finanzierten Festspielzentrums am Herbert-von-Karajan-Platz. Die Planungen stammen vom Architekturbüro Marte.Marte-

Geplante Verkehrsmaßnahmen am Herbert-von-Karajan-Platz ab September 2024

Der Bau des Festspielzentrums am Herbert-von-Karajan-Platz benötigt einen Brückenkran. Dieser wird Mitte September 2024 über die Straße zum Sigmundstor errichtet und der Verkehr einspurig unter dem Kran durchgeführt. Dafür wird die Ampelregelung am Herbert-von-Karajan-Platz geändert und nach oben vor das Sigmundstor verlegt. Ein Fußgängerweg zwischen Herbert-von-Karajan-Platz und Sigmundstor bleibt während der gesamten Bauarbeiten erhalten. Die Einengung im Baustellenbereich wird je nach Bauphase unterschiedliche Fahrstreifen betreffen. Die Baustellen-Verkehrsregelung ändert sich dadurch jedoch nicht.

Kältezentrale am Herbert-von-Karajan-Platz Großes Festspielhaus

Die Errichtung einer Kältezentrale im Festspielhaus gewährleistet eine Klimatisierung auch während der Bauphase. Geplante Errichtungsphase Rohbau Kältezentrale von September 2024 bis Juni 2025, geplante Fertigstellung im Dezember 2025.

Trafo-Station Großes Festspielhaus, Hauptportier Hofstallgasse

Die Errichtung einer Trafostation im Festspielhaus gewährleistet eine zuverlässige und stabile Stromversorgung. Dieser Einbau ist erforderlich, um den laufenden Betrieb des Festspielhauses nicht zu beeinträchtigen und zukünftige Bauarbeiten zu erleichtern. Die Maßnahme stellt langfristig eine optimale Funktion und Nutzung des Gebäudes.

Informations-Pavillon am Max-Reinhardt-Platz

Der Informations-Pavillon bei Nacht.

Mit dem Projekt Festspielbezirk 2030 wird die für das Salzburger Kulturleben so zentrale Infrastruktur für die Zukunft gesichert und weiterentwickelt. Ein Informations-Pavillon am Max-Reinhardt-Platz gibt der Salzburger Bevölkerung ab 28. Juni 2024 Einblick in das Bauvorhaben. Besucher des Pavillons haben die Möglichkeit die hundertjährige Baugeschichte des Festspielbezirks zu entdecken und bekommen einen aktuellen Blick hinter die Kulissen sowie in die Arbeitswelt der bis zu 4 500 Mitarbeitenden und Mitwirkenden während der Sommermonate. Auch über die vielseitige ganzjährige Nutzung der Festspielhäuser durch zahlreiche Kulturveranstalter wird informiert.

Im Inneren des Pavillons präsentieren Texttafeln, Fotos, ein Touch-Screen und ein Architekturmodell das Jahrhundertprojekt Festspielbezirk 2030. Videomaterial und Zeittafeln geben von außerhalb des Pavillons Aufschluss über das Bauvorhaben und die geplanten Bauabschnitte. Die Inhalte werden regelmäßig aktualisiert.

Der nach Entwürfen des Ateliers Christof Cremer realisierte Informations-Pavillon ist täglich von 08 bis 22 Uhr zugänglich.

Quellen

Einzelnachweise

  1. ↑ 1,0 1,1 sn.at, 8. Juli 2026: Bund stellt Festspielbau in Salzburg infrage – so steht es wirklich um die Kosten
  2. ↑ festspielbezirk2030.at, abgefragt am 8. Juli 2026
Die Geschichte der Salzburger Festspiele