Plan für die Erweiterung der Stadt Salzburg
Im 19. Jahrhundert wurde ein Plan für die Erweiterung der Stadt Salzburg umgesetzt.
Über den Plan
In der Ausstellung "Ungebautes Salzburg", die 2015 in der Stadt Salzburg im Museum der Moderne am Mönchsberg zu sehen war, gab es einen Plan für die Erweiterung der Stadt Salzburg von Karl Freiherr von Schwarz aus dem Jahr 1862.
Im September 1859 trat die Stadtgemeinde Salzburg erstmals an Karl Freiherr von Schwarz mit der Frage heran ob er geneigt sei, nach Maßgabe des Planes der Regulierung der Salzach, die Uferregulierungsarbeiten und respective die Herstellung der Verbindungsstraße bis zum Bahnhofe zu übernehmen. Doch Schwarz lehnte dankend ab, da er mit dem Bau des Aufnahmegebäude des Salzburger Hauptbahnhofs ausgelastet war.[1] Nach der Eröffnung des Hauptbahnhofes, am 12. August 1861 nahm dann aber von Schwarz von sich aus Kontakt mit Landeshauptmann Franz Freiherr von Spiegelfeld auf. Er wollte auf eigene Kosten die Salzach zwischen Stadtbrücke und Eisenbahnbrücke durchführen. Dafür verlangte er die durch die Flussregulierung gewonnenen ärarische[2] Fläche und das Gebiet dem Mirabellglacis (heute Kurgarten) ihm unentgeltlich zu überlassen. Die Stadtgemeinde war bedenkenlos mit dem Vorschlag von Schwarz einverstanden und im Dezember desselben Jahres war der Plan des Wiener Architekten Rudolf Bayer zur künftigen Stadterweiterung fertiggestellt, die nun aufgrund der Regulierung möglich wurde.[3]
Planskizze zur Stadterweiterung 1861
Plan-Skizze zur Erweiterung der Stadt Salzburg (Abbildungen siehe oben). Entworfen von Architekt Rud. Bayer; angenommen vom Stadterweiterungskomitee am 30. November 1861.[4] Farbdruck: N. Kränzl, Salzburg; Format 34 x 27,5 cm. Aus dem Besitz von Franz II. Xaver Gregor Spängler. Handschriftliche Anmerkungen am Rand; [Ergänzungen]; [?] fragliche Stelle, für mich, Otto Holzapfel, unleserlich; {heutige Entsprechungen und Hinweise}; die handschriftliche Nummerierung beginnt am Ende der Linzergasse neben dem geplanten "Exercier- und Dult-Platz" D und setzt sich von dort nach Westen in Richtung Bahnhof fort:
Plan-Skizze zur Erweiterung der Stadt Salzburg […] Nach Pezolts Randglossen sollen die neuen Straßen, Plä[t]ze und Höfe folgende Namen erhalten: 1 Rupertusstraße {Verlängerung der Linzer Gasse} / 2 Museumsstraße {Wolf-Dietrich-Straße; vgl. 14} / 3 XXXstr. [?][5] / 4 Bürgerspitalstr. / 5. Schrannengasse. / 6 Schrannenpla[t]z {mit nahem Bahnanschluss; nicht ausgeführt, vgl. 28} / 7 Bahnhofstr. / 8 u. 9. Gurker- u. Lavanter.hof.[6] / 10, 11, 12. Waginger- Teisendorfer- Windischmatreyer-Hof. {Pezolt malte um 1849 "Windischmatrey gegen den Tauern"} / 13 Sekkauerhof. / 14 Wolfdietrichstr. {Schwarzstraße, vgl. 2} / 15 Kuen Belasy-straße. {Kuen-Belasy-; vgl. Johann Jakob Kuen von Belasy} / 16. Schrannenprom.[enade] / 17 Sachsenb[ur]gerstr. / 18. Mühlstätterstr. / 19 Sausalerstr.[7] / 20 Lodronhof.[8] / 21 Sittichhof ? [9] / 22 Kronprinz-Rudolph-Str. {Rainerstraße} / 23 Landschaftsprom.[enade] {nicht ausgeführt; zwischen Hubert-Sattler-Gasse und Franz-Josef-Straße[10]} / 24 Heinrichgasse / 25 Kasernenstr. / 26 u 27. Colloredo u Hemmahof. [11] / 28 Fruchtpla[t]z. {heutige Schranne (Markt), vor der Andräkirche, die in anderer Form und zurückgesetzt gebaut wurde; vgl. 6} / 29 Parazelsusstr. {Faberstraße; Paracelsusstraße} / 30 Klostergasse. {nicht ausgeführt: hier Verlauf der Stadtmauer} / 31. Dultgasse / 32 Exerzierg. ? / 33 Schillerpl.[atz] {Makartplatz} / 34. Vitalsstr. / 35 K.[aiserin] Elisabeth-Damm {Elisabethkai} / 36. Virgil-Pl.[atz] / 37. Virgilstr.[12] / 38. Arnstraße. / 39. Friedrichstr. / 40. Thiemostraße.[13] / 41, 42, 43 Mühldorfer- Laufner- Friesacher-Hof[14] / 44. Harrach Promenade[15] / 45, 46, 47, 48 Kleinmayrn-, Moll- u Vierthaler Hof, Herzog v. Salzburg. [16] / 49. Süddamm {Giselakai} / 50 Oberer- [Mozartdamm] {Rudolfskai} / 51 u. Unterer Mozartdamm {Rudolfskai} / 52 Wellenburger Hof.[17] / 53. Kajetanergasse {Kajetanerplatz} / 54 Max Gandolph-Hof.[18] / 55 Keutschachgasse ? {Landhausgasse} / 56 Ehrentrudgasse. {in etwa: Sebastian-Stief-Gasse} / 57 Sterngasse. {Sterngässchen}
Auf dem "Grundriss" von 1789 (vgl. zur Geschichte der Stadt Salzburg) kann man gut erkennen, wie vor allem die weitgehend unregulierte Salzach ein breites Flussbett beansprucht. Das zeigt ebenfalls (an gleicher Stelle) der "Plan" von 1850. Voraussetzung für die Planung von 1861 war gleichfalls, dass die Festungsanlagen (umfangreich auf beiden Karten) vom "Mirabell Thor" bis zum "Linzer Thor" geschleift wurden und der neuen Bahnlinie und dem Bahnhof weichen mussten. Auf der Altstadtseite blieb der Charakter erhalten.
Quellen
- SALZBURGWIKI-Artikel
- "Ungebautes Salzburg" sowie "Salzachregulierung"
- Kobler-Spängler-Briefe von 1860 bis 1869
- ↑ Vom Stadtrecht zur Bürgerbeteiligung, Seite 161
- ↑ materielle und immaterielle Vermögen eines Staates oder einer Körperschaft
- ↑ Vom Stadtrecht zur Bürgerbeteiligung, Seite 166f
- ↑ Vgl. dazu den davorstehenden Sonderdruck "Randglossen" 30. November 1861; aus diesem Bericht ergeben sich auch manche Ergänzungen hier; vgl. dazu die Geschichte der Stadt Salzburg / Die Stadterweiterung der Günderzeit; vgl. auch Salzburger Stadtteil Neustadt
- ↑ Für die bisher nicht lesbare Bezeichnung von Nr. 3 im Stadtplan gibt es jetzt einen interessanten Vorschlag. Die Zahl "3" steht (wie die anderen Eintragungen handschriftlich) oberhalb des "D" und der 1 "Rupertusstraße (Verlängerung der Linzer Gasse)" und weiter unten zweimal an den Parkanlagen als Allee weitergeführt bis Nr. "15". Ich, Otto Holzapfel, versuche jetzt eine Lesung "Circusstr.", wobei das "c" über einem anderen Buchstaben korrigiert scheint. Walter Schlegel schreibt mir dazu im März 2025 u. a.: Auf älteren Stadtplänen von Salzburg, aus etwa der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, ist der rund um den Basteiengürtel führende Weg öfters als "Circumvallations Straße" bezeichnet. Das könnte bedeuten, dass die uns unleserliche Nr. 3 in Pezolts Straßenliste am Rand neben dem neuen Stadtentwicklungsplan "Circonstr." heißen könnte […] Es ist ja zusätzlich auffallend, dass dieser gekurvte Fahrweg aus dem Altbestand exakt in den Neubauplan übernommen wird.
- ↑ nicht ausgeführt und nicht identisch mit dem Gurkerhof und dem Lavanterhof in der Kaigasse
- ↑ vgl. Sausal
- ↑ vgl. Lodron
- ↑ Markus Sittikus von Hohenems
- ↑ "Landschaft" bezieht sich auf die alte Bezeichnung der Salzburger Landesvertretung.
- ↑ vgl. Hieronymus Graf Colloredo und Äbtissin der Benediktinerinnenabtei Nonnberg
- ↑ Der Name bezieht sich auf das frühere Virgiltor bzw. Mirabelltor.
- ↑ vgl. Thiemo
- ↑ vgl. Mühldorf am Inn, Laufen an der Salzach und Friesach
- ↑ vgl. Franz Anton Fürst Harrach
- ↑ vgl. Johann Franz Thaddäus von Kleimayrn, auch von Kleinmayr; Moll; vgl. Vierthalerstraße
- ↑ vgl. Lang von Wellenburg
- ↑ vgl. Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg