Es gibt eine Reihe von historische Ansichten der Stadt Salzburg in Form von Zeichnung, Holzschnitt, Kupferstich und Gemälde. Das Verzeichnis ist in chronologisch absteigender Folge geordnet.
Federzeichnung, Tusche laviert 29 x 41 cm. Die Zeichnung ist insgesamt recht genau. Typisch für Naumann ist, dass Perspektive und Proportionen z. T. freier interpretiert werden.[4]
1790, Salzburg gegen den Kapuzinerberg
Federzeichnung, Tusche laviert 29 x 41 cm Die Zeichnung ist recht genau, Perspektive und Proportionen werden aber z. T. freier interpretiert
1789, "Mappa der hochfürstlichen Residenz Stadt Salzburg"
Mappa der hochfürstlichen Residenz Stadt Salzburg Federzeichnung laviert, von August Franz Heinrich von Naumann, Salzburg 1789, 206 x 260 cm, "Bibliotheque nationale de France", Paris, Inv.Nr. GE A-580 (RES) (Raubgut der Napoleonischen Kriege), der älteste erhaltene Stadtplan der Stadt Salzburg;
1789, Grafiken v. Johann Christian Wirsing
"Hauptansicht von Salzburg"
Nach August Franz Heinrich von Naumann von Johann Christian Wirsing, Radierung, Salzburg 1789, 34,5 x 52 cm
Beilage-Blatt in Lorenz Hübner: "Beschreibung der hochfürstlich-erzbischöflichen Haupt- und Residenzstadt Salzburg", erster Band (Topographie), Salzburg 1792,[5]
"Grundriß der Stadt Salzburg"
nach August Franz Heinrich von Naumann von Johann Christian Wirsing, Radierung, Salzburg 1789, 33 x 44 cm
Beilage-Blatt in Lorenz Hübner: "Beschreibung der hochfürstlich-erzbischöflichen Haupt- und Residenzstadt Salzburg", erster Band (Topographie), Salzburg 1792.
1760, Stadtansicht (unbekannter Stecher und Zeichner)
"Ansicht der Stadt Salzburg", "Kundschaftsbrief der Mälzer und Bierbrauer" (Arbeitszeugnis für fahrende Handwerksgesellen), Radierung und Kupferstich, die Arbeit lehnt sich teilweise an die Vorlage von Johann Franz Pereth an, berücksichtigt aber auch schon die 1756 fertiggestellte neue Rokoko-Turmhaube der Stiftskirche St. Peter.
1710, verschiedene Kupferstiche, wohl nach der Vorlage von Johann Franz Pereth erarbeitet
Die Kupferstichtechnik, nach 1420 im süddeutschen - vor allem im bayrischen-salzburgischen - Raum entstanden, ermöglichte erstmals eine deutlich größere Auflage als die ältere Holzschnitttechnik. Von einer gut gearbeiteten Kupferplatte konnten etwa 200 sehr gute Abzüge und mindestens ebenso viele Blätter in guter Qualität hergestellt werden. Waren die Blätter nach Jahren vergriffen und die Kupferplatte kaum mehr brauchbar, musste eine neue Kupferplatte erstellt werden. Dies führte dazu, dass Kupferstecher im Lauf von einigen Jahrzehnten Kupferplatten nach älteren Vorlagen - auch solche der Stadt Salzburg - mehrfach neu anfertigten. Ein Großteil dieser Kupferstecher mit Salzburger Motiven arbeitete im bayrischen Raum, zu dem Salzburg in fürsterzbischöflichen Zeiten geographisch und kirchlich (nicht aber politisch) gehörte. Auffällig ist, dass spätere Kupferstecher bei Salzburger Stadtansichten etwa den Untersberg immer freier interpretierten. Fehler in der Vorlage von 1710 - vor allem die Anordnung der Bollwerke betreffend - wurden den verschiedenen Kupferstichen dagegen stets übernommen, auch sie wurden "abgekupfert". (Zu den hier genannten Grafiken gehört - von einem unbekannten Künstler erstellt - übrigens auch der Kupferstich "Salzburg um 1710 mit Einzug eines Erzbischofes", gestochen um 1750 und ähnliche Werke.)
Johann Friedrich Probst (gestochen ca. 1750)
"Salzburg" oder "Haupt-Ansicht von Salzburg vom Kapuzinerberg mit Auf-Sicht auf die rechte Stadtseite"
Oben links und rechts in Kartusche gestochene Erklärungen 1–30 in: "Latein (sin.) und Deutsch (dext.). - Feines Kolorit"
Im Vordergrund Kartusche mit Wappen, allegorischen Figuren, Bergwerk und Fassbinder, staffagierte Ansicht.
Signatur: Fridr. Bernh. Werner Urb. del. - Thomas Scheffler ornament: inv. et. del. - cum priv: Sac: Cas: Maj: - Joh. Georg. Pinz sculpsit - Martin Engelbrecht excudit A.V. [10][11]
Matthäus Seuter (gestochen 1740)
Matthäus Seutter, Salzburg (Kupferstich), 1740, Stadtansicht nach Vorlage 1710
Originaltitel: Prospectus illustriores celeberrimae Archiepiscopalis Urbis Salisburgensis. praecipuorumque in ea magnificorum ac admirabilium tam sacrorum quam profanorum aedificiorum, in Ornamentum Tabulae Geographicae
Übersetzung: "Die vornehmste Prospect Der weltberühmten Erzbischöflichen Statt Salzburg, und derselben vornehmsten prächtig und wunderbahren so wohl geistlich als weltlichen Gebäuden"
Mittig im Himmel Banderole mit den Stadtbezeichnungen, flankiert von Putti mit im Wind wehenden Fahnen. Auf den Fahnen Erklärungen zu den Ziffern im Bild. Im unteren Rand gestochene Legende zur Stadtgeschichte in lateinischer und deutscher Sprache in zwei Spalten, die durch das Stadtwappen voneinander getrennt werden.[13]
Jeremias Wolff (?) (gestochen 1730)
"Salzburg", Kupferstich, herausgegeben von den Erben des Jeremias Wolff († 1724), in Augsburg um 1730, 26,5 x 31,5 cm[14]
Originaltitel: Prospectus Elegantiores Splendidissimae Archiepiscopalis Urbis Salisburgensis praecipuarumque in ea Illustrium, ac maxime mirabilium, tam Sacrarum quam profanarum Aedium
Ein Gesamtblatt mit zehn Ansichten von Gebäuden und einer Stadtansicht, von links nach rechts: 1. Kollegienkirche (Vorderansicht), 2. Kollegienkirche (Seitenansicht), 3. Dom, Vorderansicht, 4. Residenzplatz mit Residenzbrunnen und Dom (Seitenansicht), 5. Universität 6. Festung Hohensalzburg, 7. Neue Residenz, 8. Hofstall und die Pferdeschwemme, 9. Felsenreitschule, 10. Schloss Kleßheim 10. Residenzplatz mit dem Residenzbrunnen und Dom (Seitenansicht), sowie unten rechts, 11. Gesamtansicht der Stadt Salzburg aus Norden in halber Vogelschauperspektive.[15][16][17][18]
"Salzburg aus der Vogelschau" von Gabriel Bodenehr, kolorierte Radierung mit deutscher Legende, bezeichnet "Saltzburg", signiert: G. Bodenehr ..., aus Force d'Europe, Augsburg um 1700, ca. 15 x 26 cm[23]
1685, "Panorama" von Matthias Capeller
Salzburger Guckkastenpanorama: in vier Bildern, jeweils 90 Grad gedreht, wird hier vom Haus Linzer Gasse 21 aus das Bild der damaligen Stadt gezeigt. Die Bilder hängen im Kleinen Sitzungssaal des Salzburger Rathauses
"Salzburg von Norden"; 1643, Federzeichnung in Braun, von Philipp Harpff, 16,2 x 90,7 cm
Kupferstich von Philipp Harpff, Salzburg von Norden ("Luftbild")
Harpff, Salzburg von Norden, 1643
Von besonderer Bedeutung ist der detaillierte Plan des Jahres 1643 Saltzburgum Archiepiscopatus Metropolis - die ertzbischöffliche hauptstat Saltzburg mit Lobspruch auf Paris Lodron in lateinischen Distichen.
1635 (?), zwei Ölbilder, Daniel Miller zugeschrieben
Öl auf Leinwand, Salzburg 1635, 91 x 407 cm, Benediktiner-Erzabtei St. Peter
1623, Ansicht von Eberhard Kieser
"Die Stadt Salzburg vom Kapuzinerberg aus"; Radierung und Kupferstich 67 x 142 cm aus einem Bilderbuch mit einem überlangen lateinischen Titel Thesaurus philo-politicus. Hoc hest emblemata sicve moraluia politice etc etc.
1616, Ansicht v. Petrus Bertius
"Ansicht von Salzburg aus der Vogelschau bzw. vom Kapuzinerberg", 1616
Salzburg vom Kapuzinerberg, altkolorierter Holzschnitt47 x 147 cm: "Wahrhafte Kontrafactur der alten weitberiemten Stat Salzburg samt aller Bistumb Thumherren und stet Wappen darzue gehorig. Hedruckt zu saltzburg in costung Su(sanna) Lexing Burgerin da(selbst)", 1565
Um 1460, Ansicht v. Michael Wolgemut ( aus der Schedelschen Weltchronik)
"Salczburga", Stadtansicht Salzburg, koloriert, aus der Schedel'schen Weltchronik von 1493, lateinische Ausgabe
Holzschnitt, erschienen am 12. Juli1493, herausgegeben von dem Nürnberger Humanisten und Historiker Hartmann Schedel.
Gedruckt von Anton Koberger in Nürnberg, Holzschnitt von Michael Wolgemut, Blattgröße: 55,5 cm x 40 cm, Ansicht Salzburg: 52 cm x 24,5 cm
Der Holzschnitt der Stadt Salzburg 1553 ist 210 x 325 cm groß. Der Ausschnitt (Bruchstück) wurde mit einem zweiten Teil zu einem geschlossenen Blatt vereinigt, Auf dem Bild ist der Vermerk zu lesen: "Truckts in der Ertzbischoflichen statt Staltzburg Hans Bauman in Costung Susanna Raidlin burgerin daselbst."
"Wahre Abkundterfeckt disser Statt Saltzburg Anno 1553"
Als Vorbild für die Federzeichnung diente wahrscheinlich der (nach 1945 wohl von Besatzungssoldaten geraubte) Holzschnitt aus der Werkstatt des Hans Baumann, 97 cm x 273 cm, Original in der Benediktiner-Erzabtei St. Peter (Dommuseum);
Um 1542, Salzburg von Norden
Ein Bild um 1452 ist als Fresko und Secco in Stuckrahmen im Apollozimmer der Stadtresidenz Landshut in Bayern (Septemberlunette) erhalten. Es stammt von Hans Bocksberger der Ältere.
Um 1530, Salzburg von Norden
Ein solches Bild (von 1531 ?) ist als Fresko im Castel des Buonconsiglio in Trient erhalten. Der Bauherr des Turmes war Fürstbischof Georg von Liechtenstein (zwischen 1395 und von 1398). Die Ausgestaltung mit Fresken erfolgte dann im Auftrag von Bernhard von Cles. Das Fresko stammt sehr wahrscheinlich ebenfalls von Hans Bocksberger d. Ä (siehe dazu S. Kaeppele, die Malerfamilie Bocksberger aus Salzburg).
Quellen
Franz Fuhrmann: Salzburg in alten Ansichten, Residenz-Verlag, Salzburg, 1963
Erich Marx und Peter Laub (Herausgeber): Stadt Salzburg, Ansichten aus fünf Jahrhunderten, Salzburg Museum, Salzburg, 2008
Diese Übersicht wurde zuerst im ehemaligen Artikel "Salzburg-Panorama" zusammengestellt. Die obigen Ansichten sind abseits des Sattler Panoramas keine Panorama-Darstellungen und wurden daher unter einer schlüssigen Bezeichnung neu erstellt. Hingewiesen wird auch auf die Landkarten des Fürsterzbistums, die nicht direkt zu diesem Beitrag mit Ansichten der Stadt gehören (siehe diesbezüglich Beitrag historische Landkarten des Fürsterzbistums Salzburg).