Salzburg war stets der zweitwichtigste Flughafen für Fluglinien, die in Österreich vertreten waren und noch sind.

Geschichte

Nachdem die belgische Fluglinie SABENA am 17. Juni 1950 ihren regulären Flugdienst von Brüssel über Frankfurt nach Salzburg aufgenommen hatte, eröffnete sie am 16. Dezember des selben Jahres ein Stadtbüro beim Mönchsbergaufzug.

1950 nahm auch die niederländische KLM (Koninklijke Luchtvaart Maatschappij) den Liniendienst zwischen Amsterdam und Salzburg über Innsbruck auf. Die schweizer SWISSAIR folgte dann am 26. Mai 1951 und blieb dem Salzburger Flughafen bis zu ihrem Konkurs im September 2001 treu.

1952 wurde dann Salzburg für weitere Fluggesellschaften interessant: am 21. Februar eröffneten die SAS (Scandinavian Airlines System, die Vereinigung der skandinavischen Fluglinien) von Kopenhagen über Frankfurt ihren Liniendienst, am 29. Juni folgte die JAT (Jugoslovenski Aaerotransport, aus dem ehemaligen Jugoslawien), hingegen SWISSAIR unterbrach in diesem Jahr die Dienste.

Zu den bereits bestehenden Stadtbüros von SABENA und PAN AMERICAN (Eröffnung ?) kamen 1952 noch Büros von SAS und KLM dazu. Das KLM Büro fand Platz in einem kleinen Lokal am Bürgerspitalsplatz (Leiter, ob von Anfang an oder erst später, ist dem Autor dieses Beitrags nicht bekannt, war Kelly Bartelmus bis zur Auflösung des Büros Anfang der 1980er Jahre).

Mit 22. April 1955 eröffnete die britische Fluglinie BEA (British European Airlines) ihren Liniendienst nach London und gleichzeitig ihr Stadtbüro in der Griesgasse. Später wurde aus BEA British Airlines, die weiterhin dieses Büro nutzten.

Erst am 30. September1952 wurden in Wien die Austrian Airlines, damals auch AUA genannt, gegründet. Übrigens flog im gleichen Jahr auch Herbert von Karajan erstmals als Starpilot durch Salzburger Lüfte. Am 13. Jänner 1958 eröffnete dann die AUA ihren Liniendienst, zunächst von Wien, mit einer Verbindung nach London. Geflogen wurde mit einer gecharterten Vickers Viscount 779. Schon am 27. März landete dann eine ebenfalls gecharterte DC-3 des Austria Flugdienstes (AFD) auf dem Salzburger Flughafen, die mit dem Landeswappen und Schriftzug Salzburg versehen war.

1960 war es dann auch in Salzburg soweit: Die AUA begann am 4. Juli ihre Liniendienste von Salzburg aus. Sie kam an diesem Tag von Klagenfurt mit Weiterflug nach Frankfurt und am selben Tag flog eine zweite Maschine von Wien kommend nach Genf, Schweiz. Schon zuvor, am 9. Juni war mit viel Getöse das erste Stadtbüro von AUA im Jetzelsbergerhaus am Makartplatz 1 eröffnet worden. In den 1980er zog dann AUA weiter in die Schrannengasse neben das Dorotheum, wo heute die RUEFA ist. Ende der 1990er schließlich zog sie weiter nach Maxglan, direkt in den Flughafen.

Am 11. Juli taufte Erzbischof Dr. Rohracher die Vickers Viscount OE-LAL auf den Namen Wolfgang Amadeus Mozart. Am 30. März 1964 fand die nächste Taufe statt: eine Caravelle wurde unter Anteilnahme von 50.000 Schaulustigen am Salzburger Flughafen auf den Namen Salzburg getauft.

Die deutsche LUFTHANSA war zum letzten Mal mit Liniendienste 1939 nach Salzburg gekommen. Neben einem Sonderflug mit Politikern an Bord gab es dann erst 1968 Ende September eine "Erstlandung" eines Charterfluges der LUFTHANSA mit einer BOEING 737. Am 28. Oktober 1972 kreiste dann eine BOEING der LUFTHANSA, das von Palästinensern gekidnappt war, auf dem Flug zur Freipressung von drei überlebenden Terroristen des Olympiamassakers in München. Für Lärmmessungen landete am 25. März 1976 erstmals ein leises Großraumflugzeug, ein Airbus A-300 der LUFTHANSA. Erst am 31. März 1985 wurde der Liniendienst von LUFTHANSA mit Frankfurt aufgenommen.

1980 nahmen Austrian Air Services (AAS) und Tyrolean Airways Inlandsdienste auf. 1984, am 22. April, es war der Ostermontag, gab es wieder ein besonderes Ereignis: AIR FRANCE landete mit einer ihrer Concorde in Salzburg.

1985 war ein wichtiges Jahr im Aufbau von Linienflugverbindungen: Schon am 10. Februar gab es die Erstlandung einer BOEING 747, dem damals größten zivilen Personenflugzeug der Welt, von der israelischen Fluggesellschaf ELAL (beim Start waren mit an Bord 200 Pilger vom Salzburger Rupertusblatt mit dem Autor dieses Beitrags als "Chefreiseleiter"). LUFTHANSA begann am 31. März, am 2. Mai nahm AIR FRANCE, die französische Fluggesellschaft, Liniendienste mit Paris auf; am 17. Mai AEROFLOT, die sowjetische Gesellschaft, am 12. Juni Icelandair, die isländische Fluglinie, und am 30. April war die zweite geleaste BAC 1-11/500 von Niki Lauda von Bürgermeister Josef Reschen auf den Namen W. A. Mozart getauft worden. Es war die Wiederbelebung der LAUDA AIR in Partnerschaft mit dem griechischen Reiseveranstalter ITAS und der Treibstofffirma Avanti.

Es folgte mehr als ein Jahrzehnt ohne wesentlichen Veränderungen. Bis sich 2001 durch den bis dahin unvorstellbaren Konkurs von SWISSAIR und dem Anschlag auf das World Trade Center in New York die Welt der Fluglinien stark und nachhaltig zu verändern begann. Auch hier in Salzburg.

Am 4. April 2001 begann dann das Zeitalter der Low Cost Carrier, auch Billigfluglinien genannt, mit dem Erstflug der irischen Fluggesellschaft Ryanair.

In diesem Beitrag nicht erwähnt sind bislang alle Charterflugverbindungen.

Quellen

  • Städt. Flugplatz Salzburg Airport 60 Jahre, Friedrich Leitich, 1986, Verlag Alfred Winter, ISBN-3-85380-052-1
  • Eigenartikel Peter Krackowizer