Krankenhaus der Barmherzigen Brüder: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Salzburg, Ansicht am Kajetanerplatz a.jpg|thumb|Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Salzburg am [[Kajetanerplatz]] Nr 1. : in der Mitte die [[Kajetanerkirche]], jedoch bereits links und rechts Krankenzimmer des Krankenhauses (ganz alter Trakt)]] | [[Datei:Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Salzburg, Ansicht am Kajetanerplatz a.jpg|thumb|Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Salzburg am [[Kajetanerplatz]] Nr 1. : in der Mitte die [[Kajetanerkirche]], jedoch bereits links und rechts Krankenzimmer des Krankenhauses (ganz alter Trakt)]] | ||
[[Datei:Krankenhaus_der_Barmherzigen_Br%C3%BCder_andere_Ansicht.jpg|thumb|Nahe Ansicht auf das Krankenhaus vom Kajetanerplatz aus gesehen]] | |||
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[[Datei:KH der Barmherzigen Brüder in Salzburg, mit Tiefgarage, Ansicht von der Kaigasse aus.jpg|thumb|KH der Barmherzigen Brüder in Salzburg, mit Tiefgarage, Ansicht von der Kaigasse aus]] | [[Datei:KH der Barmherzigen Brüder in Salzburg, mit Tiefgarage, Ansicht von der Kaigasse aus.jpg|thumb|KH der Barmherzigen Brüder in Salzburg, mit Tiefgarage, Ansicht von der Kaigasse aus]] | ||
Version vom 5. September 2011, 18:31 Uhr







Das A. ö. Krankenhaus der Barmherzigen Brüder liegt am Kajetanerplatz in der Altstadt von Salzburg. Es wird seit 1923 vom Orden der Barmherzigen Brüder im ehemaligen Theatinerkloster betrieben
Zur Geschichte der Barmherzigen Brüder in Österreich
Die Geschichte der Barmherzigen Brüder geht auf den Ordensgründer, den hl. Johannes von Gott (* 1495, † 1550) zurück. Noch heute wird dessen Motto „Gutes tun und es gut tun“ bei den Ordensbrüdern hochgehalten.
Das erste Hospital des Ordens nördlich der Alpen wurde 1605 durch Fürst Karl I. von Liechtenstein im damals noch niederösterreichischen Feldsberg (heute Valtice, Tschechien) gegründet. Dieser lernte als Abgesandter von Kaiser Rudolf II. den kurz zuvor vom Papst bestätigten Männerorden in Rom kennen, als einige seiner Diener an Malaria erkrankt waren und in dem Ordenshospital auf der Tiberinsel in Rom von den Brüdern gepflegt wurden. Beeindruckt von der Gewissenhaftigkeit und der Professionalität von P. Johannes Baptist Savonatius de Cassinetti und seinen Mitbrüdern, erbat er, nach Österreich zurückgekehrt, die Ordensleitung um Entsendung einiger Brüder in die Nähe seiner Residenz nach Feldsberg. Dieser Bitte entsprechend zog am 10. Februar 1605 P. Cassinetti mit einigen seiner Brüder in das „Lazarett zur heiligen Barbara“ in Feldsberg ein. Unter finanzieller Mithilfe von Fürst Karl I. und dem österreichischen Kaiserhaus entwickelte sich das Feldsberger Konvent im Laufe der Zeit zum zum Mutterhaus aller mitteleuropäischen Provinzen.
Zum Ausgangspunkt für weitere Niederlassungen in der gesamten Donaumonarchie und den angrenzenden Ländern entwickelte sich das 1614 von Frater Gabriel Ferrara, einem hoch angesehenen italienischen Chirurgen, in der (damaligen) Wiener Vorstadt Tabor eingerichtete Hospital. Bereits 1615 folgten Graz, 1620 Prag und 1622 Neuburg an der Donau (Bayern). 1659 wurden die sechs Hospitäler Feldsberg, Wien, Prag, Graz, Neuburg an der Donau und Triest zur Provinz zum heiligen Erzengel Michael zusammengefasst. 1718 wurden erstmals Ausbildungsstätten in Prag und Feldsberg eingerichtet. 1781 löst Kaiser Joseph II. die deutschen Niederlassungen außerhalb der habsburgischen Erblande aus dem Provinzverband. 1879 erfolgte die Installierung der Innerösterreichischen Provinz zum heiligsten Herzen Jesu in Graz, womit das Gebiet des damaligen Österreich mit der Österreichisch-Böhmischen Provinz in Wien und der neu gegründeten Provinz in Graz auf zwei Provinzen aufgeteilt wurde.
Während des Ersten Weltkriegs wurde ein Großteil der Krankenhäuser in Lazarette umfunktioniert. Nach Ende des Krieges brach mit dem Zerfall Österreich-Ungarns auch die über Jahrhunderte bestandene Einheit mit Böhmen, Mähren und den südösterreichischen Gebieten und Kronländern auseinander. Die Abtrennung des südlichen Thayagebietes mit Feldsberg von Niederösterreich und dem Anschluss an den neu gegründeten tschechoslowakischen Staat brachte den Niedergang des Feldsberger Konvents, das bald darauf von den Kommunisten verstaatlicht wurde.
Um eigenständige Provinz bleiben zu können war es für die stark geschrumpfte Wiener Provinz (ihr verblieben nur die Krankenhäuser in Wien und Linz sowie das Rekonvaleszentenheim in Wien) notwendig, ihr Einzugsgebiet bis nach Westösterreich auszudehnen. Im Zuge der nun getätigten Übernahmen und Spitalsneugründungen kam es auch zur Übernahme des Truppenspitals in Salzburg (1923) und der Einrichtung des historischen Gebäudes als Krankenhaus der Barmherzigen Brüder. Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurden alle Niederlassungen mit Ausnahme des Stammhauses in Wien enteignet und erst nach dem Krieg wieder allmählich in das Eigentum des Ordens rückgeführt. 1951 folgte schließlich die Zusammenlegung der beiden Provinzen Wien und Graz zur Österreichischen Provinz.
Seitdem führt der Orden sieben Krankenhäuser (Wien, Graz, Linz, Eisenstadt, Graz-Eggenberg, St. Veit/Glan, Salzburg), zwei Pflegezentren in Kainbach und Kritzendorf und das Kneipp- und Gesundheitszentrum in Schärding. Insgesamt arbeiten heute in diesen Anstalten über 4400 Mitarbeiter in den verschiedensten Bereichen und betreuen jährlich mehr als 100 000 stationäre Patienten.
Geschichte des Krankenhauses in Salzburg
Das Truppenspital im ehemaligen Theatinerkloster wurde am 26. März 1923 mitsamt der Kajetanerkirche dem Orden der Barmherzigen Brüder übereignet. Im Zuge der Ausweitung der Wiener Provinz nach dem Ersten Weltkrieg wurde darin ein Spital errichtet, das am 7. August 1923 mit einer Kapazität von 100 Betten, einer chirurgischen und einer internen Abteilung sowie mit einem Röntgeninstitut, eröffnet werden konnte.
Bereits 1926 folgte die Einrichtung des Laboratoriums und der Abschluss des ersten Vertrages mit der Bundeskrankenkasse. Bis 13. Mai 1934 war das Haus schuldenfrei woraufhin weitere Verbesserungen und Modernisierungsmaßnahmen (Wäscherei, Prosektur, zentrale Heizanlage, elektrischer Aufzug usw.) getätigt werden konnten.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Spital durch die Militärverwaltung als Reservelazarett geführt. 1944 kam es im Zuge des ersten Bombenangriffes auf die Stadt Salzburg zu schweren Beschädigungen des Hauses. Nach Kriegsende beschlagnahmte 1945 die Flüchtlingsorganisation UNRRA (später IRO) das Krankenhaus. Nach Auszug dieser Organisation wurde es am 27. Juni 1950 wieder den Barmherzigen Brüdern zurückgegeben.
Der Orden unterzog das noch immer bombengeschädigte Spital einer weitläufigen Sanierung und konnte es nach langwierigen Verhandlungen mit den Behörden am 29. Jänner 1951 als Krankenhaus der Barmherzigen Brüder mit einer Urologie, Dermatologie, Neurologie und einer Kapazität von 127 Betten wieder eröffnen. Die noch notwendigen Ausbauarbeiten in den Operationssälen, Laboratorien, Krankenzimmern und der Apotheke konnten bis 1960 abgeschlossen werden.
Ab 1965 folgte der Neubau des Bettentraktes und die Erweiterung des Krankenbetriebes um eine Gynäkologie und eine Laryngologie. Am 23. Jänner 1971 wurde der neue Operationstrakt eröffnet. 1984 folgte eine Unterkellerung des Altgebäudes in dem seither die Ultraschallgeräte und die Nuklearmedizin untergebracht sind.
Organisation
Rechtsträger
Rechtsträger des Krankenhauses ist der Orden der Barmherzigen Brüder. Vertreter des Rechtsträgers für das Krankenhaus Salzburg ist seit September 2010 Pater Prior Daniel Katzenschläger, sein Vorgänger war Pater Prior Paulus Kohler.
Führung
- Prior und Gesamtleiter: Pater Prior Daniel Katzenschläger
- weltlicher Gesamtleiter: Arno Buchacher
- Ärztlicher Direktor: Prim. Univ.-Prof. Dr. Friedrich Hoppichler
- Kaufmännischer Direktor: Werner Lassacher
- Pflegedienstleiterin: Isabella Zaminer
Abteilungen und Institute
- Anästhesiologie und Intensivmedizin
- Chirurgie
- Gynäkologie
- Innere Medizin
- Plastische Chirurgie
- Urologie
- Radiologie
- Physiotherapie
- Labordiagnostik
Adresse
- A. ö. Krankenhaus der Barmherzigen Brüder
- Kajetanerplatz 1
- 5010 Salzburg
- Telefon: 06 62 - 80 88-0
- Fax: 06 62 - 80 88-310
Tiefgarage
In Jahr 2010 wurde eine in Bereich des Krankenhauses befindliche Tiefgarage Barmherzige Brüder errichtet, von der 100 Stellplätze öffentlich zugänglich sind.
Quellen
- Homepage der Barmherzigen Brüder
- Chronik der Salzburger Wirtschaft. Karona Grafik (Hg.). Salzburg 1988
- Salzburger Nachrichten, 9. September 2010