Lotte Schöne: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Lotte Schöne''', Künstlername von ''Charlotte Bodenstein'' (* [[15. Dezember]] [[1891]] in [[Wien]]; † [[22. Dezember]] [[1977]] in  Bobigny bei Paris [[Frankreich]]), war eine österreichisch-französische Sopranistin.
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'''Lotte Schöne''', Künstlername von ''Charlotte Bodenstein'' (* [[15. Dezember]] [[1891]] in [[Wien]]; † [[22. Dezember]] [[1977]] in  Bobigny bei Paris, [[Frankreich]]), war eine österreichisch-französische Sopranistin.
  
 
== Leben ==
 
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Lotte Schöne war das jüngere von zwei Kindern des jüdischen Kaufmanns Otto Bodenstein und seiner Frau Josefine, geborene Hilfreich. Sie studierte ab [[1905]] Gesang in Wien, wo sie ab [[1912]] an der Volksoper und seit [[16. September]] [[1917]] an der Hof- und Staatsoper auftrat. Von [[1926]] bis [[1933]] war sie auf Empfehlung [[Bruno Walter]]s an der Städtischen Oper Berlin engagiert und hatte Auftritte in ganz Europa. 1933 ging sie nach Paris ins Exil. Dort fand sie eine Anstellung an der ''Opéra Comique'', sang aber auch an der ''Opéra National''. In der [[Zweiter Weltkrieg|Kriegszeit]] konnte sie von [[1940]] bis [[1945]] in einem französischen Alpendorf Unterschlupf finden. [[1948]] erhielt sie die französische Staatsbürgerschaft.
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Lotte Schöne war das jüngere von zwei Kindern des [[Judentum|jüdischen]] Kaufmanns Otto Bodenstein und seiner Frau Josefine, geborene Hilfreich. Sie studierte ab [[1905]] Gesang in Wien, wo sie ab [[1912]] an der Volksoper und seit [[16. September]] [[1917]] an der Hof- und Staatsoper auftrat. Von [[1926]] bis [[1933]] war sie auf Empfehlung [[Bruno Walter]]s an der Städtischen Oper Berlin engagiert und hatte Auftritte in ganz Europa. 1933 ging sie nach Paris ins Exil. Dort fand sie eine Anstellung an der ''Opéra Comique'', sang aber auch an der ''Opéra National''. In der [[Zweiter Weltkrieg|Kriegszeit]] konnte sie von [[1940]] bis [[1945]] in einem französischen Alpendorf Unterschlupf finden. [[1948]] erhielt sie die französische Staatsbürgerschaft.
  
 
Nach Beendigung ihrer Bühnenkarriere war sie ab [[1953]] als Gesangslehrerin tätig.
 
Nach Beendigung ihrer Bühnenkarriere war sie ab [[1953]] als Gesangslehrerin tätig.
  
 
== Familie ==
 
== Familie ==
Charlotte Bodenstein war seit [[1911]] verheiratet mit Paul Schönwälder, von dem sie einen Sohn, Kurt Felix (* 4. Juli 1913 in Wien), bekam.
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Charlotte Bodenstein war seit [[1911]] verheiratet mit Paul Schönwälder, von dem sie einen Sohn, Kurt Felix (* [[4. Juli]] [[1913]] in Wien), bekam.
  
 
Bald nach ihrer Scheidung und Konversion zum [[Evangelische Kirche (Gemeinschaft)|evangelischen]] Glauben heiratete sie [[1921]] Paul Flandrak (* [[19. Jänner]] [[1888]])<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien-evang-dioezese-AB/wien-innere-stadt-lutherische-stadtkirche/TRB46/?pg=197 Trauungsbuch der Lutherischen Stadtkirche Wien-Innere Stadt für 1921, Nr. 391.]</ref>, von dem sie eine Tochter, Inge Maria, bekam.
 
Bald nach ihrer Scheidung und Konversion zum [[Evangelische Kirche (Gemeinschaft)|evangelischen]] Glauben heiratete sie [[1921]] Paul Flandrak (* [[19. Jänner]] [[1888]])<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien-evang-dioezese-AB/wien-innere-stadt-lutherische-stadtkirche/TRB46/?pg=197 Trauungsbuch der Lutherischen Stadtkirche Wien-Innere Stadt für 1921, Nr. 391.]</ref>, von dem sie eine Tochter, Inge Maria, bekam.
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Von [[1922]] bis [[1935]] trat Lotte Schöne in verschiedenen Rollen bei den [[Salzburger Festspiele]]n auf, und zwar  
 
: [[Salzburger Festspiele 1922|1922]] als "Zerlina" im ''[[Don Giovanni]]'' und als "Cherubino" bei ''[[Le nozze di Figaro]]'',
 
: [[Salzburger Festspiele 1922|1922]] als "Zerlina" im ''[[Don Giovanni]]'' und als "Cherubino" bei ''[[Le nozze di Figaro]]'',
: [[Salzburger Festspiele 1925|1925]] als Solistin im 7. Kammerkonzert sowie als "Zerlina" in ''[[Don Giovanni]]'' und als "Susanna" in ''[[Le nozze di Figaro]]'',
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: [[Salzburger Festspiele 1925|1925]] als Solistin im 7. Kammerkonzert sowie als "Zerlina" in ''Don Giovanni'' und als "Susanna" in ''Le nozze di Figaro'',
 
: [[Salzburger Festspiele 1928|1928]] als "Despina" in ''[[Così fan tutte]]'',
 
: [[Salzburger Festspiele 1928|1928]] als "Despina" in ''[[Così fan tutte]]'',
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: [[Salzburger Festspiele 1931|1931]] auch als "Blonde" in der ''[[Die Entführung aus dem Serail|Entführung aus dem Serail]]'' und als "Pamina" in der ''[[Die Zauberflöte|Zauberflöte]]'',
 
: [[Salzburger Festspiele 1932|1932]] und [[Salzburger Festspiele 1933|1933]] als "Pamina" in der ''[[Die Zauberflöte|Zauberflöte]]'' und in der Titelrolle(!) in Webers ''Oberon''.
 
: [[Salzburger Festspiele 1932|1932]] und [[Salzburger Festspiele 1933|1933]] als "Pamina" in der ''[[Die Zauberflöte|Zauberflöte]]'' und in der Titelrolle(!) in Webers ''Oberon''.
: [[Salzburger Festspiele 1934|1934]] und [[Salzburger Festspiele 1935|1935] sang sie nochmals die "Zerlina" im ''[[Don Giovanni]]'' und 1935 die "Blonde" in der ''[[Die Entführung aus dem Serail|Entführung aus dem Serail]]''.
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: [[Salzburger Festspiele 1934|1934]] und [[Salzburger Festspiele 1935|1935] sang sie nochmals die "Zerlina" im ''Don Giovanni'' und 1935 die "Blonde" in der ''Entführung aus dem Serail''.
  
 
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* [[Gert Kerschbaumer|Kerschbaumer, Gert]]: ''Lotte Schöne'' auf [http://www.stolpersteine-salzburg.at/de/orte_und_biographien?victim=Sch%C3%B6ne,Lotte&hilite=Sch%C3%B6ne www.stolpersteine-salzburg.at]
 
* [[Gert Kerschbaumer|Kerschbaumer, Gert]]: ''Lotte Schöne'' auf [http://www.stolpersteine-salzburg.at/de/orte_und_biographien?victim=Sch%C3%B6ne,Lotte&hilite=Sch%C3%B6ne www.stolpersteine-salzburg.at]
 
* [https://archive.salzburgerfestspiele.at/institution/archiv/archiv-suchergebnisse?k=Sch%C3%B6ne&dv=1.1.1900&db=31.12.2018&typ=0 archive.salzburgerfestspiele.at]
 
* [https://archive.salzburgerfestspiele.at/institution/archiv/archiv-suchergebnisse?k=Sch%C3%B6ne&dv=1.1.1900&db=31.12.2018&typ=0 archive.salzburgerfestspiele.at]
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Version vom 28. Dezember 2020, 19:10 Uhr

Lotte Schöne, Künstlername von Charlotte Bodenstein (* 15. Dezember 1891 in Wien; † 22. Dezember 1977 in Bobigny bei Paris, Frankreich), war eine österreichisch-französische Sopranistin.

Leben

Lotte Schöne war das jüngere von zwei Kindern des jüdischen Kaufmanns Otto Bodenstein und seiner Frau Josefine, geborene Hilfreich. Sie studierte ab 1905 Gesang in Wien, wo sie ab 1912 an der Volksoper und seit 16. September 1917 an der Hof- und Staatsoper auftrat. Von 1926 bis 1933 war sie auf Empfehlung Bruno Walters an der Städtischen Oper Berlin engagiert und hatte Auftritte in ganz Europa. 1933 ging sie nach Paris ins Exil. Dort fand sie eine Anstellung an der Opéra Comique, sang aber auch an der Opéra National. In der Kriegszeit konnte sie von 1940 bis 1945 in einem französischen Alpendorf Unterschlupf finden. 1948 erhielt sie die französische Staatsbürgerschaft.

Nach Beendigung ihrer Bühnenkarriere war sie ab 1953 als Gesangslehrerin tätig.

Familie

Charlotte Bodenstein war seit 1911 verheiratet mit Paul Schönwälder, von dem sie einen Sohn, Kurt Felix (* 4. Juli 1913 in Wien), bekam.

Bald nach ihrer Scheidung und Konversion zum evangelischen Glauben heiratete sie 1921 Paul Flandrak (* 19. Jänner 1888)[1], von dem sie eine Tochter, Inge Maria, bekam.

Salzburgbezug

Von 1922 bis 1935 trat Lotte Schöne in verschiedenen Rollen bei den Salzburger Festspielen auf, und zwar

1922 als "Zerlina" im Don Giovanni und als "Cherubino" bei Le nozze di Figaro,
1925 als Solistin im 7. Kammerkonzert sowie als "Zerlina" in Don Giovanni und als "Susanna" in Le nozze di Figaro,
1928 als "Despina" in Così fan tutte,
1930 und 1931 wieder als "Zerlina" in Don Giovanni,
1931 auch als "Blonde" in der Entführung aus dem Serail und als "Pamina" in der Zauberflöte,
1932 und 1933 als "Pamina" in der Zauberflöte und in der Titelrolle(!) in Webers Oberon.
1934 und [[Salzburger Festspiele 1935|1935] sang sie nochmals die "Zerlina" im Don Giovanni und 1935 die "Blonde" in der Entführung aus dem Serail.

Am 17. August 2020 wurde für sie vor dem Haus für Mozart ein Stolperstein verlegt.

Quellen

Einzelnachweis