Berchtesgadener Ache - Königsseeache: Unterschied zwischen den Versionen

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| bild = Königsseeache in Marktschellenberg Panoramaaufnahme 01.jpg
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Die '''Königsseeache''' ist ein Fließgewässer im Norden des [[Salzburg (Bundesland)|Landes Salzburg]]. Im [[Berchtesgadener Land]] wird sie auch ''Berchtesgadener Ache'' genannt.
Dieser Artikel behandelt einen Fluss, der grenzüberschreitend zwei Namen besitzt - '''Berchtesgadner Ache und Königsseeache'''.  


== Verlauf ==
== Beschreibung ==
[[Datei:Königsseeache in Niederalm Panoramaaufnahme 01.jpg|thumb|Königsseeache in Niederalm; Grenze zwischen dem Flachgau und dem Tennengau; Panoramaaufnahme]]
Der Oberlauf der [[Ache]], der durch das [[Berchtesgadener Land]] ([[Bayern]]) fließt, heißt '''Berchtesgadener Ache'''.<ref>Siehe: [https://www.lfu.bayern.de/wasser/gewaesserverzeichnisse/doc/tab18.pdf#page=66 Bayerisches Landesamtes für Umwelt] und dort im [https://www.umweltatlas.bayern.de/mapapps/resources/apps/lfu_fgn_ftz/index.html?lang=de&layers=service_fgn_vt4,service_fgn_vt7&extent=4569426,4581185,5257614,5288749,31468 Bayerische Umweltatlas]</ref> In ihrem Unterlauf im [[Flachgau]], auf [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]]er Seite, nennt man sie '''Königsseeache'''.
[[Datei:Hans_Faistenauer,_Karte_der_Fürstpropstei_Berchtesgaden,_1628,_Ausschnitt(Foto_Andreas_Hirsch).JPG|thumb|[[Hans Faistenauer]], Karte der [[Fürstpropstei Berchtesgaden]], [[1628]], mit eingezeichneter ''Ache'' (für Königsseeache).]]
Die Ache kann in drei Flussabschnitte eingeteilt werden.
=== Königsseer Ache ===
Die Ache entspringt im [[Königssee]] in [[Schönau am Königssee]]. Diesen Abfluss nennt man dort ''Königsseer Ache''.
=== Berchtesgadener Ache ===
=== Berchtesgadener Ache ===
In [[Berchtesgaden]] vereinigen sich Königsseer Ache, [[Ramsau bei Berchtesgaden|Ramsauer]] Ache und Bischofswiesener Ache zu einem Fluss und  und heißt dieser ab dem Zusammenfluss ''Berchtesgadener Ache''. Vielfach wurde und wird der Fluss aber auch im Berchtesgadener Land ''Königsseeache'' genannt.
Die Ache wird in Berchtesgaden, auf Höhe des Bahnhofs Berchtesgaden,<ref>[https://www.openstreetmap.org/relation/86630#map=17/47.62628/13.00041 www.openstreetmap.org]</ref> durch den Zusammenfluss zweier Gebirgsbäche gebildet, nämlich:
=== Königsseeache ===
* der ''[[Ramsau bei Berchtesgaden|Ramsauer]] Ache'' und
Von der Staatsgrenze ab dem [[Hangendenstein-Pass]] wird der Fluss in Österreich heute generell ''Königsseeache'' genannt. Der Fluss mündet nach insgesamt 17,6 Kilometern, davon etwa 4,8 Kilometer im Bundesland Salzburg, in die [[Salzach]]. Dieser untere Anschnitt, der vor der Regulierung ein wertvolles Fischwasser war, wurde auch als ''Niederalm'' bezeichnet.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18610806&seite=6&zoom=33&query=%22Niederalm%22%2B%22ache%22 ANNO], Salzburger Zeitung, 6. August 1861, Seite 6</ref><ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=rpt&datum=19060814&query=%22Berchtesgadener%22+%22Ache%22+%22Niederalm%22&seite=4 ANNO], Reichspost, 14. August 1906, Seite 4</ref>
* der ''Königsseer Ache'', die den Abfluss des [[Königssee]]s in [[Schönau am Königssee]] bildet und die in ihrem Verlauf auch die sogenannte "Nasse Wand" entwässert.


Der unterschiedliche Sprachgebrauch ist jedenfalls historisch nicht alt und ist in der Aussprache zwischen Oberlauf und Unterlauf wenig erkennbar. Der gleiche Benennung eines Baches vom Oberlauf bis zur Mündung ist eine sinnhafte und weitum übliche sprachliche Regelung.  
Die ''Nasse Wand'' ist eine markante Felsformation am Wanderweg<ref>[https://www.berchtesgadener-land.com/natur/wandern/wander-touren/wanderwege/koenigsseer-fussweg Königsseer Fußweg]</ref> von [[Berchtesgaden]] an der Berchtesgadener Ache entlang nach [[Schönau am Königssee]]. Namensgebend für diese Steilstufe am Bach ist das natürliche Phänomen, dass zwischen den zum Bach geneigten Felsschichten stetig Wasser aus dem Felsen austritt, welches im Sommer in kleinen Rinnsalen die Wand herunterläuft und im Winter bei Frost zu mächtigen Eiszapfen gefriert. Die natürliche Schönheit dieses Ortes am Königssee unterhalb des Watzmann-Massives inspirierte verschiedene Künstler, wie den Wiener [[Friedrich Gauermann]], einen angesehenen Maler des [[österreich]]ischen [[Biedermeier]] in der Mitte des [[19. Jahrhundert]]s oder Jahrzehnte später Max Nordt.
 
Zwischen Berchtesgaden und der Staatsgrenze durchfließt sie noch die bayerische Gemeinde [[Marktschellenberg]]. In diesem Gemeindegebiet mündet von Westen her kommend aus den Abhängen des [[Untersbergstock]]s der Almbach aus der [[Almbachklamm (Bayern)|Almbachklamm]].
 
=== Königsseeache  ===
Von der Staatsgrenze ab dem [[Hangendenstein-Pass]] wird dann der Fluss in Österreich ''Königsseeache'' genannt.<ref>siehe [http://www.austrianmap.at/amap/index.php?setTo=1%7E375377%7E427556%7E385751%7E423619%7E%40379814%7C425413%7E0%7ELAM_ETRS89%7E1307%7E496 AMap]</ref> Die Schreibweise variierte früher auch mit ''Königssee Ache''.
 
Wenige Meter nach der deutsch-österreichischen Grenze wird der [[Almkanal]] auf österreichischer Seite von der Königsseeache abgeleitet.<ref>Siehe [https://www.salzburg.gv.at/sagisonline/init.aspx?hotspot=landsbg|default|1:5090|428275.3|286159.5|pin1.png|Einleitung&redliningid=tzo24ahjrhybzar2x3w4l0m0 SAGIS]</ref> Die Königsseeache hieß früher auch Albe, auch Alm, wovon sich der Name "Almkanal" ableitet.


Im Land Salzburg bildet sie heute die natürliche Grenze zwischen dem [[Flachgau]] und dem [[Tennengau]] westlich der Salzach und mündet beim [[Kraftwerk Urstein]] in diese. Dort ist die Flussmitte die Grenze zwischen den Gemeinden [[Anif]] (Ortschaft [[Niederalm]]) und [[Hallein]].<ref>Siehe [https://www.openstreetmap.org/relation/86650#map=16/47.7317/13.0761 www.openstreetmap.org]</ref>
Im [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]] bildet sie heute die natürliche Grenze zwischen dem [[Flachgau]] und dem [[Tennengau]] westlich der [[Salzach]]. Dort ist die Flussmitte die Grenze zwischen den Gemeinden [[Anif]] (Ortschaft [[Niederalm]]) und [[Hallein]] ([[Rif]]).<ref>Siehe [https://www.openstreetmap.org/relation/86650#map=16/47.7317/13.0761 www.openstreetmap.org]</ref> Als Königsseeache mündet die Ache nach insgesamt 17,6 Kilometern, davon etwa 4,8 Kilometer im Bundesland Salzburg, beim [[Kraftwerk Urstein]] in die Salzach.


== Namensherkunft ==
== Namensherkunft ==
Die Ache wurde urprünglich als "Niedere Albe" bezeichnet, die in [[Niederalm]] mündet, analog zu [[Oberalm]], durch die die [[Oberalm (Gewässer)|"Oberen Albe"]] fließt. Der Name "Alm" bzw. historisch "Albe" dürfte eine Herleitung vom vordeutschen Begriff "Albina" (vgl. das lateinische „albus“ = weiß), bzw. dem illyrischen "Albhanta" sein und stellt eine Anspielung auf das Weiß des kalkhaltigen Wassers, bzw. des weißen Bachbettes dar.<ref>Quelle 1: [[Oberalm (Gewässer)#Begriffsgeschichte]] mit dortiger Quelle [https://bufus.sbg.ac.at/PDF/FlussverlaufSalzach_2.pdf bufus.sbg.ac.at pdf], Seite 6; Quelle 2: Hofrat DI [[Johann Wiesenegger|Hans Wiesenegger]], Referatsleiter des [[Hydrographischer Dienst des Landes Salzburg|Hydrographischen Dienstes des Landes Salzburg]]; Quelle 3: Chronik von Anif, [[Heinz Dopsch]], Seite 60 und 61</ref>
Der Name "Alm" bzw. historisch "Albe" dürfte eine Herleitung vom vordeutschen Begriff "Albina" (vgl. das lateinische "albus" = weiß), bzw. dem illyrischen "Albhanta" sein und stellt eine Anspielung auf das Weiß des kalkhaltigen Wassers, bzw. des weißen Bachbettes dar.<ref>Quelle 1: [[Oberalm (Gewässer)#Begriffsgeschichte]] mit dortiger Quelle [https://bufus.sbg.ac.at/PDF/FlussverlaufSalzach_2.pdf bufus.sbg.ac.at pdf], Seite 6; Quelle 2: Hofrat DI Johann Wiesenegger, Referatsleiter des [[Hydrographischer Dienst des Landes Salzburg|Hydrographischen Dienstes des Landes Salzburg]]; Quelle 3: Chronik von Anif, [[Heinz Dopsch]], Seite 60 und 61</ref>


In der [[Anifer Chronik]] schreibt [[Heinz Dopsch]], Seite 57: ''... verdankt Niederalm der Königsseeache, die auch als Alm bezeichnet wird, seinen Namen. Dir Form Alm [...] geht auf eine ältere, weit verbreitete indogermanische Gruppe für Gewässernamen mit der Bedeutung "weiß" zurück. [...] Die Alm-Gewässer in der Umgebung von Salzburg tragen <nowiki>vor</nowiki>[[Römer|römische]] Namen, die von den [[Romanen]] übernommen und an die [[Bajuwaren|Bayern]] weitergegeben wurden. [...] Der Name des benachbarten Ortes Rif [...] geht auf das lateinische Wort "ripa", "Flussufer", zurück.'' Seite 60: ''... Im Gegensatz zu Anif ist die erste Nennung des Ortes Niederalm nicht exakt zu bestimmen. Da sowohl Oberalm als auch Niederalm nach den Flüssen, an denen sie liegen, den Namen ''Albina'' führen, muss es in den meisten Fällen offen bleiben, ob sich eine Nennung auf Oberalm oder Niederalm bezieht...'' [...] Seite 61: ''Während das erstgenannte Oberalm einfach als ''Albina'' erscheint, folgt kurz darauf Niederalm in der Form von ''Albina inferior''.  
In der [[Anifer Chronik]] schreibt [[Heinz Dopsch]], Seite 57: ''... verdankt Niederalm der Königsseeache, die auch als Alm bezeichnet wird, seinen Namen. Dir Form Alm [...] geht auf eine ältere, weit verbreitete indogermanische Gruppe für Gewässernamen mit der Bedeutung "weiß" zurück. [...] Die Alm-Gewässer in der Umgebung von Salzburg tragen <nowiki>vor</nowiki>[[Römer|römische]] Namen, die von den [[Romanen]] übernommen und an die [[Bajuwaren|Bayern]] weitergegeben wurden. [...] Der Name des benachbarten Ortes Rif [...] geht auf das lateinische Wort "ripa", "Flussufer", zurück.'' Seite 60: ''... Im Gegensatz zu Anif ist die erste Nennung des Ortes Niederalm nicht exakt zu bestimmen. Da sowohl Oberalm als auch Niederalm nach den Flüssen, an denen sie liegen, den Namen ''Albina'' führen, muss es in den meisten Fällen offen bleiben, ob sich eine Nennung auf Oberalm oder Niederalm bezieht...'' [...] Seite 61: ''Während das erstgenannte Oberalm einfach als ''Albina'' erscheint, folgt kurz darauf Niederalm in der Form von ''Albina inferior''.  


Die Ache wurde auch als "Niedere Albe" bezeichnet, die in [[Niederalm]] am orografisch linken Ufer der Salzach mündet. Dies vielleicht zur Unterscheidung von der [[Oberalm (Gewässer)|"Oberen Albe"]], die durch [[Oberalm]] fließt am orografisch rechten Ufer der Salzach mündet.


== Almkanal ==
Die Bezeichnung ''Königsseeache'' oder ''Königssee-Ache'' ist erst seit Mitte des [[19. Jahrhundert]] gebräuchlich.  
Beim [[Hangendenstein-Pass]], kurz nach der deutsch-österreichischen Grenze, wird der [[Almkanal]] von der Königsseeache abgeleitet.<ref>Siehe [https://www.salzburg.gv.at/sagisonline/init.aspx?hotspot=landsbg|default|1:5090|428275.3|286159.5|pin1.png|Einleitung&redliningid=tzo24ahjrhybzar2x3w4l0m0 SAGIS]</ref> Die Königseeache hieß früher auch Albe bzw auch Alm, wovon sich der Name "AlmkanaL", d. h. "Kanal der Alm", ableitet.


== ''Almbach''-Regulierung (Flussbau-Maßnahmen)==
Der Salzburger Abschnitt, der vor der Regulierung ein wertvolles Fischwasser war, wurde auch als ''Niederalm'' oder ''Almbach'' bezeichnet.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18610806&seite=6&zoom=33&query=%22Niederalm%22%2B%22ache%22 ANNO], [[Salzburger Zeitung]], 6. August 1861, Seite 6</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=rpt&datum=19060814&query=%22Berchtesgadener%22+%22Ache%22+%22Niederalm%22&seite=4 ANNO], Reichspost, 14. August 1906, Seite 4</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19361201&query=%22K%c3%b6nigssee-Ache%22&seite=8 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], 1. Dezember 1936, Seite 8</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=vob&datum=19380712&query=%22K%c3%b6nigssee-Ache%22&seite=9 ANNO], Völkischer Beobachter, 12. Juli 1938, Seite 9</ref><ref>[http://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=lgs&datum=1963&page=40&size=45 LGBl.Nr. 23/1963]</ref>
Die ''Alm'', ''Almb'' oder Ache nährte bis in die [[Eiszeit]] ein Hoch[[moor]], das vom [[Untersberg]] bis zum [[Leopoldskroner Moos]] hinaus reichte. Indem die Ache nach Osten zur Salzach durchbrach und ihren Verlauf stark verkürzte, trocknete ihr altes Bett aus und es bildeten sich Senken und Mulden, die sich mit Wasser füllten. Die [[Schleinlackenstraße|Schleinlacke]] ist eine davon.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=slk&datum=1864&page=4&qid=ZRBOSHP4DH9KPMEL0EE0EXGBZKP7LO&size=45 Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 1864, seite 6]</ref><ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dna&datum=19170004&query=(((text:Berchtesgadener)+AND+(text:Ache)+AND+(text:Niederalm)))&seite=4 ANNO]. Der Naturfreund, 1917, Seite 4</ref>


[[1870]] wurde das natürliche verlaufende Flussbett der Ache mit Schotterbänken und Auwald durch eine ''Almbach-Regulierung'' unterhalb von [[St. Leonhard (Grödig)|St. Leonhard]] bis zur Niederalm-Brücke verändert und die Flussufer beidseits mit Flussbausteinen und Buhnen befestigt.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18700125&query=%22Niederalm-Br%c3%bccke%22&seite=5 ANNO], Salzburger Zeitung, 25. Januar 1870, Seite 5</ref>
Der unterschiedliche Sprachgebrauch ist jedenfalls historisch nicht alt und ist in der Aussprache zwischen Oberlauf und Unterlauf wenig erkennbar. Der gleiche Benennung eines Baches vom Oberlauf bis zur Mündung ist eine sinnhafte und weitum übliche sprachliche Regelung.  


[[1910]] wurde durch die Lawinen- und Wildbachverbauung mit einem Kostenaufwand von 192.340 [[Krone|Kronen]] eine weitere Regulierung vorgenommen.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=ofb&datum=19100145&query=(((text:Berchtesgadener)+AND+(text:Ache)+AND+(text:Niederalm)))&seite=9
== Geschichte ==
Österreichische Monatsschrift für den öffentlichen Baudienst, 1910, Seite 665]</ref>
[[Datei:Hans_Faistenauer,_Karte_der_Fürstpropstei_Berchtesgaden,_1628,_Ausschnitt(Foto_Andreas_Hirsch).JPG|thumb|[[Hans Faistenauer]], Karte der [[Fürstpropstei Berchtesgaden]], [[1628]], mit eingezeichneter ''Ache'' (für Königsseeache).]]
[[Datei:Koengsseeache Hochwasser Juni 2009.jpg|thumb|Hochwasser in der Königsseeache zwischen Niederalm und Rif im Juni 2009.]]
[[Datei:Koenigsseeache_August_2011_001.JPG|thumb|Die Königsseeache als Naherholungsgebiet. Hier unterhalb der [[Niederalm Brücke]] im Sommer 2011.]]
Der Fluss nährte bis in die [[Eiszeit]] ein Hoch[[moor]], das vom [[Untersbergstock]] bis zum [[Leopoldskroner Moor]] hinaus reichte. Indem die Ache nach Osten zur Salzach durchbrach und ihren Verlauf stark verkürzte, trocknete ihr altes Bett aus und es bildeten sich Senken und Mulden, die sich mit Wasser füllten. Die [[Schleinlacke]] war eine davon. Daran erinnert heute noch die [[Schleinlackenstraße]].<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=slk&datum=1864&page=4&qid=ZRBOSHP4DH9KPMEL0EE0EXGBZKP7LO&size=45 Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 1864, seite 6]</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dna&datum=19170004&query=(((text:Berchtesgadener)+AND+(text:Ache)+AND+(text:Niederalm)))&seite=4 ANNO]. Der Naturfreund, 1917, Seite 4</ref>
 
Im [[Mittelalter]] musste die [[Fürstpropstei Berchtesgaden]] das [[Salz]] der [[Saline Schellenberg]] auf der Ache nach [[Niederalm]] transportieren. Dort wurde es auf [[Salzschifffahrt|Salztransporte auf der Salzach]] umgeladen und bis an die [[Donau]] verschifft. Dazu war aber die Genehmigung der [[Salzburger Erzbischöfe]] und der [[Guetrater]] notwendig. An der Mündung der Königsseeache in die Salzach wurde auch die Errichtung eines Salzlagers, des Salzstadels genehmigt.
 
Im Mittelalter gab es eine Ableitung von der Königsseeache, den Mühlbach, der zwei Mühlen antrieb: Die obere Mühle, das nicht mehr bestehende [[Sagmüllergut|Sa(a)gmüllergut]] und die untere Mühle an Stelle des Bäckerhauses der heutigen Bäckerei Ebner.
 
[[1870]] wurde das natürliche verlaufende Flussbett der Ache mit Schotterbänken und Auwald durch eine ''Almbach-Regulierung'' unterhalb von [[St. Leonhard (Grödig)|St. Leonhard]] bis zur [[Niederalm Brücke]] verändert und die Flussufer beidseits mit Flussbausteinen und [[Buhne]]n befestigt.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18700125&query=%22Niederalm-Br%c3%bccke%22&seite=5 ANNO], Salzburger Zeitung, 25. Januar 1870, Seite 5</ref>
 
[[1910]] wurde durch die [[Lawine]]n- und [[Wildbachverbauung]] mit einem Kostenaufwand von 192.340 [[Krone]]n eine weitere Regulierung vorgenommen.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=ofb&datum=19100145&query=(((text:Berchtesgadener)+AND+(text:Ache)+AND+(text:Niederalm)))&seite=9 ANNO], Österreichische Monatsschrift für den öffentlichen Baudienst, 1910, Seite 665</ref>


Die ältesten Flussbau-Maßnahmen an der Berchtesgadener Ache dienten vielfach zur Verbesserung der [[Holztrift]] für das [[Salzbergwerk Berchtesgaden]] und der ehemalige [[Saline Schellenberg|Saline]] in [[Marktschellenberg]]. Nach Einstellung der Holztrift um [[1950]] wechselte die Zielsetzung der wasserbaulichen Maßnahmen zum Objektschutz.
Die ältesten Flussbau-Maßnahmen an der Berchtesgadener Ache dienten vielfach zur Verbesserung der [[Holztrift]] für das [[Salzbergwerk Berchtesgaden]] und der ehemalige [[Saline Schellenberg|Saline]] in [[Marktschellenberg]]. Nach Einstellung der Holztrift um [[1950]] wechselte die Zielsetzung der wasserbaulichen Maßnahmen zum Objektschutz.


Aus dem Flussbett der Königsseeache im Bereich Niederalm-[[Rif]] wurden 2008 rund 30&nbsp;000 m³ Sand und Kies ausgebaggert, im Winter 2009/2010 waren es nochmals 10&nbsp;000 m². Diese Aktionen dienen auch dem Schutz vor [[Hochwasser]]. Angesichts der stetigen Eintiefung der regulieren Salzach ist die Ausbaggerung eines Salzachzubringers aus Gründen des Hochwaserschutzes aber nicht direkt nachvollziehbar.
Um [[1948]] bestand am ''Salzachspitz'' in Niederalm die Schottergewinnungsanlage von Josef Klappacher.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svz&datum=19481206&query=%22Niederalm%22+%22Fluss%22&seite=3 ANNO], Salzburger Volkszeitung, 6. Dezember 1948, Seite 3</ref>
 
Aus dem Flussbett der Königsseeache im Bereich Niederalm-Rif wurden 2008 rund 30&nbsp;000 m³ Sand und Kies ausgebaggert, im Winter 2009/2010 waren es nochmals 10&nbsp;000 m². Diese Aktionen dienten auch dem Schutz vor [[Hochwasser]]. Angesichts der stetigen Eintiefung der regulieren Salzach war die Ausbaggerung eines Salzachzubringers aus Gründen des Hochwasserschutzes aber nicht direkt nachvollziehbar.
 
Heute wird der letzte Abschnitt der Ache ab der [[Niederalm Brücke]] bis einige hundert Meter vor dem [[Rifersteg]] als Naherholungsgebiet der Anrainer im Sommer zum Baden benutzt. In den wenigen Wintern, in denen die Ache zugefroren ist, kann man auch auf ihr [[Schlittschuhlaufen]].
 
Etwa 500 Meter vor der Mündung der Ache in die Salzach ist ein etwa 700 Meter langer und etwa 100 Meter breiter Streifen [[Landschaftsschutzgebiet]].<ref>siehe [https://www.salzburg.gv.at/sagisonline/init.aspx?hotspot=landsbg|default|1:10365|430624|287948.4|hotspot3.gif|Landschaftsschutzgebiet&redliningid=tz3hy5w5dfjvtyt24jo153wl SAGIS]</ref>
 
Seit den [[1990er]]-Jahren waren die Schottenbänke kurz vor der Mündung in die Salzach in Kreisen von Freunden des Nacktbadens bekannt. Das Grundstück gehört der [[Salzburg AG]]. Im Sommer [[2020]] schaukelte sich das Thema "Nacktbaden in der Königsseeache" auf und gipfelte in der Ankündigung Ende September 2020, dass ab [[2021]] das Nacktbaden in der Ache verboten sein wird. Im Sommer 2020 wurde die Halleiner Stadtpolizei 20 bis 30 Mal ''alarmiert''. Im Zuge der Behandlung dieser Vorfälle stellte sich heraus, dass es eine gesetzliche Regelung für Nacktbaden gibt. Diese besagt, dass Nacktbaden auf Grundstücken, die öffentlich zugänglich sind, untersagt ist. Die sogenannte "Anstandsverletzung" falle unter § 27 des Landessicherheitsgesetzes.<ref>{{Quelle SN|25. September 2020}}</ref>
 
Mitte April [[2021]] wurde nun ein Schild aufstellt, das auf das Nacktbadeverbot in der Öffentlichkeit laut § 27 Landessicherheitsgesetz hinweist. Eine Geldstrafe bis zu 500 Euro könne verhängt werden.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/schlechte-zeiten-fuer-nackte-an-der-koenigsseeache-102926932 www.sn.at], 25. April 2021</ref> Im Sommer wurde eine Unterschriftenliste für das Nacktbaden aufgelegt, die einer Medieninformation nach im Juli bereits drei Mal so viele Unterschriften enthalten soll wie jene 2020, die für das Nacktbadeverbot gesammelt worden waren (300).<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/nacktbader-an-der-koenigsseeache-wollen-mit-unterschriftenaktion-fkk-verbot-kippen-106217851 www.sn.at], 7. Juli 2021</ref>


== Brücken in Österreich ==
== Brücken in Österreich ==
* [[Rifersteg]]
* Rifersteg
* [[Niederalm Brücke]]
* Niederalm Brücke
* [[Gartenauer Brücke]]
* [[Gartenauer Brücke]]
* Leubestraßenbrücke
* Leubestraßenbrücke
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* Fußgängersteg in Niederalm
* Fußgängersteg in Niederalm


== Nasse Wand==
[[Datei:Nasse Wand Königsseeache 01.jpg|thumb|Nasse Wand an der Berchtesgadener Ache]]
{| cellpadding="2" style="float: right; width: 300px; background:  #e3e3e3; margin-left: 1em; border: 1px solid #cccccc; border-spacing:  1px;"
! [https://www.google.at/maps/place/47%C2%B037'03.3%22N+12%C2%B059'49.4%22E/@47.6173046,12.9996722,16z/data=!4m5!3m4!1s0x0:0x0!8m2!3d47.617579!4d12.997054?hl=de Lage der Nasse Wand (Königsseeache) auf Googlemaps]
|}
Die ''Nasse Wand'' ist eine markante Felsformation am Wanderweg<ref>[https://www.berchtesgadener-land.com/natur/wandern/wander-touren/wanderwege/koenigsseer-fussweg Königsseer Fußweg]</ref> von [[Berchtesgaden]] an der Berchtesgadener Ache entlang nach [[Schönau am Königssee]].
Namensgebend für diese Steilstufe am Bach ist das natürliche Phänomen, dass zwischen den zum Bach geneigten Felsschichten stetig Wasser aus dem Felsen austritt, welches im Sommer in kleinen Rinnsalen die Wand herunterläuft und im Winter bei Frost zu mächtigen Eiszapfen gefriert. Die natürliche Schönheit dieses Ortes am Königssee unterhalb des Watzmann-Massives inspirierte verschiedene Künstler, wie den Wiener Friedrich Gauermann, einen angesehenen Maler des [[österreich]]ischen [[Biedermeier]] in der Mitte des [[19. Jahrhundert]]s oder Jahrzehnte später Max Nordt.
<div style="clear:both;"></div>
== Bildergalerie ==
== Bildergalerie ==
;Berchtesgadener Land
<gallery mode="nolines" mode="packed-hover" heights="200">  
<gallery>
Datei:Königsseeache in Schönau am Königssee 01.jpg|Berchtesgadener Ache bei [[Schönau am Königssee]]
Datei:Salzbergwerk Berchtesgaden, Berchtesgadener Ache, südliche Ansicht.jpg|Berchtesgadener Ache, dahinter das Berchtesgadener Salzbergwerk,  südliche Ansicht
Datei:Salzbergwerk Berchtesgaden, Berchtesgadener Ache, südliche Ansicht.jpg|Berchtesgadener Ache, dahinter das Berchtesgadener Salzbergwerk,  südliche Ansicht
Datei:Königsseeache und Watzmann bei Berchtesgaden 01.jpg |Berchtesgadener Ache und [[Watzmann]] bei Berchtesgaden
Datei:Königsseeache in Marktschellenberg 01.jpg|Berchtesgadener Ache bei [[Marktschellenberg]]
Datei:Königseeache DSC 0103.JPG|Berchtesgadener Ache in Marktschellenberg
Datei:Wehranlage in Marktschellenberg (2).JPG|Wehranlage in Marktschellenberg, Panoramabild  
Datei:Wehranlage in Marktschellenberg (2).JPG|Wehranlage in Marktschellenberg, Panoramabild  
</gallery>
; An der Grenze Flachgau - Tennengau
<gallery>
Datei:Königsseeache in Hallein-Rif 01.jpg|Königsseeache bei [[Hallein]]-[[Rif]], Bildhintergrund: [[Untersberg]], Ansicht: Ost nach West‎
Datei:Königsseeache in Hallein-Rif 02.jpg|Königsseeache bei Hallein-Rif, Ansicht: West ‎nach Ost
Datei:Königsseeache in Anif-Niederalm 01.jpg|in [[Anif]]-[[Niederalm]], Bildhintergrund: [[Untersberg]], Ansicht: Ost nach West
Datei:Stockenten auf Königsseeache in Anif-Niederalm 01.jpg|Junge [[Stockente]]n auf der Königsseeache in Anif-Niederalm
Datei:Königsseeache in Anif-Niederalm Panoramaaufnahme 01.jpg|Königsseeache bei Anif-Niederalm, Panoramaaufnahme
Datei:Mündung der Königsseeache in die Salzach bei der Urstein-Autobahnbrücke.jpg|Mündung der Königsseeache in die Salzach bei der Urstein-Autobahnbrücke
Datei:Mündung der Königsseeache in die Salzach bei der Urstein-Autobahnbrücke.jpg|Mündung der Königsseeache in die Salzach bei der Urstein-Autobahnbrücke
Datei:Niederalm vom Untersberg.jpg|Verlauf der Königsseeache von Gartenau bis zur Einmündung in die [[Salzach]] bei der [[Autobahnbrücke Urstein|Autobahnbrücke]] nahe [[Urstein]]  
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2006_01_15_Königsseeache_4.jpg|Die Königsseeache im Bereich Anif-Hallein-Rif im im Jänner 2006.
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=== weitere Bilder ===
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==Quellen==
== Quellen ==
* {{Quelle SAGIS}}
* [http://www.wwa-ts.de/daten/fluesse_und_seen/datenblaetter/fliessgewaesser/berchtesgadener_ache/index.htm Flüsse und Seen]
* [http://www.wwa-ts.de/daten/fluesse_und_seen/datenblaetter/fliessgewaesser/berchtesgadener_ache/index.htm Flüsse und Seen]
* [[Salzburger Woche]], Ausgabe [[Flachgauer Nachrichten]], 25. November 2010
* [[Salzburger Woche]], Ausgabe [[Flachgauer Nachrichten]], 25. November 2010
* [https://www.bergfex.de/sommer/schoenau-am-koenigssee/ www.bergfex.de]
* [https://www.bergfex.de/sommer/schoenau-am-koenigssee/ www.bergfex.de]
* [https://www.openstreetmap.org/relation/941800#map=15/47.6235/13.0094 www.openstreetmap.org]
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==== Einzelnachweise ====
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Aktuelle Version vom 30. Mai 2026, 15:35 Uhr

Bild
Basisdaten
Länge: 17,6 km
Quelle: Berchtesgaden
Quellhöhe: ca.  603 m ü. A.
Mündung: beim Kraftwerk Urstein in die Salzach
Mündungshöhe: ca.  434 m ü. A.
Höhenunterschied: 169 m

Dieser Artikel behandelt einen Fluss, der grenzüberschreitend zwei Namen besitzt - Berchtesgadner Ache und Königsseeache.

Beschreibung

Der Oberlauf der Ache, der durch das Berchtesgadener Land (Bayern) fließt, heißt Berchtesgadener Ache.[1] In ihrem Unterlauf im Flachgau, auf Salzburger Seite, nennt man sie Königsseeache.

Berchtesgadener Ache

Die Ache wird in Berchtesgaden, auf Höhe des Bahnhofs Berchtesgaden,[2] durch den Zusammenfluss zweier Gebirgsbäche gebildet, nämlich:

Die Nasse Wand ist eine markante Felsformation am Wanderweg[3] von Berchtesgaden an der Berchtesgadener Ache entlang nach Schönau am Königssee. Namensgebend für diese Steilstufe am Bach ist das natürliche Phänomen, dass zwischen den zum Bach geneigten Felsschichten stetig Wasser aus dem Felsen austritt, welches im Sommer in kleinen Rinnsalen die Wand herunterläuft und im Winter bei Frost zu mächtigen Eiszapfen gefriert. Die natürliche Schönheit dieses Ortes am Königssee unterhalb des Watzmann-Massives inspirierte verschiedene Künstler, wie den Wiener Friedrich Gauermann, einen angesehenen Maler des österreichischen Biedermeier in der Mitte des 19. Jahrhunderts oder Jahrzehnte später Max Nordt.

Zwischen Berchtesgaden und der Staatsgrenze durchfließt sie noch die bayerische Gemeinde Marktschellenberg. In diesem Gemeindegebiet mündet von Westen her kommend aus den Abhängen des Untersbergstocks der Almbach aus der Almbachklamm.

Königsseeache

Von der Staatsgrenze ab dem Hangendenstein-Pass wird dann der Fluss in Österreich Königsseeache genannt.[4] Die Schreibweise variierte früher auch mit Königssee Ache.

Wenige Meter nach der deutsch-österreichischen Grenze wird der Almkanal auf österreichischer Seite von der Königsseeache abgeleitet.[5] Die Königsseeache hieß früher auch Albe, auch Alm, wovon sich der Name "Almkanal" ableitet.

Im Land Salzburg bildet sie heute die natürliche Grenze zwischen dem Flachgau und dem Tennengau westlich der Salzach. Dort ist die Flussmitte die Grenze zwischen den Gemeinden Anif (Ortschaft Niederalm) und Hallein (Rif).[6] Als Königsseeache mündet die Ache nach insgesamt 17,6 Kilometern, davon etwa 4,8 Kilometer im Bundesland Salzburg, beim Kraftwerk Urstein in die Salzach.

Namensherkunft

Der Name "Alm" bzw. historisch "Albe" dürfte eine Herleitung vom vordeutschen Begriff "Albina" (vgl. das lateinische "albus" = weiß), bzw. dem illyrischen "Albhanta" sein und stellt eine Anspielung auf das Weiß des kalkhaltigen Wassers, bzw. des weißen Bachbettes dar.[7]

In der Anifer Chronik schreibt Heinz Dopsch, Seite 57: ... verdankt Niederalm der Königsseeache, die auch als Alm bezeichnet wird, seinen Namen. Dir Form Alm [...] geht auf eine ältere, weit verbreitete indogermanische Gruppe für Gewässernamen mit der Bedeutung "weiß" zurück. [...] Die Alm-Gewässer in der Umgebung von Salzburg tragen vorrömische Namen, die von den Romanen übernommen und an die Bayern weitergegeben wurden. [...] Der Name des benachbarten Ortes Rif [...] geht auf das lateinische Wort "ripa", "Flussufer", zurück. Seite 60: ... Im Gegensatz zu Anif ist die erste Nennung des Ortes Niederalm nicht exakt zu bestimmen. Da sowohl Oberalm als auch Niederalm nach den Flüssen, an denen sie liegen, den Namen Albina führen, muss es in den meisten Fällen offen bleiben, ob sich eine Nennung auf Oberalm oder Niederalm bezieht... [...] Seite 61: Während das erstgenannte Oberalm einfach als Albina erscheint, folgt kurz darauf Niederalm in der Form von Albina inferior.

Die Ache wurde auch als "Niedere Albe" bezeichnet, die in Niederalm am orografisch linken Ufer der Salzach mündet. Dies vielleicht zur Unterscheidung von der "Oberen Albe", die durch Oberalm fließt am orografisch rechten Ufer der Salzach mündet.

Die Bezeichnung Königsseeache oder Königssee-Ache ist erst seit Mitte des 19. Jahrhundert gebräuchlich.

Der Salzburger Abschnitt, der vor der Regulierung ein wertvolles Fischwasser war, wurde auch als Niederalm oder Almbach bezeichnet.[8][9][10][11][12]

Der unterschiedliche Sprachgebrauch ist jedenfalls historisch nicht alt und ist in der Aussprache zwischen Oberlauf und Unterlauf wenig erkennbar. Der gleiche Benennung eines Baches vom Oberlauf bis zur Mündung ist eine sinnhafte und weitum übliche sprachliche Regelung.

Geschichte

Hans Faistenauer, Karte der Fürstpropstei Berchtesgaden, 1628, mit eingezeichneter Ache (für Königsseeache).
Hochwasser in der Königsseeache zwischen Niederalm und Rif im Juni 2009.
Die Königsseeache als Naherholungsgebiet. Hier unterhalb der Niederalm Brücke im Sommer 2011.

Der Fluss nährte bis in die Eiszeit ein Hochmoor, das vom Untersbergstock bis zum Leopoldskroner Moor hinaus reichte. Indem die Ache nach Osten zur Salzach durchbrach und ihren Verlauf stark verkürzte, trocknete ihr altes Bett aus und es bildeten sich Senken und Mulden, die sich mit Wasser füllten. Die Schleinlacke war eine davon. Daran erinnert heute noch die Schleinlackenstraße.[13][14]

Im Mittelalter musste die Fürstpropstei Berchtesgaden das Salz der Saline Schellenberg auf der Ache nach Niederalm transportieren. Dort wurde es auf Salztransporte auf der Salzach umgeladen und bis an die Donau verschifft. Dazu war aber die Genehmigung der Salzburger Erzbischöfe und der Guetrater notwendig. An der Mündung der Königsseeache in die Salzach wurde auch die Errichtung eines Salzlagers, des Salzstadels genehmigt.

Im Mittelalter gab es eine Ableitung von der Königsseeache, den Mühlbach, der zwei Mühlen antrieb: Die obere Mühle, das nicht mehr bestehende Sa(a)gmüllergut und die untere Mühle an Stelle des Bäckerhauses der heutigen Bäckerei Ebner.

1870 wurde das natürliche verlaufende Flussbett der Ache mit Schotterbänken und Auwald durch eine Almbach-Regulierung unterhalb von St. Leonhard bis zur Niederalm Brücke verändert und die Flussufer beidseits mit Flussbausteinen und Buhnen befestigt.[15]

1910 wurde durch die Lawinen- und Wildbachverbauung mit einem Kostenaufwand von 192.340 Kronen eine weitere Regulierung vorgenommen.[16]

Die ältesten Flussbau-Maßnahmen an der Berchtesgadener Ache dienten vielfach zur Verbesserung der Holztrift für das Salzbergwerk Berchtesgaden und der ehemalige Saline in Marktschellenberg. Nach Einstellung der Holztrift um 1950 wechselte die Zielsetzung der wasserbaulichen Maßnahmen zum Objektschutz.

Um 1948 bestand am Salzachspitz in Niederalm die Schottergewinnungsanlage von Josef Klappacher.[17]

Aus dem Flussbett der Königsseeache im Bereich Niederalm-Rif wurden 2008 rund 30 000 m³ Sand und Kies ausgebaggert, im Winter 2009/2010 waren es nochmals 10 000 m². Diese Aktionen dienten auch dem Schutz vor Hochwasser. Angesichts der stetigen Eintiefung der regulieren Salzach war die Ausbaggerung eines Salzachzubringers aus Gründen des Hochwasserschutzes aber nicht direkt nachvollziehbar.

Heute wird der letzte Abschnitt der Ache ab der Niederalm Brücke bis einige hundert Meter vor dem Rifersteg als Naherholungsgebiet der Anrainer im Sommer zum Baden benutzt. In den wenigen Wintern, in denen die Ache zugefroren ist, kann man auch auf ihr Schlittschuhlaufen.

Etwa 500 Meter vor der Mündung der Ache in die Salzach ist ein etwa 700 Meter langer und etwa 100 Meter breiter Streifen Landschaftsschutzgebiet.[18]

Seit den 1990er-Jahren waren die Schottenbänke kurz vor der Mündung in die Salzach in Kreisen von Freunden des Nacktbadens bekannt. Das Grundstück gehört der Salzburg AG. Im Sommer 2020 schaukelte sich das Thema "Nacktbaden in der Königsseeache" auf und gipfelte in der Ankündigung Ende September 2020, dass ab 2021 das Nacktbaden in der Ache verboten sein wird. Im Sommer 2020 wurde die Halleiner Stadtpolizei 20 bis 30 Mal alarmiert. Im Zuge der Behandlung dieser Vorfälle stellte sich heraus, dass es eine gesetzliche Regelung für Nacktbaden gibt. Diese besagt, dass Nacktbaden auf Grundstücken, die öffentlich zugänglich sind, untersagt ist. Die sogenannte "Anstandsverletzung" falle unter § 27 des Landessicherheitsgesetzes.[19]

Mitte April 2021 wurde nun ein Schild aufstellt, das auf das Nacktbadeverbot in der Öffentlichkeit laut § 27 Landessicherheitsgesetz hinweist. Eine Geldstrafe bis zu 500 Euro könne verhängt werden.[20] Im Sommer wurde eine Unterschriftenliste für das Nacktbaden aufgelegt, die einer Medieninformation nach im Juli bereits drei Mal so viele Unterschriften enthalten soll wie jene 2020, die für das Nacktbadeverbot gesammelt worden waren (300).[21]

Brücken in Österreich

Nicht mehr bestehende Übergänge

  • Fußgängersteg in Niederalm

Bildergalerie

weitere Bilder

 Berchtesgadener Ache - Königsseeache – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
 Berchtesgadener Ache - Königsseeache – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen

Einzelnachweise

  1. ↑ Siehe: Bayerisches Landesamtes für Umwelt und dort im Bayerische Umweltatlas
  2. ↑ www.openstreetmap.org
  3. ↑ Königsseer Fußweg
  4. ↑ siehe AMap
  5. ↑ Siehe SAGIS
  6. ↑ Siehe www.openstreetmap.org
  7. ↑ Quelle 1: Oberalm (Gewässer)#Begriffsgeschichte mit dortiger Quelle bufus.sbg.ac.at pdf, Seite 6; Quelle 2: Hofrat DI Johann Wiesenegger, Referatsleiter des Hydrographischen Dienstes des Landes Salzburg; Quelle 3: Chronik von Anif, Heinz Dopsch, Seite 60 und 61
  8. ↑ ANNO, Salzburger Zeitung, 6. August 1861, Seite 6
  9. ↑ ANNO, Reichspost, 14. August 1906, Seite 4
  10. ↑ ANNO, Salzburger Volksblatt, 1. Dezember 1936, Seite 8
  11. ↑ ANNO, Völkischer Beobachter, 12. Juli 1938, Seite 9
  12. ↑ LGBl.Nr. 23/1963
  13. ↑ Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 1864, seite 6
  14. ↑ ANNO. Der Naturfreund, 1917, Seite 4
  15. ↑ ANNO, Salzburger Zeitung, 25. Januar 1870, Seite 5
  16. ↑ ANNO, Österreichische Monatsschrift für den öffentlichen Baudienst, 1910, Seite 665
  17. ↑ ANNO, Salzburger Volkszeitung, 6. Dezember 1948, Seite 3
  18. ↑ siehe SAGIS
  19. ↑ "Salzburger Nachrichten", 25. September 2020
  20. ↑ www.sn.at, 25. April 2021
  21. ↑ www.sn.at, 7. Juli 2021
  22. ↑ www.openstreetmap.org