Prunkräume der Alten Residenz: Unterschied zwischen den Versionen

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Dieser lang gestreckten Raum besitzt ein Spiegelgewölbe mit einem marmorierten Kranzgesims. Zu sehen ist ein Abguss des Jünglings vom Magdalensberg in [[Kärnten]] in einer Nische, dessen Original sich zwischen seiner Entdeckung 1502 und 1806 in der Stadt Salzburg befand. Die Österreicher nahmen es dann nach Wien (Kunsthistorisches Museum).
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Dieser lang gestreckten Raum beherbergt eine Gemäldegalerie mit einem Kranzgesims aus marmorierten Stuck. In der Mitte in einer Nische zu sehen ist ein Abguss aus schwarzem Gips des Jünglings vom Magdalensberg in [[Kärnten]], dessen Original sich seit seiner Entdeckung von 1502 bis 1806 in der Stadt Salzburg befand. Die Österreicher nahmen die Statue dann nach Wien mit (Kunsthistorisches Museum).
  
 
Das Fresko im Gewölbe von Rottmayr zeigt eine Verherrlichung (Gloria) der Wissenschaften und Künste, geprägt von fürstlicher Größe und Stiftungsmacht, umgeben von Scheinarchitektur. Astronomie, Geometrie, Architektur (der Architekt hält einen Plan des Wiener Palais Trautson in Händen) und Bildhauerei stehen symbolisch unter dem Schutz des Grafengeschlechts Harrach, Dichtung und Geschichtsschreibung unter dem Schutz der ''felicitas publica'', Malerei und Musik unter jenem des ''buon governo'', der Guten Regentschaft. Das kleine anschließende Bibliothekszimmer besitzt ein Gemälde der Aurora gemalt von Altomonte.
 
Das Fresko im Gewölbe von Rottmayr zeigt eine Verherrlichung (Gloria) der Wissenschaften und Künste, geprägt von fürstlicher Größe und Stiftungsmacht, umgeben von Scheinarchitektur. Astronomie, Geometrie, Architektur (der Architekt hält einen Plan des Wiener Palais Trautson in Händen) und Bildhauerei stehen symbolisch unter dem Schutz des Grafengeschlechts Harrach, Dichtung und Geschichtsschreibung unter dem Schutz der ''felicitas publica'', Malerei und Musik unter jenem des ''buon governo'', der Guten Regentschaft. Das kleine anschließende Bibliothekszimmer besitzt ein Gemälde der Aurora gemalt von Altomonte.

Version vom 12. Mai 2018, 22:44 Uhr

Die 15 Prunkräume der Alten Residenz in der alten Residenz in der Altstadt von Salzburg sind Teil der rund 180 Räume und Säle, die sich in der Residenz befinden.

Allgemeines

Die Prunkräume in der Residenz von Salzburg waren fürsterzbischöflicher Wohn- und Amtssitz. Im Rahmen eines Rundganges durch das Museum DomQuartier kommt man vom prunkvollen Entrée, dem Carabinierisaal, über den Rittersaal, das Ratszimmer und die Antecamera zum prächtigen Audienzsaal der Fürsterzbischöfe. Daran schließen die privaten Gemächer sowie weitere Gesellschaftsräume an. Im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts wurde der Palast dem jeweiligen Geschmack der Herrscher angepasst. Fürsterzbischof Franz Anton Fürst Harrach ließ die Residenz im Stil des Hochbarocks modernisieren. Unter der Gesamtleitung von Baumeister Johann Lukas von Hildebrandt waren die bedeutendsten Künstler der Zeit, wie etwa Johann Michael Rottmayr, Martino Altomonte, Antonio Beduzzi oder Alberto Camesina am Werk.

Auch Wolfgang Amadeus Mozart musizierte mehrmals für seinen Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo in diesen Prunkräumen. So wurde beispielsweise das Violinkonzert KV 219 in A-Dur am 20. Dezember 1775 im Konferenzsaal uraufgeführt.

Die Räume

Carabinieri-Saal

Carabinieri-Saal

Der Name des Saales geht auf die Leibgarde des Fürsterzbischof, mit einem Karabiner bewaffnete Soldaten ( italienisch Carabinieri) zurück. Der um 1600 errichtete Saal ist mit einer Fläche von 580 qm, ca. 50,00 m Länge, ca. 12,00 m Breite ca. 12,00 m Höhe und einem Fassungsvermögen von 525 Personen der größte Saal der Residenz. Er befindet sich im ersten Stock. Der Boden ist mit Adneter Marmor ausgelegt.

Francesco, Carlo Brenno sowie Antonio Carabelli waren für den Stuck an den Wänden verantwortlich. 1610 erhielt der Saal die vier Marmorportale, 1660 erfuhr der Saal eine deutliche Erhöhung, indem der zweite Stock herausgenommen wurde.

Das große Deckenfresko wurde 1689 von Johann Michael Rottmayr gemalt. Es zeigt die vier Elemente: im Mittelbild gebietet der Meeresgott Neptun über das Meer und die Winde (Wasser & Luft), das rechte Fresko zeigt die Schmiedewerkstatt des Vulcanos (Feuer) und das linke Fresko stellt die Kalydonische Eberjagd (Erde) dar. Die vier Winde, der Nord-, West-, Süd- und Ostwind, sind in den Medaillons an dem Ecken abgebildet.

Eine zweiarmige Marmortreppe führt an der Westseite zu einem höher gelegenen Marmorportal, von dem aus man in den Kaisersaal gelangt.

Die ersten Theateraufführungen nördlich der Alpen fanden sowohl in diesem Saal als auch im Steintheater im Park von Schloss Hellbrunn statt. Nicht gesichert ist das Datum der ersten Aufführung, der 27. Jänner 1614.

Deckenfresko: Johann Michael Rottmayr

Deckenfresko (links) Deckenfresko (Mitte) Deckenfresko (rechts)
Datei:Carabinierisaal Deckenfresko Johann Michael Rottmayr linker Teil.jpg
Element: Erde
Die Jagd auf den Kalydonischen Eber
Datei:Carabinierisaal Deckenfresko Johann Michael Rottmayr Mittelteil.jpg
Elemente: Wasser & Luft
Poseidon auf wogendem Meere reitend
gebietet den wilden Böen der Winde des Aiolos einzuhalten
Datei:Carabinierisaal Deckenfresko Johann Michael Rottmayr rechter Teil.jpg
Element: Feuer
Hephaistos in seiner feurigen unterirdischen Schmiedewerkstatt

Wohnräume

Die Wohnräume wurden im Auftrag von Fürsterzbischof Franz Anton Fürst Harrach unter Leitung von Lucas von Hildebrandt neu ausgestattet.

Rittersaal

Der heute als Aufführungsort von Kammermusik, sowie für kleinere festliche Veranstaltungen und Festvorträge verwendete Saal diente im 17. und 18. Jahrhundert als Vorraum zu den fürstlichen Empfangs- und Wohnräumen.

Das große Ölgemälde an der Decke ist von Johann Michael Rottmayr und zeigt in der Bildmitte Alexander den Großen, der seinem Vater Phillip von Mazedonien das von ihm gebändigte Pferd Bukephalos vorführt. Um dieses Bild sind weitere Stationen aus dem Leben Alexanders zu sehen. Der Deckenstuck stammt von Alberto Camesina, der Wandstuck von Peter Pflauder.

Die Stuckfiguren an der Decke zeigen in Form von Engeln (Putto) die vier Kardinaltugenden: Gerechtigkeit (iusticia), Tapferkeit (fortitudo), Weisheit (sapientia) und Mäßigung (temperantia), sowie in Form von jungen Frauen (Koren) vier Laster: (Jäh-)Zorn (ira), Hochmut (superbia), Neid (invidia) und Trägheit (acedia).

Aus diesem Saal führt ein Gang über die Dombögen in den Salzburger Dom, über den man über den südlichen Dombogen in die Benediktiner-Erzabtei St. Peter, in den Langen Gang gelangt[1].

Konferenzsaal

Ein Gemälde von Martino Altomonte, das „Alexander in der Schlacht von Granicus“ darstellt, kann man in diesem Saal sehen. Vermutlich musizierte in diesem kleinen Saal auch die fürsterzbischofliche Hofkapelle zahlreiche kleine Hauskonzerte, bei den auch Leopold Mozart und sein Sohn Wolfgang Amadeus als Konzertmeister (Kapellmeister) mitwirkten.

Audienzsaal

Der an der Ecke von Residenzplatz und Alter Markt gelegene, prächtige Audienzsaal, besitzt fünf in vergoldetem Stuck gerahmte Deckenbilder von Johann Michael Rottmayr. Das Bild in der Mitte zeigt die Huldigung von Alexander dem Großen in der Stadt Byblos. Von Johann Anton Eismann stammen vermutlich die Landschaftsbilder über den Türen.

Die wertvollen früh klassizistischen Möbel wurden von H. Jacobs aus Paris gefertigt und 1775 für diesen Saal gekauft. Szenen aus der römischen Frühgeschichte und das eingewobene Wappen des Erzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau zeigen die kostbaren Brüsseler Gobelins.

Antecamera

In der Antecamera (Vorzimmer) sieht man ein Deckengemälde von Martino Altomonte, das die Zerschlagung des Gordischen Knotens durch Alexander darstellt.

Retirada

In monarchischer Zeit diente das kleine Wohn- und Arbeitszimmer (Retirada) des Fürsterzbischofs als als Schlafraum von Kaiser Franz Joseph I., der sich mehrmals in Salzburg aufgehalten hatte.

Auch hier Deckenmalereien von Rottmayr, in der Mitte ist der opfernde Alexander in Jerusalem zu sehen. Eines der vier Trabantenbilder schildert den Traum Alexanders, in dem ein Hohepriester dem großen Feldherren die Herrschaft über Persien verkündet.

Schatullenkabinett

Ein weiters Deckenbild von Altomonte zeigt die Gesandten der Skythen bei der Huldigung Alexanders. Im Schatullenkabinett ist ein barocker Tabernakelschrank aus 1720 zu sehen. Es war Hausaltar von Erzbischof Franz Anton Fürst Harrach.

Schlafzimmer

Passend zur Aufgabe des Zimmers stellte Rottmayr in einem Bild Alexander auf seinem Ruhebett dar. Die Stuckmedaillons zeigen musizierende Amoretten. Über dem Portal ein Bild von Andreas Nesselthaler, das einen Seehafen zeigt.

Kapelle

Rottmayr gestaltete auch die kleine Kapelle, einen kleinen, fast quadratischer Raum mit Kuppelgewölbe. Das Fresko stellt Gott Vater dar. Vermutlich Antonio Beduzzi schuf um 1710 den Altar, das Altarblatt, eine Rottmayr-Arbeit, zeigt die Vermählung der Heiligen Katharina.

Schöne Galerie

Datei:Alte Residenz Bildergalerie Deckenfresko Johann Michael Rottmayr.jpg
Deckenfresko Glorie der Wissenschaften und Künste von Johann Michael Rottmayr

Dieser lang gestreckten Raum beherbergt eine Gemäldegalerie mit einem Kranzgesims aus marmorierten Stuck. In der Mitte in einer Nische zu sehen ist ein Abguss aus schwarzem Gips des Jünglings vom Magdalensberg in Kärnten, dessen Original sich seit seiner Entdeckung von 1502 bis 1806 in der Stadt Salzburg befand. Die Österreicher nahmen die Statue dann nach Wien mit (Kunsthistorisches Museum).

Das Fresko im Gewölbe von Rottmayr zeigt eine Verherrlichung (Gloria) der Wissenschaften und Künste, geprägt von fürstlicher Größe und Stiftungsmacht, umgeben von Scheinarchitektur. Astronomie, Geometrie, Architektur (der Architekt hält einen Plan des Wiener Palais Trautson in Händen) und Bildhauerei stehen symbolisch unter dem Schutz des Grafengeschlechts Harrach, Dichtung und Geschichtsschreibung unter dem Schutz der felicitas publica, Malerei und Musik unter jenem des buon governo, der Guten Regentschaft. Das kleine anschließende Bibliothekszimmer besitzt ein Gemälde der Aurora gemalt von Altomonte.

Thronsaal

Ein Deckenbild von Rottmayr mit dem Götter-Festmahl anlässlich der Hochzeit der Thetys ziert den Thronsaal (Gesellschaftszimmer).

Weißer Saal (Markus Sittikus-Saal)

Errichtet wurde er von Fürsterzbischof Markus Sittikus von Hohenems. 1776 wurde er von Peter Pflauders neu stuckiert (=Weißer Saal). Am 1. Mai 1816 fand in diesem Saal die Übergabe des Großteils des früheren Landes Salzburgs an Oberösterreich im Rahmen einer Staatshandlung statt.

Kaisersaal

Der schlicht wirkende Kaisersaal (früher Kaiserstube) zeigt Gemälde von 14 Herrschern des Hauses Habsburg.

Sintflutsaal

Die Besonderheit in diesem Raum mit einer Renaissance-Decke ist eine kleine Tür in den Chor der Franziskanerkirche.

Bischofssaal

Im dritten Stock befinden sich der Bischofssaal und die Residenzgalerie. Und Deckengemälde und Gewölbefresken stammen hier von Johann Michael Rottmayr und Martino Altomonte, während der Deckenschmuck von Alberto Camesina stammt.

Weblinks

Quellen

Fußnoten