Schloss Hellbrunn

Aus SALZBURGWIKI
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Das Schloss Hellbrunn im Herbst 2004.
Schloss Hellbrunn, Westseite.
Markus Sittikus von Hohenems mit einem Gartenteil von Schloss Hellbrunn (1618), ein Gemälde von Donato Arsenio Mascagni.
Schloss Hellbrunn 2009. Blick von der Zufahrtsachse, kommend von der Hellbrunner Allee.
Merian: Das fürsterzbischöfliche Lusthaus und Garten Hellenbrunn.
Festsaal im Schloss.
Alte Schlosszufahrt mit Mauer und Nebengebäuden.
Schloss und Schlosspark Hellbrunn, Ansicht vom Hellbrunner Berg.

Das Schloss Hellbrunn war die Sommerresidenz der Salzburger Fürsterzbischöfe und befindet sich im südlichen Stadtgebiet von Salzburg in Hellbrunn. Das Schloss zählt, wie die gesamte Anlage, zu den denkmalgeschützten Objekten in der Stadt Salzburg.

Geschichte

Das Schloss wurde im Auftrag des Salzburger Fürsterzbischofs Markus Sittikus von Hohenems vom oberitalienischen Architekten Santino Solari in den Jahren 1613–1615 erbaut. Mit einem Vertrag vom 21. Juni 1922 gingen Schloss und Park von Hellbrunn an die Stadt Salzburg über. Vorher waren sie in kaiserlichem Besitz, nach 1918 kurzzeitig im Besitz des Kriegsgeschädigtenfonds. Hellbrunn ist mit dem Schloss und dem Schlossgarten heute als herausragende Sehenswürdigkeit Salzburgs Teil der Dachmarke Hello Salzburg.

Das Schloss, die Nebengebäude und der Garten haben ihre ursprüngliche Form im Wesentlichen bewahrt. Das Ensemble ist ein Bau der Spätrenaissance, im architektonischen Ausdruck auf klare Formen beschränkt und mit zurückhaltend eingesetzten Schmuckelementen gestaltet. Zur Erfassung der Anlage ist es sinnvoll, sich dem Schloss auf der Hauptzufahrt von Osten her zu nähern. Von der Stadt Salzburg kommend, führt die Hellbrunner Allee nach rechts durch das Ostportal auf diese Hauptzufahrt zum Schloss, die als Achse gerade zum Schlosshof weiterführt – beidseits begleitet von Mauern und in Schlossnähe von niedrigen Nebengebäuden, um sich zuletzt zu einem Ehrenhof vor dem Schloss zu öffnen.

Dort blickt der Besucher auf das Schlossgebäude, das nach Vorbildern von Sebastiano Serlio, einem italienischen Architekten und Architekturtheoretiker, möglicherweise aber auch in Teilen nach Entwürfen von Andrea di Pietro della Gondola, genannt Palladio (* 30. November 1508 in Padua; † 19. August 1580 in Vicenza), symmetrisch gebaut ist und aus zwei Geschossen mit zwölf Fensterachsen besteht. Das Schloss lässt noch gut die Gestalt des spätgotischen Vorgängerbaues mit seinen ursprünglich sieben Fensterachsen erkennen. Die Frontseite besitzt durch ihre seitlichen Erweiterungen heute eine Breite von 38 Meter. Es handelt sich im Wesentlichen um einen zweigeschossigen Rechteckbau mit einem Walmdach. Die leicht vorspringenden Seitenrisalite treten wenig eigenständig in Erscheinung und ordnen sich unter. Die Fassade schließt nach oben mit einem Putzgesims und darüber mit einem deutlich vorkragenden Hohkehlgesims ab.

Eine doppelarmige Freitreppe mit Säulen-Balustraden führt zum mittigen erhöhten Portal. Unter dem Portal wurde eine flach gewölbte Grotte mit einem rebenbekränzten antiken Gott und zwei Steinböcken angelegt. Die Fassade des insgesamt schlichten zweigeschossigen Baues mit seitlich leicht vorspringenden Seitenrisaliten ist durch Gesimse und Lisenen gegliedert. Auffällig ist die horizontale Gliederung des Bauwerkes durch Bandgesimse. Die Fensterachsen konzentrieren sich zur Mittelachse hin. Sie besitzen Umrahmungen aus Konglomerat und darüber für die Zeit typische dreieckige Verdachungen. Auf der Gartenseite betont das Gebäude die Horizontale deutlich stärker und ist insgesamt reicher gegliedert. Die vorspringenden seitlichen Eckrisalite mit ihren eigenständigen Giebelaufsätzen stehen in der gleichen Linie wie der Mittelrisalit. Die Seitenrisalite besitzen in den oberen Fenstern Kaiserbüsten. Die Gliederung durch horizontale Doppelbänder wird von der Vorderseite des Schlosses übernommen bzw. weitergeführt. Das Portal mit seinem Eingang zur Neptungrotte wird von Pilastern gestaltet, die mit Marmorköpfen gekrönt sind und an deren Basis die Füße der Figuren sichtbar werden.

Baugeschichte

Markus Sittikus, ein Vetter seines Onkels und Vorgängers, Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau, war in Italien aufgewachsen und lernte den damaligen in Italien aufkommenden Zeitgeist kennen, sich auf dem Land eine Villa für den Sommer zu errichten.

So ließ er Santino Solari neben anderen Bauten auch das Schloss und den Park von Hellbrunn erbauen, um dort des Sommers große Feste zu feiern. Die originale Ausstattung des Schlosses, z. B. die einst nach Räumen farbig wechselnden, goldgepressten Ledertapeten, die ebenso eigenartig gewirkt haben müssen, ist nicht erhalten geblieben.

2007 kehrten drei Kunstfriese wieder in den Carabinierisaal des Schlosses zurück. Vermutlich ließ sie Markus Sittikus als Kopien der vom Raffael-Schüler Giulio Romano (*1499; † 1546) für den Palazzo del Te in Mantua, Lombardei, Italien (einer der größten Paläste Italiens) geschaffenen kleineren Wandfriese anfertigen. Wer die Hellbrunner Nachbildungen schuf, ist unbekannt.

Diese Wandfriese hingen bis 1960 im Schloss, wurden dann für eine geplante Restaurierung in ein Depot des Salzburger Museums Carolino Augusteum gebracht und gerieten in Vergessenheit. Erst als sich 1990 ein Selbstmörder mit seinem Fahrzeug vom Mönchsberg auf das Dach des Salzburger Spielzeugmuseums stürzte, in dem sich eines der Depots befunden hatte, fand man bei den Aufräumungsarbeiten die Bilder. Und man begann schließlich mit der Restaurierung. Die Kosten von umgerechnet € 66.000,– teilten sich Stadt und Bundesdenkmalamt.

Inneneinrichtung

Besichtigung

Das Schloss ist für Besucher zugänglich und kann ohne Führung mit Audioguide besichtigt werden. Das Schloss Hellbrunn ist auch Veranstaltungsort für Feste, Kammerkonzerte, Sommernachtsfeste und Hochzeiten. In der Vorweihnachtszeit findet im Schloss und im Schlosshof der Hellbrunner Adventzauber statt.

Rund um das Schloss

Unmittelbar an das Schloss angrenzend und teilweise im Gebäude selbst befinden sich die Wasserspiele Hellbrunn. Die Wasserspiele, einst zur Unterhaltung der Gäste des Erzbischofs Markus Sittikus von Hohenems erbaut, sind heute eine der bekanntesten und beliebtesten Attraktionen von Schloss Hellbrunn.

Umgeben ist das Schloss von einem 60 Hektar großen, historischen Schlosspark. Um diesen Schlosspark herum liegt der mitgestaltete Landschaftsgarten Hellbrunn.

Das Schloss in alten Ansichten

  • Matthias Merian, 1644: Das fürstl. Lusthaus und Garten Hellenbrunn, 1/2 Stund von Saltzburg
  • Georg Pezolt: Hellbrunn, Serz & Cie., Kunst- und Geographische Anstalt Nürnberg um 1850 → Bildlink

Bilder

 Schloss Hellbrunn – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
 Schloss Hellbrunn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Weblinks

Literatur und Quellen

  • Etzendorfer, Hans (Hrsg. und Verleger): Hellbrunn, Broschüre, 60 Seiten, Reihe: Salzburg - Natur - Kultur - Geschichte, 2. Jahrgang, Folge 1, Verlag Etzendorfer & Co., Salzburg, 1961
  • Fischer, Friedrich Johann: Höhle und Gesicht - Mythisches Hellbrunn, Verlag der Salzburger Druckerei, um 1980
  • Fischer, Friedrich Johann: Höhle und Gesicht - Mythisches Hellbrunn, Verlag der Salzburger Druckerei, um 1980
  • Kampl,Sibylle; Kühberger, Christoph (Herausg.): Schloss Hellbrunn - Schaulust - die unerwartete Welt des Markus Sittikus, Verlag Schloss Hellbrunn, Sbg, 2016
  • Schaber, Wilfried: Hellbrunn - Schloss, Park und Wasserspiele, März 2004, ISBN: 3-200-00075-9, Schloss Hellbrunn Verwaltung (offizieller Führer)
  • Medicus, Reinhard: Salzburgs Stadtberge und Stadtgärten im Wandel der Zeit, Verlag Anton Pustet, Salzburg, 2021
  • Medicus, Reinhard: Der Kreuzwegberg in Hellbrunn und der Anifer Alterbach, in: Bastei − Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft, 54 Jg., Salzburg, 2005, 2. Folge, S. 31−35
  • Hellbrunn, Führer durch Wasserkünste, Schloss und Park, Herausgeber und Verleger Stadtgemeinde Salzburg, 24. Auflage, 1959[1]
  • Die kaiserlichen Lustschlösser Hellbrunn und Klessheim nächst Salzburg, ein Führer für Fremde und Einheimische, 1856 (online-Link)
  • Homepage Schloss Hellbrunn

Einzelnachweise